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Pflanzenschutzmittel in Baumschulen: Verbesserung der Verfügbarkeit


Deutsche Baumschule - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 11.10.2019

Das Verbundvorhaben Lückenindikationen soll die Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln in Sonderkulturen, unter anderem in Baumschulen, verbessern. Das Ziel ist, neue Verfahrenswege zu erarbeiten, um Pflanzenschutzmittel für Gartenbau und Landwirtschaft verfügbar zu machen und die Arbeit der Bund-Länder-Arbeitsgruppe Lückenindikationen (BLAG-LÜCK) maßgeblich zu unterstützen und zu ergänzen, ohne diese zu ersetzen.


Artikelbild für den Artikel "Pflanzenschutzmittel in Baumschulen: Verbesserung der Verfügbarkeit" aus der Ausgabe 10/2019 von Deutsche Baumschule. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Deutsche Baumschule, Ausgabe 10/2019

Grünstreifige Kartoffellaus (Macrosiphum euphorbiae) an Rose, oben links eine Detailansicht.


Sonderkulturen werden in Deutschland auf einem geringen Anteil an der gesamten landwirtschaftlichen ...

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... Fläche angebaut; zu ihnen gehört eine große Anzahl unterschiedlicher Kulturen, unter anderem Zierpflanzen- und Baumschulkulturen, die von verschiedenen Schad-erregern befallen werden. Für eine gute und nachhaltige Bekämpfung sind ausreichend viele Pflanzenschutzmittel gegen die jeweiligen Schaderreger notwendig.

Aus Gründen des Resistenzmanagements sollten gegen einen Schad erreger Pflanzenschutzmittel aus mindestens drei verschiedenen Wirkstoffgruppen verfügbar sein. Damit ein Pflanzenschutzmittel zugelassen werden kann, muss neben der Wirksamkeit der Mittel auf die spezifischen Schad-erreger auch die Verträglichkeit in den Arten und Sorten der Kulturpflanzen geprüft werden.

Diese Versuche sind sehr zeitund kostenintensiv. Die Wirtschaftlichkeit einer Zulassung in diesen Kulturen ist damit für die Industrie in den meisten Fällen nicht gegeben. Hieraus ergibt sich ein erhebliches Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit von Landwirtschaft und Gartenbau in Deutschland. Aus diesen Gründen sind die Lückenindikationen in den Sonderkulturen seit vielen Jahren eine zentrale Herausforderung für die Erzeuger.

Verbundvorhaben Lückenindikationen

Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe Lückenindikationen (BLAGLÜCK) erarbeitet seit Jahren in Kooperation mit den Bundesbehörden, der Industrie und den Verbänden Daten zur Schließung von Lückenindikationen. Diese Aktivitäten reichten jedoch nicht aus, um die Vielzahl an Indikationslücken schließen zu können.

Deshalb haben der Zentralverband Gartenbau (ZVG) und der Deutsche Bauernverband (DBV) im Jahr 2013 ein gemeinsames Verbundvorhaben Lückenindikationen auf den Weg gebracht. Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) und läuft in seiner jetzigen Form bis Mitte 2020.

Neben der finanziellen Förderung des Bundes sind Eigenfinanzbeiträge des Berufsstands in dem Verbundvorhaben eine wichtige Säule. Die Hauptfinanziers sind die Anbauer über die Verbände des Gemüsebaus und des Obstbaus, mit kleineren Beträgen beteiligen sich die Verbände des Zierpflanzenbaus, der Baumschulen, des Hopfen- und des Ackerbaus.

Ein Teilprojekt dieses Verbundvorhabens mit dem Schwerpunkt „Recherche“ ist an der Landwirt-schaftskammer Nordrhein-Westfalen angesiedelt.

Rost an Buxus (Puccinia buxi)


Gemeine Kommaschildlaus (Lepidosaphes ulmi)


Eingeschleppt: Amerikanische Rosenlaus (Rhodobium porosum)


Das Verfahren der Recherche

In dem Verbundvorhaben werden konkrete Indikationslücken beziehungsweise aktuelle Probleme aus der Praxis aufgegriffen, für die Recherchen in verschiedenen EU-Landesdatenbanken durchgeführt werden. Dabei wird nach Pflanzenschutzmitteln gesucht, die in anderen Ländern, nicht aber in Deutschland in diesen Indikationslücken zugelassen sind.

In Zusammenarbeit mit dem UAG Lück Zierpflanzen/Gehölze wird geprüft, ob die Wirkstoffe in Deutschland eine Möglichkeit auf Zulassung haben und für den deutschen Gartenbau interessant sind. Ist das der Fall, wird vom Verbundvorhaben Kontakt mit der jeweiligen Firma aufgenommen und abgeklärt, ob die Firma eine Zulassung unterstützen würde und ob Wirksamkeits-bzw. Verträglichkeitsdaten für relevante Kulturen des Zierpflanzenbaus bzw. der Baumschulen vorliegen.

Besteht für das Pflanzenschutzmittel eine Grundzulassung in Deutschland, kann mit Zustimmung der Firma ein Antrag auf Zulassungserweiterung nach Artikel 51 der EG-Verordnung 1107/2009 (Ausweitung des Geltungsbereichs von Zulassungen auf geringfügige Verwendungen) in den Kulturen des Zierpflanzenbaus bzw. für Baumschulkulturen gestellt werden.

Existiert keine Grundzulassung in Deutschland, wird mit der Firma, die die Zulassung in dem anderen EU-Land innehat, über die Möglichkeit einer Antragstellung einer gegenseitigen Anerkennung (Art. 40 der EG-Verordnung 1107/2009) bzw. einer regulären Grundzulassung diskutiert.

Einzelbetriebliche Genehmigungen

Ein weiterer Schwerpunkt in diesem Verbundvorhaben ist die Sichtung der in den unterschiedlichen Bundesländern verfügbaren einzelbetrieblichen Genehmigungen nach § 22 (2) PflSchG im Zierpflanzenbau und in Baumschulen.
Ziel ist es, geeignete Indikationen von grundlegender Bedeutung für eine Überführung in bundesweite Zulassungen nach Art. 51 VO (EG) 1107/2009 zu identifizieren.

Basis ist die beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) verfügbare Liste über Genehmigungen nach § 22 (2) in den einzelnen Bundesländern. Aufgrund der Recherche und der Sichtung der Genehmigungen nach § 22 (2) PflSchG konnten bisher zahlreiche Anträge auf Zulassungserweiterung nach Artikel 51 VO (EG) 1107/2009 für den Zierpflanzenbau beziehungsweise die Baumschulen gestellt werden. Weitere Anträge sind in Bearbeitung.

Leider wird es trotz der hohen Anzahl gestellter Anträge nicht so schnell zu einer Entspannung im Bereich der Lückenindikationen kommen. Zukünftig werden verstärkt Wirkstoffe auf EU-Ebene nicht mehr erneut zugelassen. Dazu kommen steigende Anforderungen an die Umweltverträglichkeit der Mittel und an den Gesund-heitsschutz (Anwender, Arbeiter und unbeteiligten Dritte).

Auch biologische PSM im Test

Aus diesem Grund stehen neben rein chemischen Pflanzenschutzmitteln auch neue biologische Präparate im Fokus der Recherche. Einige biologische Präparate, die bereits in anderen EU-Ländern zugelassen sind, wurden daher in die Versuchsprogramme der Unterarbeitsgruppen aufgenommen, um die Wirkung und die Verträglichkeit zu testen.

Das Verbundvorhaben leistet einen nicht unerheblichen Beitrag zur Schließung von Lückenindikationen. Dieses Projekt wäre jedoch nicht möglich ohne die Unterstützung des Berufsstands über die Verbände.

Elisabeth Götte; LWK NRW, Pflanzenschutz im Zierpflanzenbau / Baumschule Dr. Maria Hamacher, ZVG, Verbundvorhaben