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Politisch korrekt in gut


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tip Berlin - epaper ⋅ Ausgabe 16/2022 vom 03.08.2022
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Bildquelle: tip Berlin, Ausgabe 16/2022

Ersatz für Arnold: Naru (Amber Midthunder, Foto), Jägerin vom Stamm der Comanche

Von wegen „Wenn es blutet, kann man es auch töten.“ Der Predator, jener rastazöpfige Jäger aus dem Weltall, der ausschließlich mit Klicklauten kommuniziert ist seit 1987 nicht tot zu kriegen. Genau wie bei seiner Cousine, der Alien-Mutter, gibt es alle paar Jahre eine Neuinterpretation. Und genau wie bei seiner Cousine hat auch beim Predator jeder Teil seinen eigenen Charme.

Diesmal landet der kultige Jäger im 18. Jahrhundert in den Great Plains von Nordamerika und der Stamm der Comanchen bekommt es mit ihm zu tun.

Zu denen gehört auch die junge Naru, die sich gerade selber als Kriegerin und Jägerin beweisen möchte.

Eigentlich will sie einen Bären jagen, doch dann bekommt sie es mit einer weit tödlicheren Bedrohung zu tun: dem bis an die Zähne vor High-Tech-Waffen strotzenden Predator.

Was sich zunächst wie ein weiterer Remmidemmiactionstreifen vom Band anhört, entpuppt sich als respektvolle ...

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... Verbeugung vor einem Volk der First Nations. Die sind eben keine Steinzeitmenschen, die von einem europäischen Kulturvolk gezähmt werden müssen. Vielmehr ist dieser Film geprägt von einem großen Respekt vor der Lebensweise indigener Völker. Dafür sorgte nicht zuletzt die Produzentin Jhane Myers, die selbst Angehörige des Volkes der Comanche ist. Auch alle Haupt- und Nebenfiguren wurden mit Ureinwohnern und First Nations besetzt. Politisch korrekt in gut!

Aber auch der Predator selber sieht diesmal etwas anders aus als in den vorherigen vier Filmen (über die beiden Crossover-Filme mit Alien legen wir mal den gnädigen Mantel des Schweigens); Er ist kleiner, seine Waffen und Rüstung bestehen aus weniger High Tech. Nicht, dass das den Comanchen etwas nützen würde, das letzte Duell ist trotzdem ganz schön lang und blutig.

Letztendlich hat diese Neuausrichtung dem Franchise sehr gut getan. Ausgerechnet der geschätzte Shane Black („Lethal Weapon“, „The Nice Guys“) hatte seinen Versuch „Predator -Upgrade“ vor vier Jahren ziemlich in den Sand gesetzt, indem er daraus eine 80er-Jahre-Spielberg-Actionkomödie machte. Und der Ungar Nimród Antal konnte zwar in „Predators“ (2010) eine starbesetzte Jagdgesellschaft präsentieren - samt Predator-Hunden -, kam jedoch über eine statische Inszenierung in den Kulissen der TV-Serie „Lost“ nicht hinaus. Der neue Predator knüpft nun an den ersten beiden Teilen, dem Dschungelabenteur mit Arnold Schwarzenegger und der Jagd durch Los Angeles mit Danny Glover, an.

Dieser zweite Teil aus dem Jahr 1990 war übrigens jahrzehntelang in Deutschland nur stark gekürzt zu sehen; heute steht er ungeschnitten im Streamingportal des Familienunternehmens Disney+.

Die Zeiten ändern sich.

LUTZ GÖLLNER

Disney+ ab 5.8., 99 Min

The Flight Attendant s2

DRAMEDY Zweite und (vermutlich) letzte Season der Mördersuche mit der reizenden Kaley Cuoco (Penny aus „Big Bang Theory“). Da die Handlung des Romans von Chris Bohjalian mit der ersten Staffel aufgebraucht war, ist der Einstieg hier etwas mühsam: Schon wieder wird Stewardess und Ex-Alki Cassie Zeugin eines Mordes und begibt sich jetzt im Auftrag der CIA auf die Jagd nach Deutschland und Island. Dabei erfahren wir auch mehr über ihren persönlichen Hintergrund.

TB

Prime Video seit 29.7., 8 Episoden, 45 Min 

13 Leben

THRILLER Vier Jahre ist es jetzt her, da beschäftigte das Schicksal einer thailändischen Jugendfußballmannschaft, die in einer Höhle in der Tham-Luang-Höhle verschütt ging, die ganze Welt. Regie-Routinier Ron Howard hat daraus jetzt einen packenden Film gemacht, der zwar die internationale Mission beschreibt, dabei aber den Einsatz der thailändischen Helfer (sie hatten zwei Todesfälle) nicht klein redet.

Ein durch und durch sympathischer Film, vielleicht - wie immer bei Howard - etwas zu glatt. Garantiert nichts für Leute mit Klaustrophobie.

LUG

Prime Video ab 5.8., 147 Min

Growing Up Gay

QUEER-DOKU Glitzer und Pride sind schön und gut, aber zur Wahrheit über queeres Coming-of-Age gehört auch, dass Doppelleben und Bullying (ob verbal oder physisch oder beides) Konsequenzen haben:

Queers sind deutlich anfälliger für Depressionen, auch in späteren Lebensabschnitten. Olly Alexander, Sänger der Band Years & Years (der schon mit Lady Gaga, Kylie Minogue und Elton John gearbeitet hat) geht in diesem (von Regisseurin Vicki Cooper warmherzig in Szene gesetzten) Dokumentarfilm der plagenden Frage nach, welche Mechanismen da am bösen Werke sind. Olly Alexander steigt durch Besuche der Region, in der er aufwuchs, quasi in seine eigene Teenagerzeit zurück, aber interviewt auch andere, etwa einen 15-jährigen schwulen Jungen, der sich nach Mobbing gegen ihn umbringen wollte. Verstörend, aber wichtig: auch diese Storys zu hören.

STEFAN HOCHGESAND

Netflix seit 22.7., 59 Min 

Memorial Hospital

KRANKENHAUSSERIE Der Hurrikan Katrina, der im August 2005 über die Küste von Lousiana fegte, gilt bis heute als eine der verheerendsten Katastrophen in der Geschichte der USA. In der Serie mit der famosen Vera Farmiga in der Hauptrolle wird der Fokus auf ein Krankenhaus in New Orleans gelegt. Nach dem Hurrikan ist man hier auf sich selbst gestellt, ohne Strom, ohne Versorgung mit Medikamenten und inmitten einer Hitze- und Gewaltwelle. Entscheidungen müssen getroffen, wie sie keiner treffen will ...

LUG

Apple TV+ ab 12.8., 8 Episoden à 50 Min

Day Shift

KOMÖDIE Bud Jablonsky (Jamie Foxx, Foto) hat‘s nicht leicht: Tagsüber ist er der Poolreiniger der Reichen und Schönen im San Fernando Valley, aber nachts, da ist er Mitglied einer Bruderschaft von Vampirjägern. Gemeinsam mit seinem Kumpel Seth zieht er eine Blutspur durch L.A. Doch leider ist auch sein Gewerkschaftsvertreter (Snnoop Dog) nicht gerade ein Ausbund an Seriosität. Die Macher von „John Wick“ lassen krachen, Action bis zum Abwinken, coole Sprüche, ein Sommerfilm: „Willkommen in der Tagschicht, Motherfucker!“

TB

Netflix ab 12.8., 113 Min

Bob’s Burgers – Der Film

ZEICHENTRICKFILM Die Serie rund um den Burgerbrater Bob und seine wenig vertrauenserweckende Familie gibt es seit elf Jahren und umfasst inzwischen 238 Episoden.

Der Film sollte eigentlich 2020 in die Kinos kommen, wurde aber Opfer von Covid und landete nun bei ausgerechnet bei Disney+. Gespannt sein durfte man auf die musikalischen Inhalte, denn der Spielfilm ist - tadah! - ein Musical geworden. Leider mit Musik, die nicht so richtig im Ohr bleibt. Böser als die Simpsons? Vielleicht. Besser? Ganz sicher nicht.

TB

Disney+., seit 21.7., 102 Min

Luck

ANIMATIONSFILM Auf den ersten Animationsfilm von Produzent John Lasseter nach seinem (nicht ganz freiwilligen) Abschied von Pixar durfte man gespannt sein. Die 18jährige Sam ist ein ausgesprochener Pechvogel. Als sich das nach dem Verlust eines Glückspennies fortsetzt, folgt sie dem sprechenden schwarzen Kater Bob in die Welt von Good Luck, um das zu ändern. Bevölkert von schottischen Kobolden und fleißigen Häschen ist das zwar ein hübsch anzusehendes Setting, aber die Figuren erreichen nie die Komplexität, die wir von Pixar gewohnt sind.

FA

Apple TV+ ab 5.8., 105 Min

Buba

PREQUEL Eigentlich ist Buba ja tot, gestorben in der ersten Staffel der Netflix-Serie „How To Sell Drugs Online (Fast)“. Doch der depressive Dealer hat ja auch eine Vorgeschichte: Vor 30 Jahren starben seine Eltern bei einem Unfall und seitdem sieht Jakob Otto schwarz: Immer , wenn es ihm zu gut geht, bekommt er vom Universum eine eingeschenkt.

Unterstützt wird er bei dieser Selbstgeißelung von seinem Bruder Dante. Dann lernt Buba eine Frau kennen. ‘s wird böse enden!

LUG

Netflix ab 3.8., 94 Min

She-Hulk: Die Anwältin

SUPERHELDEN She-Hulk, das ist Jennifer Walters, Mitte 30, beruflich gerade durchstartende Anwältin und Cousine von Bruce „„Hulk“ Banner. Durch einen bizarren Zufall bekommt sie die gleichen Kräfte wie ihr Cousin und muss uns das ganz dringend mitteilen. Ja, She-Hulk quatscht mit dem Publikum, hat aber auch viel zu erzählen: Schließlich ist Hulk eine paternalistische Nervensäge, einer ihrer Klient:innen ist Emil Blonsky (Tim Roth kehrt ins Marvel-Universum zurück), der Erzfeind des Hulk, und dann schaut auch noch Daredevil vorbei ...

LUG

Disney+ ab 17.8., Uhrzeit

A League Of Their Own

SPORTSERIE 1992 kam die Sportkomödie „Eine Klasse für sich“ von Penny Marshall, in den Hauptrollen immerhin Tom Hanks, Madonna, Geena Davis und andere Stars, in die Kinos. Ein Film über Baseball und weibliche Selbstermächtigung, mit dem man in Deutschland wenig anfangen konnte. Die dazu gehörende Serie ein Jahr später nahm man gar nicht zur Kenntnis. 30 Jahre später könnte alles anders sein, denn Selbstermächtigung ist eines der Schlagworte jeder identitären Diskussion. Damals wie heute geht es um die erste weibliche Profi-Baseball-Liga, die 1943, als alle Männer im Krieg waren gegründet wurde. Immerhin übernimmt Rosie O‘Donnell, einer der Stars aus dem Film, auch in der neuen Serie eine Gastrolle.

Ob die Neuverfilmung den Charme des alten Films gerecht wird oder komplett in der PoMo-Blase versinkt? Wir werden sehen.

TED BAXTER

Prime Video ab 12.8., 8 Episoden à 60 Min