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Politik für die Jagd betreiben!


JÄGER - epaper ⋅ Ausgabe 90/2021 vom 13.08.2021

JÄGER Politik

Artikelbild für den Artikel "Politik für die Jagd betreiben!" aus der Ausgabe 90/2021 von JÄGER. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: JÄGER, Ausgabe 90/2021

Jeder von uns kennt das Gefühl, man steht vor der Wahlurne oder sitzt vor seinem Briefwahlbogen und stellt sich die alles entscheidende Frage: Wen soll ich wählen? Alle Parteien werben um einen, die einen überzeugender, die anderen etwas weniger überzeugend.

Und wir fragen uns, welche der Versprechen werden umgesetzt und was haben uns die Parteien wohl nicht verraten? Wenn am 26. September diesen Jahres der 20. Deutsche Bundestag gewählt wird, sind auch wir, Deutschlands knapp 400.000 Jäger aufgerufen, unsere Stimme abzugeben. Gemeinsam mit unseren Angehörigen und Lebenspartnern kommen wir grob geschätzt auf etwa 1,3 Prozent der 60,4 Millionen Wahlberechtigten.

Doch welche der Parteien vertritt unsere Interessen wirklich?

Gerade vor dem Hintergrund, dass es auch die bisherige Bundesregierung nicht geschafft hat, wildbiologische Erkenntnisse und jagdliches Wissen in angemessenem Maße ...

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... politisch zu berücksichtigen, wird diese Frage aktuell.

Nur so lässt sich erklären, dass ein Bundesjagdgesetz beinahe ohne jegliche Berücksichtigung jagdlicher Belange verabschiedet worden wäre.

So ist es nun an uns, für die Jagd und damit für dauerhaften Naturschutz einzutreten, Wild und Landschaft brauchen uns!

Angesichts der hauchdünnen Ergebnisse, die in der jüngeren Vergangenheit über Mehrheiten oder den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde entschieden haben, haben wir als Wählergruppe in der Politik durchaus ein gewichtiges Wort mitzureden.

Das gesellschaftliche Ansehen der Jagd hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verändert: Der stramm konservative, rotnasige und dickbäuchige Adelige im Lodenlook, stets begleitet vom Flachmann und einem keuchenden Teckel, entspricht einem längst überholten, albernen Klischee. Denn in einer Zeit, in der sich die Gesellschaft nach einer intakten Natur sehnt, wird die Jagd zunehmend attraktiver. Interessanterweise vor allem für jüngere Frauen, die in Städten wohnen. Acht Prozent aller Jagdscheininhaber sind inzwischen Frauen, und von denjenigen, die zurzeit für die Jägerprüfung büffeln, sind ein Viertel der Aspiranten weiblich – Tendenz steigend.

Gleichwohl können wir Jäger trotz unseres verbesserten Ansehens unsere Augen und Ohren nicht vor den Gegnern der Jagd verschließen, die im vegan-digitalen Zeitalter mit allen Mitteln der modernen Propaganda gegen das Waidhandwerk Sturm laufen.

Hier gilt es, sich zu positionieren!

Sicherheit um jeden Preis

In einer schnelllebigen und immer volatileren Gesellschaft mit einer immer stärker werdenden Ablehnungs- und Ignoranzhaltung gegenüber Natur, ländlichem Raum und Jagd, gilt es umso mehr, für die Belange naturnaher Landschaftsnutzung einzutreten. Für einige der Parteien spielen zu hohe Tierpopulationen mancher wiederangesiedelter Arten und drastisch verschlechterte Lebensräume des Wildes offenbar nur eine untergeordnete Rolle.

Seit nunmehr Jahren scheint das einzig legitime und geeignete Mittel zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens die Verschärfung des Waffenrechts zu sein.

Ob man nun Widerstandsgrade von Waffenschränken im Zuge der EU-Rechtsharmonisierung nach oben korrigieren muss oder sich gezwungen fühlt, den deutschen Jäger noch häufiger waffenrechtlichen Kontrollen zu unterziehen - all dies diene der Terrorismusbekämpfung, so heißt es.

Auch die unlängst geplante und gescheiterte Waffenrechtsnovelle, Regelabfragen bei den Gsundheitsämtern und die Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht für Legalwaffenbesitzer vorsah, diente lediglich der Terrorismusbekämpfung.

„Wald vor Wild, für einige Parteien immer noch eine Maxime“

Als geprüft zuverlässigste Staatsbürger dürfen und sollten wir uns mit Recht die Frage stellen, in welche Ecke wir da gestellt werden und welchen Generalverdacht wir uns hier gefallen lassen.

Wenn rechtschaffene Bürger zum sicherheitspolitischen Placebo degradiert werden, geht das uns JÄGER etwas an.

Baumschulen und artenarmer Dschungel

Doch nicht nur für die Interessen der Jagd, des Artenschutzes auf nationaler Ebene gilt es einzutreten, vielmehr noch betreffen uns in unserem Tun die politischen Absichten auf europäischer Ebene.

Auch dafür ist die kommende Bundestagswahl richtungsweisend. Der, auf europäischer Ebene beschlossene Green Deal, und als dessen Bestandteil, die EU-Biodiversitätsstrategie hat verschiedentliche Auswirkungen. Vor allem wird uns jedoch betreffen, dass bis zum Jahr 2035 10 Prozent der europäischen Land-und Meeresfläche unter strengen Schutz gestellt und aus der Nutzung genommen werden sollen.

Auf den betroffenen Flächen bedeutet dies laut EU-Kommission nicht nur, dass dort „natürliche Prozesse ohne menschliche Einwirkung ablaufen können”, sondern auch, dass auf Flächen mit strengem Schutz, jegliche Landnutzung und damit auch Forstwirtschaft, Jagd und Fischerei zu verbieten ist.

Man muss sich das einmal auf die Fläche Deutschlands gerechnet vor Augen halten, 10 Prozent sind hierzulande grob 3,5 Millionen Hektar, die weder bewirtschaftet, noch bejagt werden können. Seien es nun Äcker, Wälder oder Niederwildhabitate, die unseres besonderen Schutzes am dringendsten bedürften. Die Familienbetriebe Land und Forst e.V. gehen in ihren Hochrechnungen von einem volkswirtschaftlichen Schaden von mehr, als 70 Milliarden Euro für die Bundesrepublik aus.

Man muss sich also fragen, inwiefern eine solche Politik zweckdienlich und wählenswert für uns ist.

Grundsätzlich steht hier nämlich zur Disposition, ob überhaupt gejagt werden darf. Es scheint Stellen und politische Kräfte zu geben, die an unserem Können und Wissen in Bezug auf die Nutzung von Landfläche erhebliche Zweifel haben. Noch schlimmer gar, die Jägerschaft nicht einmal als legitimen, relevanten Akteur in dieser Frage ansehen.

Wie die betreffenden Flächen in Zukunft dann noch der Artenvielfalt zuträglich sind und ausgeglichene Wildbestände sowie eine gesunde Tier- und Pflanzenwelt beherbergen, erschließt sich dem sachkundigen Betrachter nicht.

Das im vergangenen Jahr durch die EU- Kommission beschlossene Verbot von Bleimunition in Feuchtgebieten mit zweijähriger Übergangsfrist, bedeutet ein Verbot von Bleimunition durch die Hintertür, wenngleich auf nationaler Ebene dazu kaum eine Debatte stattgefunden hat.

Auch auf internationaler Ebene muss man sich mittlerweile die Frage stellen, inwiefern einige politische Akteure sich für die Wirtschaftspolitik anderer Staaten in aller Welt zuständig fühlen.

Gerade die Grünen wissen offenbar ganz genau, wie der Artenschutz, der Schutz der Wildbestände vor Wilderern sowie die afrikanische Wirtschaft funktionieren, anders lässt sich wohl kaum erklären, warum sich die Partei anmaßt, die „Trophäenjagd”, also die gesamte Jagd auf dem Afrikanischen Kontinent oder besser noch die Auslandsjagd im Allgemeinen zu verbieten.

Ob eine derartige Politik uns beim Schutz seltener Arten und der Verbesserung der ökonomischen Verhältnisse in Afrika weiter bringt und unser internationales Ansehen verbessert, mag jeder selbst entscheiden.

„Wald vor Wild, für einige Parteien immer noch eine Maxime“

Braucht es das wirklich?

Nicht zuletzt steht, wie eingangs bereits genannt, mit der Debatte um die Erforderlichkeit einer Bundesjagdgesetznovelle ein weiterer Elefant im Raum, den man politisch auch erst einmal verorten muss. Während der Green Deal EU-Flächen in gigantischem Ausmaß aus der Nutzung nehmen möchte, womit also die Fähigkeit des Waldes zum Speichern von C02 in erheblichem Maße reduziert wird und der Klimawandel verlangsamt werden soll, liegen einige Ziele der Bundesregierung für ein neues Bundesjagdgesetz exakt entgegengesetzt.

So war in den Entwürfen unserer Bundesagrarministerin Julia Klöckner vorallem zu lesen, dass es wieder aufzuforsten gelte und die Hege ihren prominenten Platz im Gesetz waldbaulichen Zielen zu räumen habe.

Nicht ganz zu Unrecht mag man sich an dieser Stelle die Frage stellen, welche Ziele die regierenden Parteien in Bund und EU damit zu verfolgen gedenken.

Wohlgemerkt es handelt sich in der Bundesregierung, wie auf EU-Ebene, um Angehörige der selben Partei, die solche Positionen vertreten.

Dass die Hege so gar keine Bedeutung in einem novellierten Bundesjagdgestz haben soll, ist zum einen brandgefährlich für alle naturnahen Landschaften, die wir noch haben und spricht zum anderen Bände über den geringen Stellenwert, der hier den Vertretern der Jägerschaft eingeräumt wird.

Sie entscheiden!

Sie sehen, bei der diesjährigen Wahl kommt es an erster Stelle auf die Durchsetzung unserer jagdlichen Interessen zum Schutz von Natur und Landschaft an!

Um sich eine politische Meinung zu bilden, braucht man jedoch zunächst eine solide Faktenbasis und im Idealfall einen Überblick über die aktuellen politischen Forderungen der Parteien. Nicht immer fällt es einem dabei leicht, an die Antworten auf jagdpolitische, sowie die Landund Fortwirtschaft betreffenden Fragen zu kommen. Das mussten wir im Rahmen unserer Recherche für diese Wahlausgabe auch leidvoll feststellen.

Und dennoch, wir vom JÄGER haben uns die Mühe gemacht, auch die Positionen der renitentesten Jagdskeptiker für Sie zusammen zu tragen und ein Bild der einzelnen Positionen zu skizzieren.

Die aktuelle Debatte über das Für und Wider der Jagd und ihren zukünftigen Zuständigkeitsbereich zeichnet sich mittlerweile durch hohe Emotionalität, manipulative Diskussionsbeiträge in den sozialen Netzwerken und tiefe, zumeist unüberbrückbare Gräben aus, auch das spiegelt sich in den Antworten mancher Partei wider.

Wir haben den Parteien Fragen zu den derzeit aktuellen Fragen der Bundespolitik gestellt, wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre der folgenden Seiten und ein glückliches Händchen bei der richtungsweisenden Wahlentscheidung im September.