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PGA CHAMPIONSHIP: ZWEI HERREN FÜR DIE: GROSSE BÜHNE!


GOLF MAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 90/2018 vom 21.08.2018

Und wieder einmalBrooks Koepka! In seinem gerade einmal sechsten Major gelingt dem zweifachen US Open-Champion bei der PGA Championship sein dritter Triumph. Mindestens genauso gefeiert aber wurde Tiger Woods, der mit einer herausragenden Finalrunde an seine allerbesten Tage erinnerte und mit zwei Schlägen Rückstand Zweiter wurde


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Bildquelle: GOLF MAGAZIN, Ausgabe 90/2018

Viermal war die Bühne der PGA Championship bereits die seine – 1999, 2000, 2006 und 2007 gewann Tiger. Dieses Jahr holte er erneut zum großen Angriff aus, der auf dem zweiten Platz endete.


Brooks Koepka mit seiner Freundin Jena Sims und der berühmten Wanamaker Trophy.

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Beim letzten Major-Turnier des Jahres gehen die Emotionen grundsätzlich sehr gern sehr hoch. Der Sommer dreht seine letzte Runde, die ganz großen Turniere sind damit gelaufen, Herbststimmung macht sich breit. Zuhause vor dem Fernseher, im heimischen Club, aber auch ein wenig da draußen auf der stark besetzten PGA Tour. Dieses Jahr allerdings waren die Gefühle besonders intensiv.

Wenige Tage vor der PGA Cham-pionship in St. Louis (Missouri) war der australische Golfprofi Jarrod Lyle nach langem Kampf an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben; die Geschichte sowie herzzerreißende Videos und Trauerbotschaften gingen um die Welt. „Wir spielen diese Woche alle für Jarrod da draußen“, hatte Adam Scott noch am Samstag gesagt. Scott kannte den 36-Jährigen gut. Den möglichen Sieg bei der PGA Championship hätte er ihm gewidmet, seinem Freund Jarrod Lyle (mehr dazu auf Seite 12).

Auch Tiger Woods’ Auftritte sind emotionaler geworden. Seit seiner Rückkehr steht er für so viel mehr als nur Rekorde. Skandale, Verletzungen, Tiefpunkte haben ihn geprägt, menschlicher gemacht. Plötzlich hat Woods alle hinter sich, längst nicht mehr nur seine Fans. Sein letzter Major-Sieg: 10 Jahre her. Und nun, seit er wieder da ist, hoffen alle auf das große Wunder, seinen 15. großen Titel, den „Independence Day“, so würde es Hollywood wohl nennen. Thomas Bjørn beschrieb das Phänomen Woods noch treffender: „Nachdem ich ihn bei der Open sah, wie er um den Sieg mitspielte, wurde mir zum ersten Mal wirklich klar, was dieser Mensch damals für eine Bedeutung für den Golfsport gehabt haben muss.“ Wer Tiger am letzten Tag der PGA Championship 2018 begleitete, weiß genau, wovon der europäische Ryder Cup-Kapitän sprach.

Muskelspiele: Brooks Koepka zieht auch am Finaltag vom Abschlag der siebten Bahn voll durch.


Dass Zuschauer gefährlich leben, musste dieser Fan schmerzhaft erfahren. Justin Thomas verzog in der Finalrunde seinen Drive, entschuldigte sich aber umgehend.


Finalrunde – zu erkennen an der Farbe des roten Polos gepaart mit schwarzer Hose. Tiger Woods mit einem Rettungsschlag auf Bahn 17.


Tigers Schlussrunde im vierten Major 2018, wie gewohnt und früher von den Konkurrenten gefürchtet im roten Shirt, war eine Reise zurück in die Zeit. Fast war es so, als wäre die Zeit stehengeblieben, irgendwann in Tigers dominanten Jahren 1999 bis 2002 oder von 2005 bis 2007, als Millionen seinen Wiederaufstieg erlebten. Tiger-Anhänger, Zuschauer, YouTubejung oder nostalgisch-alt – sie alle sind (Fan) geblieben und unterstützten ihren Helden mit Ovationen und Applaus. So laut, dass es alle hören konnten, egal, wo sie auf dem Platz waren.

Und fast wäre es zu besagtem „Independence Day“ gekommen am letzten Tag in St. Louis, hätte nicht ein anderes Déjà-vu Tigers vermeintliche Reise in die goldene Vergangenheit zurück in die Gegenwart geholt. Die Rede ist vom aktuellen Mann der Stunde am Major-Himmel 2018: Brooks Koepka: Gewinner der US Open 2017 und 2018 – und nun auch PGA Champion. Es ist schon kurios: Immer dann, wenn ich die Ehre habe, Turniergeschichten für das GOLF MAGAZIN zu schreiben, gewinnt Koepka.

Aber erst einmal wieder zurück zu Tiger, Koepka bekommt später noch seine wohlverdiente Ehrenrunde. Woods brachte am letzten Tag fast alles mit für einen Triumph. Er rettete Pars, lochte Putts und verbuchte am Ende mit einer 64 die beste Runde des Finaltags (die er sich allerdings mit dem Spanier Rafa Cabrera Bello teilen musste, der dadurch auf den zehnten Platz durchstartete). Tiger nach der Runde ebenso erschöpft wie begeistert: „Ich habe mit allem gespielt, was mir zur Verfügung stand. Ich hatte sogar einen Lauf. Leider fühlte es sich die ganze Zeit so an, als würde es am Ende nicht ganz reichen“.

Und genauso war es. Das Gefühl eines alten Major-Hasen wie Woods trügt eben nicht. Woods war mit vier Schlägen Rückstand auf den nach drei Runden Führenden Brooks Koepka gestartet. Tiger spielte acht Birdies, zwei Bogeys und hatte am Ende doch zwei Schläge zuviel. Und das als alleiniger Zweiter!

Woods traf auf den ersten acht Löchern kein Fairway, streute, rettete, scorte. Jeder, der zusah, erlebte einen Tiger wie aus alten Tagen: mit unglaublichen Genie-streichen, irren Eisen und genialen Putts. Es reichte am Ende trotzdem nicht. „Es ist schwierig zu gewinnen, wenn du einen Gegner hast, der den Ball konstant über 300 Meter in die Mitte der Bahn schlägt. Das hat er bereits bei der US Open so gemacht. Wenn du auf so jemanden triffst, der auch noch sicher auf den Grüns ist, wird es eng“, fasste Woods seine verpasste Chance zusammen.

Major-Spezialist Koepka

Knapp verpasste seinen zweiten Majorsieg auch Adam Scott – und damit die Siegesrede, die er seinem verstorbenen Freund Jarrod Lyle gewidmet hätte. Scott war zwischenzeitlich mit Koepka gleichgezogen, kam am Ende immerhin auf Rang drei.

Woods, Scott, Justin Thomas, Rickie Fowler – sie alle versuchten Brooks Koepka einzuholen, doch der Mann aus Jupiter, Florida, der über die europäische Challenge und European Tour den Sprung auf die PGA Tour schaffte, war nicht mehr zu packen.

Nichts auf der Welt scheint den 28-Jährigen derzeit aus der Ruhe zu bringen. Nicht mal, als ihn nach dem Siegesputt seine Mutter am 18. Grün überraschte, entlockte ihm das eine große Reaktion.

Koepka spielte eiskalt seinen Stiefel runter, das kann der Modellathlet, der so gern mit Dustin Johnson ins Fitness-Studio geht, derzeit besser als jeder andere. Gerade und fast ausschließlich bei den Majors, denn drei seiner vier PGA Tour-Erfolge holte er dort. Koepka ist eben, wie Tiger, ein Mann für die ganz große Bühne.

Martin Kaymer spielte solide, wurde 42.


Dustin Johnson kam nicht wirklich in Schwung. Der Weltranglistenerste wurde 27.


Adam Scott nahm das Ziel genau ins Visier. Der Australier spielte endlich mal wieder ganz stark, wurde Dritter.


Umzingelt von Fans: Tiger Woods am Sonntag auf der 9. Bahn.


FOTOS: GETTY IMAGES