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Pflanzliche Schutzschirme


Lavendelo - epaper ⋅ Ausgabe 19/2021 vom 15.06.2021

Pflanzen

Artikelbild für den Artikel "Pflanzliche Schutzschirme" aus der Ausgabe 19/2021 von Lavendelo. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Lavendelo, Ausgabe 19/2021

In der Prävention viraler Infekte sind zwei Ebenen gleichermaßen wichtig: An erster Stelle steht die Stärkung körpereigener Barrieren, also der Schutz der Eintrittspforten in unseren Körper. Dazu zählen die Schleimhäute von Nase, Mund und Rachen, der Säureschutzmantel des Magens und die Darmbarriere. An zweiter Stelle kommen Pflanzen symptomatisch zum Einsatz, etwa um bei Bronchitis den Schleim zu lösen oder das Abhusten zu erleichtern. Beide Aspekte wurden bei meiner Pflanzenauswahl berücksichtigt. Entscheidend waren für mich zusätzlich wissenschaftliche Ergebnisse in Bezug auf die aktuelle Pandemie sowie persönliche Erfahrungen.

1 Nasenspray mit Iota-Carragelose aus Rotalgen

lota-Carragelose ist ein Wirkstoff aus Rotalgen. Als Nasenspray bildet er einen Schutzfilm auf der Nasenschleimhaut, der eindringende Viren umschließen, inaktivieren und davon abhalten soll, Zellen zu infizieren. Das ...

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... Polymer Carragelose umhüllt Viren durch eine elektrostatische Wechselwirkung und neutralisiert sie dabei. Daher wirkt sie auf unterschiedlichste Viren und Virusmutationen.

An der Virologie Erlangen konnte in vitro eine Inaktivierung von SarsCoV-2 Coronaviren nachgewiesen werden. Drei weitere Studien zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von Carragelose-Nasenspray, -Inhalationslösung und -Lutschpastillen in Bezug auf die Vorbeugung und Therapie von SARS-CoV- 2-Infektionen sind angelaufen. Eine deutliche Risikoreduktion wird vermutet.

2 Fruchtfleischöl aus Sanddorn:

Schleimhautschutz für Mund, Hals und Magen

In der Aromatherapie hat sich Sanddornöl zum Schutz der Schleimhäute bewährt. Die „Zitrone des Nordens“, botanisch Hippophae rhamnoides, ist ein sommergrüner, bei uns heimischer und bis zu 6m hoher Strauch aus der Familie der Ölweidengewächse. Die leuchtend orangeroten Früchte enthalten sehr viel Vitamin C.

Das größtenteils aus gesättigten und ungesättigten Fettsäu- ren bestehende Öl hat eine satte orange Farbe, ist stark färbend und riecht fruchtig. Es enthält viel Provitamin A und Vitamin E sowie Flavonoide. Die Wirkung ist antioxidativ, entzündungshemmend, Haut regenerierend, die Elastizität der Haut fördernd. Es pflegt und stärkt die Barriere von Haut und Schleimhäuten.

Tipp: 

 Öl-Honig-Schutzschirm für Mund, Hals und Magen Zur Regeneration der Schleimhäute morgens 1 Tropfen Bio-Sanddornfruchtfleischöl auf 1 TL Wildlavendelhonig im Mund einspeicheln und schlucken.

3 Apfelbeere: Pflanzlicher Schutzschirm gegen Viren

Der sommergrüne Strauch der Apfelbeere (Aronia melanocarpa) zählt zur Familie der Rosengewächse. Die erbsengroßen, schwarzen, mit einer wachsartigen Schicht überzogenen essbaren Scheinfrüchte schmecken süß-säuerlich herb und erinnern ein wenig an Heidelbeere. Der dunkelrote, stark färbende Aroniasaft enthält zahlreiche Gerbstoffe, Flavonoide, Folsäure, Vitamin A, B2, C und K. Aktuelle wissenschaftliche Studien belegen eine deutlich hemmende Wirkung auf alle bekannten Grippeviren (Influenzaviren) und auf Coronaviren inkl. SARS-CoV-2, den Erreger der aktuellen Pandemie. In dieser Hinsicht hatte der Aroniasaft im Vergleich zu den Säften aus Holunderbeeren und Granatapfel und auch im Vergleich zu Grüntee deutlich die Nase vorn.

Tipp: Gurgeln mit Aroniasaft als Schleimhautschutz: 

Zweimal täglich (vormittags und abends) ein Schnapsgläschen Bio-Aroniasaft schluckweise einnehmen, kräftig im Mund bewegen und gurgeln, anschließend schlucken. Durch die zusammenziehende (adstringierende) Wirkung der Gerbstoffe sollte sich der Rachenraum danach ein wenig pelzig anfühlen. Das Gurgeln von Aroniasaft ist ein hervorragender Schutzschirm für unsere Schleimhäute. Die Viruslast in Hals und Rachen wird stark gehemmt. Wer einen Mangel an Magensäure hat oder Säurehemmer einnehmen muss, profitiert in besonderem Maße von diesem kleinen Ritual.

4 Myrrhe: Mundwasser für Hals und Rachen

Arzneipflanze des Jahres 2021 ist die Echte Myrrhe (Camminphora myrrha), ein laubabwerfender, dorniger, baumähnlicher Strauch aus der Familie der Balsambaumgewächse. Der Geruch des aromatischen Gummiharzes ist balsamisch, süßlich, würzig, der Geschmack bitter, die Farbe rotgelb bis rotbraun. Wichtige Inhaltsstoffe sind im ätherischen Öl enthalten. Sie wirken desinfizierend, zusammenziehend, entzündungshemmend, granulationsfördernd und antimikrobiell. Myrrhentinktur findet vor allem zur Pflege des Mund- und Rachenraums seine Anwendung. Zudem ist Myrrhe Bestandteil pflanzlicher Arzneimittel zur Stärkung der Darmbarriere bei Reizdarm. Auch Mundsprays mit Myrrhe sind erhältlich.

Tipp: Mundpflege mit Myrrhentinktur: 2-3 mal täglich 5-10 Tropfen Myrrhentinktur in ein Glas Wasser geben. Den Mund damit spülen und kräftig gurgeln. Anschließend ausspucken.

5 Ravintsara: Ein Favorit in der Erkältungszeit

Kampfer (Cinnamomum camphora) ist ein immergrüner Baum mit bis zu 30 m Höhe. Das ätherische Ravintsara-Öl wird durch Wasserdampfdestillation der grünen Blätter gewonnen. Es riecht leicht kampferartig mit einer Eukalyptus- Note und hat einen hohen Gehalt an Monoterpenen. In der Aromatherapie gilt es als wichtiges ätherisches Öl bei Erkältungen und Grippe. Es wirkt entzündungshemmend, schleimlösend und antiviral. Zu COVID-19 gibt es leider noch keine Studien.

Tipp: Ravintsara-Dusche in der Erkältungszeit Vor dem Duschen 1 TL Bio-Jojobaöl in die Handfläche kippen, 2 Tropfen ätherisches Ravintsaraöl dazugeben, mischen, den Oberkörper damit einreiben, ebenso beide Ellenbeugen. Durch das Duschen wird das ätherische Öl freigesetzt, eingeatmet, aber auch über die Haut aufgenommen.

6 Erkältungsbad mit Blauem Eukalyptus

Der 30-35 m hohe Blaue Eukalyptus (Eukalyptus globulus) zählt zur Familie der Myrtengewächse. Das ätherische Öl wird durch Wasserdampfdestillation der Blätter gewonnen. Der Geruch ist kräftig, kampferartig mit einem holzigen Unterton. Hauptinhaltsstoff ist das 1,8-Cineol, auch Eukalyptol genannt, das mit bis zu 78 % Duft und Wirkung prägt. Eukalyptusöl wirkt bei einer Erkältung entzündungshemmend, schleimlösend und antiviral. 2020 deutete eine auf Computermodellen basierende Studie auf eine mögliche Hemmung von SARS- CoV-2 hin. Eine weitere Veröffentlichung beschreibt die symptomatische Wirkung bei mildem Verlauf von COVID-19 (Valussi et al. 2021). Klinische Studien fehlen bislang.

7 „Teatime“ mit Ingwer

Ein besonderer Freund in der kalten Jahreszeit ist der Wurzelstock des Ingwers (Zingiber officinale), sowohl als Gewürz, als morgendliches Ingwerwasser oder als wärmender Tee. Ingwer ist eine ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Ingwergewächse. Eine wichtige Rolle spielen ätherische Öle und Scharfstoffe. Ingwer beruhigt den Magen bei Übelkeit, wirkt anregend auf die Bildung von Speichel und Magensäure sowie den Gallenfluss. Ingwer fördert so ein gesundes Milieu in unserem Darm. Er wirkt entzündungshemmend und leicht krampflösend auf die Verdauung. Der Einsatz in der Prävention von Erkältungen basiert auf Erfahrung, wissenschaftliche Studien hierzu fehlen.

Tipp: Ingwertee mit Zitrone und Thymianhonig 1 cm einer gewaschenen Bio-Ingwerknolle reiben. Mit kochendem Wasser aufgießen, den Saft einer halben Bio-Zitrone zugeben und mit 1 TL Thymianhonig süßen. Der Tee wirkt wärmend und mobilisiert Abwehrkräfte.

8 Knoblauch

Die Arznei- und Gewürzpflanze Knoblauch (Allium sativum) ist eine ausdauernde, krautige Pflanze mit einer Höhe von 30-90 cm. Das „Lauchöl“ mit Allicin, das beim Zerkleinern bzw. Zerkauen freigesetzt wird und den charakteristischen Geschmack ausmacht, ist mitbestimmend für die Wirksamkeit. In der Erfahrungsheilkunde kommt Knoblauch in der Prävention von Erkältungskrankheiten zum Einsatz. Zusätzlich ist die Wirkung auf Blut und Blutgefäße hochinteressant. Empfehlenswert ist ein konsequenter Einbau in den Ernährungsplan.

9+10 Senföle: Meerrettich und Kapuzinerkresse stark gegen Viren

Die antiinfektive Wirkung von Senfölen ist bereits seit den 1950ern bekannt und mittlerweile in zahlreichen Studien wissenschaftlich nachgewiesen. Sie sind potente pflanzliche Helfer bei Infektionen mit Erkältungs- bzw. mit Influenzaviren. Gerade sie zählen im Hinblick auf COVID-19 zu den „heißen Anwärtern“ unter unseren pflanzlichen Verbündeten. Wie bei den meisten anderen Pflanzen fehlen hier leider aktuell noch wissenschaftliche Studien. Wegen seiner entzündungshemmenden, antibakteriellen und antiviralen Eigenschaften wurde Meerrettich 2021 zur Heilpflanze des Jahres gekürt, die Kapuzinerkresse war bereits 2013 Arzneipflanze des Jahres.

Der Kreuzblütler Meerrettich (Armoracia rusticana), ursprünglich aus Ost- und Südeuropa, und die amerikanische Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) sind innerhalb der Ordnung der Kreuzblütlerartigen weitläufig miteinander verwandt.

Die kletternd bis kriechend, meist einjährige, krautige Kapuzinerkresse bildet leuchtend gelb-orange-rote Blüten, die in ihrer Form Kapuzen von Mönchskutten ähneln. 

Meerrettichwurzel wird bei uns traditionell als Gemüse, als Gewürz und auch als Arzneimittel verwendet. Senföle wirken antimikrobiell, entzündungshemmend und durchblutungsfördernd. Die innerliche und äußerliche Anwendung bei Katarrhen der Luftwege ist wissenschaftlich anerkannt. Besonders zuverlässig wirkt die Kombination beider Pflanzen in Form von Tabletten.

Die Rezepte zu ätherischen Ölen sind für Erwachsene dosiert. Schwangere, Asthmatiker und Menschen mit Vorerkrankungen halten vor einer Anwendung Rücksprache mit einem ausgebildeten Aromatherapeuten.

DR. ELKE PUCHTLER

Biologin und Heilpraktikerin „Es war keine leichte Entscheidung, sich auf 10 Pflanzen zu beschränken!“ www.elke-puchtler.de

TOBIAS NIEDENTHAL 

Forschergruppe Klostermedizin (Würzburg) www.klostermedizin.de