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Piano? Fortissimo!


myself - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 14.08.2019

Volkshochschule war gestern. Wie man in digitalen Workshops Fotografieren, Yoga und Klavierspielen lernt


Artikelbild für den Artikel "Piano? Fortissimo!" aus der Ausgabe 9/2019 von myself. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Zu viel unterwegs, um Klavierstunden zu nehmen. Online kann Sandra Lösche immer dann üben, wenn sie Zeit dafür findet.


FOTO: ORNELLA CACACE; HAARE & MAKE-UP: LORRAINE ACAR/STYLE COUNCIL

Klavier auf dem iPad

Sandra Lösche, 41, wohnt im schweizerischen Fischbach-Göslikon und lernt mit „Zapiano“ Klavierspielen

Seit wann?
Ich spiele Klavier seit mehr als zwei Jahren. Weil ich Musik über alles liebe. Früher habe ich auch schon Gitarre gespielt, aber da hatte ich Privatlehrer.
Warum online?
Das kann ich viel ...

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Seit wann?
Ich spiele Klavier seit mehr als zwei Jahren. Weil ich Musik über alles liebe. Früher habe ich auch schon Gitarre gespielt, aber da hatte ich Privatlehrer.
Warum online?
Das kann ich viel besser in meinen Alltag integrieren. Da ich beruflich viel unterwegs bin – ich arbeite im Außendienst –, sind starre Kurszeiten schwereinzuhalten. Und es kommt mir entgegen, dass ich nach meinem eigenen Rhythmus und ohne Druck üben kann.
Noch mehr Vorteile?
Mir gefällt der ganzheitliche Ansatz: Man wird von Anfang an ermutigt, alle Sinne einzusetzen – zu hören, zu fühlen, zu sehen. Spannend fand ich auch, dass man per Video gleich ins Spielen kommt und auch schnell improvisieren soll, das steigert die Motivation. Aber ich habe auch Tutorials über Notenlehre, korrekte Fingerhaltung und die richtige Sitzposition belegt.
Wie funktioniert’s?
Ich bin mit einem Sechs-Monats-Abo gestartet. Mit Videos, in denen man einem Lehrer gegenübersitzt, Audiotracks und Notenmaterial geht es los. Man kann auch ein Monats-Abo für rund 29 Euro abschließen oder ein Lifetime-Abo für 399 Euro. Die Kurse sind in Leistungslevel unterteilt, aber auch in Genres wie Klassik, Jazz oder Pop.
Gibt’s Feedback?
Ich kann rund um die Uhr Fragen stellen, außerdem gibt es interaktive Chats, Live-Sessions und die Möglichkeit, Videos vom eigenen Spielen hochzuladen und persönliche Tipps zu bekommen. Im Prüfungsportal kann man jederzeit seine Leistungen testen. Für mich ergibt das Konzept absolut Sinn.

ZAPIANO.COM

Gegründet: 2011 in der Schweiz von Sven Haefliger, der seit 25 Jahren auf das Unterrichten von Erwachsenen spezialisiert ist.
Kurse: Diverse Angebote für jedes Niveau.
Besonderheit: Ganzheitliche Lehrmethode, interaktive Betreuung, eigenes Schüler-Forum.

Yoga via Smartphone

Julia Stuiber, 34, lebt in der Nähe von München und ist Mutter einer siebenjährigen Tochter. Sie praktiziert Yoga mit „YogaEasy“

Warum Yoga zu Hause?
Ganz einfach: Der Kurs, den ich wöchentlich mit Kolleginnen besucht hatte, wurde gestrichen. Also habe ich eine Alternative gesucht.
Und warum „YogaEasy“?
Ich kann dort alle möglichen Yogastile ausprobieren – von Hatha-über Kundalini-bis zu Ashtanga-Yoga. Wenn die Zeit knapp ist, gibt’s eine kurze Einheit, und längere Sessions, wenn ichZeit habe. Ich spare mir den Hin-und Rückweg und langes Überlegen, ob ich gehe oder nicht. Ich lege einfach los.
Ihr aktueller Favorit?
Zurzeit ist es Yin-Yoga. Das hilft mir am besten, wenn ich verspannt bin, und hält sogar meine Migräneattacken in Schach. Auch wenn ich nur meditieren will, habe ich meine Kurse.
Braucht man nicht gerade beim Yoga jemanden, der einen korrigiert?
Die Anweisungen in den Videos sind sehr genau. Aber klar, es ist von Vorteil, wenn man ein paar Kenntnisse mitbringt.
Wie oft nutzen Sie das Angebot?
Tatsächlich übe ich online und per App viel häufiger und konsequenter als zuvor, mindestens vier-, manchmal sogar fünfmal die Woche. Mein Mann undmeine Tochter wissen schon, dass sie mich lieber nicht stören sollten, wenn ich meine Matte ausrolle.
Gibt es Austausch mit anderen Lernenden?
Über eine Facebook-Gruppe kann man mit anderen Schülern und Lehrern Kontakt aufnehmen und Fragen stellen. Hier bekommt man auch mit, wann wo welches Retreat ansteht. Das werde ich auch bald machen, ganz analog.

„Ich übe online viel spontaner, häufiger und konsequenter“

Julia Stuiber spart sich den Weg ins Yogastudio und rollt ihre Matte nur noch zu Hause aus.


YOGAEASY.DE

Gegründet: 2009 von der Hamburger Politologin Henrike Fröchling.
User: 100 000. Seit 2017 hat das Unternehmen auch eine Tochtergesellschaft in China.
Kurse: Mehr als 800 professionelle Yoga-und Meditationsvideos von 50 international anerkannten Yogalehrern. Wöchentlich kommen neue Kurse hinzu.
Besonderheit: Engagierte Community mit regem Austausch, großes Angebot via Online-Magazin oder Podcast, für alle, die tiefer in die Yogawelt eintauchen möchten.

Fotografie im Livestream

Karin Helneder, 40, Marketing-Managerin hat mit „CreativeLive“ Fotografieren gelernt

Traumverwirklichung auf Umwegen: Fotografieren ist für Karin Helneder mittlerweile ein Nebenjob.


Warum Fotografieren online lernen?
Fotografin war immer mein Traumberuf. Während meiner Elternzeit hatte ich dann Zeit, mich wirklich damit zu beschäftigen. Ich war geflasht, was für ein Wissenskosmos sich online mittlerweile entwickelt hat.
Wie funktioniert’s?
Man sucht sich Kurse aus, die einen interessieren. Und lernt von Profis. Es gibt Angebote für verschiedene Stilrichtungen – Porträt-, Natur-, Tieroder Lifestylefotografie – aber auch technische Schwerpunkte wie Belichtung, Kommunikationsstrategie, Datenhandling oder Markenaufbau und Branding. Anfangs habe ich mich zu On-Air-Tutorials zugeschaltet: Die werden aus zwei Studios in den USA übertragen, während ein kleines Publikum stellvertretend für die Online-Community Fragen stellt. Die Livestreams sind kostenlos. Will man sie später anschauen, kauft man sie. Für Camps, die mehrere Tage dauern, zahlt man auch mehr.
Vorteil des E-Learnings?
Die zeitliche und inhaltliche Flexibilität. Und die Angebotsfülle: Ich finde auch nach vielen Jahren immer noch neue Inspiration. Und die Inhalte gehen mir nie verloren, ich kann sie immer wieder abrufen.
Nachteile?
Nicht wirklich. Aber man muss bei „CreativeLive“ ziemlich gut Englisch können, sonst wird’s schwierig.
Was haben Sie gelernt?
Das Know-how, das ich online mitbekommen habe, hat mir viel Selbstbewusstsein gegeben. Als erstes Projekt habe ich die Hochzeit von Freunden fotografiert. Inzwischen ist das mein Nebenjob: Hochzeits-und Familienfotografin. Es gibt kaum etwas Schöneres für mich.
Wie funktioniert der Austausch?
In einer tollen Community, in der jeder seine Erfahrungen weitergibt, ohne Konkurrenzdenken. Wir treffen uns einmal im Jahr bei einem großen Event. Da sind schon Kooperationen entstanden – und echte Freundschaften.
Wichtigste Erkenntnis?
Das Geld, das ich für die Kurse ausgegeben habe, war eine der wichtigsten Investitionen in mich selbst. In der digitalen Welt kann man jeden Tag etwas Neues lernen. Das ist eine große Bereicherung.

CREATIVELIVE.COM

Gegründet: 2010 in Seattle von dem Fotografen Chase Jarvis und dem Geschäftsmann Craig Swanson.
User: Über 10 Millionen.
Kurse: 1500 unterteilt in die Kategorien „Photo & Video“, „Art & Design“, „Music & Audio“, „Craft & Maker“ und „Money & Life“.
Besonderheit: Mehr als 700 Lehrer, darunter Starfotografen, Bestsellerautoren und Grammy-Gewinner.


Fotos: Ornella Cacace & Lara Freiburger

FOTOS: LARA FREIBURGER; HAARE & MAKE-UP: PAMELA SCHÖNTAG/PHOENIX

FOTO: LARA FREIBURGER; HAARE & MAKE-UP: CHARLIE KSIAZEK