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PLANET GOLF RUHRGEBIET NEUER POTT


Golfpunk - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 27.09.2019

Kohle, Stahl, Bier – die Grundsäulen des Ruhrgebiets sind untergegangen. Geblieben ist die Liebe zum Fußball. Und stetig auf dem Vormarsch: der Golfsport!


RUHRGEBIET

Artikelbild für den Artikel "PLANET GOLF RUHRGEBIET NEUER POTT" aus der Ausgabe 5/2019 von Golfpunk. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Golfpunk, Ausgabe 5/2019

Ein Mitglied im Golfclub Bottrop-Kirchhellen ist kürzlich von Aachen nach Duisburg umgezogen. Nicht ohne dafür viel Spott und Häme aus seinem Freundeskreis zu ernten nach dem Motto: „Wie kannst du nur? Aus dem schönen Aachen ins hässliche Duisburg?“ Mittlerweile wird der gute Mann an Wochenenden häufig in seiner schicken Wohnung im hippen Duisburger Innenhafen besucht – von seinen Freunden aus Aachen. Ja nee, is’ klar. Die Zeiten ändern sich ...

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... eben. Schimanski ist tot. Und mit ihm das Klischee vom schmuddeligen, schmutzigen Ruhrpott. Natürlich gibt es im Ruhrgebiet auch heute noch Ecken, in denen sich der golfende Homo sapiens eher unwohl fühlt. Die gibt es aber auch in Berlin, Hamburg oder Köln. Aber der Strukturwandel hat die größte Metropolregion des Landes einschneidend verändert. In einer Studie wurden jüngst 185 Satellitenbilder ausgewertet und die 14 deutschen Großstädte mit mindestens einer halben Million Einwohnern auf ihren Grünflächenanteil untersucht. Haltet euch fest: Dortmund (70,7%) und Essen (68,0%) sind deutlich grüner als Düsseldorf (56,7%) oder München (49,9%). Was natürlich nicht nur, aber eben auch an den Golfplätzen liegt.

Gut 40 davon stehen zur Auswahl und die Bestimmung einer Handvoll für unseren Kugelausflug ist richtig schwergefallen. Man könnte von dieser

Region mit Leichtigkeit ein eigenes Golf-Special erstellen. Soll heißen:

Auch die Golfclubs, die aus Platzgründen nicht vorgestellt werden, sind mit überragender Mehrheit lohnenswert. Wir beginnen unseren Trip ganz im Westen vom Westen in Mülheim an der Ruhr. Im Breitscheider Kreuz laufen die A3 und A52 zusammen. Sofern man die schlecht ausgeschilderte Einfahrt zum Golfclub nicht verpasst, betritt man keine zwei Kilometer von der Autobahnausfahrt entfernt eine wunderbare Oase. Von der Gründung des Clubs 1980 bis zur Eröffnung des Platzes hat es schlanke zwölf Jahre gedauert, doch das Warten hat sich gelohnt. Auf 75 Hektar ist ein äußerst abwechslungsreicher und herausfordernder Golfplatz entstanden, auf dem vor wenigen Wochen noch die Internationalen Amateurmeisterschaften der Herren ausgetragen wurden. Viele kleine Bachläufe, Teiche und geschickt drapierte Bunker würzen die top gepflegten Spielbahnen. Besonderes Gimmick: Zwischen dem Putting-Grün und dem ersten Abschlag steht eine „Royal Oak“, gepflanzt anno 1995 von keinem Geringeren als Sir Nick Faldo, als dieser vor den begeisterten Mitgliedern eine Golf Clinic abhielt. Wer die Zeit hat, sollte unbedingt auch die neun Löcher des Par-3-Platzes spielen. Der Kurzplatz inmitten verschiedener Obstbäume ist einer der besten und anspruchsvolleren seiner Art. Oftmals recht lieb- und fantasielos gestaltet, werden Kurzplätze von vermeintlich guten Golfern meist eher stiefmütterlich behandelt – dieser hat durchaus Aufmerksamkeit verdient und verbessert das kurze Spiel jeder Handicap-Klasse.

GOLFCLUB SCHWARZE HEIDE BOTTROPKIRCHHELLEN

18 Löcher, Par 72, 6.026 Meter

Adresse: Gahlener Straße 44 46244 Bottrop Tel. +49 (0)2045.82488www.gc-schwarze-heide.de
Greenfee : 60 Euro (Mo.- Fr.), 70 Euro (Wochenende & Feiertag) Eine wunderbare Oase auf ehemaligem Landwirtschaftsgelände an der Grenze zum Münsterland. Ein schöner Parkland-Heideplatz in Topzustand mit jeweils sechs Par- 3-, Par-4- und Par-5-Bahnen.
Killerloch: Bahn 6 ist ein tolles Par 5 mit einem doppelten Dogleg! Nichtgolfer würden von einem Zickzackkurs sprechen. Vom Tee geht es erst einmal 280 Meter geradeaus. Zur Rechten stoppt ein Wald verzogene Bälle. Der zweite Schlag ins Dogleg hinein muss lang genug sein, damit man beim Grünanspiel einen mittig platzierten großen Baum nicht di- rekt vor der Linse hat.

Selbst die größte geografische Wildsau kann am Klang gewisser Städtenamen erraten, in welcher Region der Ort liegt. Castrop-Rauxel, Wanne-Eickel – da springt einen das Ruhrgebiet doch förmlich phonetisch an. Wir fahren gen Norden und ich finde, das gilt auch für Bottrop, wo wir im Golfclub Schwarze Heide unweit des wohl deutlich bekannteren Movie-Parks aufschlagen und damit schon etwas ab vom Schuss. Wenige Drive-Längen nördlicher beginnt bereits das Münsterland. Inmitten von Landwirtschaftsflächen und Wäldern wird im Golfclub Schwarze Heide seit 1993 auf einem klasse Golfplatz gespielt. Den Parkland-Kurs mit vielen kniffligen Spielbahnen, dessen Pflegezustand überdurchschnittlich ist, kann man problemlos zu Fuß bewältigen. Trotz der Randlage berichtet uns Clubmanagerin Anja Drews von über 1.000 Mitgliedern. Das hat sicher auch mit der Mitgliedschaft in der Vereinigung GolfHochZehn zu tun. In diesem Verbund haben sich acht Clubs in Nordrhein-Westfalen sowie vier Golfclubs aus bayerischen Ferienregionen zusammengeschlossen und machen dem Golfwütigen ein grandioses Angebot: Egal in welchem der Clubs man Mitglied ist, kann man ohne jeglichen Aufpreis und ohne jede Einschränkung auf allen Partneranlagen spielen.

Ein kurzes Stück zurück auf der A 31, dann weiter auf die A2 und keine halbe Stunde später schlagen wir im Gelsenkirchener Golfclub Haus Leythe ab. Vor uns macht sich ein junger Mann am ersten Tee allein auf die Runde, das Bag geschultert und ein Baby im Kinderwagen vor sich herschiebend. Das ist nicht der Ort für Parvenüs. Etepetete ist hier nicht. Die Menschen im Pott haben Herz und Humor. Sie sind ehrlich, geradeheraus, oft hart, aber meist herzlich. Auch der Dialekt lässt einen sanften Kern unter einer rauen Schale vermuten: „Hömma Schakeline, tu ma die Omma winken.“ Genau wie wir bekommt es vor uns auch der junge Vater mit zahlreichen Biotopen zu tun. Ob er beurteilen kann, dass die Fairways unter der extremen Hitze und Trockenheit etwas mehr gelitten haben als in den anderen Clubs? Jedenfalls sind die Grüns makellos und zügig und viele Bahnen verlangen mehr Köpfchen als Muskeln. Also: öfter mal die Hölzer stecken lassen und mit den Eisen taktisch glänzen. Wer die zwölfte Bahn in Par spielen will, dem hilft aber auch die beste Taktik nichts. Der Tee-Shot ist wahrscheinlich der schwierigste im ganzen Bundesland. Diese Bahn mit dem passenden Namen „Teufelstaille“ ist ein echter Kandidat für „Rudis Schwarze Löcher“. Selbst der notorisch zur Selbstüberschätzung neigende Haudrauf bekommt hier weiche Arme. Auf der Clubterrasse sind wir dann endlich bei dem Ruhrgebiets-Thema schlechthin angekommen: Fußball. Hier tummeln sich häufig Schalker Fußball-Legenden und erzählen sich nach der Runde erst von ihren großartigen Schlägen und schwärmen danach von vergangenen Heldentaten. Peter Neururer hat im Grünbunker an der 17 beinahe mal sein Leben gelassen und dieses nach seinem Herzinfarkt nur dem beherzten Handeln seiner Flight-Partner zu verdanken.

Wer „Schalke“ sagt, muss auch „Dortmund“ sagen. Wir wollen aber nicht über die Mutter aller Fußball-Derbys schwadronieren, sondern erkunden den Erzrivalen golftechnisch. Am östlichen flachen Stadtrand auf dem ehemaligen Flughafengelände liegt der Royal St. Barba- ra’s Dortmund Golfclub, der 2019 sein 50-jähriges Jubiläum feiert und neben Bad Homburg einer von nur zwei Golfclubs in Deutschland ist, die den Beinamen „Royal“ tragen. Im August 1930 landete das 236 Meter lange und 30 Meter breite Luftschiff „Graf Zeppelin“ vor 120.000 Zuschauern dort, wo heute der Platz zwischen dem 15. Grün und dem Clubhaus liegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg richteten britische Streitkräfte die Napier Barracks ein und die Royal Artillery lagerte hier zum einen knapp 30 Jahre lang Atomsprengköpfe und begann zum anderen Ende der 60er-Jahre mit dem Bau des Golfplatzes. Im Mai 1984 besuchte Queen Elizabeth II. in ihrer Funktion als Captain General die Einheit und soll während einer Teepause bei einem Blick auf den damals 4.544 Meter langen Par-69-Platz gesagt haben: „A wonderful golf course.“ Mit dem Abzug der Truppen ging der Club 1995 in deutsche Hand über. Nach großzügiger Um- und Neugestaltung zu Beginn des 21. Jahrhunderts präsentiert sich der Kurs heute als veritabler, flacher Parkland-Kurs mit amtlicher Länge, einem Inselgrün (Bahn 9), einem 70 Meter langen Doppelgrün (12 und 16), das mit 1.280 Quadratmetern die Größe von fünfeinhalb Tennisplätzen hat, sowie einem spannenden Par 3 über Wasser zum Abschluss der Runde.

Hat ‘ne Fahne: besser Grün als blau


Von wegen Glamping: Essen ist fertig!



„WENIGE DRIVE-LÄNGEN NÖRDLICHERBEGINNT BEREITS DAS MÜNSTERLAND . INMITTEN VON LANDWIRTSCHAFTSFLÄCHEN UND WÄLDERN WIRD IM GOLFCLUB SCHWARZE HEIDESEIT 1993 AUF EINEM KLASSE GOLFPLATZ GESPIELT.“


Jeder Tag wie Ostern: wenn der Driver Zicken macht


Als der Liter Sprit noch eine Mark kostete, musste, wer „Schalke“ und „Dortmund“ sagte, auch „Bochum“ sagen. Der VfL Bochum gehörte zum festen Inventar der Bundesliga und durfte sich über die kleinen Derbys gegen Schalke und den BVB freuen. Wie gesagt, die Zeiten ändern sich. Nach einigen Jahren im Fußball-Fahrstuhl sind aus den einst Unabsteigbaren mittlerweile die Unaufsteigbaren geworden. Ein stetiges Auf und Ab gibt es dafür weiterhin im Bochumer Golfclub. Zum Abschluss des Trips fällt uns der körperlich anstrengendste Platz unseres Quintetts vor die Füße. Was nur theoretisch stimmt, denn im Cart mit GPS-Monitor ist es nicht ganz so mühsam. Der Zweck heiligt die Mittel. Die alten und neuen Villen und Bungalows entlang der Fairways 2 bis 4 vermitteln einen mondänen Eindruck, den der Hamburger in Bochum nicht vermuten würde. Ebenso wenig wie das Naherholungsgebiet am Kemnader See, das direkt unterhalb des Golfplatzes liegt und alles bietet, was das Herz des Outdoor-Fans begehrt: Biken, Surfen, Segeln, Skaten oder Tretbootfahren ebenso wie Aussichtsecken, Cafés, Grillhütten oder Spielplätze. Das Cart hilft mir allerdings nicht, wenn es darum geht, die vielen Schräglagen zu meistern. Wer einen Platz in der Woche vor den Clubmeisterschaften spielt, kommt ziemlich wahrscheinlich in den Genuss des bestmöglichen Zustands, sodass es für mich auch nichts zu mäkeln gibt. So sitze ich anschließend auf der Terrasse, plaudere mit Clubmanagerin Brigitte Altmann über die rege Beteiligung (120 Teilnehmer) beim letzten Herrengolf und denke mir: Der einstige Kohlenpott ist wirklich jede Golfreise wert. Die Zeiten sind vorbei, in denen man im westlichen Schmelztiegel der Nation als Golfspieler komisch angeschaut wurde.

GOLFCLUB MÜLHEIM AN DER RUHR

18 Löcher, Par 72, 6.252 Meter

Adresse:
Am Golfplatz 1 45481 Mülheim a. d. Ruhr Tel. +49 (0)208.483607www.gcmuelheim.com
Greenfee : 60 Euro (Mo.- Fr.), 80 Euro (Wochenende & Feiertag) Ein gepflegter, großzügig angelegter und abwechslungsreicher Parkland- Kurs mit vielen strategisch geschickt platzierten Hindernissen. Dazu gibt es als perfekte Übungswiese einen guten, anspruchsvollen Neunloch-Par-3-Platz mit Bahnen zwischen 65 und 138 Metern.
Killerloch: Offiziell ist es zwar nur die zwölftschwierigste Bahn, aber wenn in einem Matchplay an der 18 die Entscheidung fallen muss, so hat dieses Par 4 (340 Meter) alle Zutaten für ein Drama, zum Beispiel eine Drive-Landezone, die durch Bäume zur Linken und einen See zur Rechten eng wird. Der zweite Schlag muss übers Wasser auf ein bebunkertes Halbinselgrün. Ein ty- pisches Hopp-oder-top-Loch.

Bevor das alles zu hymnisch klingt: Das Ruhrgebiet ist weiterhin nicht das Allgäu und wird es auch nicht werden. Über fünf Millionen Menschen leben hier auf 4.435 Quadratkilometern zusammen, verbunden durch das dichteste Autobahnnetz der Nation. Wer sich außerhalb der Ferienzeit morgens an einem Werktag über einen der 600 Autobahnkilometer quält, entwickelt bei dem ständigen Kommen und Stehen zwangsläufig mehr Gewaltfantasien als nach stundenlangem „Call of Duty“-Gedaddel. Aber: Die Energiewende hat dem Revier ein neues Gesicht gegeben. Die Kohle dampft nicht mehr. 2018 wurde die letzte Zeche geschlossen. Wo früher der Grubenstaub und -ruß die Gesundheit der Menschen gefährdete, ist längst eine lebendige Kunst-und-Kultur-Szene entstanden. Das Ruhrgebiet ist nicht nur Europäische Kulturhauptstadt 2010 – es ist auch eine multikulturelle Region und das nicht erst seit gestern. Viele polnische Namen zeugen von der Zeit, als der Bergbau noch blühte und viele Kumpel aus dem benachbarten Osten anlockte. Mittlerweile ist aus der Zeche Zollern ein Museum geworden. Die Zeche Zollverein in Essen ist UNESCOWeltkulturerbe und im Sommer Schwimmbad und Kino zugleich. Die lange Jahre rezessive Bierbraukultur wird langsam, aber stetig wieder zum Leben erweckt. Viele Halden, die Berge aus Abfallprodukten des Bergbaus, wurden renaturiert und umgestaltet. In Duisburg ist aus einem stillgelegten Hüttenwerk ein faszinierender Landschaftspark entstanden. 1.200 Kilometer Radwege machen das Ruhrgebiet immer bekannter als Reiseziel für Pedalritter. Erst recht wenn für die Velo-Fraktion in ein paar Jahren die dann über 100 Kilometer lange Fahrrad- Autobahn quer durch den Pott von Hamm bis Duisburg fertiggestellt sein wird. Das Dortmunder U, die Ausstellungen im Oberhausener Gasometer, der Skywalk Phoenix West in Dortmund – die gesamte Region ist stolz auf sein industriekulturelles Erbe. Das Ruhrgebiet mit seinen scheinbar verschwimmenden Stadtgrenzen hat sich notgedrungen neu erfinden müssen. Ein Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist und der auch seinen Tribut fordert. Die Arbeitslosigkeit ist mit gut zehn Prozent deutlich höher als sonstwo in der Republik. Der Pottler weiß: Leben is’ eben nich’ nur Pommes und Disko. Aber: Tief im Westen, wo die Sonne längst nicht mehr verstaubt, ist es für Golfer besser, viel besser, als man glaubt.

BOCHUMER GOLFCLUB

18 Löcher, Par 72, 5.747 Meter

Adresse: Im Mailand 127 44797 Bochum-Stiepel Tel. +49 (0)234.799832www.bochumer-golfclub.de
Greenfee: 50 Euro (Mo.- Fr.), 60 Euro (Wochenende & Feiertage) Eine gepflegte Anlage auf bergigem Gelände im Süden der Stadt mit wunderbaren Ausblicken auf den Kemnader See. Ungewöhnlich, dass die Front Nine 800 Meter (!) länger sind als die Back Nine, die dafür ein deutlich strategischeres und präziseres Spiel verlangen.
Killerloch: Der Drive an der 2 (381 m, Par 4) sollte wegen des Doglegs mindes- tens 200 Meter lang sein und mental sollte man dabei die Ausgrenze links und das Wasser rechts aus- blenden können. Der lange zweite Schlag in ein von Bunkern bewachtes und stark nach rechts hängendes Grün führt stramm bergauf.

ROYAL SAINT BARBARA’S DORTMUND GOLFCLUB

18 Löcher, Par 72, 6.110 Meter

Adresse: Saint-Barbara-Allee 18, 44309 Dortmund-Brackel Tel. +49 (0)231.9098650www.royal-dortmund-gc.de
Greenfee: 60 Euro (Mo.- Fr.), 70 Euro (Wochenende & Feiertage) Zeppelin, Atombomben, Queen Elizabeth – eine bewegtere Geschichte dürfte kaum ein Golfplatzgelände hierzulande vorzuweisen haben. Heute liegt direkt angrenzend an das Trainingsgelände von Borussia Dortmund ein schöner Parkland- Platz, der in diesem Jahr sein 50- jähriges Jubiläum feiert.
Killerloch: Bahn 6 (393 m, Par 4) ist mörderisch. Es gibt für den Drive nur ei- ne postkartengroße Fläche, von der aus kein Wasserhindernis oder Bäume den langen zweiten Schlag in ein schwierig anzuspielendes Grün behindern.

Startzeit gebucht: gemischter Vierer


Verwechslung: King-Size-Schläger sind nicht gleich Kingdom



„DIE ENERGIEWENDE HAT DEM REVIEREIN NEUES GESICHT GEGEBEN . DIE KOHLE DAMPFT NICHT MEHR. 2018 WURDEDIE LETZTE ZECHE GESCHLOSSEN .“


GELSENKIRCHENER GOLFCLUB HAUS LEYTHE

18 Löcher, Par 71, 5.433 Meter

Adresse: Middelicher Straße 72 45891 Gelsenkirchen-Buer Tel. +49 (0)209.701100www.haus-leythe.de
Greenfee : 50 Euro (Mo.- Fr.), 60 Euro (Wochenende und Feiertage nur in Mitgliederbegleitung) Es gibt Golfplätze, die eine gewisse Streuung vom Abschlag verzeihen – dieser zählt nicht dazu. Direkt an der A 2 gelegen, beweist Haus Leythe mit einer Vielzahl an natürlichen Hindernissen und unterschiedlichen Landschaftsstrukturen, dass es keine schiere Länge braucht, um anspruchsvolles Golf einzufordern.
Killerloch: Versucht man an Loch 12 (390 m, Par 4), das Grün tatsächlich mit zwei Schlägen zu erreichen, erwartet einen am Tee der blanke Horror: ein Nadelöhr mit Ärger zu beiden Seiten und ein großer Baum in 200 Metern Entfernung, der nur einen schmalen Zugang für den zweiten, langen Schlag in ein gut bewach- tes Grün zulässt.

Harte Pott-Schule: in den Randstein beißen statt Gras fressen


Doppel-Bogey-Blues: Warten auf die Schalke-Fans