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Porträt ANDREA BURKE: „Plötzlich hat alles Sinn gemacht“


Gluten Free - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 17.10.2019

DIE EHEMALIGE SPITZEN-BIATHLETIN ANDREA BURKE (GEB. HENKEL) HAT SCHON IMm ER MIT UNERKLÄRLICHEN VERDAUu NGSPROBLEMEN ZU KÄMPFEN. ALS SIE SICH 2010 VON EINEM ARZT DURCHCHECKEN LÄSs T, BRINGT DIE DIAGNOSTIZIERTE GLUTENUNVERTRÄGLICHKEIT ENDLICH LICHT INS DUNKEL.


Artikelbild für den Artikel "Porträt ANDREA BURKE: „Plötzlich hat alles Sinn gemacht“" aus der Ausgabe 10/2019 von Gluten Free. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: picture alliance / Pressefoto Baumann

DIE GRÖSs TEN ERFOLGE VON ANDREA BURKE

Olympische Spiele:

2 x Gold, 1 x Silber,
1 x Bronze

Weltmeisterschaften:

8 x Gold, 6 x Silber,
2 x Bronze

Weltcup:

46 x Gold, 38 x Silber,
22 x Bronze

Andrea Burke blickt auf eine erfolgreiche Karriere als Spitzensportlerin zurück. Mit sechs Jahren fängt sie mit Langlauf ...

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... an, mit zwölf hält sie erstmals ein Luftgewehr in der Hand und trainiert fortan regelmäßig in einer Biathlon-Gruppe. Im Alter von 13 Jahren wechselt sie an die Sportschule nach Oberhof und qualifi ziert sich drei Jahre später für die Junioren-Nationalmannschaft. Ab 1998 ist Burke bis zum Ende ihrer Karriere im Jahr 2014 festes Mitglied der Weltcup-Mannschaft. Insgesamt nimmt die Biathletin in dieser Zeit an vier Olympischen Spielen teil. Bei 46 Weltcup-Rennen kommt sie als Siegerin durchs Ziel – das erste Mal 1999. Doch es gibt eine Phase, in der sich die Sportlerin durch zwei erfolglose Jahre kämpft und sogar um einen WM-Platz in der Mannschaft bangen muss. Doch 2005 ist sie zurück an der Spitze – die Goldmedaille bei der WM in Hochfi lzen ist für Andrea Burke ein bedeutsamer Meilenstein. „Dieser Sieg war für mich mit das Wichtigste für alles, was danach passierte, da ich noch mal über mich selbst hinausgewachsen bin“, erinnert sich Andrea Burke. 2007 gewinnt sie sogar den Gesamt-Weltcup, worauf sie besonders stolz ist.

UNERWARTETE DIAGNOSE, DIE VIEL GUTES MIT SICH BRINGT

Auch wenn der Sport in ihrem Leben an erster Stelle steht – die Verdauungsprobleme, die Andrea Burke ständig plagen, belasten sie. Besonders abends hat sie meistens einen stark aufgeblähten Bauch, weiß aber nie, woher das kommt. Gerade bei Veranstaltungen und offi ziellen Anlässen fühlt sie sich unwohl und ist unsicher, was sie überhaupt anziehen kann. Auf Empfehlung einer ehemaligen Biathlon- Kollegin und Freundin lässt sich Andrea Burke 2010 bei einem Arzt durchchecken und erhält dabei die Diagnose Glutenunverträglichkeit. „Viele haben mich gefragt, ob die Diagnose schlimm für mich ist, aber das war sie nicht – im Gegenteil, denn plötzlich hat alles Sinn gemacht. Ich musste nur erst mal herausfi nden, wie ich mit dieser neuen Situation umgehe und was ich konkret machen muss. Aber ich wusste jetzt endlich, woran ich arbeiten kann“, berichtet Andrea Burke. Sie deckt sich zunächst mit Literatur zum Thema ein, z._B. „Glutenfrei für Dummies“, und liest sich in die Materie ein. Viele der genannten Symptome, wie Blähungen, Durchfall oder eine unregelmäßige Darmtätigkeit, sind ihr nur allzu bekannt. „Eine Ernährungsumstellung hat ganz viel mit innerer Überzeugung zu tun. Ich dachte, wenn mir Gluten nicht gut tut, dann will ich das auch gar nicht mehr essen. Daher fi el mir der Verzicht auf Gluten nicht schwer. Mein Körper hat glaube ich bereits vor der Diagnose gemerkt, dass ihm Gluten schadet. Denn ich hatte eine regelrechte Antipathie zu Nudeln entwickelt – das war wahrscheinlich wie ein innerlicher Schutz“, so die heute 41-Jährige rückblickend über ihre Umstellung auf die glutenfreie Ernährung. Dadurch überdenkt sie auch generell ihre Ernährungsweise, wird kreativer und entdeckt viele neue Lebensmittel für sich.

AUS SKEPSIS WIRD VERSTÄNDNIS

So reibungslos die Ernährungsumstellung privat abläuft – als Profi sportlerin steht Andrea Burke vor ganz anderen Herausforderungen, denn bei der Diagnose im Jahr 2010 mischt sie noch mitten im Weltcup-Zirkus mit. Zum einen gilt es, den Trainer zu überzeugen. Dieser steht der glutenfreien Ernährung zunächst skeptisch gegenüber. Erst als die Sportlerin einmal versehentlich Gluten zu sich nimmt und ihr Bauch aussieht, als wäre sie im sechsten Monat schwanger, ist er überzeugt und der Trainerstab achtet darauf, dass die glutenfreie Ernährung eingehalten wird. Doch die Gegebenheiten in Trainingslagern, bei Weltcups und Meisterschaften sind in den verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich. Mancherorts klappt es problemlos, da das Essen für so viele Athleten simpel gehalten werden muss und es somit meist Kartoff eln, Reis, Fleisch und Salat gibt. Aber Andrea Burke hat, um auf Nummer sicher zu gehen, gewisse Vorräte, wie Haferfl ocken, Mandeln oder Reiswaff eln, immer dabei. „Die Haferfl ocken waren sozusagen mein Backup, notfalls hätte ich die auch dreimal am Tag gegessen.“ Vor Wettkämpfen gibt es ohnehin meistens glutenfreien Haferbrei, sodass Andrea Burke schon vor der Diagnose bei ihren Rennen nichts von den Symptomen bemerkt. Wenn sie nur mit ihrem Team unterwegs ist, wird direkt mit der Küche gesprochen, sodass sie immer etwas Geeignetes zu essen bekommt. Ansonsten kommt, wie bei einem Weltcup in Russland, einfach eine Kochplatte mit ins Gepäck, damit etwas Glutenfreies gekocht werden kann. „Wenn man will, dann geht alles, man darf einfach kein Problem daraus machen“, ist Andrea Burke überzeugt. In Bezug auf ihre sportliche Leistung wirkt sich der Verzicht auf Gluten nur indirekt aus, denn die Biathletin fühlt sich nicht mehr ständig aufgebläht, dadurch insgesamt wohler und leistungsfähiger.

SPORT IST UND BLEIBT IHR LEBEN

Heute lebt Andrea Burke gemeinsam mit ihrem Mann Tim, ebenfalls ehemaliger Profi -Biathlet, in Lake Placid (USA). Sie führen einen glutenfreien Haushalt, einzig beim Brot greift ihr Mann auf glutenhaltiges zurück. „Im Vergleich zu Deutschland ist in Amerika die Auswahl an glutenfreien Produkten riesig und auch in den Restaurants gehört glutenfrei quasi zum guten Ton“, so Andrea Burke über die Unterschiede im glutenfreien Angebot zwischen alter und neuer Heimat.

Andrea Burke hat sich in den USA mehrere Standbeine aufgebaut. Zum einen arbeitet sie als Personal Trainer und ist eng verbandelt mit Aeroscan, einem Verfahren, das den Stoff wechsel unter Belastung misst und analysiert. Zusätzlich vertreibt sie Nahrungsergänzungsmittel, da sie selbst davon überzeugt ist, dass diese wichtig sind, um gesund zu sein und alle Nährstoff e zu erhalten, die der Körper braucht. Nebenbei trainiert sie ab und zu Kinder im heimischen Skiverein, besucht regelmäßig Weiterbildungen und Schulungen, um ihr Business weiter auszubauen – somit gleicht kein Tag dem anderen. Mittlerweile hat sie verschiedene Fitnesstrainer- Lizenzen erworben, Weiterbildungen im Bereich Business Coaching und Ernährung besucht und aktuell macht sie eine Ausbildung über Neuroathletik- Training, wobei es um den Zusammenhang von zentralem Nervensystem und Bewegung geht. Sport spielt also noch immer eine große Rolle in ihrem Leben und Langeweile scheint auch nach der Biathlonkarriere nicht in Sicht.

MEHR INFORMATIONEN ÜBER ANDREA BURKE UNTER WWW.ANDREA-BURKE.COM

PERSÖNLICHER TIPP VON ANDREA BURKE FÜR SPORTLER, DIE SICH GLUTENFREI ERNÄHREN MÜSs EN:
„Es ist wichtig, die Diagnose erst mal zu akzeptieren und sich damit gut zu fühlen. Bei der Umsetzung der glutenfreien Ernährung sollte unbedingt darauf geachtet werden, welche Lebensmittel man zu sich nimmt, denn viele glutenfreie Produkte enthalten oft unnötige Inhaltsstoff e. Wesentlich ist, dass man sich nicht als Opfer sieht, sondern die Diagnose als Chance erkennt.“