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PORTRÄT: AMY SCHUMER: MIT VOLLGAS ÜBER ALLE SCHAMGR ENZEN


Grazia - epaper ⋅ Ausgabe 21/2018 vom 17.05.2018

Tabus? Kennt die Comedienne und Schauspielerin nur vom Hörensagen. Kritiker bezeichnen sie daher gerne mal alsAbrissbirne auf zwei Beinen – aber mit ganz viel Vorbildpotenzial


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Bildquelle: Grazia, Ausgabe 21/2018

Amys Humor ist nicht unbedingt subtil, aber dafür immer furchtlos – und trifft garantiert ins Schwarze


ZUM „KLASSENCLOWN“ UND „LEHRERALBTRAUM“ wurde Amy Schumer (36) in der Abschlusszeitung ihres Schuljahrgangs gewählt. Heute, fast 20 Jahre später, würde wohl dasselbe über sie drinstehen, mit dem einzigen Unterschied, dass ihr Klassenzimmer jetzt eben Hollywood ist. Die gebürtige New Yorkerin ist sich für keinen Gag zu schade. ...

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ZUM „KLASSENCLOWN“ UND „LEHRERALBTRAUM“ wurde Amy Schumer (36) in der Abschlusszeitung ihres Schuljahrgangs gewählt. Heute, fast 20 Jahre später, würde wohl dasselbe über sie drinstehen, mit dem einzigen Unterschied, dass ihr Klassenzimmer jetzt eben Hollywood ist. Die gebürtige New Yorkerin ist sich für keinen Gag zu schade. Sie schreckte nicht mal davor zurück, absichtlich vor Kanye West und Kim Kardashian auf dem roten Teppich hinzufallen. Das ist schon eine Weile her, inzwischen liegt nicht mehr sie den Stars zu Füßen, sondern die halbe Filmbranche ihr. In der Komödie „I Feel Pretty“ ist Amy zurzeit im Kino zu sehen. Sie spielt eine junge, von Selbstzweifeln geplagte Frau, die sich erst nach einer Hirnverletzung in ihrer eigenen Haut wohlfühlt. Die Message: Selbstbewusstsein ist Kopfsache – wir alle können mit uns im Reinen sein, egal, ob wir Modelmaße haben oder nicht.

Und zu keinem passt der Part besser als zu Comedienne Amy, über die gerne mal öffentlich hergezogen wird: Zu lustig, zu obszön, zu dick sei sie, heißt es über die Blondine, die im Zeitalter des Schlankheitswahns mit ihrer stinknormalen Konfektionsgröße 38/40 auch mal in die Plus-Size-Ecke gestellt wird. „Ich fühle mich sehr wohl in meiner Haut.“ Aber wann immer jemand behauptet, sie sei zu dick, muss sie sich rechtfertigen, das geht ihr schon auf die Nerven. Auch deshalb wählt sie ihre Engagements mittlerweile sehr sorgfältig aus. Denn immer wieder versuchten Produzenten in der Vergangenheit, sie in Filmrollen zu stecken, die genau das Gegenteil ihrer positiven Einstellung vermitteln: die übergewichtige Verlassene zum Beispiel oder die hässliche Freundin eines Models. In Hollywood haben offenbar noch nicht alle begriffen, dass Amy weder dick noch hässlich ist, nur eben einfach ein erfrischender Gegenentwurf zu ätherischen Grazien wie etwa Gwyneth Paltrow.

Eine, die Amys Potenzial sofort erkannte, war Schauspielerin und Produzentin Lena Dunham. Was viele nicht wissen: Amy sprach sogar für eine der Hauptrollen in der Erfolgsserie „Girls“ vor. Lena musste Amy eine Absage erteilen, aber nicht weil sie zu schlecht war. „Diese wahnsinnig talentierte Frau sollte einfach kein naives, unschuldiges Mädchen spielen“, erklärte Dunham mal in einem Interview. „Als Amy den Raum verließ, sagten alle: Jemand muss dieser unfassbar lustigen Frau eine Show geben!“ Und so bekam Amy zumindest einen Gastauftritt in „Girls“ – und 2013 auch endlich ihre eigene Comedyserie: „Inside Amy Schumer“. Schon seit 2004 ist sie in New York als Stand-up-Comedienne aufgetreten, besserte ihren Kontostand zusätzlich als Kellnerin und Fußmodel (wirklich!) auf. Von Anfang an gab es für sie keine Tabus. Die New Yorker liefen scharenweise in ihre Shows, und alle fragten sich: Wer ist bloß diese coole Lady, der wirklich überhaupt gar nichts peinlich ist?

In „I Feel Pretty“ ist Amy zurzeit im Kino zu sehen


ICH FINDE MICH GUT SO, WIE ICH BIN


Das überbordende Selbstbewusstsein („Ich kann Sex haben, wann immer ich will“) hat Amy von den Frauen in ihrer Familie geerbt. Ihre Urgroßmutter hat während der Prohibition auf dem Schwarzmarkt mit Alkohol gehandelt, den Weinladen der Schumers gibt es übrigens noch heute in Manhattan. Die wichtigste Regel der Schumer-Frauen: sich nie von Männern abhängig machen!

Das macht Amy aber sowieso nicht, im Gegenteil: Geschlechterklischees, Feminismus und natürlich auch Sex gehören zu ihren liebsten Themen auf der Bühne. An vieles, was sie dabei von sich gibt, würden sich auch heute noch andere Frauen kaum herantrauen. „Ich werde immer als Sex-Komikerin bezeichnet“, beschwert sie sich. „Aber wenn ein Typ seinen Schwanz auf der Bühne rausholt, würde jeder sagen: Oh, er ist ein Denker!“ Ihre Mission: unangenehme Erfahrungen teilen, damit sich andere Leute bei ihren jeweiligen eigenen Missgeschicken besser fühlen. „Meine Comedy ist kompromisslos und unerschrocken.“

Und obwohl man mit furchtlosem Humor so einige Hürden überspringen kann (Amy spielte auch den aufmunternden Familienclown, als ihr Vater an Multipler Sklerose erkrankte), ist sie bei passender Gelegenheit auch durchaus mal ernst und nachdenklich. Amy ist Jüdin, ihr Großonkel ein angesehener Demokrat in New York, aber für Politik hat sie sich eigentlich nie interessiert. Das änderte sich im Juli 2015. Ihr erster großer Kinoerfolg „Dating Queen“ lief gerade in einem Kino in Louisiana, als ein Amokschütze hereinkam und zwei Menschen erschoss. Bis heute zeigt Amy sich tief erschüttert von der Tragödie. Sie erklärte sogar, dass sie wegen des Attentats bereue, den Film überhaupt gedreht zu haben: „Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an die Opfer denke.“ Seitdem engagiert sie sich für striktere Waffengesetze in den USA. Und auch über ein anderes schlimmes Thema sprach Amy erst nach ihrem künstlerischen Durchbruch: Gewalt in einer Beziehung. „Ich kann mich noch so genau daran erinnern, auf die Motorhaube eines Autos geschmissen worden zu sein“, bekannte sie in einem intimen Interview mit Talkerin Oprah Winfrey, als es um einen Ex-Freund ging. „Er hat nicht verstanden, wie hart er mich angepackt oder geschüttelt oder geschubst hat.“

Diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei. Vor drei Monaten heiratete Amy in Malibu den Koch Chris Fischer (38). „Es fühlt sich verdammt gut an!“, sagte sie grinsend über die Ehe. Seitdem benutze sie das Wort Ehefrau, so oft sie nur kann. Wie frisch Verknallte es eben tun … Die Hochzeitsgästeliste las sich wie die einer coolen Promi-Fete: Jennifer Aniston, Jake Gyllenhaal und Jennifer Lawrence (eine ihrer besten Freundinnen) waren dabei. Man kann sicher sein: Alle, die mitfeiern durften, sind nicht nur mit Zwerchfellmuskelkater nach Hause gegangen.

Jennifer Lawrence zählt zu den engsten Freundinnen der Schauspielerin.


Im Februar gab Amy Chris Fischer das Jawort


FOTOS: EMILY SHUR/THE NEW YORK TIMES/REDUX/LAIF, INSTAGRAM @AMY SCHUMER, DDP IMAGES, GETTY IMAGES