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Platz nehmen für An fänger


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Leben & erziehen - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 30.09.2021

Was für ein Moment, wenn euer Baby euch das erste Mal im Sitzen anstrahlt! Frei sitzen gehört zum Großwerden wie das erste Wort. Die meisten Kinder können das im Alter von sieben bis neun Monaten ohne fremde Hilfe. Dazu braucht es aber ein paar körperliche Voraussetzungen: „Grundvoraussetzung für aktives Sitzen sind eine aufrechte Kopfhaltung, freie Beugbarkeit in der Hüfte und aktives Drehen des Rumpfes“, sagt der Kinderund Jugendarzt Benedikt Brixius.

Experten warnen davor, ein Kind hinzusetzen, solange es das noch nicht selber kann: „Das Sitzen lernen Babys über diverse Zwischenstufen aus den Basislagen Rücken, Bauch, Seite“, erklärt Physiotherapeutin cher. Wird ...

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Bildquelle: Leben & erziehen, Ausgabe 10/2021

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... der Nachwuchs zu früh hingesetzt, leidet die Wirbelsäule, da die stützenden Muskeln noch nicht richtig ausgebildet sind. Dadurch kann es zu Haltungsproblemen wie einem „Sitzbuckel“ oder zu einer frühzeitigen Belastung der Bandscheiben kommen.

Sitzenlernen ist ein Prozess, der Schritt für Schritt erfolgt. Das erste Etappenziel: aus der Bauchlage den Kopf alleine halten. Benedikt Brixius erklärt den Ablauf so: „Mit drei Monaten kann das Baby den Kopf halten, mit sechs Monaten ist die Kopf kontrolle gut, es hat im Sitzen noch einen Rundrücken und kann kurzfristig alleine sitzen.“ Dabei wichtig: Rücken-, Bauch- und seitliche Muskulatur muss ausreichend entwickelt sein – erst dann hat das Baby die Kraft, sich alleine hinzusetzen. Dazu können Eltern schon ganz früh beitragen, etwa wenn sie die Kleinen im Tuch tragen. Das kräftigt die Haltemuskeln in Bauch und Rücken, weil sich das Baby ständig den oder Papa anpassen muss.

Aktives und passives Sitzen

„Während das Kind beim passiven Sitzen noch festgehalten werden muss,setzt es sich beim aktiven Sitzen aus eigener Kraft auf “, sagt Benedikt Brixius. Sitzt es auf diese Weise bereits sehr früh, sieht der Experte aber keinen Grund zur Sorge, dass Knochen und Muskulatur Schaden nehmen könnten. Aktiv sitzen seiner Erfahrung nach neugierige, motorisch fitte Kinder. Doch Vorsicht: Gerade diese kleinen Sportskanonen nehmen Gefahren weniger wahr, Unfälle können die Folge sein.

Fürs Sitzen beim Füttern gibt Physiotherapeutin Frauke Mecher grünes Licht: Etwa mit sechs Monaten, wenn die Beikost beginnt, dürften Eltern das Kleine kurzzeitig und immer gut stabilisiert auf den Schoß nehmen, da es sich im Liegen verschlucken könnte. Durch die Körperbewegungen der Eltern würde das Sitzen sogar unterstützt. Allerdings: In den Hochstuhl darf das Kind erst dann, wenn es sich wirklich aus eigener Kraft halten kann – oder, wenn ein Baby-Aufsatz vorhanden ist.

Beim Krabbeln klappt’s oft unfreiwillig

Übrigens ist es ein Irrglaube, dass Babys zuerst sitzen, dann krabbeln und schließlich laufen. Tatsächlich ist es so, dass die meisten Kinder das Sitzen aus dem Krabbeln heraus lernen. Wenn sie im Vierfüßlerstand auf den Händen und Knien wippen, dann plumpsen sie oft – eher unfreiwillig – auf den Po in den Zwischenfersensitz. Allerdings kann das Sitzen auch ohne Krabbeln klappen, denn viele Kinder überspringen das Krabbeln einfach.

Unsere Experten

Dr. Benedikt Brixius

… für Kinderheilkunde und Jugend-ist niedergelassener Facharzt medizin in Homburg.

Frauke Mecher

… arbeitet als Physiotherapeutin in ihrer Braunschweiger Praxis mit Babys und Kleinkindern.

Das beste Training: Ab in die Bauchlage!

Experten sind sich einig, dass die Entwicklung des Sitzens vor allem durch die Bauchlage trainiert werden kann. Benedikt Brixius empfiehlt zur Stärkung der Rumpfmuskulatur, das Kind mit den Armen nach vorne immer wieder in die Bauchlage zu bringen. Der Kinderarzt rät jedoch davon ab, passives Sitzen zu trainieren. Für schädlich hält er zudem Lauflernhilfen oder Babyrollatoren, durch die Kinder „unphysiologisch früh“ passiv in diese Position gebracht werden.

Für Frauke Mecher besteht aber auch gar kein Grund, das Sitzen zu fördern. Klar ist es für die Eltern praktisch, wenn die Minis im Hochstuhl oder im Anhänger sitzen können. Aber für die Kleinen ist erst einmal die selbstständige Fortbewegung wichtig: sich mit beiden Händen aufstützen, sich an einem Bettchen oder einem Tisch hochziehen oder sich auf die Seite drehen. Das hat zwar mit dem eigentlichen Sitzen nichts zu tun, trainiert aber die Muskulatur und die Koordination. „Nicht das Sitzen ist wichtig, sondern der Weg dahin“, sagt Mecher. Und den finden die Kinder ganz von selber. Man muss sie nur machen lassen.

ANTONIA MÜLLER