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Plastik, Autoteile und fünf Kilo Kippen


Sportschipper - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 28.08.2019

So ein „Bremerhavenputz“ kann schnell zum Wettbewerb im Müllsammeln werden: Irgendwann liegt Merle Guth bäuchlings auf der hohen Kaje der „imjaich“ Lloyd Marina. Kollegin Jenny Bergmann sitzt als Kontergewicht oben drauf, damit die stellvertretende Hafenmeisterin mit ihrem Käscher auch tatsächlich noch an das letzte Stück Plastikmüll im Neuen Hafen herankommt. Sechzig Kilo Müll kommen am Ende bei der Aktion am ersten August-Sonnabend zusammen – gesammelt von ebenso vielen ehrenamtlichen Helfern.

Um zwölf Uhr wird es eng im Konferenzraum des Boardinghauses. Das Orga-Team teilt die Eimer mit den Aufklebern ...

Artikelbild für den Artikel "Plastik, Autoteile und fünf Kilo Kippen" aus der Ausgabe 9/2019 von Sportschipper. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Sportschipper, Ausgabe 9/2019

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... „Putzpütz“ aus. Dazu gibt es für alle Sammler Käscher und Handschuhe. Die Bremerhavener Entsorgungsgesellschaft BEG hat die Müllgreifer und Müllcontainer beigesteuert.

Gefährlicher Müll: 14 000 Zigarettenstummel sammeln die fleißigen Helfer der ersten Aktion „Bremerhavenputz“ – fünf Kilo Kippen! Fatal: Die Giftstoffe eines einzigen Zigarettenfilters können einhundert Liter Wasser vergiften.


Beherzter Einsatz: Merle Guth, stellvertretende Hafenmeisterin der „im-jaich“ Lloyd Marina, liegt bäuchlings auf der hohen Kaje, um mit ihrem Käscher tatsächlich auch noch das letzte Stück Plastikmüll aus dem Neuen Hafen zu fischen. Kollegin Jenny Bergmann fungiert als Kontergewicht.


(Fotos: im-jaich Lloyd Marina)

Zweieinhalb Stunden lang schwärmen die Teams um und im Hafen herum: Ein kompletter Akkuschraubenkoffer gehört zu den kuriosen Fundstücken wie auch eine Kofferraumabdeckung. Ein Aal wehrt sich gegen die Versuche, ihn aus einem Plastiknetz zu befreien. Und dann ist da im Wasser auch noch das kleine Tütchen mit pflanzlichen Inhaltsstoffen und einem Marihuana-Zeichen drauf. Merle Guth lacht: „Da wüsste man doch gerne die Geschichte dahinter – und wie das wohl im Hafen gelandet ist? Wenn da mal nicht die Polizei in der Nähe war und der Besitzer das Tütchen ganz schnell loswerden musste.“

Alle sind mit Feuereifer bei der Sache. Merle Guth: „Die Stimmung war megacool. Und so eine Aktion wird dann natürlich auch schnell zum Battle, wer den meisten Müll zusammen sammelt.“ Gegen 15 Uhr trudeln die Sammler wieder beim Boardinghaus ein, und die Mülltrennung beginnt. Guth: „Da genau Statistik zu führen war eine Idee von den Sea Shepherd-Leuten. Und es ist dann schon erschreckend, wenn man plötzlich auf die Zahl von 14 000 Zigarettenstummeln kommt – fünf Kilo Kippen!“ Dabei müsse man sich klarmachen, dass die Giftstoffe eines einzigen Zigarettenfilters einhundert Liter Wasser vergiften könnten. Gerade in den Sommermonaten sei der Hafen abends Durchzugsgebiet vieler feierwilliger Bremerhavener von der Partymeile Alte Bürger in die Innenstadt. Merle Guth: „Unsere Anregung an die Stadt wäre, um den Hafen herum ein paar Mülleimer mehr aufzustellen, damit die Leute ihren Dreck nicht einfach in die Landschaft oder in den Hafen werfen.“

Auch die Baustellen rund um den Neuen Hafen hätten ihren Teil zu den allein 15 Kilo Plastikmüll beigetragen, weiß Merle Guth von der Auswertung: „Da waren einige Plastikverpackungen dabei. Und dann haben wir natürlich auch ständig Wasseraustausch mit dem ganzen Gebiet Kaiserhafen. Von da kommt auch einiges an Müll im Wasser zu uns.“ Skipper hätten zu Saisonanfang tatsächlich von einem Mehr an Müll im Vergleich zu den Vorjahren gesprochen. So entstand auch die Idee zum ersten „Bremerhavenputz“. Merle Guth ist im Rückblick sehr zufrieden mit der Resonanz auf die Aktion: „Das werden wir ganz sicher jetzt jährlich wiederholen.“ Und für die Sammler gibt es am Ende auch noch eine Belohnung: Bockwurst und Fassbier gratis.

Genauer Überblick: Die Idee zur gewissenhaften Mülltrennung im Anschluss an die Sammlung kam von der an der Aktion beteiligten Organisationen „Sea Shepherd“.


Eine nicht so schöne Nachricht gab es am Rande der Aktion aus der Marina Neuer Hafen Bremerhaven aber auch noch: Das junge StartUp-Unternehmen „Sealivery“ aus der Hochschule Bremerhaven (der Sportschipper berichtete) ist nach den Worten von „im-jaich“-Hafenmeister Rüdiger Magows-ky nur wenige Wochen alt geworden. Offenbar hatten sich zu wenige Kunden gemeldet, die ihren Proviant für einen kleinen Aufpreis direkt auf das Boot liefern lassen wollten.