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PFERDEFOTOGRAFIE: In Szene gesetzt


Mein Pferd - epaper ⋅ Ausgabe 100/2018 vom 14.09.2018

Sie möchtenwunderschöne Fotos von Ihrem Pferd machen, doch irgendwie gelingt es nicht so richtig? Mit denTipps von Christiane Slawik, eine der weltweit besten Pferdefotografinnen, sehen Ihre Bilder direkt viel harmonischer aus


Artikelbild für den Artikel "PFERDEFOTOGRAFIE: In Szene gesetzt" aus der Ausgabe 100/2018 von Mein Pferd. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Mein Pferd, Ausgabe 100/2018

Pferde sind von Natur aus neugierig. Lassen Sie es ruhig mal vorsichtig an der Kamera schnuppern


UNSERE EXPERTIN

CHRISTIANE SLAWIK gehört zu den besten Pferdefotografen der Welt. Viel Freude am Fotografieren und Liebe zum Pferd in Kombination mit langjähriger Erfahrungen machen die Motive der Würzburgerin zu etwas ganz Besonderem.
www.slawik.com

Besondere Momente behält man ...

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... ein Leben lang im Herzen. Mit etwas Können gelingt es Ihnen diese wundervollen Augenblicke auch in Form eines Bildes auf ewig festzuhalten. Bei der Fotografie kommt es unabhängig vom Motiv – seien es Landschaften, Menschen oder Tiere – auf viele unterschiedliche Dinge an: die richtige Location, das ideale Licht und natürlich die Fertigkeiten des Fotografen.

Anders als bei der Fotografie von Menschen kann man Pferde allerdings nur begrenzt in eine bestimmte Pose bringen. Erfahrene Pferdekenner können in einem gewissen Rahmen anhand der Körpersprache des Pferdes das Verhalten voraussagen, beispielsweise in welche Richtung das Pferd im Freilauf über die Koppel galoppieren wird. Da Pferde bewegungsfreudige Tiere sind, ist es allerdings gar nicht so einfach, das perfekte Bild hinzubekommen – mit etwas Übung aber absolut im Bereich der Möglichkeit. Christiane Slawik ist eine der weltweit erfolgreichsten Pferdefotografinnen. Ihre Bilder zieren viele Wandkalender, sowie Titelseiten von Magazinen und Büchern. Ihr erster Tipp: „Hören Sie auf zu knipsen und fangen Sie an zu fotografieren.“

Ähnlich wie ein Pferd auf vier Beinen steht, gibt es vier Säulen bei der Pferdefotografie, erklärt Christiane Slawik: „Die erste Säule ist die Technik: Es ist wichtig, sich mit der eigenen Ausrüstung auszukennen und die verschiedenen Einstellungen und Funktionen bedienen zu können.“ Zusätzlich werden Kenntnisse im Umgang mit Pferden benötigt, um die Sicherheit aller beteiligter Personen und Tiere während eines Shootings zu gewährleisten. „Kein Bild der Welt ist es Wert, dass dafür Verletzungen von Mensch oder Tier in Kauf genommen werden“, mahnt Christiane Slawik.

Als dritten Punkt wird ein gutes Auge benötigt: Das bedeutet, für ein gutes Foto braucht man ein gewisses Gefühl für die richtige Perspektive, das richtige Licht und das Gesamtkonzept des Bildes. Als letztes gehört zum perfekten Foto natürlich auch noch ein Quäntchen Glück. Für ein tieferes Verständnis der Technik empfiehlt sich ein Blick in die Gebrauchsanweisung der Kamera, für bessere Pferdekenntnisse ist sowohl praktischer Umgang als auch die Lektüre von Fachliteratur empfehlenswert und um den fotografischen Blick zu schulen, eignen sich Bildbände von professionellen Fotografen.

Viele werden sich fragen: Braucht man überhaupt noch eine richtige Kamera oder reicht nicht auch die Kamera des Smartphones? Viele moderne Handykameras machen zwar tolle, hochauflösende Fotos, trotzdem sind ihnen die Kameras überlegen. Schon allein durch die Variationsmöglichkeiten des Objektivs lässt sich eine deutlich größere Bandbreite an Motiven abdecken. Außerdem kann es aufgrund der geringen Brennweite einer Handykamera schnell zu Verzerrungen kommen, sodass das Pferd unproportional aussieht.

Technische Raffinessen

Ist man auf der Suche nach einer Kamera, sollte man viel Wert auf einen schnellen Autofokus legen. Für den Anfang ist ein Zoom-Obkjektiv zwischen 80-200 mm Brennweite ideal. Die modernen Kameras haben einen sehr guten Automatikmodus, daher kann dieser zu Beginn auf jeden Fall genutzt werden. Nach und nach sollte man jedoch dazu übergehen, eine der Halbautomatiken oder den manuellen Modus zu wählen. Für diese ist ein Grundverständnis der drei wichtigsten, technischen Faktoren der Kamera unumgänglich: dem ISO-Wert, der Blende und der Verschlusszeit.

Der ISO-Wert bestimmt die Lichtempfindlichkeit: Je höher dieser Wert, desto heller ist das Bild. Allerdings sinkt mit steigendem ISO-Wert die Qualität des Bildes: Bei einem hohen ISO-Wert lässt das sogenannte Bildrauschen ein Foto verpixelt aussehen. Aus diesem Grund gilt bei dem ISO-Wert die Grundregel: So niedrig wie möglich, so hoch wie nötig. Bei schönem Wetter und Sonnenschein reicht meist ein ISO-Wert zwischen 100-400; bei Dämmerung und in einer schwach beleuchteten Reithalle ist ein deutlich höherer ISO-Wert nötig und die Gefahr von grobkörnigen Bildern besteht.

Die Blende ist für die Menge des einfallenden Lichtes auf den Sensor verantwortlich. Zusätzlich spielt sie eine wichtige Rolle für die Schärfentiefe: Darunter versteht man den Unterschied der Schärfe zwischen dem Hauptmotiv und dem Hintergrund, beispielsweise in Form eines unscharfen Hintergrunds und eines scharfen Pferdekopfes. Eine hohe Blendenzahl von 16 verursacht eine geringe Linsenöffnung und somit wenig Lichteinfall. Gleichzeitig ist bei einer solchen Blendengröße ein sehr großer Bereich scharf, und es bestehen nur wenige Unschärfen – dies ist beispielsweise bei der Aufnahme einer Herde praktisch. Eine kleine Blendenzahl und somit eine große Linsenöffnung, beispielsweise bei 2,8, bedeutet, dass nur noch ein kleiner Bereich des Bildes scharf ist. Dies eignet sich besonders für Porträts, da durch den geringen Schärfebereich automatisch der Blick auf das Pferd gerichtet wird.

Der letzte Faktor ist die Verschlusszeit, die eng mit der Blende zusammenhängt. Durch sie wird geregelt, wie lange die Blende geöffnet ist, und wie viel Licht auf den Sensor fällt. Je mehr Bewegung im Spiel ist, desto niedriger sollte die Verschlusszeit sein – ansonsten entsteht eine Bewegungsunschärfe. Wird diese gezielt eingesetzt, kann dadurch viel Dynamik im Bild entstehen. Bei diesem Stilmittel ist jedoch Vorsicht geboten, da die Bilder schnell einfach nur unscharf aussehen können. Bei einem galoppierende Pferd sollte die Verschlusszeit 1/1.000 Sekunden oder kürzer sein. Grundsätzlich gilt: Je schneller die Bewegung, desto kürzer die Verschlusszeit. Der ISO-Wert, die Blende und Verschlusszeit sind in Kombination dafür verantwortlich, wie hell oder dunkel ein Bild ist.

Ohne Planung geht es nicht

Jedes Bild hat eine individuelle Bildsprache: Diese setzt sich sowohl aus dem Motiv selbst, dem Hintergrund, der Farbgestaltung sowie der Perspektive zusammen. Daher ist für ein besonderes Foto auch ein gewisses Maß an Planung vonnöten. Zuallererst sollte man sich darüber Gedanken machen, was für ein Bild man sich eigentlich von seinem Pferd wünscht: Ein dynamisches Galoppbild im Freilauf, ein träumerisches Bild inmitten einer Frühlingswiese oder ein klassisches, ausdrucksstarkes Porträt? Hat man sich für ein Konzept entschieden, geht es an die Vorbereitung: An welchem Tag möchte man die Fotos machen? Ist gutes Wetter vorhergesagt? Außerdem ist es empfehlenswert, sich mindestens einen Helfer zu organisieren – gleichzeitig die Kamera zu bedienen, das Pferd in Position zu stellen und die Aufmerksamkeit des Pferdes zu erhalten ist nicht möglich.

Die Bildbearbeitung mit verschiedenen Programmen wie beispielsweise Photoshop oder Lightroom gehört mittlerweile für viele untrennbar zum Fotografieren dazu. Christiane Slawik versucht jedoch, bereits ein perfektes Bild in der Kamera und nicht erst später am Computer entstehen zu lassen: „Umso besser das Bild technisch und planerisch gemacht wird, umso mehr Zeit spare ich mir bei der anschließenden Bearbeitung. Habe ich beispielsweise einen unschönen Zaun im Hintergrund, macht es meiner Meinung nach wenig Sinn diesen anschließend zu retuschieren. Sinnvoller ist es, aus einer anderen Perspektive zu fotografieren, sodass der Zaun verdeckt ist.“

Lassen Sie sich von folgenden Vorschlägen inspirieren und schießen Sie tolle Fotos von Ihrem geliebten Vierbeiner.

CHECKLISTE

• Ist mein Kamera-Akku geladen und eine leere Speicherkarte vorhanden?
• Habe ich mindestens einen Helfer organisiert?
• Sind das Pferd und die Ausrüstung auf Hochglanz poliert?

DAS PORTRÄT

Der Klassiker in der Fotografie! Ob vom Menschen, Hund oder Pferd, bei der Porträtfotografie gibt es einige grundlegende Regeln zu beachten: Da das Hauptmotiv – in diesem Fall das Pferd – auch den Blick des Betrachters direkt auf sich ziehen soll, ist häufig ein schönes Bokeh, also ein verschwommener, unscharfer Hintergrund gewünscht. Durch ein Bokeh lässt sich praktischerweise auch ein weniger schöner Hintergrund, beispielsweise ein Scheunentor, gut kaschieren. Für ein Bokeh wird eine sehr offene Blende gewählt. Außerdem ist es wichtig, dass sich das Tier in einem gewissen Abstand zum Hintergrund befindet: Wenn es direkt vor dem eben erwähnten Scheunentor steht, lässt sich kein gleichmäßiges Bokeh erzeugen und die Strukturen des Tores sind unschön erkennbar. Je größer der Abstand vom Pferd zum Hintergrund, desto gleichmäßiger wird das Bokeh – und wird so zum idealen Hintergrund für ein ausdrucksstarkes Porträt.

„Für ein gelungenes Porträtfoto sollte der Fotograf leicht diagonal zum Pferd stehen, und dieses nicht frontal von vorne fotografieren. Außerdem sollte man darauf achten, dass ein Teil der Brust und viel Hals zu sehen ist“, erklärt Christiane Slawik. Eine sichtbare Brustpartie lasse das Pferd imposanter wirken, während eine höhere Kopf- und Halshaltung Energie vermittle. Selbstverständlich sollte auch der gesamte Kopf auf dem Bild zu sehen sein – abgeschnittene Ohren wirken einfach nicht gut. Wählen Sie daher zunächst lieber einen etwas größeren Bildausschnitt. Verkleinern können Sie diesen anschließend immer noch.

Gewünscht sind bei einem Porträt gespitzte, nach vorne gerichtete Ohren. Um die Aufmerksamkeit des Pferdes auf die Kamera zu richten, gibt es verschiedene Tricks: Unter anderem Folienknistern und Pferdegeräusche. Probieren Sie aus, worauf Ihr Pferd reagiert. Dann heißt es, schnell sein, da die meisten Dinge nur kurzzeitig das Interesse des Pferdes auf sich ziehen.

DIE GESTALTUNG

Je besser Sie das Bild bereits vor dem Fotografieren planen, desto weniger Arbeit haben Sie später mit der Bildbearbeitung und desto bessere Ergebnisse erzielen Sie. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich bereits vor dem Fotografieren mit der Suche nach der richtigen Location zu beschäftigen. Manchmal verstecken sich die schönsten Ecken genau da, wo man sie am wenigsten erwartet. „Manchmal versteckt sich ein wunderschöner Hintergrund direkt neben einem Misthaufen. Dann ist es die Aufgabe des Fotografen, sich und das Pferd in die richtige Position zu bringen, um lediglich den schönen Hintergrund auf dem Foto zu haben“, so Christiane Slawik. Laufen Sie aufmerksam am Stall und in der Umgebung umher, dann finden Sie garantiert passende Hintergründe für die nächsten Bilder: Blumenfelder, saftige Wiesen oder ein Waldrand sind tolle Hintergründe – sowohl für Freilaufbilder als auch tolle Porträtaufnahmen.

Die Tageszeit und somit das Licht haben einen großen Anteil an der Stimmung des Bildes: Ein Sonnenuntergang erzeugt ein warmes, sanftes Licht, wohingegen ein dämmriger Wintermorgen mit Nebel eine mystische Atmosphäre schafft. Generell kann mit dem Licht viel gespielt und ausprobiert werden: Standardmäßig möchte der Fotograf immer die Sonne hinter sich haben, aber auch mit Gegenlicht lassen sich tolle Bilder kreieren. Wolken wirken wie ein natürlicher Lichtdiffusor, der das Licht weicher erscheinen lässt. Vermeiden sollte man generell das Licht um die Mittagszeit – insbesondere an Sommertagen. Durch die direkte Sonneneinstrahlung entstehen harte Schatten und die Konturen verschwinden.

Für das gewisse Extra eines Bildes eignet sich neben dem Hintergrund und dem Hauptmotiv eine dritte Ebene: der Vordergrund. Für diesen setzt man einen Ast, einen Grashalm oder einen Stein unscharf in den Vordergrund. Dadurch wird Tiefe und eine besondere Dreidimensionalität erreicht. „Indem man beispielsweise eine Farbe des Hintergrunds durch eine Blume im Vordergrund nochmal aufgreift, wirkt das Bild insgesamt harmonischer und interessanter“, so Christiane Slawik.

DIE FARBEN

Ein gutes Bild hat viel mit der Farbgestaltung zu tun: Aufeinander abgestimmte Farben erzeugen Harmonie. Aus diesem Grund sollten sich nicht nur Maler, sondern auch Künstler hinter der Kamera – also Fotografen – mit der Farbenlehre und der unterschiedlichen Wirkung von Farben auskennen. Christiane Slawik erklärt, worauf es ankommt: „Durch ihre Fellfarbe bringen Pferde bereits die wichtigste Farbe mit. Auf diese sollte der Hintergrund und die Ausrüstung abgestimmt werden. Komplementärfarben steigern beispielsweise den Kontrast – Komplementärfarben sind Lila und Gelb, Rot und Grün, Blau und Orange. Relativ ähnliche Farben, wie beispielsweise Rot und Orange, haben einen geringeren Kontrast und wirken daher harmonisch nebeneinander. Ebenso kann man sich an der Farbtemperatur orientieren: Farben wirken am besten, wenn man sie mit Farben derselben Temperatur kombiniert. Also kalte Farben wie Blau, Grün und Cyan oder warme Farbe wie Rot, Gelb und Orange miteinander. Außerdem haben Farben eine bestimmte Wirkung und vermitteln bestimmte Emotionen, so Christiane Slawik: „Rot und Orange vermitteln beispielsweise Dynamik, während Gelb sehr frisch wirkt, und Blau mit Leistung oder Vertrauen in Verbindung gebracht wird.“

DIE IDEALE PHASE

Illustrationen: Designed by Freepik (1)/ vectorpocket (1)/ Kstudio (1)

In der Bewegung erreichen Pferde oft hohe Geschwindigkeiten. Das bedeutet für den Fotografen: Schnell sein. Allerdings ist das längst nicht alles, da der perfekte Moment ausschlaggebend ist. Dieser beträgt nur wenige Millisekunden, daher empfiehlt sich die Serienaufnahme bei Bildern in Bewegung: Dabei werden viele Bilder schnell hintereinander gemacht, sodass Sie garantiert die richtige Phase erwischen.

Beim Springen sieht der Moment über dem Sprung, also wenn das Pferd in perfekter Bascule über das Hindernis schwebt, am besten aus. „Beim Springen sehen generell die Bilder gut aus, bei denen es nach oben geht: Vom kraftvollen Absprung bis zu dem perfekten Moment über dem Sprung. Wohingegen die Landung auf nahezu keinem Foto wirklich gut aussieht“, erklärt Christiane Slawik. Das klassische Sprungbild wird von vorne, schräg von der Seite aufgenommen. Ein Tipp aus Christiane Slawiks Trickkiste: „Damit ein Sprung höher aussieht, wählt man eine möglichst tiefe Perspektive. Dafür legt man sich außerhalb der Linienführung des Reiters auf den Boden und wählt einen Ausschnitt, bei dem die Sprungständer weggelassen werden. Dann sieht ein Sprung viel höher und imposanter aus, als er eigentlich war.“

Auch bei der Dressurarbeit ist die richtige Phase entscheidend, da das Pferd ansonsten schnell vorhandlastig aussieht. Im Schritt eignet sich am besten der Moment, in dem lediglich ein Vorderbein – möglichst gestreckt – nach vorne geht und die anderen Hufe am Boden sind. Im Trab ist der perfekte Moment entweder die Schwebephase oder die Phase in der zwei Beine am Boden und zwei in der Luft sind–wobei das Vorderbein möglichst gestreckt sein sollte. Im Galopp sieht beispielsweise die Schwebephase sehr dynamisch und kraftvoll aus. Ärgern Sie sich nicht, wenn Sie einige Versuche brauchen, um die richtige Phase zu erwischen – Übung macht den Meister.

DIE PERSPEKTIVE

Grundsätzlich sollte man Pferde etwa auf Brusthöhe fotografieren: Dadurch wirken die Proportionen stimmig und das Bild sieht harmonisch aus. Wählt man dagegen eine tiefere Perspektive, wirkt das Pferd erhaben und kraftvoll. Von oben fotografiert, wirkt das Pferd hingegen gestaucht und unproportioniert. Eine Ausnahme sind dabei Fotos aus der Vogelperspektive etwa mit einer Drohne.

Für ein außergewöhnliches Bild sollten Sie sich auch nicht davor scheuen, sich mal etwas dreckig zu machen und beispielsweise auf den Boden zu legen. Für das unten stehende Bild wurde die Perspektive grundlegend verändert: Die Fotografin Christiane Slawik fotografierte von schräg unten, aus der Froschperspektive.

Kreative Blickwinkel können zu herausragenden Bildern führen. Probieren Sie es einfach mal aus: Begeben Sie sich an einem Sonntagnachmittag auf die Wiese zu den Pferden und testen Sie unterschiedliche Blickwinkel aus. Dafür brauchen Sie lediglich ein paar glücklich grasende Pferd.

LEARNING BY DOING

Zum Thema Fotografie gibt eine Vielzahl toller Fachbücher und Tutorials im Internet. Am besten lernt man Fotografieren jedoch durch die Praxis: Christiane Slawik bietet verschiedene Fotokurse und -reisen an. Dabei zeichnet sich jede Veranstaltung durch besondere Motive und Pferde aus und vermittelt außergewöhnliche Lerninhalte. Die aktuellen Termine finden Sie immer auf der Homepage:
www.slawik.com


Fotos: slawik.com