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Plötzlich Pflegefall Was nun?


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Gong - epaper ⋅ Ausgabe 41/2021 vom 08.10.2021

GESUNDHEIT

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Bildquelle: Gong, Ausgabe 41/2021

HERAUSFORDERUNG Durch sorgfältige Planung lässt sich die Pflegesituation oft gut meistern

Meist ist es ein langsamer Prozess, bis ein Mensch nicht mehr ohne Unterstützung von außen leben kann. Über die beste Art der Versorgung und Wohnform können sich Betroffene und Angehörige dann frühzeitig informieren. Doch manchmal geht es auch ganz schnell: Ein Sturz oder Schlaganfall, plötzlich wird der Partner, ein Elternteil, Oma oder Opa zum Pflegefall. Eine belastende Situation! Jetzt heißt es für alle, kurzfristig die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Derzeit sind in Deutschland rund 4,1 Millionen Menschen pf legebedürftig. Verständlich, dass die meisten ihren Lebensabend in der vertrauten Wohnung verbringen wollen. Was so ideal klingt, ist aber oft mit enormem Aufwand verbunden. Sobald eine Pflege notwendig ist, sollten sich die Familienmitglieder daher zusammensetzen und die wesentlichen Fragen klären: Ist eine häusliche Versorgung überhaupt privat zu schaffen? Wie steht es um ...

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... die Barrierefreiheit der Wohnung? Wer aus der Runde kann welche Aufgaben übernehmen? Womöglich ist es sinnvoll, eine Haushaltshilfe zu beauftragen. Der Aufbau eines verlässlichen Helfernetzwerks ist oft die Lösung. Worauf es dabei ankommt, darüber informieren spezielle Beratungsstellen (siehe Kasten rechts).

Große Sorgen macht vielen die Finanzierung. Pf legende Angehörige finden aber Unterstützung. So gibt es für die häusliche Versorgung unterschiedliche Leistungen der Pf legeversicherung – vorausgesetzt, es liegt ein anerkannter Pflegegrad vor. Um diesen zu beantragen, wendet man sich an die Pf legekasse, die der Krankenkasse des Betroffenen angegliedert ist. Die schicken einen Gutachter vorbei, der den Grad der Pf legebedürftigkeit prüft. Ab Pflegegrad 2 stehen dem Versicherten Pf legegeld und Pf legesachleistungen zu, gestaffelt nach dem Pflegegrad: bei Pflegegrad 2 monatlich 316 Euro Pf legegeld und 689 Euro Pf legesachleistungen. Beim höchsten Pflegegrad 5 gibt’s für diese Posten 901 Euro und 1995 Euro pro Monat. Wer sich zu Hause nur von Angehörigen oder Ehrenamtlichen versorgen lässt, kann über das Pf legegeld frei verfügen und gibt dies in der Regel an seine Unterstützer weiter. Die Pf legesachleistungen dienen der Bezahlung von professionellen Hilfskräften. Kommen bei der häuslichen Pflege sowohl Angehörige als auch Fachkräfte zum Einsatz, können beide Leistungen kombiniert werden.

Beratung von Experten

Hier finden Betroffene und Angehörige Hilfe

Pflegestützpunkte Bei der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) gibt es die Möglichkeit, kostenlos nach örtlichen Beratungsstellen zu suchen: zqp.de/beratung-pflege Oder: pflegestuetzpunktedeutschlandweit.de

Pflegetelefon Pflegende Angehörige können unter der Telefonnummer 030-20 17 91 31 mit dem Expertenrat des Familienministeriums sprechen (Mo. bis Do., 9 bis 18 Uhr, E-Mail-Adresse: info@wege-zur-pflege.de)

Bürgertelefon Das Gesundheitsministerium informiert unter der Nummer 030- 34 06 06 602 (Mo. bis Do., 8 bis 18 Uhr, Fr. 8 bis 12 Uhr) über die rechtlichen Rahmenbedingungen der Pflegeversicherung.

Verbraucherzentrale Informationen gibt’s unter: verbraucherzentrale.de/ wissen/gesundheit-pflege Dort lassen sich auch Broschüren bestellen.

Pflegehilfe Der Verbund Pflegehilfe bietet eine kostenlose Beratung an unter 06131-49 32 039 (täglich 8 bis 20 Uhr). Mehr Infos: pflegehilfe.org

Selbsthilfe Adressen zu Angehörigenkreisen und Selbsthilfegruppen erfahren Sie etwa über nakos.de

Gesprächskreise Diese Option bieten in vielen Städten Beratungsstellen, Wohlfahrtsverbände, Pflegedienste und Kirchen an.

Rotes Kreuz Hier wird Beratung zur Pflegeversicherung angeboten – mit Vermittlung zum zuständigen Kreisverband.

Mehr Infos: drk.de

Corona erhöht die Belastung

Sich neben dem Job noch um Vater oder Mutter zu kümmern – für viele selbstverständlich. Doch die Doppelbelastung strengt enorm an: durch Corona sogar noch mehr. In einer Umfrage der Krankenkasse DAK gaben 57 Prozent der pf legenden Angehörigen an, dass die Pflege zeitlich aufwendiger geworden ist. Und ein Drittel beurteilt die eigene Lebensqualität als schlecht bis sehr schlecht. Vor der Pandemie sagten das nur sieben Prozent. Hauptgrund für den negativen Trend: das Wegfallen professioneller Pf legedienste in der Coronahochphase. Professionelle Pflegekräfte stellen eine enorme Entlastung dar. Sie kommen nach Hause und helfen etwa beim An- und Auskleiden oder bei der Körperpf lege. Ausgebildete Krankenpf leger dürfen auch die Wundversorgung übernehmen oder Injektionen geben. Quasi als Betreuungsservice rund um die Uhr gibt es zudem die sogenannte 24-Stunden-Pf lege. Schätzungsweise 600.000 Personen arbeiten als Pf legehelfer in deutschen Privathaushalten und wohnen da auch. Die meisten von ihnen kommen aus Osteuropa. Viele Experten sind der Ansicht: Die häusliche Pflege wäre ohne die ausländischen Kräfte längst zusammengebrochen. Nach einem Grundsatzurteil des Bundesarbeitsgerichts könnten sie aber deutlich teurer werden.

4,1 Millionen Menschen in Deutschland sind pf legebedürftig

Quelle: destatis.de

Wohnen im Pf legeheim

Professionelle Pf lege: ein harter Job für wenig Geld. Nicht erst seit Corona. Knappe Personaldecke, Überbelastung – sowohl in Krankenhäusern als auch in Seniorenwohnheimen. Stress und Hektik, aber viel Verantwortung. Wie herausfordernd der Pf legeberuf ist, das wollten sechs Prominente genau wissen: Sie arbeiteten in einer Klinik mit. Ihre Erlebnisse sind in der neuen Sat.1-Reportage-Reihe „Die Herzblut- Aufgabe“ zu sehen (s. Kasten rechts).

„Nur nicht ins Heim!“, so lautet der Wunsch der meisten älteren Menschen. Leider ist das nicht immer realisierbar oder sinnvoll. Etwa für Alleinlebende ohne Angehörige oder wenn eine Intensivpf lege notwendig ist. In solchen Fällen meist die beste Lösung: eine Betreuung im Seniorenoder Pf legeheim. Pf legegeld und -sachleistungen entfallen dann. Die Pf legekasse unterstützt die vollstationäre Pflege mit maximal 2005 Euro pro Monat – bei Pflegegrad 5. Zum Glück, denn ein Platz in einer solchen Einrichtung kostet einiges, ab 3000 Euro pro Monat. Mit einer zusätzlichen privat abgeschlossenen Pf legeversicherung kann man den Eigenanteil an den Pf legekosten minimieren. Wer sich für diese Altersabsicherung entscheidet, sollte den Vertrag aber schon in jungen Jahren unterschreiben. Dann sind noch Beiträge unter zehn Euro monatlich möglich, später kosten sie ein Vielfaches.

ALEXANDER WEIS

TV-Stars helfen in der Pf lege

Neue Reportreihe bei Sat.1

Sechs Promis unterstützten einen Monat Krankenpflegekräfte im Helios Klinikum in Berlin-Buch. Mit dabei: Schauspieler Wayne Carpendale, Moderatorin Jenny Elvers, Sänger Patrick Lindner, Komiker Faisal Kawusi, Model Lilly Becker und Model-Choreograf Jorge González. Alle hatten eine examinierte Pflegekraft zur Seite, alle absolvierten einen zweitägigen Grundkurs, in dem an Puppen wichtige Handgriffe trainiert wurden. „Der Beruf ist stressig und fordernd“, sagt Carpendale. „Ich habe in der Zeit viel gelernt – und habe höchsten Respekt.“ Der TV-Star zog in der Unfallchirurgie unter Anleitung eine Drainage (Wundschlauch) aus einer frisch operierten Hand. Jenny Elvers half auf der Geburtsstation. Patrick Lindner hielt Patienten auf dem Weg in den OP die Hand. Verbände wechseln, Betten beziehen, Kranke waschen: All das gehörte zu den Aufgaben. Die fünfteilige TV-Reihe zeigt, wie anspruchsvoll die Arbeit von Krankenpflegekräften ist.