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pflege: Essen Sie sich jünger!


Vital - epaper ⋅ Ausgabe 7/2019 vom 12.06.2019

Ja, es stimmt wirklich: Über unsere Ernährung können wir Fältchen hinauszögern, Pigmentflecken vorbeugen unddie Haut strahlen lassen. Lebensmittel, die sich dafür besonders eignen, Cremes, die sie unterstützen – und was unsere Intuition damit zu tun hat


Artikelbild für den Artikel "pflege: Essen Sie sich jünger!" aus der Ausgabe 7/2019 von Vital. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Vital, Ausgabe 7/2019

Nachhilfe von innen
Nahrungsergänzung für unsere Haut, Haare und Nägel

NEUE ENERGIE
Biotin fördert das Zellwachstum – Vitamin E schützt.

„Orthomol Beauty“ von Orthomol, 30 Trinkfläschchen ca. 95 Euro

MULTITALENT
Fermente für glatte Haut und gesundes Abnehmen.

„Regulatpro Slim Beauty“ von Dr. Niedermaier, 540 g ca. 60 Euro

KRAFTBÜNDEL
Unterstützt den ...

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KRAFTBÜNDEL
Unterstützt den Energiestoffwechsel mit Niacin.

„H³ Komplex“ von Dermasence, 90 Tabletten ca. 25 Euro

BODENSCHATZ
Versorgt Haut, Haare und Nägel mit Mineralien aus Heilerde.

„Silastin Plus“ von Luvos, 30 Kapseln ca. 9 Euro

INNERE STÄRKE
Erhält die Spannkraft mit Kollagen.

„Kollagen Beauty“ von Doppelherz system, 30 Trinkfläschchen ca. 50 Euro

Die meisten von uns wissen, was ihrer Haut schadet: Alkohol und Nikotin. Denn zu viel Alkohol schwächt das Bindegewebe, sodass feine Äderchen entstehen und der Teint schwammig wirkt. Nikotin reduziert die Sauerstoffversorgung und die Kollagenbildung, wodurch sich schneller Fältchen bilden. Weit weniger bekannt ist, welche Lebensmittel die Haut gezielt zum Strahlen bringen: Wirsingkohl zum Beispiel, dessen Antioxidantien Mikro-Entzündungen und somit frühen Linien vorbeugen – 100 Gramm enthalten so viel Vitamin E wie knapp 440 Gramm Eisbergsalat. Einen ähnlichen Effekt haben Beeren (leckere Rezepte finden Sie ab S. 98): Ein Glas Holunderbeerensaft enthält das Schutzpotenzial von 14 Gläsern Traubensaft und 55 Gläsern Apfelsaft. Die vor allem in gekochten Karotten und Tomatenmark verfügbaren Karotinoide bilden nach etwa sieben Wochen einen körpereigenen Lichtschutzfaktor vier – der ersetzt zwar nicht den UV-Filter im Sommer, schafft aber einen Basisschutz für die übrige Zeit, in denen die Sonne ebenfalls Spuren in unserer Haut hinterlässt. In Erdnüssen oder Pfifferlingen steckt Niacinamid, das Ceramide – die Bausteine der obersten Hautschicht – bildet und Feuchtigkeit in der Haut bewahrt. Chiasamen liefern Zink, das Rötungen und kleine Wunden schneller abklingen lässt. In Makrele, Leinsamen und Walnüssen enthaltene Omega-3-Fettsäuren sind Teil der Zellwände, die stabilisieren. Und – eine gute Nachricht – in kleinen Mengen kann sogar Rotwein mit den sekundären Pflanzenstoffen der Traube die Hautalterung hinauszögern – mehr als ein halbes Glas am Tag sollte es jedoch nicht sein.

Vitamine & Co.: ihre Wege in unsere Haut

Haben wir die wertvollen Nährstoffe mit dem Essen aufgenommen, gelangen sie von unserem Magen auf verschiedenen Routen in unsere Haut: Während das wasserlösliche Vitamin C im Dünndarm mithilfe bestimmter Transportmoleküle dem Blut zugeführt wird und so quasi von innen nach außen wächst (siehe Illustration S. 92), geraten fettlösliche Substanzen wie Vitamin E oder Betacarotin zunächst in Form von Schweiß und Talg auf die Haut und ziehen dann ein. Kosmetikhersteller setzen dagegen häufig auf spezielle Trägerstoffe, die die natürlichen oder im Labor nachgeahmten Substanzen huckepack nehmen und in die Haut tragen: Beliebt sind Pflanzenöle wie Oliven- oder Mandelöl, die einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren besitzen und dem natürlichen Hautfett ähneln. Viele Formeln setzen zudem auf Diffusion – ein physikalischer Prozess, bei dem Nanopartikel durch den natürlichen Ausgleich von Konzentrationsunterschieden in die Haut gelangen

Bei Licht betrachtet: Wie gut geschützt sind meine Zellen wirklich?

Ob und wie gut unsere Haut tatsächlich mit Antioxidantien versorgt ist, lässt sich mittlerweile ganz ohne Blut- oder Gewebeprobe herausfinden: Unterstützt von Professor Dr. Jürgen Lademann, Leiter der Forschungsgruppe Hautphysiologie an der Berliner Charité, entwickelte das Kassler Unternehmen Biozoom einen Hautscanner, bei dem Licht in die Haut gesendet wird und anhand des zurückgestreuten Lichts Rückschlüsse auf den Antioxidantien- Gehalt der Zellen erlaubt – eine Art Fingerabdruck, der den persönlichen Lebensstil widerspiegelt (mehr dazu unter mybiozoom.com).

Vitalstoffe von außen

Pflege mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen

NATURLIEBE
Vitamin E wirkt antioxidativ, Parakresse strafft.

„Ultra Rich Eye-Lifting Fluid“ von Spilanthox Therapy, 15 ml ca. 28 Euro

RUHEPOL
Lindert Rötungen mit zinkhaltigen Chiasamen.

„Distel & Chia Reichhaltige Pflege“ von Dr. Scheller, 50 ml ca. 10 Euro

KLARHEIT
Vitamin E wehrt Umwelteinflüsse ab, grüner Tee reguliert die Talgproduktion.

„Deep Cleansing Maske“, Vandini, 12 ml ca. 3 Euro

JUGENDQUELLE
Verbessert die Hautbarriere und den Feuchtigkeitsgehalt mit Niacinamid.

„Hyaluron 3D Booster“, Eubos, 30 ml ca. 27 Euro

MARKTTAG
Betacarotinhaltiger Spinat-Extrakt schützt, Vitamin C aus der Maquibeere glättet.

„Lift Eye Cream“ von Skin Regimen, 15 ml ca. 52 Euro

Antioxidantien-Gehalt: ein Auf und Ab

Das Ergebnis beeinflussen aber nicht nur unsere Ernährung und Pflegecremes – um gute Werte zu erreichen, sollten wir unseren Körper zum Beispiel auch einem gesunden Maß an Stress aussetzen: Bekannterweise schadet uns zu viel Hektik – neue Untersuchungen zeigen aber, dass auch eine Unterforderung negativ wirken kann. Durch Sport erzielen wir in jedem Fall positive Effekte. Und auch die Jahreszeit spielt eine Rolle: Bei gleichbleibend gesunder Lebensweise wurden im März und April die niedrigsten Carotinoidgehalte nachgewiesen, während sie im Mai und Juni wieder anstiegen – denn kommt das Obst und Gemüse von weit her oder wurde es lange gelagert, sinkt sein Vitamingehalt.

Wer sich nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt fühlt, kann auch zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen, die feinere Haut, kräftigere Haare, Nägel sowie ein besseres Körpergefühl versprechen. Wichtig: Im Überfluss schaden sie unserem Körper – vor der Einnahme sollten Sie deshalb einen Vitamin-Check beim Hausarzt machen lassen.

Ein Blick in die Haut

Die Natur hat vor allem zwei Nährstoffrouten in unsere Haut ausgeklügelt: Das wasserlösliche Vitamin C etwa gelangt mit dem Blut in die feinen Blutgefäße der Dermis, die von innen mit dem sogenannten Endothel ausgekleidet sind – eine Zellschicht, die Nährstoffe an das umliegende Gewebe abgibt. Fettlösliche Substanzen wie Vitamin E dagegen geraten zunächst in Form von Schweiß und Talg auf die Hautoberfläche und ziehen von dort aus ein.


„Wichtig ist vor allem, dass wir mit uns selbstim Gleichgewicht sind“


Weshalb gesundeErnährung der Haut guttut, abernicht die einzig wichtige Komponente ist, erklärt Prof. Dr. Martina Meinke von der Hautklinik der Charité

vital: Was machen Tiefkühlpizza und Schokolade mit unserer Haut?
Professor Dr. Martina Meinke: Beide sorgen für einen hohen Blutzuckerspiegel, der den kollagenen Fasern in der Haut auf Dauer schadet – denn der Zucker verbindet sich mit ihren Proteinen, lässt sie verhärten und brüchig werden. Dabei haben verarbeitete Kohlenhydrate in Weißmehl den gleichen Effekt wie Süßigkeiten: Unser Körper spaltet sie in Zucker auf, der schnell ins Blut gelangt.

Unterstützen wir unsere Haut, indem wir viel Wasser trinken?
Ja, auf jeden Fall! Wasser hat einen entscheidenden Einfluss auf ihre Elastizität. 1,5 bis 2 Liter Wasser oder Kräutertee pro Tag sollten es sein.

Worauf müssen Veganerinnen achten?
Einige Nährstoffe, etwa Vitamin B12, lassen sich in ausreichenden Mengen nur mit tierischen Produkten aufnehmen – um rundum versorgt zu sein, müssen sie dafür zu entsprechenden Nahrungsergänzungmitteln greifen.

Gibt es eine Art Intuition für gesunde Ernährung?
Dazu gibt es zwar keine wissenschaftlichen Studien – insbesondere bei Schwangeren sehen wir aber, dass unser Körper uns durchaus ein Gefühl dafür geben kann, was er gerade braucht.

Mal abgesehen von der Ernährung: Was wirkt noch auf unseren Antioxidantien-Haushalt?
Wichtig ist, immer die gesamte Lebensweise zu betrachten: Wer sich optimal ernährt, berufsbedingt aber oft lange Strecken fliegt, kann die positiven Effekte durch einen gestörten Schlafrhythmus wieder zunichtemachen. Auch UV-Strahlen stressen unsere Haut. Und Menschen, die sich z. B. mit einer gesunden Ernährung unter Druck setzen, beeinflussen dadurch unterm Strich ebenfalls ihren Antioxidantien- Gehalt negativ. Es kann also ruhig mal die eine oder andere Ernährungssünde sein – wichtig ist, dass wir mit uns selbst im Gleichgewicht sind.

Ihr persönlicher Ernährungstipp?
Zum Frühstück trinke ich immer einen frisch gepressten Orangensaft, den ich zu einem Viertel mit Karottensaft mische. Da z. B. Vitamin E und Karotinoide fettlöslich sind, sollte etwa Butter oder Käse dabei sein.

Prof. Dr. Martina Meinke

Stellvertretende Leitung des Zentrums für experimentelle und angewandte kutane Physiologie (CCP) an der Berliner Charité

Mit Freude essen: 13 Nahrungsmittel für eine schöne Haut

Vitamin C, Biotin, Betacarotin, oder Niacin: DieseSubstanzen schützen unseren Teint und lassen ihn länger strahlen – und stecken in teils verblüffender Menge in diesen Lebensmitteln

BETACAROTIN: EMPFOHLENER TAGESBEDARF CA. 9,6 MG

Provitamin A fördert die Bildung neuer Korneozyten, Zellen der obersten Hautschicht, und bewahrt vor oxidativem Stress

NIACIN: EMPFOHLENER TAGESBEDARF CA. 12 MG

Vitamin B3 regt die Bildung von Ceramiden an, verbessert so die Barrierefunktion unserer Haut, bewahrt ihre Feuchtigkeit

BIOTIN: EMPFOHLENER TAGESBEDARF CA. 0,045 MG

Das wasserlösliche Vitamin (Vitamin H oder B7) stärkt die Haut, unterstützt gleichzeitig Haar- und Nagel-Wachstum

VITAMIN C: EMPFOHLENER TAGESBEDARF CA. 95 MG

Unterstützt die kollagenen Fasern, strafft den Teint – und wirkt gleichzeitig Pigmentflecken entgegen

Alle Milligramm-Angaben (mg) beziehen sich auf 100 Gramm der abgebildeten Nahrungsmittel – die Prozentzahl darunter zeigt an, wie viel diese Menge vom Tagesbedarf des jeweiligen Vitamins bzw. der einen Vitamin-Vorstufe deckt


FOTO: GETTY/FRANK P. WARTENBERG

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