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PHILADELPHIA 76ERS: LETZTES PUZZLESTÜCK GEFUNDEN?


Basket - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 09.10.2019

Nach dem bitteren Playoff-Aus gegen die Raptors wollen die 76ers dieses Jahr endlich zur stärksten Kraft im Osten werden. Den kleinen, aber feinen Unterschied könnte dabei vor allem ein Neuzugang machen.


PHILADELPHIA 76ERS
EASTERN CONFERENCE | ATLANTIC DIVISION

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Bildquelle: Basket, Ausgabe 11/2019

Joel Embiid traf 2018/19 lediglich 30 Prozent seiner Dreier – Karriere-Tiefstwert.


Was wurde nicht alles geschrieben über diesen wilden NBA-Sommer: „Historisches Beben“, „Wechsel-Wahnsinn der Superstars“ oder „Die krasseste Offseason aller Zeiten“ – an Superlativen mangelte es bei all den Wechseln nicht. Und sicher standen dabei vor allem die ...

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... Trades um Kevin Durant, Anthony Davis oder Russell Westbrook sowie die Signings von Kyrie Irving, Kemba Walker und Kawhi Leonard vollends zu Recht im Mittelpunkt. Völlig zu Unrecht allerdings viel zu selten erwähnt blieb der Wechsel von Al Horford, dem vielleicht seit Jahren meistunterschätzten Power Forward der Liga.

„Wir freuen uns, einen der besten Frontcourtspieler der NBA in Philadelphia willkommen zu heißen“, sagte Geschäftsführer Elton Brand, nachdem der vielseitige Big Man für vier Jahre unterschrieben hatte. Horford wertet mit seinen exzellenten Passfähigkeiten, seinem hohen Basketball-IQ und soliden Scoringfähigkeiten die Offense deutlich auf, besonders aber seine herausragende Defense macht Philly auf dem Papier endgültig zum Contender. Gemeinsam mit Star-Center Joel Embiid stellt Philly das wahrscheinlich beste Big-Men-Duo der Liga. Bei den Sixers hofft man darauf, in Horford das letzte Puzzlestück gefunden zu haben.

Doch auch abgesehen von der Verpflichtung des 33-Jährigen kann Coach Brett Brown mit den Kaderveränderungen im Sommer sehr zufrieden sein. Brand hat radikal ausgemistet, nur neun Spieler aus der vergangenen Saison kehrten zum ersten Trainingscamp der neuen Saison zurück. Vor allem Jimmy Butler wurde wenig vermisst. Spielerisch über jeden Zweifel erhaben, hatte der als Typ schwierige Flügelspieler für schlechte Stimmung im Locker Room gesorgt. Mit J.J. Redick (Pelicans) wanderte noch ein zweiter Starter ab, Ersatz steht allerdings schon bereit.

Die ersten fünf überragen

Mit Josh Richardson, der im Trade für Jimmy Butler kam, darf sich Brett Brown auf einen extrem vielseitigen Spieler freuen, der als Rollenspieler perfekt ins Gefüge passt. Die Starting Five um Simmons, Richardson, Harris, Horford und Embiid gehört somit definitiv zu den stärksten der Liga.

Brand und das Front Office haben den Fokus ganz deutlich auf Größe und Defense gesetzt. Die Zone sollte dank „Defensive Player of the Year“-Kandidat Embiid und „Big Al“ (letztes Jahr All-Defense-Team) dicht sein, und auch am Perimeter können die Sixers problemlos switchen. Simmons, Richardson und Harris, der künftig nicht mehr auf der Vier, sondern auf der Drei starten wird, verfügen über exzellente Größe und Physis.

Das will sich das Team aus der „City of Brotherly Love“ auch offensiv zunutze machen. Kleinere gegnerische Line-ups stehen vor dem Problem, dass jeder Philly sich die Größenvorteile zunutze machen und immer ein Missmatch finden kann. Alle Starter können effektiv im Post agieren, gleichzeitig ist bis auf Simmons auch jeder am Perimeter ernst zu nehmen. Der Point Guard dürfte viele Pick-and-Rolloder Pick-and-Pop-Actions mit Horford und Embiid sehen und wird sich vor allem auf sein gutes Passspiel und Decision-Making konzentrieren. Gelingt es Brett Brown, das Potenzial aus seiner vor Talent strotzenden Starting Five herauszuholen, bringt Philly eine der variabelsten Offensiven der gesamten NBA aufs Parkett.

Und auch die Second Unit muss sich nicht verstecken. James Ennis und Mike Scott waren bereits Teil der letztjährigen Rotation und stehen für Scoring (Ennis) bzw. Drecksarbeit (Scott). Der für seine gute On-Ball-Defense bekannte Zhaire Smith wird als Backup von Richardson in der kommenden Spielzeit auch eine größere Rolle einnehmen. Neu sind Trey Burke, Raul Neto, Marial Shayok, Matisse Thybulle, Kyle O’Quinn und Norvel Pelle, die um die verbleibende Spielzeit kämpfen.

Prozess beenden

Fakt ist: Die Philadelphia 76ers sind bereit, das bittere Playoff-Aus in Spiel 7 gegen die Toronto Raptors, als Kawhi und der Basketball-Gott der Franchise den Stecker zogen, vergessen zu machen. Der nicht unumstrittene Coach Brett Brown ist nun in seiner siebten Saison als Headcoach des Teams gefordert, die Puzzleteile zusammenzufügen.

„Es war unser Ziel, einen talentierten Kader zusammenzustellen. Elitäres Talent, All-Star-Kaliber. Das Management hat mir alle Ressourcen zur Verfügung gestellt, um Championships zu gewinnen“, formuliert Elton Brand das Ziel klar. Mit einer elitären Defense, endlich guter Teamchemie und einer variablen Offense starten die Sixers dieses Jahr endgültig den Angriff auf die „Larry O’Brien Trophy“.

Eine gewisse Anlaufzeit mit dem neu zusammengestellten Team ist dabei in der Regular Season sicher eingeplant. Spätestens im neuen Jahr sollte der Philly-Express dann aber rollen, sonst wird es eng für Brown. Das Front Office, der Coach, aber auch die Spieler haben begriffen, dass die Zeit jetzt reif ist. So hat Superstar Joel Embiid über zehn Kilogramm abgenommen, um seine Kondition zu verbessern und seine Verletzungsanfälligkeit zu minimieren.

Nur einer von vielen Indikatoren dafür, dass die Sixers dieses Jahr alles dem Ziel Meisterschaft unterordnen.

Der Mix aus Talent und Erfahrung stimmt spätestens seit der Verpflichtung von Horford. Und auch wenn die Konkurrenz aus Milwaukee und Boston im Osten sowie einer Reihe von Star-Duo-Teams aus dem Westen groß ist: Das Team aus der Pennsylvania-Metropole ist ein heißer Titelkandidat. Genau das hatte der ehemalige General Manager Sam Hinkie bereits 2013 erahnt, als er das Motto „Trust the Process“ beschwor. Sieben Jahre später wird es in Philadelphia Zeit, diesen Prozess nun endgültig abzuschließen und mit einer Meisterschaft zu vergolden.

Al Horford absolvierte bereits 120 Playoff-Spiele.


TIPP

Ben Simmons
Punkte, Rebounds, Assists – dank seiner Vielseitigkeit können sich Simmons Statlines in jeder Hinsicht sehen lassen.


Fotocredit: Getty Images