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POP & ROCK


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Audio - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 07.10.2022
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Bildquelle: Audio, Ausgabe 11/2022

Frank Spilker ist einer der besten deutschen Songschreiber. Der Mann kann’s, was er mit seiner Band Die Sterne seit dem Debüt „Wichtig“ von 1993 immer wieder beweist. Für Studioalbum Nr. 13 hat der Bandleader nun neue Musiker um sich geschart und ist, so die Fama, einfach mal so mit ihnen ins Studio gegangen. Diese Story klingt angesichts der ausgefeilten, packenden und ansteckend interessanten zehn neuen Songs samt Streicherarrangements nicht ganz glaubwürdig. In „Spilker immer mittendrin“ räsoniert er lakonisch darüber, wie er mit den wandelnden Zeiten zurechtkommt, der Hit „Die Welt wird knusprig“ bedient sich lässig bei „The Magnificient Seven“ (The Clash), „Alles was ich will“ verschönert den Tag. Diese Sterne leuchten.

Sebastian Schmidt

✪ Posen (1996)

Alex Williams aus Pendleton, Indiana, wuchs mit Waylon Jennings und Jerry Jeff Walker auf. Seine Power holte er sich in einer anderen Ecke: Sein ...

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... Vater brachte ihm die Glam-Metal-Rocker Cinderella und Ratt nahe. Aus dieser Melange erwuchs ein Outlaw-Typ, der auf Augenhöhe mit Chris Stapleton und Sturgill Simpson rockt. In seinen Songs erzählt der 31-Jährige aus seinem Leben – unterstützt von den robusten Riffs und Beats seiner versierten Mitspieler. So beschreibt er in „No Reservations“ das triste Leben als Musiker, der zwischen dreckigen Motels und düsteren Bars umherzieht – und jede Minute genießt. In zwölf Songs eröffnet sich ein Hörtrip von krassem Rock („Double Nickel“) bis zu warmen Melodien („A Higher Road“).

Willi Andresen

✪ Better Than Myself (2017)

Ihre glockenhelle Stimme trägt durch Storys über Liebesfrust, romantische Gefühle und einem starken Bekenntnis zu sich selbst. Die 31-jährige Sängerin und Malerin aus Phoenix, Arizona, verpackt auf ihrem neunten Album die Erkenntnisse aus zehn Jahren on the road in intime Songs. Im Titelsong pulsiert ein Bass und die Gitarre zirpt, während Andrews die Hoffnung und das Gute des Lebens hervorhebt, das von Düsternis überstrahlt wird. „Older Now“ öffnet mit melodischer Pracht wie eine aufblühende Sonnenblume im Juni und reflektiert den inneren Wandel der Künstlerin. „Satellite“ dominiert mit sphärischen Klang- und Vokalverzerrungen. „I’ll Be Thinkin’ On You“ triumphiert mit einem kraftvollen Rhythmus als solide Popnummer.

Willi Andresen

✪ Old Flowers (2020), Joni Mitchell, Linda Ronstadt

„Life Of Riley“, „Lucky You”, „Sense” oder „Three Lions”: Pop-Hymnen der 90er, die bis heute nachhallen – an die Mastermind Ian Broudie inzwischen nicht mehr heranreicht. Deswegen hat er die Band schon 2001 auf Eis gelegt, auch das Comeback von 2009 ist daran gescheitert. Trotzdem setzt der Mann aus Liverpool weiter auf den bewährten Sound: charmanter 60s-Gitarrenpop mit Glockenspiel und Streichern, jugendlichem Gesang, Gute-Laune-Texten und netten Melodien, die sich sofort in den Gehörgängen festsetzen. Was fehlt, ist der große Geniestreich – der Ohrwurm alter Schule. Da helfen auch Gastauftritte von Terry Hall (The Specials) und James Skelly (The Coral) wenig: „See You In The Stars” ist leider nicht das, was es sein könnte.

Marcel Anders

✪ The Coral, The Beautiful South

Die Norweger haben etwas vor: Ihr elftes Album ist ein Musik-Film-Projekt aus 13 Stücken mit Sinfonieorchester und begleitender Dokumentation über diese Aufnahmen. Alles schön und gut – wenn auch die Songs stimmen würden. Leider sind die jedoch ein wenig enttäuschend, weil ohne echte Überraschungen, geschweige denn Höhepunkte. Morten Harkets Falsetto klingt auch mit 63 Jahren noch wehleidig. Die Texte, die Hoffnung in bewegten Zeiten vermitteln wollen, sind meistens eher banal, und nur die Easy-Listening-Vorstöße in „Bumblebee“ und „Forest For The Trees“ überzeugen wirklich. Da wandeln A-ha auf den Spuren von Burt Bacharach. Nur: Das ist zu wenig, um richtig zu begeistern.

Marcel Anders

✪ Coldplay, Keane, Pur

Das schwierige zweite Album? Nicht für Dry Cleaning. Die Briten, die 2021 mit ihrem starken Debüt „New Long Leg“ eine Art-Rock-Sensation geschafft hatten, trumpfen weiter auf. Doch anstatt den Kracher-Rock des Erstlings fortzusetzen und eventuell noch weiter aufzudrehen, haben sie runtergedreht. Die Band geht deutlich sanfter zu Werke und bleibt noch dazu weitgehend im Hintergrund, während Florence Shaws Sprechgesang ganz nach vorne gemixt wurde. So entsteht mitunter der Eindruck, dass jemand redet, während irgendwo Musik läuft – Trios „Sabine Sabine Sabine“ kann einem in den Sinn kommen. Shaws collagierte Texte aus aufgeschnappten Sätzen und Wortfetzen sind weiterhin so schön wie rätselhaft. Große Kunst.

Sebastian Schmidt

✪ New Long Leg (2021), Ian Dury Klangtipp ab 4,5 Ohren

Das kanadische Ehepaar Pharis und Jason Romero spielt handgemachte Musik im Wortsinn: Jason ist in der Bluegrass-Szene auch als Entwickler und Hersteller von Banjos bekannt. Die Musik überzeugt ebenfalls – anspringend und detailgenau, ohne aufdringlich zu klingen. Die auch komponierenden Eheleute bieten auf ihrem achten Album eine gut durchhörbare Repertoire-Mischung aus Traditionals und neuen Melodien. Bei den Instrumentalstücken verblüffen das Duo und seine Gastmusiker (Geige, Pedal-Steel-Guitar, Kontrabass, Mandoline) mit ihrer großen Spielfreude. In den schönen Vokalpassagen erinnern die ineinander verwobene Stimmen der Romeros an Harmonien, die man von den Everly Brothers her kennt.

Winfried Dulisch

✪ Alison Krauss, Emmylou Harris

Mit erst 13 Jahren etablierte sie sich mit dem Album „Blue“ in der Country Music, heute ist LeAnn Rimes aus Mississippi in der Musik so präsent wie in Film und Fernsehen. Mit ihrem 19. Werk „God’s Work“ verwirklichte die jetzt 40-Jährige ein genreübergreifendes Projekt neuer Güte. Dafür gewann sie Ziggy Marley, Ben Harper, Aloe Blacc und Sheila E., die zur Stilbreite von Old Country über American bis zu Pop und Reggae beitragen. In den Texten eröffnet Rimes Einblicke in ihr Gefühls- und Seelenleben, das von Freude, Trauer, Zorn und Wut durchfärbt ist. Zu sanftem Piano, aufsteigenden Beats und sinfonischen Klangwolken in „Awakening“ gibt sie dann sogar ihre anhaltenden Erfahrungen mit Depressionen und Ängsten preis.

Willi Andresen

✪ Blue (1996), This Woman (2005), Spitfire (2013)

Es fiept, piept und groovt – einfach herrlich, dieser fiebernde Rhythmus! Nicht nur auf Jamaika zelebrieren sie seit den 1960er-Jahren dank der Großmeister King Tubby und Lee „Scratch“ Perry den Dub, auch in Neuseeland grooven Bands wie Fat Freddys’s Drop auf den Wellen dieser klanglich-rhythmischen Reggae- Erweiterung. L.A.B haben ihren Mix aus Reggae, Soul und Funk nun vom italienischen Bassisten und Soundtüfler Paolo Baldini durch sein Mischpult schleusen lassen – entstanden sind wiederum neue Meisterwerke mit einem belebend dubbigem Feeling. Zehn Titel hat Baldini aus dem Archiv der fünf Neuseeländer von L.A.B gefischt und ihnen einen coolen Soundwandel und neuen rhythmischen Fluss verpasst, darunter Perlen wie „Shadows“, „Boy King“, „Runnig“ oder die Hitsingle „Why Oh Why“ von 2020. Stark.

Willi Andresen

✪ L.A.B bis L.A.B V (2017–2021)

Das elfte Album der Herren Astbury und Duffy hat große Momente. Etwa „KnifeThrough Butterfly Heart“, das mit Brasil-Vibes, Akustikgitarren und Streichern überrascht – sowie einem Sänger, der den Jim Morrison gibt. Da versuchen The Cult einmal etwas anderes als den bewährten Mix aus Gothic und Hardrock. Doch auch die übrigen sieben Stücke haben ihre Momente: So stimmt Billy Duffy bisweilen Riffs an, die an das geniale Frühwerk der Band erinnern und mehr Postpunk sind als Stadionrock. Zu dieser Gangart passen polternde Tribal-Drums, eine morbide Grundstimmung und mystische Texte, die William Burroughs und Brion Gysin zitieren. Was aber fehlt, ist das Hymnische, das diese Band einst so unwiderstehlich gemacht hat.

Marcel Anders

✪ The Doors, Led Zeppelin, Bauhaus

Freiraum

AUDIO-Mitarbeiter Winfried Dulisch hört Folk aus Lappland und China, klassische E-Gitarre und Seemannslieder

Elektrische Gitarren zeigten konzertante Ambitionen bislang oft nur beim romantisierenden Kuschelrock. Sean Shibe hinterfragt auf „Lost & Found“ den Repertoire-Fundus vom Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert mit seiner E-Gitarre. Hildegard von Bingen und Olivier Messiaen hätten sich kaum träumen lassen, dass Leo Fender die Stratocaster auch für ihre Musik erfunden hat.

Die Sängerin Ulla Pirttijärvi hütet nebenberuflich im Norden von Finnland eine Rentier-Herde. Mit ihrer Tochter Hildá Länsman bildet sie das weltmusikalische Pop-Duo Solju. Auf ihren Album „Uvjamuohta“ (deutsch: Pulverschnee) unterlegen die zwei Frauen das Joiken und andere traditionelle Gesänge der lappländischen Ureinwohner mit einschmeichelnden Grooves.

„Sea Conditions: Swell Songs And Shanties For Breezy People“ fahren stilistisch genau jenen Zickzack- Kurs, den die Freunde von Oldie- Compilations aus dem Hause Bear Family so lieben. Matrosen-Arbeitslieder und andere Chorgesänge, Charles Trenets Chanson „La Mer“ und Petula Clarks „Sailor“-Schnulze treffen hier auf eine Country-Version von „La Paloma“.

28 ethnische Gruppen mit jeweils eigenen Sprachen und Bräuchen sowie zahlreichen Musiktraditionen leben in der chinesischen Provinz Yunnan. Die Compilation „Rough Guide To The Music Of Yunnan“ überzeugt mit klanglichem Abwechslungsreichtum, vor allem bei den Aufnahmen mit Percussion- Instrumenten. Auf mehreren Tracks verwirklichen westlich beeinflusste Gitarristen ihre Vorstellungen vom chinesischen Folkrock.