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PORTRÄT: SCALEJUWEL


FMT Flugmodell und Technik - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 27.12.2019

Die Nieuport 17 ist in nur einer Saison schon das zweite Scale-Modell von Rainer Mattle. Eine Klemm L 25d hatte das Erstflugprozedere bereits hinter sich. Auch die Nieuport 17 war schon flügge, beim Erstflug konnte ich leider nicht dabei sein. Aber jetzt war es soweit: Das Schmuckstück steht auf der Piste der Modellfluggruppe Buttikon/Schweiz zum Start. Meine Kameras sind bereit.


Nieuport 17 von Rainer Mattle

Artikelbild für den Artikel "PORTRÄT: SCALEJUWEL" aus der Ausgabe 1/2020 von FMT Flugmodell und Technik. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: FMT Flugmodell und Technik, Ausgabe 1/2020

Ganz ruhig

Das Wetter ist sonnig, aber der Wind kann sich nicht so recht für eine Richtung entscheiden. So muss man aufpassen und die Situation im Auge behalten. Rainer wirft den Motor an, der sofort ...

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... anspringt und bereit für seine Aufgabe ist. Irgendwie hatte ich mehr Motorensound erwartet, der Valach-Boxer ist erstaunlich ruhig. Der Start erfolgt absolut problemlos, schon beinahe „langweilig“ ruhig fliegt der Doppeldecker über unserem Fluggelände.

Gleitet und hüpft

Rainer lässt es sich nicht nehmen, einige Kunstflugfiguren zu zeigen. Besonders schön kommt aber der Seitengleitflug vor der Landung zur Geltung. Der Landeanflug ist insgesamt von der gemütlichen Sorte. Zur Landung will das Modell gar nicht recht runter, es gleitet und gleitet, die Nieuport will anscheinend nicht auf den Boden.

Beim nächsten Versuch kann Rainer den Doppeldecker zur Landung bewegen. Trotz sanftem Aufsetzen hüpft der Oldtimer ein wenig. Das lässt Rainer nicht auf sich sitzen, neuer Versuch. Es funktioniert trotz wechselhaftem Wind immer besser. Fazit: Das Fahrwerk kann man noch etwas verbessern, damit die Räder auch dauerhaft in der vorgesehenen Position bleiben und nicht nachjustiert werden müssen. Sonst ist es aber ein gemütlicher Oldtimer, der mit seiner Optik die Fans erfreut.

Der Valach-Motor ist in dieser Bauphase provisorisch befestigt. Seitenzug und Neigung werden zusammen mit der Haube überprüft.


Das Juwel entsteht

Aus verleimten Leisten aus Fichte und Balsa entstand das Rumpfskelett. Wie beim Original werden auch die Längsgurte, die die Beplankung aufnehmen, verleimt. Die seitliche Öffnung wurde beim Vorbild für die Munitionierung benötigt. Im Modell ermöglicht sie einen idealen Zugang für Akkus, Vergaser und die Gas-Anlenkung. Beplankt ist der Rumpf mit 0,6-mm- und im hinteren Bereich mit 0,4-mm- Flugzeugsperrholz. Auch die Speichenräder sind auf diese Weise beplankt. Zum Cockpitaufbau gehört auch ein Pilotensitz. Hinter dem Sitz, der sich entfernen lässt, sind die Servo-Anlenkungen für die Höhen- und das Seitenruder angelegt. Höhen- und Seitenruder selbst sind jeweils aus 10/10-mm-Fichte und -Balsa verleimt erstellt.

DER ERBAUER

Rainer Mattle, 1957 geboren, von Beruf Möbelschreiner, war bereits als kleines Kind im Grunau Baby zusammen mit seinem Vater in der Luft. Die Leidenschaft für den Modellbau kam dann mit dem kleinen UHU auf. Doch schon bald baute Rainer gerne die exklusiven Exoten, mit einer speziellen Leidenschaft für Nurflügler. Ab 1968 machte er die PPL-Ausbildung und war anschließend zehn Jahre in der bemannten Fliegerei aktiv, auf diversen Mustern, von Cessna und Piper bis zur Bücker Jungmann. Danach ging es wiederum an die Modellfliegerei, in leicht vergrößerter Variante, was bis zum heutigen Tag geblieben ist. Auch die Vorliebe für geschichtsträchtige alte Exponate hält bis heute unverdrossen an.

Das Fahrwerk entstand aus 5-mm-Alu, ist mit Fichtenholz aufgedoppelt und mit geharztem Gewebeband verstärkt. Kann es sein, dass irgendwo ein Kinderwagen steht, dem zwei Räder fehlen?


Hinter dem demontierbaren Sitz befinden sich die Servo-Anlenkungen für Höhen- und Seitenruder.


Der Cockpitboden inklusive der Seitenruder- Anlenkung ist komplett demontierbar.


Direkt unter dem Cockpitboden sind die zwei wirksamen Schalldämpfer integriert.


Die Motor-Verkleidung mit ihren Luftein- und Auslasslamellen ist aus Aluminium entstanden.


Haube und Motor

Der Motorspant ist spritfest behandelt, die Aussparungen für den Heckvergaser des 170-cm³-Valach-Motors sind passgenau gefertigt. Der Cockpitboden inklusive der Seitenruder- Anlenkung ist übrigens demontierbar. Unter dem Cockpitboden sind die zwei Schalldämpfer integriert. Die Verkleidung des Motors mit ihren Luftein- und Auslasslamellen besteht aus Alu. Das Fahrwerk entstand aus 5-mm-Alu, ist mit Fichtenholz aufgedoppelt und mit geharztem Gewebeband verstärkt.

Der Motor wurde zunächst provisorisch befestigt und Seitenzug und Neigung mit der Haube zentrisch überprüft. Die Haube des Motors hat schon früh die geschliffenen Imitate der originalen Dengelkorrekturen bekommen. Denn beim Original wurden die Hauben in Form gedengelt. So entstand das auffallende Spiegelmuster auf den Motorverkleidungen. Vorbildgetreu verdeckt wird der Valach 170 schließlich durch eine Siemens- Umlaufmotorattrappe.

Bau der Flächen

Die Flügel des Doppeldeckers sind in konventioneller Art erstellt. Die Randbögen werden dem S-Schlag-Profil entsprechend aus 5-mm- Aluminiumrohr von Hand geformt. Statisch sehr wichtig ist die obere Flügelaufnahme, die bereits die Einstellung der endgültigen EWD erhalten muss.

Die V-Streben wurden aus Pappelsperrholz mit einer Besäumung aus Mahagoni hergestellt. Zum Bespannen seiner Nieuport 17 muss Rainer Mattle zuhause schon mal die Türe öffnen. Denn bei vier Meter Spannweite ist der Platz für ein befreites Arbeiten schnell verbraucht.

Finish-Finale

Nach der Bespannung wurden zuerst die Scale- Embleme in Handarbeit aufgetragen. Danach hat Rainer alles mit einem transparenten Lack gestrichen. Die Replik der Bewaffnung ist aus Kartonrohr, Wellkarton und etwas Holz hergestellt. Mit Harz verstärkt und etwas schwarzer Farbe kann man diese Imitation als gelungen bezeichnen. Und schließlich wurde aus neu alt gemacht: Die Gebrauchs- und Alterungsspuren wurden mit der Airbrushpistole und stark verdünntem schwarzen Acryl-Lack bewerkstelligt. Schließlich, nach nur drei Monaten Bauzeit, war die wunderschöne Nieuport 17 flugbereit.

Der Rumpf ist mit 0,6-mm- und im hinteren Bereich mit 0,4-mm- Flugzeugsperrholz beplankt.


Die seitliche Öffnung wurde beim Original für die Munitionierung benötigt. Im Modell ermöglicht sie einen idealen Zugang für Akkus, Vergaser und die Gas-Anlenkung.


Aus verleimten Leisten aus Fichte und Balsa entstand das Rumpfskelett. Wie beim Original sind auch die Längsgurte verleimt.


Höhen- und Seitenruder wurden aus 10/10-mm-Fichte und -Balsa verleimt.


Nach der Bespannung waren die Embleme an der Reihe, die in Handarbeit aufgetragen wurden.


Von größter Wichtigkeit beim Bau war die Ausführung der oberen Flügelaufnahme, die bereits die endgültige EWD erhält.


Die Flügel sind konventionell aufgebaut. Die Randbögen wurden dem S-Schlag-Profil entsprechend aus 5-mm-Aluminiumrohr geformt.


Die Maschinengewehr-Imitation entstand aus Kartonrohr, Wellkarton und Holz.


Die V-Streben sind aus Pappelsperrholz mit einer Mahagoni-Besäumung gebaut.


Elegant und vorbildgetreu verdeckt durch eine Siemens- Umlaufmotorattrappe wird der Valach 170.


Bis vor die Türe… bei der Bespannung musste Rainer Mattle räumlich improvisieren, vier Meter Spannweite sind eben eine Ansage.