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PLATTENSPI ELER MIT SY STEM: WIFINYL-DECK


Audio - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 07.12.2018

Dieser Plattenspieler macht länger Musik als jede Musiktruhe. Wenn die Platte abgelaufen ist, kann er auf Streams aus dem Netzwerk umschalten. Er kann aber auch Vinyl im Music-Cast Netzwerk teilen.


Artikelbild für den Artikel "PLATTENSPI ELER MIT SY STEM: WIFINYL-DECK" aus der Ausgabe 1/2019 von Audio. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Audio, Ausgabe 1/2019

VINYL 4.0 : Der auch als MusicCast Vinyl 500 bezeichnete TT-N503 spielt nicht nur Platten und teilt seine Vinyl-Klänge via WLAN oder LAN mit anderen MusicCast-Komponenten; er spielt auch Webradio oder Musik von der NAS.


Willkommen in der Zukunft. Zwar können auch gegen Ende der zweiten Dekade des 21. Jahrhunderts unsere Autos noch nicht fliegen; aber jetzt haben wir endlich einen Plattenspieler, der seine ...

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... Vinyl-Klänge via WLAN im Netzwerk verteilen kann. Oder besser: können soll. Bevor es drahtlos zur Sache geht, produziert er erst mal ratlose Tester. Da hilft es nichts, wenn man vor Ewigkeiten im Vorschulalter einen Telefunken Mr. Hit hatte. Sehr wohl hilft allerdings, wenn bei der folgenden konzentrierten Aktion Kollegen mit Computer-Zeitschriften-Hintergrund und massivem Vorrat an Geduld mit von der Partie sind.

Einmal als eigener Raum definiert, kann man ihn anschließend tatsächlich als Musiquelle für jeden Music-Cast-Lautsprecher oder Amp anwählen. Dann bleibt mit viel Glück eine knappe halbe Stunde Zeit, ganz bequem an einer technischen Revolution teilzuhaben, bevor man wieder in hektisches Treiben verfällt: Eine Endabschaltung hat Yamaha dem ganz bieder daherkommenden technischen Wunderwerk TT-N503 sinnigerweise nicht spendiert. Eben sowenig eine Repeat-Automatik. Es gibt eher so etwas wie einen „Kill-Switch“, den zumindest die Besitzer von Yamaha Enduro-Motorrädern kennen. Man kann den nostalgischen Netzwerk-Spieler mit der virtuellen Standby-Taste in der MusicCast App – für iPhone und Androids – kalt stellen. Dann stoppt er den Teller mit der Nadel in der Rille, was im Zweifelsfall immer noch besser ist, als die Nadel in der Endrille ewig abzunudeln.

Abgesehen davon verstummt die Musik noch lange nicht, wenn die Platte abgelaufen ist. Der Yamaha TT-N503 kann nämlich nicht nur Audio-Streams ins Netzwerk senden, sondern auch empfangen. Dann spielt der Plattenspieler eben Webradio. Das ist doch mal ein Trost, dass unsere Autos immer noch nicht fliegen können – und neuerdings mancherorts nicht mal fahren dürfen. Das Beste daran: Bis auf den anfänglichen Haken mit dem Sendungsbewusstsein des Plattenspielers, lässt sich das Wunderwerk im Großen und Ganzen auch noch einfach bedienen. Wer sich die Einrichtung der WLAN-Verbindung sparen will, findet auf der Rückseite eine Ethernet-Netzwerk-Buchse: Mit diesem Cheat kommt man schneller zum Ziel. Doch es geht noch rasanter und noch simpler: Der TT-N503 trägt auf seiner Rückseite gleich zwei Paar vergoldeter Cinch-Buchsen, die sich wechselweise über einen Schalter scharf stellen lassen. So bleibt dem Nutzer die Wahl, ob er den Yamaha an einem Phono- oder einem normalen Hochpegel-Eingang anschließen will. Das ist wirklich sehr praktisch, weil heute viele Verstärker, aber auch gerade All-in-One-Systeme, keine Phono-Entzerrung besitzen.

READY TO GO : Der TT-N503 kommt mit einem einfachen MM-System von Audio Technica im abnehmbaren Headshell.


WLAN UND BLA UZAHN TREFFEN SCHWA RZE SCHEIBEN


MESSLABOR

Yamahas-Streaming-Spieler bietet mit ±0,1% einen guten Gleichlauf, wobei unser Testmuster um 1 % zu langsam rotierte. Weniger schön ist das Eigenrumpeln des Laufwerks, das mit 60 dB(A) höher als üblich ausfällt. Der inkludierte MM-Abnehmer von Audio Technica leistet sich mit geradem Frequenzgang und hoher gleichmäßiger Kanaltrennung keine Schwächen.

SMART, ABER SIMPEL : Yamaha hat MusicCast in einen manuellen Plattenspieler integriert. Die Lager des geraden Tonarms sind nicht spielfrei.


VON DER LEINE GELASSEN

Im Hörtest zeigte sich, dass man schon einen hochwertigen Phono-Vorverstärker braucht, um die On-Board-Lösung zu toppen. Die profitiert nebenbei von kurzen Wegen bis zum Aufpäppeln des empfindlichen Signals aus dem serienmäßigen Einsteiger-MM-Tonabnehmers vom japanischen Nadelspezialisten Audio Technica. Vom Kosten-Nutzen-Verhältnis reicht die On-Board-Phono-Vorstufe spielend, um die zugegebenermaßen erstaunlichen Fähigkeiten der nicht gerade high-endigen Nadel-Arm-Konstruktion druckvoll zu Gehör zu bringen. Für jene, die den TT-N503 zur Wiedergabe von Musik aus dem MusicCast-Netzwerk verwenden möchten, ist der Anschluss über den Hochpegel-Ausgang ohnehin alternativlos. Zwar erwies sich der vielseitige Yamaha nicht als Wunder an Transparenz und Auflösung, doch legte er eine äußerst solide Vorstellung hin. Besonders sein differenzierter, straffer und dabei recht tiefreichender Bass begeisterte angesichts des außergewöhnlichen Gesamtpakets. An der nötigen Neutralität gab es ebenfalls nichts auszusetzen; ebenso wenig an der erstaunlich zupackenden Spielweise.

SEHR EMPF ÄNG LICH : Der TT-N503 gibt auch Musik, die ihm via AirPlay oder Bluetooth zugespielt wird, über die angeschlossene Anlage wieder.


FLEXIBEL : Links Line-, rechts Phono-Ausgänge: Über einen Umschalter lässt der TT-N503 die Wahl, wie man ihn betreiben möchte. Ein Phono-Vorverstärker ist also mit an Bord.


FAZIT

Stefan Schickedanz AUDIO-Mitarbeiter


Das Bessere ist der Feind des Guten. Nachdem Yamaha einen so vielseitigen und dabei überraschend klangstarken „Festplatten-Spieler“ realisiert hat, kommt schnell der Wunsch nach weitergehendem Luxus auf: Das Ganze als Vollautomat, womöglich noch mit Plattenwechsler, wäre zum Niederknien. Aber was der TT-N503 drauf hat, ist immerhin schon mal ein sehr starker Anfang. Um es mit der Sprache der Computer-Freaks zu sagen: Vernetzte Plattenspieler sind das „next big Thing“. Wetten, dass?