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Porsche 911 Carrera 4S: Zeitlos und schnell


Auto aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 11.12.2019

Porsches 911er ist in Österreich das Topmodell der Marke, und das wird sich beim Neuen nicht ändern. Uns hat es der 911er Carrera 4S sehr angetan.


331 kW (450 PS), 500 Nm, Verbrauch 9,0 L/100 km, Basispreis Porsche 911 Carrera 4S: ab 155.478,- Euro

www.porsche.at

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Bildquelle: Auto aktuell, Ausgabe 5/2019

Als Motorjournalist hat man das Privileg mit kompakten, großen, offenen, schnellen, innovativen, ausgefallenen und extravaganten Autos zu fahren und sie auch mehrere Tage zu „testen“. Oft eine Routine-Arbeit, meist ein sehr angenehmer Job und manchmal mischen sich auch jede Menge Emotionen in diese Aufgabe. Ich bin ein bekennender Fan des Modell ...

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... 997, der 991 war für mich ein Kompromiss, aber der neue 992 in der Version 4S ist einfach umwerfend. Schon alleine die äußere Erscheinung, das Design und die sportliche Anmutung des neuen Porsche 911 Carrera 4S ringen einem den Ausdruck „Wow“ ab.

Das Design des 911 wirkt vertraut, ist aber komplett neu, etwas kantiger, nicht mehr so rund. Er ist breiter, vorn um 45, hinten um 44 Millimeter, tritt selbstbewusster auf und besitzt die typischen 911er Attribute. Über den großen 20 / 21 Zoll Räder wölben sich die breiten Kotflügel, die schon bei den hinterradgetriebenen Modellen die Breite des 4S Vorgängermodells erreichen. Die gestreckte Frontpartie mit den neu entwickelten LEDHauptscheinwerfern und die elektrisch ausfahrbaren Türgriffe betonen die taillierte, glatte Seitenlinie. Der neue 911er ist einfach kompletter. Das Heck war immer schon markant, wartet nun mit einem breiteren Spoiler und einem durchgehenden Leuchtband auf, was die Breite wiederum betont. Die vertikal angeordneten Lamellen des Lufteinlasses, bei der 4S Version im Chromoptik, aber leider aus Kunststoff, verlängert die Linienführung der Heckscheibe.

Das neue Interieur ist ein Meilenstein in der Entwicklung des 911, wie man bei Porsche betont. Das neue Cockpit ist eine Reminiszenz an die Tugenden der ersten Elfer-Generation. Klarheit und formale Eindeutigkeit. So wird der traditionell analoge Drehzahlmesser jetzt von zwei rahmenlosen Freiform-Displays flankiert, die zu schweben scheinen. Die Armaturentafel verläuft wie beim Ur-Elfer über die gesamte Breite zwischen zwei horizontalen Flügelebenen. In der Mitte schafft ein angedocktes Bedienfeld mit fünf Tasten in der Optik klassischer Kippschalter die Verbindung zur Mittelkonsole mit dem integrierten Touchpad. Ich denke, da kann man sich für die nächste Generation etwas Pfiffigeres einfallen lassen. Zündschlüssel gibt es jetzt keinen mehr, der neue 911 verfügt serienmäßig über Keyless Go und einen Drehschalter zum Start des Motors, natürlich links der Lenksäule.

Die achte Generation des Porsche 911 mit der internen Bezeichnung 992 ist nicht nur leistungsstärker als ihr Vorgänger, sondern auch komfortabler und sicherer. Etwas Besonderes und eine Weltneuheit ist der serienmäßige „Porsche Wet Mode“, der dem Sportwagen ein noch besseres Fahrverhalten auf nassen Straßen verleiht. Die neuartige Assistenzfunktion besteht aus einer Nässe-Erkennung und einer entsprechenden Abstimmung zur Steigerung der Fahrstabilität. Allerdings muss man den Wet-Mode, wenn die Fahrzeugelektronik darauf hinweist, auch aktivieren. Das System erkennt automatisch eine nasse Fahrbahn, begrenzt aber weder die maximale Leistung noch schränkt es die Höchstgeschwindigkeit ein und sollte daher auch nicht als Versicherung für zu schnelles Fahren bei nasser Fahrbahn verstanden werden. Wird das Fahrprogramm „Wet“ also aktiviert, passen sich unter anderem das PSM, das PTM, die adaptive Aerodynamik, das optionale Porsche Torque Vectoring (PTV) und das Ansprechverhalten des Antriebs an, um eine größtmögliche Fahrstabilität zu gewährleisten. Der Drehmomentaufbau des Motors wird sanfter, die Schaltstrategie des neuen Achtgang-PDK-Getriebes passt sich automatisch daran an, und beim Allradmodell 4S fließt grundsätzlich mehr Antriebskraft zur Vorderachse als im Normalmodus. Der Effekt war deutlich zu spüren: Der Elfer lässt sich sicherer bewegen. Der Wet Mode ist aber nicht nur bei Nässe optimal, er soll auch auf verschneiten Straßen die Fahrstabilität erhöhen.

Aber nun zum „Kern“ der Emotionen. Der aufgeladene Sechszylinder-Boxermotor leistet 331 kW (450 PS). Das entspricht einem Plus von 22 kW (30 PS) gegenüber dem Vorgängermodell. In der Beschleunigung von null auf 100 km/h unterbietet der Carrera 4S die Vier-Sekunden-Marke mit 3,6 Sekunden deutlich. Das maximale Drehmoment von 530 Nm steht von 2.300 bis 5.000 U/min zur Verfügung und sorgt für eine sagenhafte Beschleunigung und entsprechenden Fahrspaß.

Der Fahrspaß des 911 liegt aber auch in der unverwechselbaren Akustik. Der Sound-Abstimmung von Saug- und Abgasseite widmeten die Ingenieure daher große Aufmerksamkeit. Optional ist eine Sportabgasanlage lieferbar, erkennbar an den beiden ovalen Mündungen. Kostenpunkt 3.201,- Euro. Zur Steigerung der Fahr-Performance und des Fahrspaßes ist das Sport Chrono-Paket für 2.858,- Euro erste Wahl. Die Fahrmodi werden über den neuen Modeschalter im Lenkrad angewählt, der jeweils aktive Modus wird im Kombiinstrument angezeigt.

Das Fahrwerk des Porsche 911 war immer schon ein Maßstab im Sportwagensegment. Mit dem neuen Elfer schöpft Porsche das Potenzial an Fahrdynamik weiter aus. Die Basis dazu schafft die neue Mischbereifung mit 20-Zoll-Rädern an der Vorderachse und 21- Zoll-Rädern an der Hinterachse. Gleichzeitig sind die Reifen an der hinteren Antriebsachse deutlich breiter als die der Vorderräder. Das Ergebnis ist eine um 46 Millimeter breitere Spur vorn sowie beim 911 Carrera S eine um 39 Millimeter breitere Spurweite hinten. So kann die Hinterachse noch mehr Seitenführung aufbauen und die Traktion verbessern. Egal, ob Autobahn oder winkelige Bergstraßen, die wir natürlich bevorzugt haben. Zum tadellosen Fahrverhalten trägt auch das Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe bei, das ohne Ruck und sanft schaltet, was im Stadtverkehr besonders auffällt. Außerdem wurde damit auch eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs erreicht. Sehr angenehm und praktisch empfanden wir das Liftsystem der Vorderachse bei Einfahrten in Garagen. Allerdings sind 2.967,- kein Schnäppchen.

Die Pedals am Lenkrad sind perfekt für uns Sportfahrer. Apropos Sportfahrer, da sollten die neuen Sitze nicht unerwähnt bleiben. Drei Kilogramm leichter, ein verbesserter Sitzkomfort, wenn auch etwas straffer als im Vorgänger, und fünf Millimeter tiefer angeordnet bieten sie extremen Seitenhalt. Sitzlüftung und -heizung inklusive. Auch die Fondpassagiere können sich freuen. Die Sitzanlage wurde um 20 Millimeter höher, und die Sitzflächen etwas breiter.

Besonders praktisch und schonend für den Frontspoiler ist das optional angebotene elektrohydraulische Lift-System, das die Anhebung der Vorderachse um rund 40 Millimeter ermöglicht. Das erleichtert die Einfahrt in Garagen und Parkhäuser. Optional ist auch das BOSE Sound System mit Konzerthaus ähnlichem Klang. Die 1.740,- Euro sind dabei recht gut investiert. Der 911 Carrera 4S kostet in Österreich ab 155.478,- Euro, unser Testfahrzeug schlägt allerdings mit 208.332,- zu Buche.


Fotos: Christian Böhm (3), Matthias Prinz (2), Porsche (2)