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PÖSSL 2WIN VARIO: DAS RAUMWUNDER


Camper Vans - epaper ⋅ Ausgabe 5/2020 vom 21.08.2020

Bei der Pössl Group läuft‘s in allen Sparten. Zeit, sich einmal ein weniger bekanntes Modell genauer anzusehen.


Artikelbild für den Artikel "PÖSSL 2WIN VARIO: DAS RAUMWUNDER" aus der Ausgabe 5/2020 von Camper Vans. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Camper Vans, Ausgabe 5/2020

Text und Fotos von Andreas Güldenfuß


Viel Platz zum Kochen, Arbeiten oder einfach gemütlich Zusammensitzen. Der Vario ist ein echter Familienkastenwagen. Platz hat er aber selbst für vier leichte Erwachsene.


Seine Wurzeln stammen wirklich noch vom ersten Caravan Salon in Düsseldorf 1994: Damals war Concorde noch Kastenwagen-Aus- und Umbauer und stellte den Concorde Compact auf Basis des neuen Fiat Ducato vor. Der kompakte Riese mit etlichen pfiffigen Details hatte schon immer viele Fans – passte ...

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... aber irgendwann nicht mehr ins Portfolio des zum Luxus-Liner-Hersteller herangewachsenen Concorde.

2007 hat Pössl den Weiterbau des Compact in Lizenz übernommen und die Kompetenzen im Bereich GfKHochdächer gleich in eine eigene H-Line gesteckt.

Die Pössl-Hochdach-Variante lief seither in relativ überschaubarer Stückzahl neben den klassischen Kastenwagen. Die Produktions- und Verkaufszahlen lagen bisher im unteren einstelligen Prozentbereich der rund 13.500 verkauften Fahrzeuge der Pössl Group im Geschäftsjahr 2020.

Im Jahr 2021 will Pössl allerdings die komplette Produktionskapazität erhöhen – einschließlich der H-Line – und investiert in zusätzliche Flächen und Standorte in Vielbrunn und in Erfurt.

Passend zur künftig höheren Stückzahl wurde auch gleich das etwas angestaubte Interieur komplett überarbeitet.

Wir haben uns direkt unser Highlight aus der Vario- Baureihe geschnappt und einem ersten intensiven Kurztest unterzogen: Den Klassiker Pössl 2win in der Vario-Version. Gut 50 Zentimeter mehr Fahrzeughöhe sorgen ganz übertrieben aufgerundet bei sechs Metern Fahrzeuglänge für zusätzliche drei Kubikmeter mehr Raum für zwei gemütliche Schlafplätze unterm Dach, viel Stehhöhe und zusätzliche Oberschränke.

Die Sitzbank ist nicht besonders breit, dafür recht bequem. Der große Kompressor-Kühlschrank mit beidseitigen Türanschlägen wurde extra für Pössl gebaut. Dank der Lamellen-Schiebetür kommt man trotz eingehängter Leiter ins Bad.


Zuerst einmal zu den Neuigkeiten: Es gibt neue Materialien. Die Mineralstoff-Arbeitsplatte fällt weg, dafür gibt es HPL-beschichtete Platten, das Möbeldekor ist heller, moderner. Das Layout der Küche wurde dem des 2win angepasst, also weniger Radien und keine Säule mehr. Mit der neuen Küche wurde auch gleich der Kühlschrank an die Frontseite gepflanzt. Der 100 Liter fassende Kompressor-Kühlschrank mit herausnehmbaren Gefrierfach wurde in dieser Größe extra für die Pössl Group gefertigt und besitzt außerdem zwei Türanschläge und kann somit sowohl von draußen als auch von drinnen einfach geöffnet werden.

Das moderne Bedienpanel für den Kühlschrank sitzt gut erreichbar über der Spüle – und wird zum Glück nicht von der Glasabdeckung des Zweiflamm-Gasherds verdeckt, wie der Lichtschalter für die Küche.

Eine weitere, große Veränderung ist das Raumbad statt des Schwenkbads. Diese Option ist besonders mit der verbauten Lamellentür ein gewaltiger Vorteil, denn das leidige Thema, dass niemand mehr ins Bad kommt, wenn die Leiter für den Aufstieg ins Dachbett aufgestellt ist, ist damit endlich Geschichte. Allgemein macht das Schwenkbad einen ganz ordentlichen Eindruck und bietet wirklich genügend Platz, um es sinnvoll nutzen zu können. Mit zusätzlichen Oberschränken und Fächern lassen sich alle Badutensilien und Handtücher darin verstauen.

Die LED-Lichtleisten am schwenkbaren Waschtisch ermöglichen genügend Licht. Das Waschbecken ist groß genug, um es auch richtig nutzen zu können, die Dusche hat eine eigene Brause.

Die drehbare Dometic-Kassettentoilette hat eine normale Sitzhöhe und ist so verbaut, dass man auch die Chance, also den Platz zum Putzen hat. Das Fens ter im Bad ist serienmäßig. Schwenkt man den Bereich Waschtisch zur Seite, entsteht eine relativ geräumige Duschkabine.

55 Zentimeter Kopffreiheit im Dachbett sind völlig ausreichend. Darunter kann man noch bequem sitzen. Dank Gasdruck- Unterstützung ist das Bett einfach zu bedienen.


Die Nasszelle ist größtenteils mit feuchtigkeitsunempfindlichen und abgedichteten Kunststoffplatten ausgekleidet. Auch das Schwenkelement ist aus Kunststoff mit einem leichten, stabilisierenden Wabenkern. Am Boden sorgen mehrere Ausläufe dafür, dass nichts überschwappt und die Lamellentür dafür, dass das Wasser in der Dusche bleibt.


”ZWEI FENSTER UND EINE GROSSE DACHLUKE SORGEN FÜR GRANDIOSEN AUSBLICK UND VIEL FRISCHE LUFT IM ERSTEN STOCK.


Schränke bis unters Dach, ein großer Stauraum unter dem Heckbett, im doppelten Boden: An Stauraum mangelt es dem Vario nicht, man muss nur immer das passende Material für den vorhandenen Platz finden und darf dabei die begrenzte Zuladung nicht ganz vergessen.


Von der Dusche direkt ins Bett. Mit einer Liegefläche von 1,95 mal 1,44 Meter, zumindest an der breitesten Stelle, kann man es auf der 12 Zentimeter dicken Kaltschaummatratze sehr gut aushalten. Für diejenigen, denen die 80 Zentimeter Einstiegshöhe zu viel sind, gibt es eine Aufstiegshilfe, also eine Trittaussparung in der Abtrennung zum Laderaum.

Die Ladefläche unter dem Bett ist nicht ganz so groß. Auf der einen Seite ist der Wassertank, auf der anderen Platz für zwei 11-kg-Gasflaschen. Dazwischen bleibt noch knapp ein Meter, zwischen 114 und 140 Zentimeter tief. Da im diesem Bereich größtenteils auf den doppelten Boden verzichtet wurde, kann bis zu 70 Zentimeter hoch geladen werden. Da die Matratze darüber dreitei- lig ist, kann das mittlere Teil hochgeklappt werden, damit man entweder vom Wohnraum an den Laderaum kommt oder ganz einfach, um beispielsweise ein Fahrrad transportieren zu können. Auch in diesem Fall ist es wieder ganz praktisch, dass man dank Lamellentür trotz Ladung, die in den Flur ragt, das Bad noch benutzen kann.

Ob der Stehhöhe von 2,44 Metern ist das Bettenmaß zumindest im Heck noch nicht für richtige Riesen geeignet. Ein bisschen besser wird es im Dachbett, denn dank der Nase kommen wir hier zumindest auf 203 mal 133 Zentimeter, und selbst mit einer neun Zentimeter dicken Matratze bleiben noch 55 Zentimeter Luft in der Koje. Platzangst braucht da oben aber niemand zu bekommen. Zwei schöne seitliche Fenster und ein großes Dachfenster sorgen für viel frische Luft und eine tolle Aussicht. Zusätzlich hat man im ersten Stock noch für zahlreiche Ablagen, Licht und USB-Steckdosen gesorgt – besser geht es kaum.


”DAS SCHWENKBAD SPART NICHT NUR PLATZ, ES FUNKTIONIERT AUCH RICHTIG GUT.


Fast die komplette Nasszelle ist aus Kunststoff-Platten, Feuchtigkeit sollte ihr nichts anhaben können. Zusätzlich zur guten Beleuchtung gibt es sogar noch Klappen, Fächer und Haken. Fürs Duschvergnügen gibt es 100 Liter Frischwasser, erwärmt von einer Truma- Gas-Kombiheizung. Diesel gibt es beim Vario nicht.


Zweimal elf Kilogramm Gas sollten zum Kochen und Heizen reichen, Duo Control kostet 379 Euro extra. Nach all den Neuerungen passt das alte Display nicht mehr ganz.


Löblicherweise wurde alle Schalter und Bedienelemente auf Höhen montiert, sodass auch durchschnittlich große Menschen oder Kinder diese meist noch bedienen oder ablesen können – nur um das Bett abzusenken, muss man zuerst den Griff in gut 2,20 Meter Höhe erreichen. Die deckenhohen Schränke sind größtenteils über dem Bett und können so relativ einfach benutzt werden. Stauraum gibt es auf jeden Fall genügend, um die verbleibenden 424 Kilogramm zwischen der fahrbereiten Masse von 3.076 Kilogramm und den 3.500 Kilogramm zulässigem Gesamtgewicht zu füllen.

So gesehen wird das Gesamtgewicht mit Markise, Fahrradträger und Solaranlage für ein Fahrzeug mit vier echten Schlaf- und Sitzplätzen schon wieder viel zu knapp. Dabei hätte man wirklich genügend Platz, auch an Arbeitsfläche rund um den Zweiflammkocher man- gelt es nicht und selbst der Tisch ist groß genug, sodass vier Personen bequem darum sitzen können. Der neue Küchenblock ist eh gelungen, denn endlich schafft es mal jemand, dass in die Schublade mehr als flache Teller passen.

Das fiel uns auf

Endlich mal eine doppelte Schublade, die


man auch richtig benutzen kann.

Ganz praktisch: Die Absperrhähne fürs Gas können leicht erreicht werden.


Blöde Stelle: Egal, was an diesen Steckdosen eingesteckt ist, es ist immer im Weg.


Die elektrische Zuziehhilfe verrichtet ihren Dienst zuverlässig und unspektakulär. Ein Segen für alle Nachbarn auf dem Campingplatz, aber auch im Alltag ganz nützlich.


Aufgeklappt zugeklappt: Vor dem Kochen entscheiden, ob man Licht braucht.


Wie fast überall: nicht verfugt, unbehandelte Schnittkanten am Holz. Nacharbeiten!


TECHNISCHE DATEN

Basisfahrzeug: Citroën Jumper BlueHDI 140, Vierzylinder-Turbodiesel mit AdBlue und SCR-Katalysator. Hubraum 2.179 cm³, Leistung 96 kW/140 PS/3.750 min, Drehmoment 350 Nm/1.750 min. 6- Gang-Schaltgetriebe, Frontantrieb

Maße und Massen: (L x B x H) 599 x 205 x 311 cm, Radstand: 404 cm. Masse im fahrbereiten Zustand: 3.076 kg, zulässige Gesamtmasse: 3.500 kg

Aufbau: Stahlblechkarosserie mit GfK-Hochdach, isolierte Alu-Rahmenfenster. Isolierung Dach 20/35 mm, Wände und Boden 20 mm Polyethylen- Schaumstoff. 2 Dachluken 40 x 40 und 50 x 70 cm.

Bett: Heck-Querbett 195 x 144/124 cm, Dachbett 203 x 133 cm. Opt. Querbett vorne 196 x 70 cm.

Füllmengen: Frisch-/Abwasser: 100 l innenliegend/ 80 l außen isoliert, Gas: 2 x 11 kg, Diesel 90 l, AdBlue 15 l

Serienausstattung: 100-l-Kompressorkühlschrank, Schwenkbad, Zweiflammkocher, Truma Combi 4 Heizung, 95 Ah-Bordbatterie

Sonderausstattung: All-in-Paket mit Klima, 16-Zoll-Alufelgen, Motor 160 PS, Rückfahrkamera, Schließhilfe Schiebetür, Lederlenkrad.

Grundpreis: ab 46.299 €

Testwagen: 56.490 €

www.poessl-group.de


Wenn auch kurz und intensiv, der 2win Vario hat sich beim Erstkontakt keine Schwächen geleistet. Die Vorteile des Hochdachs liegen auf der Hand: wintertauglich, schlechtwetterunempfindlich, leiser, mehr Stauraum und mehr Stehhöhe. Ein großes Bett im Dachgeschoss bietet ein Aufstelldach auch. Ist das aber nass, muss man es zuerst trocknen lassen, bevor es weiter geht, im Winter heizt man sich arm, und wenn es richtig stürmt, ist es laut und zugig.

Klar bietet so eine Schrankwand mit sechs Quadratmetern Stirn- und 18 Quadratmetern Seitenfläche dem Wind etwas mehr Angriffsfläche. Aber ein Kastenwagen ist kein Rennwagen, also zählt der Mehrverbrauch durch Luftwiderstand nicht und bei starkem Seitenwind muss man vielleicht ein bisschen langsamer fahren als mit einem H2- oder Aufstelldach. Selbst bei den meisten Fähren werden Wohnmobile in einer Kategorie bis vier Meter eigenstuft. Das Hochdach hat also fast nur Vorteile. Selbst zu zweit, wenn der Laderaum samt Bett mit Sportgerät belegt ist, kann man komplett entspannt von einem Platz zum nächsten fahren, ohne viel umbauen zu müssen.

Die Preise für den 2Win Vario mit dem 2,2 Liter 140-PS-Citroën mit 3,5 Tonnen Auflastung beginnen bei 46.299 Euro. Ein vergleichbarer Summit 600 mit gleicher Motorisierung und Auflastung kostet knapp 40.800 Euro, darauf noch ein Aufstelldach und man ist bei knapp 45.000 Euro, in Wagenfarbe fast 46.000 Euro. Unser Favorit ist ganz klar die Hochdachvariante, die Pössl künftig in ordentlicher Stückzahl an den Mann bringen möchte. Auch wenn die Mitbewerber in genau diesem Segment ein moderneres Dachdesign zu bieten haben, hat der Summit einige Details zu bieten, die man bei der Wahl berücksichtigen sollte.

Der neue, wenn auch nur überarbeitete 2Win Vario wird trotz gesteigerter Kapazität schnell, beziehungsweise noch schneller als bisher ausverkauft sein. Wer Platz, Komfort, Stauraum und große Betten sucht, unbedingt anschauen. Es lohnt sich.