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PFLANZENANBAU IN MISCHKULTUR: Auf gute Nachbarschaft!


Ratgeber Frau und Familie Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 28.02.2020

Der traditionelle Bauerngarten macht es vor: Hier wächst knackiges Gemüse neben duftenden Kräutern, dazwischen blühen Blumen - so funktioniert die Mischkultur


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Bildquelle: Ratgeber Frau und Familie Magazin, Ausgabe 3/2020

K lein und groß, dick und dünn, zart und kräftig in Eintracht vereint? Das funktioniert! Man würde wohl nicht gleich auf den ersten Blick richtig vermuten, wer da besonders gut miteinander kann. Sicher ist, auf das Aussehen kommt es dabei nicht an. Viel mehr auf das Ausprobieren, das Beobachten und Erfahrungensammeln. Das Wissen um die Vorteile der Mischkultur reicht Jahrhunderte zurück, bis in die alten Klostergärten. Schon dort war es üblich, ...

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K lein und groß, dick und dünn, zart und kräftig in Eintracht vereint? Das funktioniert! Man würde wohl nicht gleich auf den ersten Blick richtig vermuten, wer da besonders gut miteinander kann. Sicher ist, auf das Aussehen kommt es dabei nicht an. Viel mehr auf das Ausprobieren, das Beobachten und Erfahrungensammeln. Das Wissen um die Vorteile der Mischkultur reicht Jahrhunderte zurück, bis in die alten Klostergärten. Schon dort war es üblich, Gemüse, Kräuter und Blumen gemischt zu pflanzen - das aber keineswegs zufällig. Aus dieser langen Erfahrung wusste man, welche Pflanzen einander guttun. Jetzt ist noch genügend Zeit, um die Mischkultur für dieses Jahr zu planen, dann wird die Ernte sicher toll.

Guter, gesunder Boden

Bodenmüdigkeit entsteht, wenn an einer Stelle jahrelang die gleiche Kultur angebaut wird. Überall da, wo mehrere Arten miteinander wachsen dürfen, ist die Gefahr gebannt. Bis zu einem Drittel der Nährstoffe werden durch Regen und Gießwasser in tiefere Schichten ausgewaschen. Bei nachbarschaftlichen Pflanzen mit verschiedenen Wurzeltiefen findet aber das gesamte Nährstoffangebot im Boden Verwendung und so ergänzen sich Tiefwurzler und Flachwurzler manchmal prächtig. Ein Beispiel dafür sind Möhren und Salate. Wegen der unterschiedlichen Wuchsform der Wurzeln stören die langen Möhrenwurzeln und die flachen Wurzeln des Salats einander nicht bei der Nahrungsaufnahme. Die großen Blätter des Salats spenden außerdem Schatten, sodass die Erde an der Oberfläche nicht sofort austrocknet. Der Möhren-Aussaat steht so mehr Feuchtigkeit zur Verfügung. Andere Flachwurzler unter den Gemüsen sind zum Beispiel Gurken und Radieschen, Tiefwurzler etwa Hülsenfrüchte und Tomaten. Gut geplante Mischkultur vermeidet unbedeckten Boden, wo immer es geht. Eine Mulchdecke aus Rasenschnitt hält den Boden feucht, gut durchlüftet und verhindert sein Austrocknen eine Rissbildung.

Mit allen Tricks arbeiten

Es gibt Pflanzen, die sich im Wachstum fördern, zum Beispiel Kamille und Porree, Dill und Erbsen oder Erdbeeren und Knoblauch, während andere in Nachbarschaft Wachstumshemmungen zeigen wie zum Beispiel Salat und Petersilie, Tomaten und Erbsen oder Schnittlauch und Porree.

Pflanzen in Mischkultur fallen seltener Schädlingen oder Krankheiten zum Opfer. Ein Beispiel dafür sind Kohl, Tomaten und Sellerie, sie passen bestens zusammen. Kohl wirkt bei Tomaten gegen die Blattfleckenkrankheit und bei Sellerie gegen Rost, Tomaten schützen Kohl vor Kohlweißlingen und Knoblauch schützt benachbarte Tomaten, Gurken und Möhren vor verschiedenen Pilzkrankheiten. Es gibt sogar Kombinationen, die mittels Duftstoffen Schädlinge vertreiben. Zwiebeln und Lauch neben Möhren gefällt zum Beispiel der Möhrenfliege überhaupt nicht. Bohnenkraut schützt vor Läusen und Salat vermindert den Befall von Erdflöhen an Radieschen.

Abwehren und ablenken

Abwehrpflanzen produzieren besondere Wurzelausscheidungen, die im Boden lebende Schädlinge vertreiben. Man kann sie in Gruppen zwischen gefährdete Pflanzen säen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Ringelblume, die Nematoden und Drahtwürmer von Kartoffeln, Kohl, Möhren, Sellerie und Zwiebeln fernhält. Drahtwürmer sind die Larven der Schnellkäfer. Sie ernähren sich zunächst von toten Pflanzenteilen, im weiteren Verlauf zunehmend auch von lebendigen Pflanzen. Eine gute Ablenkungspflanze im Gemüsebeet ist die Kapuzinerkresse. Sie zieht Kohlweißlings-Raupen, Blattläuse und andere Schädlinge auf sich und hält sie so vom benachbarten Gemüse fern.

So pflanzen Sie richtig

Wie die Mischkultur gepflanzt wird, ist Geschmackssache. Es kann innerhalb einer Gemüsereihe abgewechselt werden oder man wechselt die Gemüseart mit jeder Reihe. Pflanzen aus einer Familie bleiben dabei besser immer getrennt. Sie locken meist dieselben Schädlinge an und sind empfindlich gegen bestimmte Krankheitserreger.

Und so könnte ein Gartenbeet übers Jahr gesunde Ernte liefern: Im Frühling wird in der Mitte des Beetes eine Reihe Kohlpflanzen gesetzt, zum Beispiel Blumenkohl, seitlich davon je eine Reihe mit Radieschen, Kopfsalat und Kohlrabi. Nachdem die Radieschen geerntet sind, hat der Salat ausreichend Platz, und sobald dieser vom Beet ist, kann sich der Blumenkohl weiter ausbreiten. In den Zwischenräumen kann man späte Kulturen pflanzen, zum Beispiel Wintersalat oder Spinat. Ein häufiger Fehler in der Mischkultur ist der zu enge Stand der Pflanzen. Achten Sie deshalb schon bei der Pflanzung darauf, welche Größe die einzelnen Kulturen erreichen können, wenn es sich nicht um Zwischenkulturen handelt, die bereits geerntet sind, bevor die Hauptkultur wirklich groß wird.

Der borretsch ist eine traditionelle bauerngartenpflanze


kapuzinerkresse leuchtet zwischen den kohlreihen


ein buntes Miteinander gelingt auch im hochbeet


ringelblumen halten nematoden fern


Viele Pflanzen kann man jetzt schon vorziehen


Gute Nachbarn

Diese Pflanzen passen zusammen Buschbohnen - Rote Rüben - Bohnenkraut Gurken - Dill Möhren - Lauch und Zwiebeln - Majoran Kohl - Tomaten - Sellerie Knoblauch - Tomaten - Gurken Salat - Radieschen - Kohlrabi Sellerie - Lauch - Tomaten Tomaten - Sellerie

Schlechte Nachbarn

nähe vermeiden! Bohnen - Zwiebeln Erbsen - Bohnen Schnittlauch - Porree Mangold - Rote Rüben Knoblauch - Brokkoli und Blumenkohl Kohl - Zwiebeln Salat - Petersilie Tomaten - Erbsen

ringelblumen vertragen sich mit allen Gemüsearten und fördern deren Wachstum


klatschmohn leuchtet hier neben etagenzwiebeln


kartoffeln, Mangold, salate, iris, taglilien und noch viel mehr!


Geheimtipp Fruchtwechsel

Wer es ganz professionell angehen möchte, nimmt sich den Fruchtwechsel, den schon unsere Urgroßeltern praktizierten, als Vorbild. Dabei kommt es darauf an, welche Pflanzen zusammengesetzt werden und welche im nächsten Jahr im selben Beet folgen dürfen. Der Fruchtwechsel minimiert den Befall von Schädlingen und Krankheiten und nützt die Nährstoffe im Boden optimal.

Und so wird’s gemacht:
Im Herbst den Boden gut mit Kompost düngen und im folgenden Frühjahr starkzehrende Gemüse (das heißt, sie brauchen viel Nährstoffe) pflanzen, zum Beispiel Tomaten, Paprika und Auberginen, Kohl, Kraut, Blumenkohl, Kohlrabi, Gurken und Salate. Im nächsten Frühjahr werden auf dem Beet ohne weitere Düngung Mittelzehrer (Spinat, Möhren, Rüben) und im Jahr darauf Schwachzehrer (Bohnen, Erbsen) gepflanzt. Im Herbst darauf wird dann reichlich mit Kompost gedüngt und im nächsten Frühjahr beginnt man wieder von vorne mit den Starkzehrern unter den Gemüsepflanzen.

holzwolle hält schnecken von den kartoffeln fern