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Piksen lassen oder nicht? Das steckt hinter dem neuen Grippe-Schutz


Bild der Frau - epaper ⋅ Ausgabe 40/2018 vom 28.09.2018

Im Herbst zahlen die Krankenkassen erstmals eineVierfach-Spritze . Was Sie darüber wissen sollten, erklären die Experten


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Bildquelle: Bild der Frau, Ausgabe 40/2018

Wer trotz Impfung an Grippe erkrankt, erlebt weniger schwere Verläufe


Dr. Silke Buda
Influenza-Expertin am Robert Koch-Institut in Berlin


Dr. Ole Wichmann
Impf-Experte am Robert Koch-Institut in Berlin


Letzten Winter wütete eine Rekord-Grippewelle in Deutschland. „Wir schätzen, dass neun Millionen Menschen mit Influenza beim Arzt waren, so viele wie lange nicht mehr“, sagt Dr. Silke Buda, Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin. Selbst wer ...

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... als Kassenpatient geimpft war, hatte kaum eine Chance: Hinter den meisten Erkrankungen steckte eine Linie des Influenza-B-Virus, die nicht im von den Kassen erstatteten Dreifach-Grippeimpfstoff enthalten war. Jetzt im Herbst zahlen die Krankenkassen erstmals einen Vierfach-Impfstoff. Er deckt nun auch die Linie der letzten Saison ab und wirkt damit gegen alle vier Subtypen der Influenza-Viren A und B. Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Gibt es schon Erfahrungen mit der Impfung?

In Deutschland gibt es Vierfach-Impfstoffe seit 2012. Privatpatienten bekamen sie bezahlt, Kassenpatienten nur mit medizinischer Begründung des Arztes. Dass sie jetzt erstattet werden, liegt nicht an der letzten Grippewelle: Die Ständige Impfkommission hatte die Entscheidung für die Impfung schon im November davor getroffen, gültig war die Empfehlung im Januar. „Es war Zufall, dass die in der Dreifach-Impfung fehlende Komponente bei der Grippewelle dann die Hauptrolle gespielt hat“, sagt Dr. Ole Wichmann, Experte für Impfprävention am RKI.

Wie gut ist der neue Grippeschutz?

„Grippeimpfungen schützen durchschnittlich 40 bis 60 Prozent der Geimpften vor einer Erkrankung“, sagt Dr. Ole Wichmann. Mit ein Grund für die niedrige Quote: Weltweit kursieren von den vier Grippe-Subtypen viele Varianten, der Impfstoff wird daher jedes Jahr neu zusammengestellt – zehn Monate vor der Grippesaison! Viren verändern sich jedoch ständig. Mal passt der Impfstoff daher gut, mal nicht. Passt alles, gibt’s aber auch keinen 100-Prozent-Schutz. Besonders bei Älteren springt das Immunsystem nicht mehr gut auf die Impfung an.

Gibt es noch andere Impfstoffe?

Kinder und Jugendliche können sich per Nasenspray impfen lassen: Da er nur abgeschwächte Erreger enthält, könnten sich jedoch bis zu zwei Wochen danach sehr stark Immungeschwächte bei ihnen anstecken! Für ältere Menschen gibt es Impfstoffe mit Wirkverstärkern.

Soll ich mich impfen lassen?

Empfohlen und bezahlt wird die Impfung allen über 60, Schwangeren, Medizin-Personal, chronisch Kranken und Immunschwäche-Patienten. Bei allen anderen zahlen die Krankenkassen auch ohne Verpflichtung häufig, aber eben nicht immer. Es lohnt sich, zu fragen. Übrigens: Die Typ-B- Viruslinie, die für die letzte Krankheitswelle sorgte, trifft häufiger auch Jüngere. „Die Grippe ist jedoch generell für Ältere gefährlicher, weil bei ihnen das Risiko größer ist, dass sie schwerer verläuft und es Komplikationen gibt – etwa Lungenentzündungen oder Herz-Kreislauf-Probleme“, sagt Dr. Silke Buda. Und Studien zeigen: Bekommt jemand trotz Impfung die Grippe, verläuft sie häufig milder.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Piks?

Jetzt im Oktober oder November. Nach zehn bis 14 Tagen ist der Impfschutz voll aufgebaut. „Grippewellen beginnen meist im Januar, können aber auch mal früher starten, wie zum Beispiel in der vergangenen Saison im Dezember“, sagt Dr. Silke Buda. Die Impfung nachholen geht immer, selbst wenn die Welle schon rollt: „Niemand kann vorhersagen, wie lange eine Welle dauert – und manchmal folgt auf eine A-Welle noch eine B-Welle“, so Dr. Silke Buda.

Löst die neue Impfung mehr Nebenwirkungen aus?

Nein. „Der Impfstoff ist gut verträglich und sehr sicher, die neue Komponente ändert daran nichts“, sagt Dr. Ole Wichmann. Nach dem Piks sind wie bei anderen Impfungen kurzzeitig leichte Schmerzen und eine Rötung an der Einstichstelle möglich.

Wie wird die nächste Grippewelle?

„Das lässt sich leider nie vorhersagen“, sagt Dr. Silke Buda. Auch nicht mit Blick auf andere Länder, die früher dran sind: „Jede Bevölkerung ist unterschiedlich immun, da sie in der Vergangenheit auch durch unterschiedliche Virusvarianten hervorgerufene Grippeerkrankungen durchgemacht hat“, so Buda.

Vier statt drei Komponenten machen die Impfung besser


Fotos: 123RF, Charité Berlin, Getty Images, Günter Bredow/RKI