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Platz für Kleidung


Landlust Zuhaus - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 09.10.2019

Mit einem begehbaren Kleiderschrank in einer ungenutzten Nische oder Dachschräge lässt sich zu Hause Platz gewinnen. Anregungen für die Planung.


Artikelbild für den Artikel "Platz für Kleidung" aus der Ausgabe 4/2019 von Landlust Zuhaus. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Landlust Zuhaus, Ausgabe 4/2019

Ein begehbarer Kleiderschrank weckt immer die Hoffnung auf mehr Ordnung. Gelingt das mal nicht, einfach Tür zu.


Ein begehbarer Kleiderschrank schafft ungeahnten Platz in den eigenen vier Wänden. Oft eignen sich dafür Bereiche in der Wohnung, die sonst schwer zu nutzen sind: Nischen, Dachschrägen, eine Kammer unter der Treppe. Manchmal kommt auch ein Durchgangszimmer infrage oder ein Flur zwischen Schlafzimmer und Bad. Selbst eine kleine Grundfläche bietet viel ...

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Ein begehbarer Kleiderschrank schafft ungeahnten Platz in den eigenen vier Wänden. Oft eignen sich dafür Bereiche in der Wohnung, die sonst schwer zu nutzen sind: Nischen, Dachschrägen, eine Kammer unter der Treppe. Manchmal kommt auch ein Durchgangszimmer infrage oder ein Flur zwischen Schlafzimmer und Bad. Selbst eine kleine Grundfläche bietet viel Stauraum, wenn man die Höhe möglichst bis zur Decke ausnutzt. Gibt es keine Nische, lässt sich vielleicht in einem langen Flur oder einem größeren Schlafzimmer ein Bereich für den begehbaren Kleiderschrank abtrennen. Etwa mit Schiebeelementen oder einer Schrankwand.
Auch das ist praktisch: Wer früh raus muss, kann im Schrank-Separée das Licht anmachen und seine Garderobe zusammenstellen, ohne den Partner beim Schlafen zu stören.

Mit Schränken nach Maß, wie von Meine Möbelmanufaktur, wird in Dachschrägen jede Nische für Ablagefächer genutzt.


Dieser Eckschrank im Kinderzimmer ist innen gut ausgeleuchtet, damit man sich leicht zurechtfindet.


Beispiel 1: Begehbarer Eckschrank

Dieser begehbare Kleiderschrank aus furnierten Spanplatten wurde in die Ecke eines Kinderzimmers der Familie Kolb in Berndorf gebaut. Die Grundkonstruktion besteht aus Kanthölzern, die an den sichtbaren Seiten mit MDF-Platten verkleidet sind. Hinter einer zweiflügeligen Tür ermöglichen Ablageflächen und Kleiderstangen, Regalfächer und Schubladen mit niedrigen Fronten einen schnellen Zugriff auf die Kleidung. Eine Leiste mit Leuchtstrahlern sorgt für genügend Licht. Über dem Schrank ist noch Platz für eine gemütliche Leseecke, die über eine kleine Stiege erreichbar ist. Der Schrank ist so konstruiert, dass er bei Bedarf zerlegt und woanders wieder aufgebaut werden kann. Zum Beispiel als Vorratskammer in einer Küche.

Die kleinen Haken an der Unterkonstruktion sind nützliche Aufhänger und nehmen keinen Platz weg.


Bei Kästen mit sogenanntem englischen Schub kommt man leichter an die Sachen, weil die Vorderseite nicht so hoch ist.


Möglichst bis hoch zur Decke planen. Die oberen Ablagen bieten sich als Stauraum für Dinge an, die nicht jeden Tag gebraucht werden.


Räume anders nutzen

Wenn der Platz es erlaubt, wird gerne ein ganzer Raum zum Ankleidezimmer umfunktioniert. „Oft verwandeln Eltern ein Kinderzimmer in ein Ankleidezimmer, wenn der Nachwuchs aus dem Haus ist“, sagt Innenarchitektin Pia Döll. Gleichzeitig wünschten viele Bauherren, das Mobiliar im Schlafzimmer auf das Wesentliche zu reduzieren: Bett und Nachttischchen – mehr nicht. In anderen Ländern, etwa Großbritannien, sind Wohnungen standardmäßig mit begehbaren Kleiderschränken oder Einbauschränken ausgestattet. „Begehbare Kleiderschränke werden auch hierzulande vermehrt in Neubauten eingeplant. Weil die Menschen häufiger umziehen, aber auch, weil damit der Wohnwert steigt“, sagt Pia Döll.

Einstiegspreis

Heute reicht das Spektrum von platzsparenden, funktionalen Einbauten bis zum gemütlichen Ankleidezimmer. Wer geschickt ist und gut Maß nehmen kann, übernimmt die Planung selbst, stellt sich einzelne Elemente zusammen, die er bei einem Anbieter von Möbelsystemen für begehbare Kleiderschränke bestellt, nach Hause liefern lässt und selbst zusammenbaut. Ist die Zeit knapp oder der vorgesehene Raum besonders kniffelig, verhilft ein Schreiner zu einer maßgefertigten Lösung. „Mit einem guten Handwerker ist es sogar auf einer Grundfläche von etwa 3,5 Quadratmeter möglich, eine Menge Kleidung und Zubehör unterzubringen“, sagt Pia Döll.

Raffiniertes Detail bei Raumplus aus Bremen: Hinter dem Drehspiegel lässt sich noch einiges in den Regalfächern unterbringen.


Schiebetüren sind praktisch, um eine Ankleide vom Schlafzimmer abzutrennen, wie ein Beispiel von Meine Möbelmanufaktur zeigt.


Konstruktionen aus Stahlrohren, wie von Rackbuddy, machen jeden Umzug mit.


Diese Ankleide liegt zwischen Schlaf- und Badezimmer. Die Fronten sind mit Wollfilz bespannt. Das dämpft die Geräusche im Flur.


Die Schreinerei Herz & Hobel in München hat die Schränke und ihr Innenleben aus massiver Eiche gebaut.


Problemzonen

Mit einem rechteckigen Raum lässt sich unkompliziert planen. Aber manchmal gibt es einen Kaminschacht oder Leitungskanäle, die im Weg sind. „An solchen Stellen sind die angefertigten Schränke dann nicht so tief, sie bieten aber noch ausreichend Platz für Krawatten oder Schals“, sagt Daniel Helm, Schreinermeister aus Troisdorf. Egal, wie die Wand hinter den Einbauschränken verläuft: Der Eindruck einer einheitlichen Front soll gewahrt bleiben.

Material und Stil

Als preiswertes und pflegeleichtes Material werden meist beschichtete Spanplatten oder Multiplexplatten für den Bau verwendet. Schreiner verarbeiten auch heimische Hölzer. Sehr puristisch und luftig sind offene Konstruktionen aus Stahlrohren. Sie werden mit Ablageflächen oder Schubladen aus Holz, beschichteten Spanplatten oder Metall kombiniert. Stahlrohrkonstruktionen wie die des dänischen Herstellers Rackbuddy lassen sich einfach abschrauben, erweitern oder abwandeln und passen sich neuen Raumsituationen an – als begehbarer Kleiderschrank zum Mitnehmen.

Mit oder ohne Türen

Bei kleiner Grundfläche des Raumes wird im Inneren meist auf Türen vor den Regalböden und Kleiderstangen verzichtet. Das spart Platz und man hat die ganze Garderobe gleich im Blick. Wenn es der Raum jedoch ermöglicht, entscheiden sich die Kunden immer häufiger für Türen, bemerkt Daniel Helm: „Das wirkt ordentlicher, ohne dass es dahinter aufgeräumt sein muss.“ Ein weiterer Vorteil von Türen: Die Kleidung staubt dahinter weniger ein und sie ist vor direktem Sonnenlicht geschützt, das Textilien mit der Zeit ausbleichen lässt. Wer in einem weniger sonnigen Raum den Durchblick behalten möchte, entscheidet sich für Glastüren für die Schränke. Darüber hinaus ist bei Gestaltung und Materialwahl erlaubt, was gefällt: Holz pur, glänzende, matte, metallische Lacke oder zum Beispiel Oberflächen aus Loden oder Samt. Schiebetüren werden in kleinen Ankleiden, wo jeder Zentimeter zählt, eher selten als Schranktüren verwendet. „Allein die Schiebetechnik braucht schon 8 Zentimeter. Und dann ist immer ein Teil der Kleidung verdeckt,“ sagt Birgit Gröger von Meine Möbelmanufaktur.

Ist die schmale Tür geschlossen, ahnt niemand, dass dahinter ein kleines Ankleidezimmer liegt.


Stilvoll und zweckmäßig: Helle Farben und Tageslicht lassen die Ankleide geräumiger wirken.


Das Ehepaar Kolb trennte einen Teil des Schlafzimmers für eine Ankleide ab. Alte Holzbalken verschönern die Trockenbauwand.


Beispiel 2: Vom Schlafzimmer abgetrennt

Das Schreinerehepaar Steffi und Jürgen Kolb aus Berndorf in Oberfranken hat sich einen begehbaren Kleiderschrank in sein Schlafzimmer eingebaut. Dafür trennten sie mit einer Trockenbauwand einen 1,20 Meter schmalen Streifen des 3,40 Meter breiten und 5,70 Meter langen Raumes ab. Eine Kassettentür führt nun in den begehbaren Kleiderschrank (1,20 x 3,40 Meter). Dahinter nutzen sie jeden Zentimeter für deckenhohe Regale, Schubladen und Kleiderstangen. Als Baumaterial verwendeten sie überwiegend furnierte Spanplatten. Um ausreichend Platz für einen Gang zu haben, entschieden sie sich bei den Kleiderstangen für eine Bauweise, die statt der üblichen 60 Zentimeter nur 40 bis 50 Zentimeter Tiefe benötigt. Auch die Schubladen sind so konstruiert, dass sie auf kleinem Raum bequem zu bedienen sind. Die sogenannten englischen Züge haben eine niedrigere Front. Deshalb muss man sie nicht so weit herausziehen, um hineinzugreifen. Auch das spart Platz. Zierprofile und Konsolen aus Massivholz verleihen dem begehbaren Kleiderschrank ein zeitloses Aussehen.

Dieses Ankleidezimmer im thüringischen Gehofen bietet genügend Platz, um sich bequem darin zu bewegen.


Ein Block mit Schubladen bietet Stauraum und Abstellfläche. Die mattierten Glaseinsätze lockern auf und es stört nicht, wenn darunter nicht immer alles aufgeräumt ist.


Die Fronten der Möbel und die Platte mit den Glaseinsätzen sind aus massivem Eschenholz.


Eine Tür und nachträglich eingebautes Fachwerk aus Eiche grenzen die Ankleide nur optisch vom Schlafbereich ab. Auf eine Wand wurde verzichtet.


Beispiel 3: Durchblick zur Ankleide

Sibylle Schertel und Jan Martin Dee haben in Thüringen einen ehemaligen Bahnhof in ein Wohnhaus umgebaut. Auf der Fläche der einst verschachtelten Bahnwärterwohnung haben sie ihr Schlafzimmer und eine Ankleideecke untergebracht. Beide Bereiche werden optisch durch eine nachträglich eingebaute Fachwerkwand samt Tür separiert. Die 200 Jahre alten Eichenbalken fanden sie über eine Kleinanzeige in ihrer Region. Die Gefache zwischen den Balken sind offen. Für die Ankleide ließen sie mehrere Kleiderschränke sowie einen Schubladenblock anfertigen. Die Möbel sind nicht fest eingebaut. Dadurch können sie auch umziehen, wenn sie woanders gebraucht werden.

Tipps für die Planung

Alles beginnt mit einer Bestandsaufnahme der eigenen Garderobe: Was bleibt, was kann weg? Gibt es mehr liegende Kleidung, also T-Shirts und Pullover, für die Flachböden ausreichen? Oder werden mehr Kleiderstangen für Anzüge oder Jacken gebraucht? Falls diese höher hängen, hilft ein Kleiderlift. Mit einer Stange lassen sich die aufgehängten Sachen absenken und bequem erreichen. „Ich empfehle immer Schubladen, wenn Chaos vermieden werden soll. Und einen Sockel unter den Einbauten, damit der Boden einfacher zu reinigen ist“, sagt Justus Malin, Schreinermeister in Bermatingen. Die Raumhöhe sollte man immer voll nutzen. „Ideal ist eine einheitliche Front bis zur Decke. Ganz oben im Schrank werden Koffer oder die Ski-Ausrüstung verstaut, die selten gebraucht werden“, rät Daniel Helm. Und wohin mit den Schuhen? Für Birgit Gröger gehören Alltagsschuhe neben die Eingangstür und solche für besondere Anlässe ins Ankleidezimmer. Es gibt auch spezielle Schuhschränke mit Belüftung.

Extras

Individuelle und nützliche Details machen einen begehbaren Kleiderschrank noch komfortabler. Das können die gefrästen Griff-Nuten der Schranktüren sein, die wie von selbst lautlos schließen, die praktische LED-Schrankbeleuchtung, ein Spiegel für die Anprobe oder ein diskretes Versteck für das Bügelbrett. Wer zusätzlichen Stauraum braucht, freut sich vielleicht über einen frei stehenden Schubladenblock. Anderen genügt ein flauschiger Teppich in der Ankleide. Das gibt warme Füße, noch bevor die Socken aus der Schublade hervorgeholt sind.

INNENSYSTEM

1 KLEIDERSTANGE:
1 Meter Kleiderstange reicht für bis zu 25 Blusen, Hemden, Kleider und Röcke (4 cm pro Kleidungsstück)

2 KRAWATTENAUSZUG:
für Krawatten auf kleinem Raum, ausziehbar

3 KLEIDERLIFT:
der ausklappbare Kleiderlift eignet sich zum Aufhängen von Kleidung in großer Höhe

4 HOSENAUSZUG:
zum Aufhängen von Hosen

5 DRAHTKORB AUSZIEHBAR:
Aufbewahrung von z. B. Socken, Mützen, Schals und Handschuhen

6 SCHRÄGBODEN:
übersichtliche Aufbewahrung von Schuhen

7 KLEIDERBÜGELHALTER AUSZIEHBAR:
Halter für z. B. Blusen und Hemden, für das kurzfristige Aufhängen, versenkbar

8 HOSENAUSZUG MIT FRONTBLENDE

9 TABLARAUSZUG:
dient als Ablage von z. B. Bügelwäsche während des Wegsortierens

10 SCHUHHALTER SEITLICH AUSZIEHBAR:
platzsparende Lösung für Schuhe, durch höhenverstellbare Ebenen können auch Stiefel untergebracht werden

11 GARDEROBENHALTER AUSZIEHBAR:
für die Unterbringung von Kleidungsstücken in geringeren Schranktiefen

12 SPIEGEL:
auszieh- und drehbarer Spiegel, der nur einen minimalen Platz beansprucht

13 HAKENLEISTE:
Tücher, Seidenschals oder Gürtel finden ihren Platz

14 SCHUBKASTEN:
es gibt eine große Auswahl an Schubkastenvarianten


Text: Micaela Buchholz, Fotos: Dominik Wolf (4), Raumplus (4) Herz & Hobel (2), Rackbuddy (2), Meine Möbelmanufaktur (2), M. Buchholz (7), Quelle Innensystem: Raumplus