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pflege: Wärmstens empfohlen


Vital - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 06.11.2019

Draußen ist es ungemütlich, drinnen mollig warm. Und überall herrscht trockene Luft. Deshalb lässt die aktuelle Jahreszeit auch unsere Kopfhaut nicht kalt. Sie braucht jetzt die gleiche Aufmerksamkeit wie Gesicht und Körper. Die bestenWinterpflege-Tipps von Kopf bis Fuß


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Bildquelle: Vital, Ausgabe 12/2019

SCHNELLE PROBLEMLÖSER BEI SCHUPPEN

Die „geografische“ Lage und natürliche Dünnhäutigkeit machen es ihr nicht leicht, Entspannung zu finden: Die Kopfhaut ist so fein wie die der Augenpartie und äußeren Einflüssen oft schutzlos ausgesetzt. Im Winter ist sie bei rund 60 Prozent der Frauen empfindlicher. Neben Kälte und Heizungsluft macht ...

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... ihr jetzt vor allem Lichtmangel zu schaffen, der ihre Stoffwechselaktivität dämpft. Von innen können seelischer Stress, Schlafmangel und unausgewogene Ernährung die Kopfhaut zusätzlich belasten. Im Organismus entstehen dadurch vermehrt freie Radikale, die im Gewebe Entzündungen entfachen – ein Phänomen, das die Wissenschaft erst kürzlich entdeckte. „Chronische Mikro-Entzündungen sind der gemeinsame Nenner bei fast allen Kopfhautproblemen mit Symptomen wie Spannungsgefühl, Brennen, Juckreiz und Schuppen. Eine typgerechte Kopfhautpflege sollte deshalb zur Routine gehören. Und die beginnt schon beim Waschen“, erklärt Dr. Christian Merkel, Dermatologe und Leiter des Haarzentrums an der Münchner Oper.

GUTE ERHOLUNG FÜR DIE KOPFHAUT

Shampoos ohne austrocknende Sulfate (z. B. Sodium Laureth) reinigen schonend. Im Trend: Produkte mit milden Tensiden auf Zuckerbasis (z. B. Coco Glucoside). Sie schäumen nicht so stark, trocknen Haar und Kopfhaut weniger aus, entfernen Schweiß, Fett und Staub aber genauso gründlich. Tipp: abends Haare waschen. Das entfernt viele potenzielle Unruhestifter und hilft der Kopfhaut, sich nachts zu regenerieren. Mit speziellen Peelings befreien Sie die Kopfhaut oberflächlich von Ablagerungen und regen zugleich über deren Massagewirkung die Mikrozirkulation an, verbessern die Zellfunktionen und machen den Weg frei für nachfolgende Wirkstoffe. Da sich auf dem Kopf die größten Poren der Haut befinden, dringen hier nährende und besänftigende Wirkstoffe besonders gut ein: Konzentrate auf Basis von Sanddorn-, Avocado- oder Kokosöl enthalten Antioxidantien und Fettsäuren, die beruhigen, befeuchten und Irritationen vorbeugen. Angereichert mit ätherischen Ölen von Rosmarin, Orange oder Lavendel verbessern sie die Durchblutung, regen die Zellteilung an und schaffen auf diese Weise auch die Basis für gesundes Haarwachstum (z. B. „Sage & Cedar Scalp Treatment“-Öl, Aesop, 25 ml ca. 30 Euro).

Die Öle einmal wöchentlich sparsam – am besten ebenfalls abends – mit einer Pipette auf die Kopfhaut träufeln, einmassieren, einige Stunden oder über Nacht einwirken lassen und mit dem gewohnten Shampoo auswaschen. Ölfreie Regenerations-Seren hemmen Entzündungen z. B. mit Zink oder Urea.

ENDLICH SCHNEE VON GESTERN

Eine trockene Kopfhaut führt zu trockenen, feinen Schuppen. Als Auslöser dafür kommen Heizungsluft, stark entfettende Shampoos, nicht gründlich ausgespülte Pflegeprodukte, Hormonschwankungen oder auch Stress infrage. Auf einer Kopfhaut mit übermäßiger Talgproduktion bilden sich dagegen eher fettige Schuppen. Sie dienen dem Hefepilz Malassezia, der Teil des Hautmikrobioms ist, als Nahrung. Je mehr er davon bekommt, desto besser gedeiht er – und ein Teufelskreis beginnt. Shampoos und Tinkturen mit Antimykotika drosseln zum Glück die Energie der Hefepilze und zügeln so ihren Appetit. Zugleich bekämpfen mikro-peelende Inhaltsstoffe wie Salicylsäure vorhandene Schuppen. Schuppenshampoos sollten alle zwei, drei Tage drei Minuten lang einwirken, bis sich das Problem löst. Zwischen den Wäschen ein normales, mildes Shampoo benutzen. Bei fettigen Schuppen normalisiert ein ölfreies Kopfhaut-Tonikum mit Neemoder Arnika-Extrakt die Talgproduktion. Am besten täglich auftragen, sie bleiben bis zur nächsten Haarwäsche aktiv.

DER KÄLTE DIE STIRN BIETEN

Fett & Feuchtigkeit:Das Gesicht braucht jetzt von allem mehr

Trotz Regen entpuppt sich Winterluft als sehr trocken. Denn weil sie kälter ist, kann sie nicht so viel Feuchtigkeit aufnehmen. Der Zellstoffwechsel hat jetzt die Energie eines Stubenhockers, daher wirkt der Teint oft müde und stumpf.Bewegung an der frischen Luft pumpt Sauerstoff in die Zellen und aktiviert die Zellteilung. Tipp: In den Räumen erhöhen Luftbefeuchter oder einfache Wasserschalen auf der Heizung den Wassergehalt der Umgebung. Wer möchte, kann mit einem Hygrometer prüfen, wann die empfohlenen40 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit erreicht sind. Um den Teint zu reinigen, statt Waschgel lieber eine klärende Creme verwenden, die sich ohne viel Rubbeln mit einem feuchten Tuch abnehmen lässt – und trockene Haut morgens nur mit lauwarmem Wasser abspülen. Bei der anschließenden Pflege sollten wir ausnahmsweise kein Fettnäpfchen auslassen: Die Talgdrüsen sind extrem wetterfühlig. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass sich der von den Talgdrüsen produzierte, schützende Film bei 20 Grad mit einer Geschwindigkeit von rund drei Millimetern pro Sekunde ausbreitet. Wird es kälter, verlangsamt sich der Prozess – undbei acht Grad minus herrscht Stillstand. Die Haut wird quasi zur fettfreien Zone, nichts hält die Feuchtigkeit davon ab, sich in die Luft zu verabschieden. Reichhaltige Öl-in-Wasser-Cremes mit Lecithin, Sheabutter, Omega-Fettsäuren oder einemLipidkomplex aus hautähnlichen Fetten schützen die Gesichtshaut, stärken ihre Barrierewirkung. Spannt oder schuppt die Haut bereits, fühlt sie sich mit Urea schnell wieder wohl. Urea, der wichtigste natürliche Feuchthaltefaktor der Haut, bindet Wasser und macht die Hautoberfläche wieder glatt und geschmeidig.

RUHEPOLE FÜR DIE KOPFHAUT

PFLEGE-FREUNDE TROCKENER KÖRPERHAUT

BEAUTY-EXPERTEN FÜR DEN WINTER-TEINT

UMHÜLLENDE PFLEGE FÜR DEN KÖRPER

DasWintergeheimnis: sanfte Reinigung, satte Pflege

Wollpullover, blickdichte Strumpfhosen und gefütterte Stiefel reiben selbst normale Haut irgendwann auf, lassen sie schuppig und fahl aussehen. Unter der Dusche kümmert sich einmal pro Woche ein reichhaltiges Öl-Salz-Peeling mit ätherischem Rosmarin- oder Lavendelöl um winterraue Haut an Ellenbogen, Knien, Unterschenkeln und Füßen (z. B. „Saltskrubb“ von L:A Bruket, 350 ml ca. 38 Euro).Rückfettende Duschcremes mit Squalan oder Glycerin reinigen sanft. Und wer statt der täglichen Dusche auch mal den altbewährten Waschlappen nutzt, spürt, dass die Haut geschmeidiger bleibt. Vollbadliebhaberinnen sollten höchstens einmal pro Woche in 38 Grad warmes Wasser eintauchen. Am besten mit einem Kilogramm Salz aus dem Toten Meer (z. B. „Totes Meer Badesalz“ von Dermasel, 5 kg ca. 13 Euro). DieMineralstoffe machen das Wasser weich und trocknen die Haut viel weniger aus als pures Leitungswasser.

Danach bringt in beiden Fällen eine dick aufgetragene, rückfettende Creme die Haut wieder in Balance. Die enthal- tenen Wirkstoffe müssen den Hautfetten ähneln, um wie eine zweite Hülle zu wirken. Die richtige Pflege enthält deshalb z. B. Phospholipide und Ceramide, die sich wesentlich am Aufbau der Barriere beteiligen: „Körperstellen, die wenige Talgdrüsen besitzen, wie etwa die Unterschenkel, können Feuchtigkeit in der Haut schlechter binden. Daher sind sie häufig trocken oder sogar schuppig“, sagt Prof. Rolf Daniels vom Institut Pharmazeutische Technologie an der Universität Tübingen. Gut eignet sich ein Cremeschaum (z. B. „Allpremed atopix Lipid Repair“, Allpresan, 100 ml ca. 14 Euro): „Durch die poröse Schaumstruktur beeinträchtigt er diehauteigene Atmung nicht, spendet aber dennoch intensiv Feuchtigkeit“, erklärt Prof. Daniels.

Hände und Füße sind im Winter besonders gefährdet, weil sich das Blut hier am ehesten ins Körperinnere zurückzieht, um die lebenswichtigen Funktionen auch bei eisiger Kälte aufrechtzuerhalten. Massagen mit Öl oder reichhaltiger Creme fördern die Durchblutung, halten elastisch, schützen vor Rissen – und damit vor Feuchtigkeitsverlust.


FOTOS: GETTY/ROMAN TSUBIN, PLAINPICTURE/LARS MATZEN

FOTOS: ISTOCKPHOTO, GETTY/STOCKFOOD

FOTO: GETTY/STUDIO 504