Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 3 Min.

PORTRÄT: »ICH BIN ABSOLUT KEINE FEINE TUSSI!«: Michelle Dockery


Grazia - epaper ⋅ Ausgabe 39/2019 vom 19.09.2019

Endlich!!! „Downton Abbey“ kommt diese Woche ins Kino. Wir freuen uns besonders auf ein Wiedersehen mit Lady Mary, wunderbar hochnäsig gespielt von Michelle Dockery. Privat tickt die übrigens ganz anders …

TRIFFT SICH GUT, DASS MICHELLE DOCKERY DAS THEMA „DOWNTON ABBEY“ NOCH NICHT SATTHAT – was ihr wohl niemand übel nehmen würde. Immerhin beherrschte die Serie sechs Jahre lang ihr Leben. Jedes Interview, jeder Artikel, der über sie geschrieben wurde (mit der Suchkombination Michelle Dockery plus „Downton Abbey“ landet man knapp drei Millionen Google-Treffer), jede Fanbegegnung und jede noch so winzige ...

Artikelbild für den Artikel "PORTRÄT: »ICH BIN ABSOLUT KEINE FEINE TUSSI!«: Michelle Dockery" aus der Ausgabe 39/2019 von Grazia. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Grazia, Ausgabe 39/2019

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 1,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Grazia. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 39/2019 von FASHION CHARTS. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
FASHION CHARTS
Titelbild der Ausgabe 39/2019 von ECHT JETZT?: Womit KEINER diese WOCHE gerechnet hatte …. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
ECHT JETZT?: Womit KEINER diese WOCHE gerechnet hatte …
Titelbild der Ausgabe 39/2019 von TITELSTORY: KATE: EX UND HOT: SIE SETZT AUF: ZT AUF: EX UND HOT: SIE SETZT AUFRACHE-STYLING. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TITELSTORY: KATE: EX UND HOT: SIE SETZT AUF: ZT AUF: EX UND HOT: SIE SETZT AUFRACHE-STYLING
Titelbild der Ausgabe 39/2019 von 10 HOT STORIES DIE THEMEN DER WOCHEVictoriahat den *Baby-Blues …. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
10 HOT STORIES DIE THEMEN DER WOCHEVictoriahat den *Baby-Blues …
Titelbild der Ausgabe 39/2019 von TOMMY X ZENDAYA FASHION WEEK NEW YORK FEIERT DAS LEBEN!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TOMMY X ZENDAYA FASHION WEEK NEW YORK FEIERT DAS LEBEN!
Titelbild der Ausgabe 39/2019 von 3 SIE IST IMMER NOCH NICHT ÜBER ASHTON HINWEG. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
3 SIE IST IMMER NOCH NICHT ÜBER ASHTON HINWEG
Vorheriger Artikel
10 ÖKOSHAMING: Darf ich bei Freunden CO2-Polizei spielen?
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel „NACKT- YOGA?: Kann man mir da nicht überall reingucke…
aus dieser Ausgabe

TRIFFT SICH GUT, DASS MICHELLE DOCKERY DAS THEMA „DOWNTON ABBEY“ NOCH NICHT SATTHAT – was ihr wohl niemand übel nehmen würde. Immerhin beherrschte die Serie sechs Jahre lang ihr Leben. Jedes Interview, jeder Artikel, der über sie geschrieben wurde (mit der Suchkombination Michelle Dockery plus „Downton Abbey“ landet man knapp drei Millionen Google-Treffer), jede Fanbegegnung und jede noch so winzige Meldung hatte mit „Downton Abbey“ zu tun. Selbst nach der letzten Folge, die an Weihnachten 2015 lief, verging kaum ein Tag, erzählt Michelle, an dem sie nicht an „Downton“ erinnert wurde, in der einen oder anderen Form. „Aber ich hatte noch nie das Gefühl“, schwört sie, „dass ich nicht darüber reden möchte. Immerhin verdanke ich ‚Downton Abbey‘ alles. Im Gegenteil, sollten die Menschen mich irgendwann nicht mehr darauf ansprechen, werde ich mit Sicherheit traurig sein.“ Das steht vorerst nicht zu befürchten. Denn diese Woche startet die rund um den Globus mit Spannung erwartete (ausnahmsweise ist das mal keine Floskel!) Kinofortsetzung jener Serie über eine Adelsfamilie und ihre Dienstboten auf Schloss Downton Abbey, die 52 Folgen lang Millionen Zuschauer weltweit in Old-England-Fans verwandelte. Und Highclere Castle, dem Drehort in der Grafschaft Hampshire, Touristenströme (selbst aus China, Brasilien und Indien) bescherte, die nun garantiert neuen Auftrieb erhalten werden.

Sie sind wieder da: Dienstboten und Adelige auf Schloss „Downton Abbey“ (aktuell im Kino) erwarten Besuch vom König


15 Monate nach seiner Krebsdiagnose starb Michelles Verlobter John Dineen. „Er war mein Freund, mein König, mein Held, mein Ein und Alles“, sagte sie an seinem Grab


”Ich glaube an die eine große Liebe“


Als Lady Mary, älteste und mitunter recht hochnäsige Tochter von Lord und Lady Grantham, wurde Michelle Dockery über Nacht zum Star. Bis dahin hatte sie als Schauspielerin zwar ganz gut zu tun, ihr Bekanntheitsgrad hielt sich jedoch in Grenzen. Mittlerweile ist sie aber nicht mehr nur ein Star, sondern sogar eine Ikone, quasi mit Brief und Siegel. Wer jetzt die Augen verdreht und es maßlos übertrieben findet, eine 37-Jährige, die erst seit 2005 vor der Kamera steht, schon als Filmikone zu bezeichnen, dem sei gesagt: „Variety“, die einflussreiche Branchenbibel von Hollywood, verlieh im April ihren ersten Icon Award überhaupt an Michelle, und obwohl sie diese Ehrung „irgendwie komisch“ fand, fühlte sie sich „gleichzeitig geehrt und geschmeichelt“.

Und warum auch nicht? Michelle Dockery ist ja eindrucksvoll gelungen, was viele Serienschauspieler, die ihre Karriere einer prägenden Rolle verdanken, leider nicht schaffen: weiter am Ball zu bleiben, mit steigendem Erfolg, im Fernsehen wie im Kino. Michelle hatte „Downton Abbey“ kaum abgedreht, da rief Amerika: Starregisseur Steven Soderbergh engagierte sie für die von ihm produzierte Netflix-Westernserie „Godless“ (dafür musste sie reiten und schießen lernen), und von „Good Behavior“, in der sie eine alkoholkranke, sexy Betrügerin spielt, gibt es bereits zwei Staffeln. Zuletzt spielte Michelle an Londons National Theatre, wo sie einst debütierte, in der gefeierten Bühnenversion des Kinoklassikers „Network“ eine TV-Produzentin, die über Leichen geht. Ein Rollenspektrum und ein Pensum, um das sie viele Kollegen beneiden dürften.

Sie selbst sagt es zwar nicht, aber man darf getrost unterstellen, dass die viele Arbeit (zwei Jahre lang lebte Michelle fast ununterbrochen in den USA, bis sie am Ende „Heimweh nach englischem Speck und den Londoner Pubs“ hatte) für sie wie gerufen kam. Therapeutische Wirkung hatte sie womöglich auch. Denn kurz vor Weihnachten 2015, zeitgleich mit dem Ende von „Downton Abbey“, starb ihr Verlobter John Dineen; der PR-Spezialist aus Irland hatte Krebs und wurde nur 34. Ein Schock, über den sie erst Jahre später öffentlich sprechen konnte. Obwohl sie nicht verheiratet waren, so Michelle, sehe sie sich als „seine Witwe“, und tatsächlich sind bis heute keine Paparazzifotos aufgetaucht, die sie mit einem neuen Freund zeigen würden. „Ich glaube an die eine große Liebe“, sagte sie einmal, und dies erklärt vielleicht das. Was den Verlust von John noch schwieriger als ohnehin schon machte, seien die Parallelen zu ihrer Figur in „Downton Abbey“ gewesen. Wie jeder Fan weiß, stirbt ihr frisch angetrauter Ehemann im Finale der dritten Staffel: „Bis heute finde ich diese Gemeinsamkeit zwischen Mary und mir verstörend.“ Ehrensache, dass sie sich im wahren Leben für die britische Krebshilfe Stand Up To Cancer engagiert.

Mit dem Kinostart von „Downton Abbey“ schließt sich für Michelle Dockery ein Kreis. Obwohl sie Lady Mary so überzeugend spielt, als wäre sie in einem Herrenhaus geboren und auf ein Luxusinternat gegangen, stammt sie aus der Arbeiterklasse: „Meine Eltern hätten auf Downton Abbey zu den Dienstboten gehört. Die Leute sind immer überrascht, wenn sie erfahren, dass ich absolut keine feine Tussi bin.“ Sie träumt zwar von einem Haus mit großem Garten, „aber bitte mitten in London, direkt neben einer Sushi-Bar.“ Und sie wünscht sich, dass sie weiter Rollen angeboten bekommt, die ihr „Angst machen“, weil sie die Herausforderung sucht. Ihr Mantra? „Erwarte nichts und hoffe auf das Beste.“ Damit ist sie bislang verdammt gut gefahren. Warum sollte sich das ändern?


TEXT: KALLE SCHÄFER; FOTOS: GETTY IMAGES, PICTURE ALLIANCE, PR