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PLACE TO V Vegan-Paradies Burg Lenzen


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Vegan für mich - epaper ⋅ Ausgabe 7/2021 vom 20.10.2021

PORTRÄT / Hotel Lenzen

Um ein ren als „Grüne Burg“, als sie von der damaligen Eigentümerin dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) geschenkt wurde. Der kleine Auenwald, die Feucht- und Kräuterwiesen im rund 5 Hektar großen Burgpark sind Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe, deren Ufer kaum einen Kilometer entfernt liegt – bequem zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar durch die Lenzener Elbtalaue, Heimat vieler bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Die Elbe trennt hier im Vierländereck die Bunvon xxxxxxx xxxxxxxxx

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Bildquelle: Vegan für mich, Ausgabe 7/2021

Die Burg Lenzen gilt bundesweit als vegan-ökologisches Leuchtturmprojekt ? in einer Region mit hohem Erholungswert

Um ein rein veganes Hotelkonzept umzusetzen, das auch möglichst ökologisch, nachhaltig und klimaneutral sein soll, braucht man erst mal einen geeigneten Standort. Nach langer Suche wurden Kim Stellbrinck und Jonas Mog in Lenzen fündig, einer Kleinstadt im nordöstlichsten Zipfel Brandenburgs. „Wir wussten sofort: Wenn, dann hier!“, blicken die beiden Hotel-Geschäftsführer mit ...

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... leuchtenden Augen zurück. Die Burg Lenzen − das Wahrzeichen der Stadt − gilt schon seit den frühen 90er-Jah-desländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt auf der einen Uferseite von Niedersachsen auf der anderen und war zu DDR- Zeiten streng bewachte Todeszone. Heute blüht hier das Leben – als Teil des einmalig biotop- und artenreichen, teils unberührten „Grünen Bandes Deutschland“, das sich entlang der früheren innerdeutschen Grenze auf fast 1400 Kilometern von der Ostsee bis ins Vogtland zieht.

„Von der Fülle an ökologischer Vielfalt waren wir sofort begeistert. Rückzugsräume, Naherholung und die Burg Lenzen als malerischer Anziehungspunkt“, zählt Jonas Mog die wichtigsten Gründe auf, die Burg zum Standort des „größten rein veganen Hotels Deutschlands“ zu machen. Seit Anfang Juli bietet das „ahead Burghotel“ mit seinem Restaurant „Place to V“ so ziemlich alles, was vegan orientierte und umweltbewegte »

INTERVIEW

Kim Stellbrinck, Jonas Mog, Geschäftsführer ahead Burghotel Lenzen Was hat euch bewogen, ein bioveganes Hotel zu gründen?

Kim Stellbrück: Grundlage ist die eigene Lebensentscheidung. Ich wurde schon als Achtjährige durch einen Artikel in der „Wendy“ über Tiertransporte zur Vegetarierin, seit einigen Jahren bin ich Veganerin. Jonas habe ich 2019 kennengelernt, wir waren beide als Abteilungsleiter in einem Hotel in Büsum angestellt und haben schnell gemerkt, dass wir in dieselbe Richtung denken. Jonas Mog: Ich wurde mit 18 Vegetarier und vor acht Jahren Veganer, und die Idee schlummerte wohl schon lang in uns beiden. Aber dass wir den Schritt dann gemeinsam gewagt haben, lag vor allem an unserer Berufserfahrung von zusammengerechnet gut 30 Jahren. Kim als Food-und Beverage-Manager und ich als Front Office Manager bringen somit neben unserer Begeisterung und Überzeugung auch das notwendige Know-How mit.

Kann sich das Ganze trotzdem als finanzielles Abenteuer erweisen? Jonas Mog: Ein Wagnis ist es schon. Wir haben praktisch unser ganzes Privatkapital hineingesteckt und werden von Privatinvestoren unterstützt. Banken sind nicht involviert.

Was verursacht die meisten Kosten? Jonas Mog: Zunächst mussten wir die gründliche ökologische Renovierung finanzieren. Hinzu kommen die laufenden Kosten für die Küche usw. sowie die Mietzahlungen an den BUND. Und wir haben alle 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernommen, die hier vorher im BUND-eigenen Hotel und Restaurant beschäftigt waren.

Was ist jetzt anders als unter BUND- Verantwortung?

Kim Stellbrück: Die konsequente vegan-ökologisch-nachhaltige Konzeption ist ein großer Pluspunkt. Wir haben Gäste aus ganz Deutschland und waren im Spätsommer nahezu ausgebucht. Auch für die Wintersaison schaut es mit den Buchungen gut aus. Es sind zunehmend auch Firmen und Verbände, die hier Tagungen, Seminare oder etwa Yoga-Retreats buchen.

Was sagt die Tourismusbranche? Kim Stellbrück: Der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Brandenburg war hier und hat uns als „Leuchtturmprojekt für das Bundesland und ganz Deutschland“ bezeichnet. Es wäre natürlich schön, wenn auch die Gastronomie und das Gewerbe vor Ort noch mehr davon profitieren könnten.

Lenzen ist nicht der belebteste Ort … Jonas Mog: Ja, aber das kann sich ändern, dazu wollen wir beitragen. Die Region hat hohen Erholungswert und ist ökologisch einzigartig.

Menschen – aber auch naturliebende Erholungssuchende im Allgemeinen – überzeugen sollte: beginnend mit der Speisekarte, die ganz auf ökologische und möglichst regionale Küche setzt und Spezialitäten wie Rote Bete Maultaschen, schwarze Gnocchi mit Steinpilzen in Weißweinsud und feinsten Cheesecake mit Schokocrumble bietet, über das gastronomische Ambiente mit Sommerterrasse und Frühstückswintergarten, bis hin zu den unterschiedlichen Freizeitangeboten wie Meditation und Yoga im Teehaus, Fahrrad- und Kanuverleih sowie Events wie Musik, Vorträge oder Lesungen. Klar: Das Ganze liegt preislich schon eher im gehobenen Bereich. Wobei eine Übernachtung für eine Person in einem „eco single room“ in der Historischen Burgschule unterhalb der Burg schon ab 72 Euro möglich ist, während das teuerste Zimmer in der Burg selbst, die „ahead Suite“ für drei Personen, ab 169 Euro buchbar ist. Frühstücksbuffet, Parken, Sauna, WLAN, Yoga und Meditation sind jeweils inbegriffen.

Hinzu kommt die Garantie, dass hier wirklich alles rein pflanzlichökologisch ist, auch die Zimmerausstattung mit Bio-Naturholzmöbeln und -Eichendielenböden aus nachhaltiger Forstwirtschaft, die Bio-Bettwäsche oder etwa die ausschließliche Verwendung von biovegan zertifizierten Reinigungsmitteln. Klimapositivität soll noch bis Ende dieses Jahres erreicht werden – auch durch Baumpflanzungen als CO2-Kompensation.

Ob sich das ahead Hotel etablieren wird? „Die Zeit ist reif", sind sich Kim und Jonas sicher, die übrigens hotelweit alle duzen und sich auch duzen lassen. Auch dies trägt zur entspannt-familiären Atmosphäre bei, die alle Menschen hier verbindet. ahead Burghotel Lenzen, Burgstraße 3, 19309 Lenzen/Elbe, Telefon 038792- 5078300, Mail: hallo@aheadhotel.de, Website: www.aheadhotel.de

Burg Lenzen – bewegte Historie

Die ehemals slawische Königsburg blickt auf eine rund 1100-jährige, wechselvolle Geschichte; der Burgturm mit seinem imposanten Ausblick stammt aus dem 13. Jahrhundert. Vögte und Raubritter residierten hier, Pest und Brände wüteten, im Dreißigjährigen Krieg wird die Burg stark beschädigt, Zinnen und Erker werden abgetragen. Im 18.

Jahrhundert geht die Burg durch Friedrich d. Großen in Privatbesitz über, in der DDR dient sie als Altenheim. 1993 schenkt sie die vormalige Besitzerin dem BUND. Der Umweltver -band schuf dort ein Kleinod mit „Auenreich“ und „Natur-Poesie-Garten“, Bildungsangeboten sowie Ausstellungen über ökologische Lebensräume und Lenzens Stadtgeschichte. www.burg-lenzen.de