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PINSTRIPES


The Unleashed - epaper ⋅ Ausgabe 24/2019 vom 15.12.2019
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Bildquelle: The Unleashed, Ausgabe 24/2019

Wenn es aus den Boxen knallt und scheppert und Nachbarn sich über den „Krach“ beschweren, dann liegen sicherlich die Pinstripes auf dem Plattenteller. Leise kann man diese Combo nicht hören. Wir sprechen hier von hartem, rauem Kick Ass Rockabilly, der definitiv laut sein muss.
Nun bringen die Jungs ihr fünftes Studioalbum heraus. Und besser kann man keinen Nachbarn ärgern, denn der Name „Troublemaker“ ist hier Programm.

Herzlichen Glückwunsch zur neuen Scheibe, ich habe mit Freude die Anlage auf 10 gestellt. Und Glückwunsch zum 15-jährigen Bandbestehen. Hättet ihr gedacht, dass es die Pinstripes so ...

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... lange gibt (und hoffentlich noch länger)?
Hey, Michael, besten Dank für die Glückwünsche und dein Lob. Freut uns sehr, dass dir die neue Platte gefällt. Tatsächlich sind wir mittlerweile im 18. Bandjahr angekommen. Der nächste runde Geburtstag steht also bald an. Den werden wir mit Sicherheit groß feiern, wenn es dann soweit ist.
Als Spike und Hagen die Band 2001 gegründet haben, war es vermutlich nicht abzuschätzen, was sich daraus entwickeln würde. Aber auch nach unzähligen gemeinsamen Shows und fünf veröffentlichten Alben fühlt es sich nicht so an, als würden wir altersmüde. Wir haben noch einiges in Planung für die Zukunft.

Man spürt eine Veränderung. Waren die ersten Scheiben noch sanfter und ruhiger, so fing es schon bei „Still Kicking“ an, wilder und rauer zu werden. Mit „Troublemaker“ habt ihr dem Kuschel-Rockabilly definitiv den Rücken gekehrt.
Interessant, dass du das ansprichst. Die ersten beiden Alben waren sicher deutlich rockiger und glatter produziert. Ich würde zwar nicht von Kuschel-Rockabilly sprechen, aber mit „Still Kickin‘“ hat sich unser Sound definitiv verändert. Das Album und alle nachfolgenden haben wir im mittlerweile in der Rockabilly-Szene international bekannten Black Shack Recordings Studio in Calw aufgenommen. Das Studio wird von Stephan Brodbeck (The Booze Bombs) und Rawand Baziany (Ray Black & The Flying Carpets) geführt. Ray ist ein Meister in dem, was er tut, und entwickelt sich im Studio zum vierten Bandmitglied. Er bringt viele Ideen ein und durch das vorhandene Vintage-Equipment entsteht ein wilder, rauer, aber auch viel wärmerer Sound. Da trifft dann unsere Spielart von 80er-Jahre Neo-Rockabilly auf den Recording-Sound der 50er. So ergibt sich eine Mischung, die perfekt zu unserem Stil passt.

Auch textlich seid ihr um einiges frecher und „böser“. Wenn ich an Lieder wie „Nice Boys“ oder „Die, Die My Darling“ denke. War das bewusst?
Bewusst war das sicher nicht, aber ich gebe dir recht, dass, wenn man die Titel auf der Platte durchliest, bei vielen ein eher düsteres Thema mitschwingt. Das schlägt sich natürlich auch im Klang der Songs nieder. Wir versuchen, beim Songwriting möglichst viele Themen abzuarbeiten, um nicht einseitig zu klingen. So sind auch wieder einige klassische Rock‘n’Roll- und Rockabilly-Nummern mit dabei. Scheinbar hat sich unsere dunkle Seite dieses Mal jedoch etwas mehr durchgesetzt. Um mal auf die vier Covernummern des Albums einzugehen: Da suchen wir immer die Herausforderung. Mit „Poison Heart“ haben wir uns an einen Ramones-Song aus der späten Schaffensphase der Band gewagt, der uns wirklich gefordert hat. Mit dem Ergebnis sind wir aber sehr glücklich. „Die, Die My Darling“ von den Misfits in Rockabilly zu „übersetzen“ und dabei interessant zu halten, war ebenfalls nicht einfach. „Nice Boys“ von Rose Tattoo spricht uns einfach aus der Seele und musste nun endlich mal auf Platte gepresst werden.

Ihr habt auch diesmal etliche Gastmusiker dabei. Es klimpert das Piano, es dröhnt das Sax und die Bluesharp knallt gewaltig. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, eure Songs noch weiter zu pimpen?
Die Bluesharp gehört mittlerweile auf unseren Alben zum festen „Salz in der Suppe“. Mit einem Saxophon hatten wir schon auf der letzten Platte experimentiert und auch dieses Mal hatten wir mit „Betty Blue“ einen Rock’n’Roll-Song, bei dem wir schon beim Ausarbeiten das Sax im Ohr hatten. Wir sind immer für Neues offen und im Studio hat man die Möglichkeit, vieles auszuprobieren. So kam die Idee, irgendwo ein Piano einzubringen, was sich bei den Geschwindigkeiten unserer Songs als gar nicht so einfach entpuppt hat. Sascha Kommer hat das dann aber letztendlich wunderbar passend eingespielt und ist auch auf einem weiteren Song zu hören, der nicht auf dem Album gelandet ist. Den halten wir noch für kommende Projekte zurück. Außerdem hat unser guter Freund Randy, der uns seit den Anfangstagen der Band begleitet, bei einem Song die Lead Vocals beigesteuert und Thomas von den Railbones ist bei zwei Songs an der Slide-Gitarre zu hören.

Auch das Artwork besticht. Ihr habt mit Nano Barbero einen der angesagten Künstler „erwischt“. Wie ist die Zusammenarbeit entstanden?
Nano ist ein toller Künstler und ein wirklich sehr angenehmer Mensch. Es macht großen Spaß, mit ihm zusammen zu arbeiten. Sein Stil passt außerdem perfekt zu unserem Sound. Seit dem letzten Album „Gotta Roll“ macht er sämtliche Artworks und Shirt-Designs für uns und überrascht uns immer wieder mit seinen Entwürfen und seiner unkomplizierten Art. Man merkt, dass er aus der Szene kommt und für die Szene lebt.

15 Jahre Bandgeschichte… ihr habt sicher viel zu erzählen. Was würdet ihr als Highlight in der Band History sehen?
Da ist mittlerweile wirklich einiges zusammengekommen und es wird immer schwerer, die Perlen herauszupicken. Ein Highlight war sicherlich, mit Lee Rocker und Buzz Campbell auf einem Kreuzfahrtschiff zu spielen, das zwischen Finnland und Schweden hin und her schipperte. Die beiden sind wirklich nette Zeitgenossen. Die spontane halbstündige Jamsession mit Marco DiMaggio und seiner Connection als Zugabe auf dem Züri-Fäscht in der Schweiz und der Auftritt in unserer Heimatstadt Ludwigsburg in der legendären Rockfabrik vor vollem Haus gehören ebenfalls dazu. Gigs im Ausland, bei denen man neue Leute und Bands kennenlernt, sind eigentlich immer Highlights. Wir haben auch einige „szenefremde“ Festivals gespielt wie das Rock Am See, Summerbreeze oder With Full Force, was unglaublichen Spaß gemacht hat.

Es werden nun sicher etliche Gigs folgen. Was erwartet uns in Zukunft?
Wir konzentrieren uns momentan voll und ganz auf unsere Release-Show am 14.12. Die findet in der Rockfabrik Ludwigsburg statt, und so wie es aussieht, wird es definitiv die letzte Rockabilly-Show sein. 2020 müssen die Betreiber leider das Feld räumen. Mit dabei sind The Booze Bombs und The DiMaggio Connection aus Italien, was uns riesig freut.
Für 2020 stehen bereits die ersten Shows an. Das 20. Bandjubiläum nähert sich und somit wird es nicht ruhig um uns werden. Zum neuen Album wird es außerdem noch zwei Musikvideos geben, die bald veröffentlicht werden.

Wer also mal wieder seine Anlage auf „LAUT“ stellen, die Nachbarn ärgern oder einfach nach Herzenslust rocken und boppen möchte, der sollte sich „Troublemaker“ kaufen – Kick-Ass Rockabilly ist hier nicht nur ein flotter Name, sondern Programm.
Herzlichen Dank an die Pinstripes!


Bilder: The Pinstripes