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PHOTOKINA: Spiegelloses Vollformat mit 30 Megapixeln


fotoMAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 100/2018 vom 21.09.2018

Kurz vor Redaktionsschluss hat auch Canon sein neues Vollformatsystem vorgestellt. Wir konnten die EOS R und zwei neue Objektive einen Tag lang ausprobieren.


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Bildquelle: fotoMAGAZIN, Ausgabe 100/2018

Zur EOS R bietet Canon zunächst vier Objektive und vier Adapter an (hier ist nur einer der beiden Filter-Adapter abgebildet).


Canon EOS R

Wie Nikon setzt auch Canon auf ein neues Bajonett (RF, Innendurchmesser 54 mm, Auflagemaß 20 mm, zwölf Kontakte). Beim Bedienkonzept und dem Objektivangebot ist der Spiegelreflexmarktführer aber etwas experimentierfreudiger. Neu ist beispielsweise die Touch-Leiste neben dem Sucher, die sich mit verschiedenen ...

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... Funktionen belegen lässt. So kann der Fotograf beispielsweise den ISO-Wert durch Streichen über die Leiste ändern. Ebenfalls neu ist das Belichtungsprogramm Fv, in dem man schnell zwischen Vollautomatik, Halbautomatik und manueller Steuerung von Blende, Zeit und ISO umschalten kann. Des Weiteren haben die RF-Objektive einen Kontrollring, der sich mit unterschiedlichen Einstellungen belegen lässt (Blende, Zeit, ISO, Belichtungskorrektur). Im Gegensatz zu Nikon fehlt ein Joystick zum Verschieben des AF-Messfeldes. Hierzu steht der Touchscreen des großen 3,2-Zoll-uonitors zur Verfügung, der auch beim Blick durch den Sucher als Touchpad genutzt werden kann; alternativ lässt sich das Messfeld auch per AF-Taste und Steuerkreuz verschieben. Die neuen Bedienansätze erfordern etwas Einarbeitung, scheinen das Fotografieren danach aber zu erleichtern. Ansonsten liegt die Kamera mit ihrem sehr großen Griff gut in der Hand, die Abmessungen und das monochrome Status-Display auf der Oberseite ähneln der Nikon Z 7 und Z 6. Auffällig beim ersten Objektivwechsel ist, dass – anders als bei anderen spiegellosen Kameras – bei offenem Bajonett der Sensor nicht frei liegt, sondern vom Verschluss abgedeckt wird.

Passend zur EOS R hat Canon das kompakte Blitzgerät Speedlite EL-100 vorgestellt.


Bildsensor mit Dual Pixel CMOS AF

Der Sensor hat die gleiche Auflösung (30,3 Megapixel) wie bei der SLR EOS 5D Mark IV; die Empfindlichkeit reicht von ISO 100 bis 40.000 und lässt sich bis ISO 50 und 102.400 erweitern. Laut Canon hat sich die JPEG-Bildqualität gegenüber der EOS 5D Mark IV verbessert, da erstmals ein Digic- 8-Bildprozessor mit eingebautem Lens Optimizer zum Einsatz kommt. Im ersten Praxistest machte die JPEG-Qualität tatsächlich einen sehr guten Eindruck, näheres muss ein Labortest zeigen. Wie bei den meisten aktuellen Wechselobjektivkameras von Canon ist der Sensor mit einem Dual
Pixel CMOS AF (DPAF) ausgestattet. Hierbei bestehen die Pixel aus zwei Fotodioden, die sich zur Fokussierung getrennt auslesen lassen und so eine Phasen-Detektion ermöglichen. Der Autofokus deckt fast das gesamte Bild ab (100 % in der Höhe, 88 % in der Breite) und beherrscht eine Gesichts- und eine Augenerkennung. Auch bei der AF-Empfindlichkeit setzt Canon Maßstäbe: Der AF soll bis -6 EV arbeiten, allerdings nur in Kombination mit einem lichtstarken 1:1,2-Objektiv. Im ersten Praxistest funktionierte der Autofokus bei sehr wenig Licht sowohl mit dem RF 1,2/50 mm als auch mit dem RF 4/24-105 mm L IS USM erstaunlich gut.
Die Dual Pixel lassen sich außerdem wie bei der EOS 5D Mark IV nutzen, um Raw-Dateien zu speichern, die Informationen aus den beiden leicht versetzten Pixeln enthalten. In Canons Raw-Konverter Digital Photo Professional können diese zum Beispiel genutzt werden, um den Schärfepunkt nachträglich leicht zu verlagern.

KAMERA: Canon EOS ROBJEKTIV: RF 1,2/50 mmEINSTELLUNGEN: f/1,2, ISO 1000

Die unbearbeiteten JPEGs aus der Kamera überzeugten im ersten Test mit geringem Rauschen.


FOTO: © ANDREAS JORDAN

Der Monitor lässt sich ausklappen und in die Selbstportraitposition drehen. Neu ist die Touch-Leiste rechts neben dem Sucher.


Die EOS R hat einen sehr ausgeprägten Griff. Die Belichtungsprogramme werden über die Mode-Taste und ein Einstellrad gewählt.


Großer OLED-Sucher

Der große OLED-Sucher hat eine hohe Auflösung von 3,7 Millionen Punkten, kommt mit einer Vergrößerung von 0,76x allerdings nicht ganz an die neuen Nikon-Modelle heran (0,8x). Im Praxistest hat er uns trotzdem sehr gut gefallen. Der frei bewegliche Toucl-uonitor hat eine Diagonale von 3,2 Zoll bzw. 8,0 cm und löst 2,1 Millionen Punkte auf. Der mechanische Verschluss unterstützt Belichtungszeiten bis zu 1/8000 s und eine kürzeste Synchronzeit von 1/200 s. Wer lautlos fotogra- fieren will, kann auf den rein elektronischen Verschluss zurückgreifen. Ein Nachteil gegenüber den Nikon-Kameras und den aktuellen Sony Alpha-Modellen: Die Canon EOS R bringt keinen Bildstabilisator im Kameragehäuse mit; dieser muss sich also gegebenenfalls im Objektiv befinden (siehe unten). Nicht ganz an die Nikon-Modelle kommt die EOS R bei der Seriengeschwindigkeit heran. Sie schießt mit maximal 8 Bildern/s; mit AFNachführung (Servo-AF) sinkt die Geschwindigkeit auf 5 Bilder/s. Laut Canon sind 100 JPEGs in bester Qualität, 47 unkomprimierte oder 78 komprimierte Raws in Folge möglich.
Videos nimmt die EOS R zeitgemäß in 4K-Auflösung auf (3840 x 2160 Pixel, 30p), allerdings mit 1,7fachem Crop. Full-HD kann sie mit 60p und vollem Weitwinkel aufnehmen. Bei Bedarf lässt sich ein elektronischer Bildstabilisator zuschalten. Beim Video steht neben der üblichen Bildgruppenkomprimierung (IPB, maximal 120 Mbit/s) auch eine Einzelbildkomprimierung (All-I, 480 Mbit/s) zur Verfügung. Die Ausgabe über HDMI ist mit einer Farbunterabtastung von 4:2:2 und 10 Bit möglich. Zeitlupen mit 120 Bildern/s gelingen nur in 720p – Nikon und Sony können das auch in Full-HD. Anschlüsse für ein externes Mikrofon und einen Kopfhörer sind vorhanden. Fotos und Videos speichert die EOS R auf SD-Karten, für die ein Laufwerk zur Verfügung steht (UHS-II wird unterstützt). Die USB-C-Schnittstelle liegt in Version 3.1 vor und kann auch zum Laden des Akkus genutzt werden. Für die drahtlose Bildübertragung sind Wi-Fi und Bluetooth an Bord. Der beispielsweise aus der EOS 5D Mark IV bekannte LP-E6N-Akku liefert Strom für bis zu 350 Aufnahmen mit Sucher bzw. 370 mit Monitor; sind alle Energiesparmodi aktiviert, so verlängert sich die Laufzeit auf 430 (Sucher) bzw. 560 (Monitor). Canon bietet als Zubehör außerdem den Batteriegriff BG-E22 an, der die Laufzeit etwa verdoppelt. Weitere Funktionen sind HDR, Mehrfachbelichtungen, Focul-ueaking und 4K-Zeitrafferaufnahmen.
Die EOS R ist voraussichtlich ab dem 9. Oktober für rund 2500 Euro erhältlich, mit dem Kitobjektiv RF 4/24-105 mm L IS USM werden ca. 3500 Euro fällig.
Andreas Jordan

Geringe Schärfentiefe mit dem RF 1,2/50 mm, hier leicht abgeblendet auf f/1,4.


FOTO: © ANDREAS PRODUKTOTOS: © CANON S JORDAN

KAMERA: Canon EOS ROBJEKTIV: RF 1,2/50 mmBLENDE: f/1,4

Der Batteriegriff BG-E22 verdoppelt die Kameralaufzeit.


Vier Objektive und Adapter zum Start

Canon bietet zum Start vier Objektive für das neue RF-Bajonett an, darunter ungewöhnlich lichtstarke wie das 1,2/50 mm oder das 2/28-70 mm. Nur die weniger lichtstarken sind mit einem Bildstabilisator (IS) ausgestattet. Alle besitzen einen Kontrollring, der mit verschiedenen Funktionen belegt werden kann. Per Adapter lassen sich zudem EF/EF-S-Objektive verwenden – hierfür bietet Canon gleich vier verschiedene an, teils mit Einschub für Filter. Die wichtigsten Infos im Überblick:
RF 2/28-70 mm USM , Abmessungen: 103,8 x 139,8 mm, Gewicht: 1430 Gramm, Naheinstellgrenze 30 cm. Preis: ca. 3250 Euro.
RF 1,2/50 mm L USM , Abmessungen: 89,8 x 108 mm, Gewicht: 950 Gramm, Naheinstellgrenze 40 cm. Preis: ca. 2500 Euro.
RF 1,8/35 mm IS STM Macro , Abmessungen: 74,4 x 62,8 mm, Gewicht: 305 Gramm, Naheinstellgrenze 17 cm. Preis: ca. 550 Euro
RF 4/24-105 mm L IS USM , Abmessungen: 83,5 x 107,3 mm, Gewicht: 700 Gramm, Naheinstellgrenze 45 cm. Preis: ca. 1200 Euro. Der Stabilisator soll fünf Blendenstufen kompensieren.
Bajonett-Adapter EF-EOS R , ca. 110 Euro.
Bajonett-Adapter EF-EOS R mit Kontrollring , ca. 220 Euro.
Bajonett-Adapter EF-EOS R mit Einschub für variablen ND-Filter , ca. 450 Euro (ab Februar 2019).
Bajonett-Adapter EF-EOS R mit Einschub für zirkularen Polfilter , ca. 330 Euro (ab Februar 2019). Als weiteres neues Zubehör bietet Canon das kleine und leichte (190 Gramm) Blitzgerät Speedlite EL-100 mit Leitzahl 26 an (ca. 220 Euro). Der Blitzkopf ist horizontal und vertikal schwenkbar und auch eine Stroboskop-Funktion ist vorhanden. Über optische Signale kann des Gerät ferngesteuert werden beziehungsweise einen entfesselten Blitz fernsteuern. Strom liefern zwei AA-Batterien.

Den Adapter mit Filter-Einschub gibt es in zwei Varianten: mit variablem ND-Filter und mit Polfilter.


PRODUKTOTOS: © CANON


PRODUKTFOTOS: © CANON