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Philips 55OLED935: Atemberaubend: OLED-Bildmeister


Satvision - epaper ⋅ Ausgabe 1/2021 vom 23.12.2020

Die OLED-Technologie und Ambilight - das passt in unseren Augen einfach zusammen, seit wir vor gut vier Jahren mit dem 55POS901F den ersten OLED-Fernseher mit der dynamischen Hintergrundbeleuchtung von Philips getestet haben. Es folgten zahlreiche weitere Modelle mit zum Teil luxuriöser Ausstattung. Nun will Philips mit dem neuen OLED935 im Heimkino neue Maßstäbe setzen. Das diesjährige OLED-Flaggschiff bietet ein OLED-Panel der neuesten Generation, eine verbesserte Bild-Engine mit künstlicher Intelligenz, eine überarbeitete Soundbar von Bowers & Wilkins sowie sogar vierseitiges Ambilight. Wir ...

Artikelbild für den Artikel "Philips 55OLED935: Atemberaubend: OLED-Bildmeister" aus der Ausgabe 1/2021 von Satvision. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Satvision, Ausgabe 1/2021

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... versprechen uns von der TV-Neuheit demnach nicht weniger als Bild und Ton nahe der Perfektion mit Ambilight als Krönung. Als Betriebssystem setzt Philips auf Android TV in Version 9 (Pie) mit zahllosen Apps. Neben der Ultra-HD-Premium-Zertifizierung darf sich der OLED935 mit der Unterstützung sämtlicher HDR-Formate von HDR10 bis Dolby Vision brüsten und hat zudem echtes Dolby Atmos an Bord, da die B&W-Soundbar neben einem neuen Center-Speaker zwei Höhenlautsprecher bietet. Ob unsere Tester bei all diesen Vorschusslorbeeren überhaupt etwas auszusetzen hatten, bei welchem Ausstattungsmerkmal Philips gespart hat und wie der neue P5-Bildprozessor funktioniert, verraten wir in unserem ausführlichen Testbericht.


Das OLED-Lineup wird in diesem Jahr von der neuen OLED935-Serie angeführt, die der TV-Hersteller im vergangenen Herbst - Coronabedingt nicht auf der IFA, sondern in einem Video-Live-Stream - vorgestellt hat. Den direkten Vorgänger des OLED935, den OLED934 aus dem Jahr 2019, haben wir in der SATVISION- Ausgabe 01/2020 in 65 Zoll (ca. 164 cm) getestet. Preislich unterscheidet sich der 55-Zöller (ca. 139 cm) aus diesem Test nicht vom 55-Zoll-Modell aus dem Vorjahr (2.699,- Euro), während der 65-Zöller in diesem Jahr 100,- Euro preiswerter ist. Ein Novum ist, dass der OLED935 in der neuen Bildschirmgröße 48 Zoll (ca. 121 cm) angeboten wird. Die unverbindlichen Preisempfehlungen finden sich auf Seite 41. Im Testbericht arbeiten wir genau heraus, wodurch sich der OLED935 vom OLED934 unterscheidet, welche Ausstattungsmerkmale dem Flaggschiff fehlen und was ihn sogar noch besser macht.

Wussten Sie schon, …

dass der OLED935 über einen neuartigen OLED-Schutzmechanismus (Anti-Burn-In) verfügt? Dieser unterteilt den Bildschirm in 32.400 Bereiche, die automatisch und in Echtzeit nach statischen Inhalten wie Senderlogos überwacht werden. Wird ein solches Element erkannt, regelt der Fernseher in diesem Bildbereich die Helligkeit herunter, um Einbrennen vorzubeugen.

Design

Abgesehen von seinem direkten Vorgänger gleicht der OLED935 keinem anderen Fernseher den wir kennen. Durch die clevere Konstruktion scheint das fast rahmenlose OLED-Display wenige Zentimeter über der stoffbespannten Soundbar zu schweben, die auch gleichzeitig den Standfuß bildet. Der Bildschirm lässt sich auf dem Standfuß nicht drehen, doch die OLED-Technologie sorgt für einen breiten Blickwinkel und für das Ambilight ist ein einheitlicher Abstand zur Wand ohnehin von Vorteil, da es sich so an allen Seiten gleichmäßig ausbreitet. Auf der Rückseite lassen sich die Anschlüsse und die in den Standfuß integrierte Kabeldurchführung mit passenden Abdeckungen vollständig verbergen, um auch in der Rückansicht eine ansprechende Optik zu gewährleisten. Bowers & Wilkins-Kenner werden den mittig in die Soundbar integrierten Tweeter-on-Top wiedererkennen, der dank seines eigenen Gehäuses störungsfreie Hochtöne garantiert (mehr dazu später und im Anschluss an diesen Testbericht). Soll der OLED-TV an der Wand montiert werden, so befindet sich eine zweite Halterung für die Soundbar im Lieferumfang, um diese unterhalb des Fernsehers zu befestigen. Zusätzlich wird eine geeignete Wandhalterung (VESA 300 × 300) benötigt.

Bedienung

Auf das erstmalige Einschalten folgt zunächst eine weitgehend einfache und kurzweilige Erstinstallation, deren Dauer in erster Linie vom durchzuführenden Sendersuchlauf abhängt (auf die Möglichkeiten des TV-Empfangs gehen wir im nächsten Abschnitt ein). Außerdem lässt sich der TV während der Erstinstallation mit dem Internet verbinden, was zahlreiche Vorteile bietet, die wir später aufzählen. Etwas lästig sind hingegen diverse AGB, Datenschutzbestimmungen und weitere, mit dem Google-Betriebssystem Android TV zusammenhängende Abfragen. Wer schon mal ein Smartphone oder Tablet eingerichtet hat, wird vieles davon im Grunde kennen.

In den letzten Jahren konnten wir eine positive Entwicklung bei Android TV ausmachen, das auf dem Philips in Version 9 (auch Pie oder P) installiert ist. Es läuft stabil und flüssig, Abstürze oder andere Nebenwirkungen konnten wir im gesamten Testverlauf nicht feststellen. Das einzige kleinere Manko aus alten Tagen ist, dass das Einschalten nach Trennung vom Strom mit über 40 Sekunden noch vergleichsweise lange dauert. Ansonsten wird mit einem relativ frei anpassbaren Startbildschirm, einem nahezu lückenlosen Angebot an Apps und Spielen sowie vielen smarten Extras allerhand geboten.


„Brillantes Bild, sensationeller Sound und vierseitiges Ambilight“


PRO Schwarzwert, Blickwinkel, HDR10, HLG, Dolby Vision, HDR10+, vierseitiges Ambilight, Bluetooth, beleuchtete Fernbedienung, Google Assistant (integriert), Amazon Alexa (ready), 16 GB Speicher für Apps (erweiterbar), automatische Satellitenerkennung, guter Mediaplayer, Dolby Atmos, Ultra HD Premium, Unicable 2, HDMI 2.1 (Teilspezifikationen), DTS Play-Fi, 3.1.2-Soundsystem von Bowers & Wilkins, Soundbar-Wandhalterung im Lieferumfang enthalten

CONTRA Funktionsumfang Remote-App, kein Twin-Tuner, kein drehbarer Standfuß

Front

Der OLED935 ist ein echtes Unikat. Die ausgeklügelte Standfußkonstruktion lässt den nahezu rahmenlosen OLEDBildschirm über der B&W-Soundbar schweben. Diese hat es nicht nur klanglich in sich, sondern weiß auch optisch zu beeindrucken. Die Front und beide Seiten ist mit edlem, hellgrauen Stoff bespannt. Oben lässt eine graue, metallische Lautsprecherabdeckung die Höhenlautsprecher erahnen. Der zentrale Lautsprecher schaut wie ein futuristisches Auge aus der Soundbar hervor und bietet einen hohen Wiedererkennungswert. Alternativ zur Tischaufstellung bietet sich dank des vierseitigen Ambilights die Wandmontage an, für die eine eigene Soundbar-Halterung im Lieferumfang enthalten ist.

Startbildschirm Über den Startbildschirm des Android-TV-Betriebssystems lassen sich alle Funktionen, Apps, die TV-Sender und weitere Inhalte des Fernsehers aufrufen. Es ist möglich, die Startseite anzupassen, indem Apps verschoben, hinzugefügt und entfernt werden können. Außerdem entscheidet der Anwender darüber, welche Inhalte überhaupt auf dem Home-Screen zu sehen sein sollen. Dazu ist ganz unten die Option „Kanäle anpassen“ auszuwählen.

Die Bedienung ist mit der komplett neuen Fernbedienung möglich, die neben durchgehend beleuchteten Tasten für ein besseres Handling in dunklen Räumen auch Spezialtasten für Netflix, Rakuten TV und Ambilight sowie ein integriertes Mikrofon für die Sprachsteuerung per Google Assistant bietet. Dieses lässt sich ausschließlich per Tastendruck aktivieren. Es hört also nicht permanent mit, wie das bei Smart-Speakern der Fall ist. Für die Verwendung des Google Play Stores und der Sprachsteuerung wird allerdings dennoch ein (kostenloses) Google-Konto benötigt.

Fernsehen und aufnehmen

Der OLED935 ist für den TV-Empfang gerüstet und bietet einen einzelnen Satelliten- sowie einen kombinierten DVB-C/T2-Tuner. Es handelt sich allerdings „nur“ um einen einfachen Triple-Tuner, weshalb bestimmte Komfort-Funktionen (Bild-in-Bild oder ein Programm aufnehmen und ein zweites schauen) nicht gegeben sind. Beim Satellitenempfang werden DiSEqC 1.0 (bis zu vier Satelliten), eine automatische Anlagenerkennung und die Einkabelstandards Unicable 1 und 2 unterstützt. Verschlüsselte Programme können ohne zusätzlichen Receiver mit CI(+)-Modulen empfangen werden, wobei hier unter Umständen Einschränkungen wie gesperrte Aufnahmen oder nicht zu empfangende Sender (z. B. UHDSender von Sky) gelten können. Aufnahmen lassen sich auf einen angeschlossene USB-Datenträger anfertigen, der im ersten Schritt zu formatieren ist (Achtung: wichtige Dateien vorher sichern). Neben direkten Aufnahmen über die Rec-Taste auf der Fernbedienung lassen sich Aufnahmen über den EPG (siehe oben) planen. Timeshift zum zeitversetzten Fernsehen ist ebenfalls an Bord. Die Aufnahmen sind verschlüsselt und können nicht bearbeitet werden, es ist innerhalb des PVR-Archivs (siehe oben) allerdings möglich, die einzelnen Dateien am TV umzubenennen.

Fernbedienung Eine neuartige, sehr chice Bluetooth-Fernbedienung mit beleuchteten Tasten liegt dem OLED935 bei. Das rückseitige Leder der schottischen Marke Muirhead ist zwar ein edles Alleinstellungsmerkmal, dürfte allerdings nicht jeden Geschmack treffen. Die Tasten sind gut lesbar und bieten einen angenehmen Druckpunkt. Da die meisten allerdings gleich groß sind und eng beieinander liegen, ist eine blinde Bedienung schwierig. Die Sprachsteuerung per Google Assistant ist per Tastendruck über das integrierte Mikrofon möglich. Ein genaues Zielen ist dank der Bluetooth-Übertragung nicht erforderlich.

Aufnahmen Das Aufnahmearchiv mit allen beendeten Aufnahmen und einer möglichen laufenden Aufzeichnung wird wie die anderen Quellen und Eingänge über die Sources-Taste auf der Fernbedienung aufgerufen. Die Aufnahmen werden mit dem Titel, dem Datum und der Laufzeit angezeigt. Über die gelbe Farbtaste ist es möglich, einzelne Aufnahmen umzubenennen. Mit der Plus-Taste können unter anderem die EPG-Daten eingesehen werden.

EPG Der elektronischen Programmzeitschrift wurde auf der Fernbedienung eine eigene Taste spendiert („TV Guide“). Wird in der übersichtlichen tabellarischen Ansicht eine Sendung ausgewählt klappt nach wenigen Sekunden eine Tafel mit weiteren Informationen aus. Sind diese aus Platzmangel abgeschnitten, hilft ein Druck auf die Plus-Taste. Auf diese Weise lassen sich auch Aufnahmen und Erinnerungen programmieren.

Philips TV Remote Tablet-PC und Smartphone Version 2.1.29: Android 5.0+ Version 2.3.47: iOS 9.0+ Die App „Philips TV Remote“ wurde komplett überarbeitet und lief im Test auf verschiedenen Tablets und Smartphones flüssig sowie stabil. Der Funktionsumfang ist indessen überschaubar. Neben einer obligatorischen virtuellen Fernbedienung gibt es eine Senderliste und immerhin die Möglichkeit, per Mobilgerät Favoritenlisten zu erstellen. Außerdem lassen sich Ambilight-Einstellungen per App vornehmen. Auf dem Tablet wird leider nur eine Ansicht im Hochformat geboten.

Die Programmliste(n) lassen sich exportieren, doch leider wird kein Programmlisteneditor für PC angeboten und das beliebte freie Tool „ChanSort“ kann das Philips-Dateiformat leider nicht einlesen. Die Sortierung ist allerdings auch am TV möglich, was zumindest bei kleineren Änderungen noch Sinn macht und es lassen sich je Empfangsweg acht Favoritenlisten erstellen. Eine Suchfunktion hilft dabei, TV-Kanäle aufzustöbern, die sich in der Liste weiter hinten befinden.

Streaming, Gaming und mehr

Die Netzwerkverbindung lässt sich per LAN und WLAN herstellen. Im Heimnetzwerk erkennt der Philips-TV per DLNA Medien-Server und spielt Multimedia-Inhalte (Videos, Bilder und Musik) ab. Zudem lässt sich der Fernseher mit einer mobilen App steuern und Bluetooth zur Verbindung von Eingabe- und Audiogeräten hat er ebenfalls an Bord.

Tweeter-on-Top Der zentral auf die Lautsprecherleiste aufgesetzte Tweeter in typischer „Bowers & Wilkins“- Bauweise sorgt gleichermaßen für einen einzigartigen Look wie auch eine enorm gute Sprachverständlichkeit. Der Center-Speaker hat eine Ausgangsleistung von fünf Watt. Insgesamt bringt es das 3.1.2-Soundsystem auf stattliche 70 Watt - und das kann man auch hören.

Sound by Bowers & Wilkins Die wuchtige Soundbar von Bowers und Wilkins wird als Teil des Standfußes unter dem Philips-TV montiert. Die Front und beide Seiten sind mit edel anmutendem Stoff von Kvadrat in dezentem Grau bespannt, während sich die Höhenlautsprecher unter einer Metallabdeckung befinden. Damit diese ihre Wirkung ungestört nach oben entfalten können, ist die Soundbar leicht nach vorne versetzt und steht nicht direkt unter dem Fernseher.

Ambilight Der OLED935 bietet kein zwei- oder drei-, sondern gar vierseitiges Ambilight, das insgesamt aus 95 LEDs besteht. Diese verteilen sich in unterschiedlicher Anzahl an den Seiten, unten sowie auf der Oberseite des Korpus. Die größte Menge an Ambilight-LEDs befindet sich mit 69 LEDs (23 3er-Cluster) oben, während sich links und rechts (jeweils 7) und unten (2 × 6) weniger Leuchten befinden.

Sein gesamtes Potenzial als Smart-TV entfaltet der OLED935 bei einer bestehenden Internetverbindung. Dann lassen sich die (zum Teil vorinstallierten) Anwendungen zum Streamen von Live-TV-Programmen, Serien und Filmen nutzen, von denen der Android-Fernseher fast alle wichtigen an Bord hat. Unseren Testern fehlten lediglich Sky Ticket, Sky Q und Apple TV+, wobei zumindest Sky Ticket bald folgen könnte, da die App inzwischen auch auf anderen Android-TV-Geräten verfügbar ist. Welche Möglichkeiten es sonst noch gibt, um Sky ohne Receiver auf dem Fernseher zu schauen, erklären wir ausführlich in der SATVISION- Ausgabe 12/2020.

Neben den bekannten VoDDiensten wie Netflix ist beispielsweise auch waipu.tv für Live-Fernsehen und Aufnahmen als App vorhanden. Der Vorteil hier ist, dass die Limitierung bezüglich der Aufzeichnungen nicht gelten. Unbegrenzt viele parallele Aufnahmen lassen sich bei dem kostenpflichtigen Live-TV-Dienst zeitgleich anfertigen - das Limit ist lediglich der verfügbare Cloud-Speicher. Eine weitere interessante App im Google Play Store ist Steam Link, die innerhalb des Heimnetzwerks die Verbindung zu einem Gaming-PC ermöglicht, so dass sich hochklassige Computerspiele auf dem TV spielen lassen

HbbTV (Version 2.0.2) hat der Philips ebenfalls an Bord, um Mediatheken und die Replay-Funktion vieler Sender nutzen zu können. HbbTV lässt sich zudem für einzelne Sender ein- und ausschalten. Zusätzliche Extras wie Chromecast, Miracast, DTS Play-Fi und Sprachsteuerung (Google Assistant integriert und Alexa-ready) komplettieren die üppigen Smart-TV-Funktionen.

Bild- und Klangqualität

Bei der Bildqualität liefert die OLEDNeuheit von Philips auf absolutem Top-Niveau ab. Für normale TVInhalte, Video-on-Demand und Filme von (UHD-)Blu-ray, empfehlen wir den Bildmodus „Film“, hinter dem sich der neue „Filmmaker Mode“ verbirgt. Dieser garantiert einen harmonischen und natürlichen Bildeindruck mit realistischen Farben und einer dezenten Bildschärfe. Der neue KI-Bildmodus bietet zwar eine ausgezeichnete Bildverbesserung, wie sich anhand des Demo-Modus, den wir im Anschluss an diesen Testbericht vorstellen, gut nachvollziehen lässt, doch das naturnahe Bild geht durch die Optimierung verschiedener Bildparameter zugunsten knackiger Kontraste, intensiver Farben und markanter Schärfe verloren. Daher empfiehlt sich dieser Modus eher für andere Aufgaben wie Sportübertragungen, Spiele und Animationsfilme, bei denen das Bild gerne satt und über- zeichnet dargestellt werden darf. Die neue P5-Bildenginge erkennt ganz nebenbei auch statische Bildinhalte wie Logos oder andere unbewegte Einblendungen, indem der Bildschirm in mehr als 32.000 Zonen unterteilt und in Echtzeit gescannt wird. In Zonen mit erkannten statischen Elementen wird automatisch, aber kaum sichtbar die Helligkeit reduziert, um Einbrennen (Burn-in) vorzubeugen. Darüber hinaus entfernt eine automatische Bildschirmwartung jegliche Bildrückstände. Dafür sollte der TV im Standby belassen werden. Die vier HDMI-Eingänge unterstützen die 2.1-Teilspezifikation ALLM für eine automatische Latenzanpassung sowie den Kopierschutz HDCP 2.3.

Bildmessungen Bei unseren Bildmessungen, die wir mit professionellem Equipment und der Software Calman Ultimate durchführen, beeindruckte der Philips 55OLED935 mit sehr guten Ergebnissen. Sowohl für SDR-Inhalte als auch für die HDR-Wiedergabe empfehlen sich die entsprechenden Film-Bildmodi, die für einen harmonischen, natürlichen Bildeindruck sorgen. Nach der Kalibrierung, bei der wir nur wenig Fein-Tuning vornehmen mussten, wie unseren empfohlenen Bildeinstellungen auf Seite 42 zu entnehmen ist, zeigte der OLED-TV beim SDR-Testlauf sehr geringe Abweichungen von den Graustufen (im Schnitt 1,3 DeltaError 2000) und den Hauptfarben (im Schnitt 0,8 DeltaError 2000). Beim HDR-Workflow zeigte sich er Testkandidat nur marginal ungenauer. Besonders gespannt waren wir auf die Spitzenhelligkeit. Schon der vorbildlich eingestellte Filmmodus brachte fast 850 Nits und somit 300 cd/m² mehr als für das „Ultra HD Premium“- Siegel erforderlich wären. Im lebendigen HDR-Modus schaffte der Philips auf Kosten der Bildnatürlichkeit sogar 925 Nits. Beide Maximalwerte zeigte unser Messgerät jeweils in einem weißen Testbild an, das fünf Prozent des gesamten Bildschirms ausmachte. Die Farbraumabdeckung in den HDR-Farbräumen P3 und BT.2020 ist mit 96,9 und 71,4 Prozent ausgezeichnet.

Hilfe Die blaue Farbtaste auf der Fernbedienung öffnet jederzeit die nützliche Hilfefunktion, welche sich wie das TV-Menü von links nach rechts über den Bildschirm erstreckt. Zum Teil wird die passende Seite des elektronischen Handbuchs aufgerufen - beispielsweise „TV Guide“, wenn im EPG die blaue Taste betätigt wird. Mit der roten Farbtaste kann ein Index mit Suchbegriffen von Alexa bis WLAN angezeigt werden.

Anschlüsse Die Anschlüsse befinden sich auf der linken Rückseite des Fernsehers. Sämtliche HDMI-Eingänge unterstützen die HDMI- 2.1-Teilspezifikationen ALLM und HDCP 2.3, jedoch kein eARC. Es wurde ein Triple-Tuner für den TV-Empfang verbaut. Pay-TV lässt sich über den CI+- Steckplatz dekodieren und Aufnahmen sind über einen der beiden USB-Ports auf externe Datenträger möglich. Die Anschlüsse lassen sich hinter einer Kunststoffblende verbergen.

Der Blickwinkel und der Schwarzwert sind dank der OLED-Technologie über jeden Zweifel erhaben. Farben und Grautöne werden nahezu perfekt abgebildet. Und die Messergebnisse nach der Kalibrierung und Auswahl der optimalen Bildeinstellungen waren vorbildlich. Besonders beeindruckt waren wir von der hohen Spitzenhelligkeit, die nicht nur im HDR-Modus „Lebendig“, der zwar die hellsten (~925 Nits), dafür aber auch am wenigsten natürlichen Bilder ablieferte, sondern auch im kalibrierten Film-Modus mit fast 850 Nits in der Spitze bemerkenswert ist. Kontraststarke HDR-Bilder kann der OLED935 also brillant und mit sehenswerten Highlights wie Sonnenstrahlen, Reflexionen und anderen Effekten, welche die Spitzenhelligkeit aus dem TV herauskitzeln, darstellen. Da der OLED935 alle vier relevanten HDR-Formate beherrscht, gilt das für sämtlichen HDR-Content.

Gekrönt wird die sehr gute Bildqualität vom vierseitigen Ambilight (der OLED934 bietet hingegen „nur“ dreiseitiges Ambilight), das für eine stimmungsvolle Lichtaura sorgt, die gleichermaßen das Seherlebnis steigert und die Augen im abgedunkelten Raum schont.

Nicht minder beeindruckend ist die Klangqualität der Bowers & Wilkins-Soundbar, die nicht nur optisch, sondern auch akustisch in der Vordergrund drängt und 20 Watt mehr Ausgangsleistung bietet als die des OLED934. So räumlich, klar und dynamisch haben bisher die wenigs- ten TV-Lautsprecher in unserem Testlabor geklungen. Dolby-Atmos-Inhalte werden mit einer beeindruckenden Tiefe und in entsprechenden Szenen gut lokalisierbaren Höhengeräuschen wiedergegeben. Absolut stark ist auch die Sprachverständlichkeit von Dialogen mit oder ohne Umgebungsgeräusche, die dank der entkoppelten Tweeter sauber und unverfälscht zum Ohr des Zuschauers gelangen. Die Mitten und Tieftöne werden dank des massiven und verstärkten Gehäuses pegelstabil (insbesondere auch bei höheren Lautstärken) und druckvoll ausgegeben. Den Aufbau der B&WSoundbar und ihre Lautsprecherbestückung erklären wir im Anschluss an diesen Testbericht.

Wärmebilder Der Philips 55OLED935 erwärmte sich insbesondere zentral und erreichte dort nach dreieinhalbstündigem TV-Betrieb in der Spitze 31,1 Grad Celsius, während er an den Seiten und in den Bildecken nur leicht über Raumtemperatur lag. Auf der Rückseite wurde der Fernseher wärmer. Insbesondere die Ambilight-LEDs bildeten mit mehr als 50 Grad Celsius regelrechte Hotspots.

31,1 °C


56,7 °C


Fazit

Ein brillantes Bild mit einem verbesserten Bildprozessor und optimiertem OLED-Schutz, eine bombastische und gleichzeitig klare Klangqualität, ein erlesenes Design sowie Ambilight auf allen vier Seiten - all das bietet das neue TV-Meisterwerk von Philips. Unser einziger echter Kritikpunkt ist, dass der neue OLED935 anders als der OLED934 lediglich über einen Triple-Tuner verfügt und nicht über drei Twin-Tuner. Es ist daher nicht möglich, ein Programm aufzuzeichnen und ein anderes zu schauen, sofern nicht über eine Streaming-App ferngesehen wird, die das erlaubt. Die zuvor aufgezählten Pluspunkte überwiegen deutlich und machen den 55OLED935 in unseren Augen zu einem der komplettesten Fernseher der letzten Jahre, wenn man die Maßgaben Bild, Ton und Design zugrunde legt. Das vierseitige Ambilight ist mehr als nur ein Sahnehäubchen und macht den Filmabend, das Sportereignis sowie das PC- oder Konsolenspiel zu etwas ganz Besonderem. Der bislang unerreichte Vorteil: Das echte Philips-Ambilight funktioniert ohne zusätzliche Hardware und auch für die internen Tuner und (überaus zahlreichen) Smart-TV-Apps. Es lässt sich allerdings dank Philips Hue auch beliebig erweitern. In Summe sammelte der Philips 55OLED935 außerordentliche 95,0 Prozentpunkte und erhält folgerichtig die Bestnote „sehr gut“. Wer mehr als nur einen Fernseher sucht und bereit ist, dafür auch etwas mehr Geld zu investieren, ist bei diesem TV-Highight absolut an der richtigen Adresse. Für größere oder kleinere Heimkinos wird er zudem in 65 und 48 Zoll angeboten.