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Plötzlich wertlos


Ein Herz für Tiere - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 17.01.2020

Spanische Windhunde werden erst zur Jagd missbraucht – dann herzlos ausgesetzt oder getötet. Der Galgo Español ist die am meisten misshandelte Hunderasse in einem unserer liebsten Urlaubsländer. Doch der Widerstand gegen die alte Tradition wächst


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Bildquelle: Ein Herz für Tiere, Ausgabe 2/2020

Arme Seelen Die ausgesetzten Windhunde leiden an Schmerzen, Hunger und Durst


Er ist schnell, intelligent und treu. Die Rede ist vom Galgo Español. Dem spanischen Windhund wird jedoch die eigene Schnelligkeit zum Verhängnis: Zu Tausenden werden die Tiere als reines Werkzeug für die Jagd gehalten. Sie führen meist ein kurzes leidvolles Leben, denn sind sie für die ...

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... Jagd-Wettkämpfe nutzlos, werden sie entsorgt – entweder ausgesetzt oder brutal getötet.

Wenige haben Glück im Unglück

Eine dieser verlassenen Galgos ist Zambia: Die Hündin bestand nur noch aus Haut und Knochen, war übersät mit Wunden. „Als wir sie fanden, konnte sie sich kaum noch auf den Beinen halten“, erinnert sich Gudrun Sauter vom Tierschutz Spanien e.V. Die Hündin hatte Glück, denn die Tierschützer holten sie aus der Perrera, dem städtischen Tierheim in Córdoba, brachten sie zum Tierarzt und pflegten sie gesund. Ein solches Glück im Unglück haben allerdings die wenigsten Galgos. Man schätzt, dass zurzeit in Spanien rund 490.000 Galgos leben. Sie alle wurden gezüchtet, um an Wettkämpfen teilzunehmen. „Die Galgos werden im Süden Spaniens zur Jagd auf Hasen genutzt. Einst jagte man der Nahrung wegen“, erklärt die Tierschützerin. Doch mit Beginn der Sportveranstaltungen, den sogenannten „carreras en campo“ begann auch die Qual der spanischen Windhunde.


“Rund 50.000 Galgos werden jährlich „entsorgt“”


Viel Geld und noch mehr Leid

Bei diesen Wettkämpfen dreht sich alles ums Geld: Jährlich werden rund 1 Milliarde Euro umgesetzt und 27.000 Arbeitsplätze sind damit verbunden – ein lukratives Geschäft für die rund 180.000 Galgueros, die die Hunde massenhaft züchten und zu Hetzhunden ausbilden. „Bereits im Alter von zwei Monaten fangen Jäger mit dem Trainingsprozess an“, erklärt Dolores Tobler, die den Verein 112 Carlotagalgos von Charlotte del Rio in der Region Malaga unterstützt, der sich dem Schutz, der Rettung und Rehabilitation der Galgos widmet. Die Jagdsaison dauert von Okto- ber bis Ende Januar – und die ersten Galgos, die für die Jagd getestet und für untauglich erklärt werden, landen entweder in einer der zahlreichen Tötungsstationen oder werden ausgesetzt und kämpfen auf den Straßen um ihr Überleben. Richtig dramatisch wird die Situation Ende Januar – denn kaum ein Galguero will die jungen Tiere bis zur nächsten Jagdsaison durchfüttern. „So werden rund 50.000 Galgos jährlich entsorgt“, erklärt Dolores Tobler .

Jedes Galgo-Leben zählt

1


ein neues leben Tierschützer holten die verletzte Hündin Zambia aus dem Tierheim und pflegten sie gesund

2


Das letzte Rennen? Bei den Sportjagden „carreras en campo“ geht es auch um die Ehre. Wer verliert, ist kein Futter mehr wert

3


Brutales Training Schon in der Vorbereitung auf die Wettkämpfe werden die Galgos an ihre Grenzen getrieben

„Entsorgt“ bedeutet in diesem Fall: Sie werden entweder auf der Straße ausgesetzt, an einer der vielen Korkeichen im Land erhängt oder zum Sterben in eine tiefe Grube geworfen, aus der es kein Entkommen gibt. All das ist verboten, doch die Lobby der Jagdverbände ist stark. So werden Gesetze kaum angewandt – und Demonstrationen von Tierschützern in Straßburg, Madrid und Deutschland haben bisher kaum etwas gebracht. Dennoch: Die Tierschützer kämpfen weiter um jedes einzelne Hundeleben: Sie nehmen die Galgos auf, pflegen die kranken und verkrüppelten Tiere gesund und vermitteln sie zur Tieradoption nach Deutschland oder in die Schweiz. Anlässlich des Welt-Galgo-Tages am 1. Februar findet am 25. Januar 2020 in Köln ein Protestmarsch gegen die Entsorgung der jährlich 50.000 Galgos statt. Start ist um 12 Uhr am Bürgerhaus Stollwerck (Trude-Herr-Platz).

Sie möchten helfen?

Hier finden Sie mehr Infos über Projekte, Patenschaften und Hilfsmaßnahmen:

www.tierschutz-spanien.de

www.parenaspfotenhilfe.com

www.galgoespanol.ch

www.112carlotagalgos.com


Fotos: Adobe Stock (2), Alamy, Tierschutz Spanien e.V.