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PORTRAIT DES MONATS: Nikolaus Leckebusch-Peters: Der Kanadier kommt


Reiterjournal - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 20.03.2020

Nikolaus Leckebusch, der Aufsteiger des Jahres 2019, hat einen besonderen Lebenslauf zu bieten - und einen ganz besonderen Trainer.


Artikelbild für den Artikel "PORTRAIT DES MONATS: Nikolaus Leckebusch-Peters: Der Kanadier kommt" aus der Ausgabe 4/2020 von Reiterjournal. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Reiterjournal, Ausgabe 4/2020

Nikolaus Leckebusch blickt mit viel Zuversicht in die Zukunft.


Bernd Noske ist mit Spaß bei der Sache.


Mit Alicante war Nikolaus Leckebusch letztes Jahr top unterwegs.


Bernd Noske muss schmunzeln, wenn er ein paar Jahre zurückblickt. Da kam der Junge aus Kanada, und mit Reiten, wie Noske es kannte, hatte das alles wenig zu tun. „Der saß auf dem Pferd wie ein Cowboy“, erinnert sich der 83-jährige Ausbilder. Er hat schon viel erlebt - und er ist gelassen geblieben, damals vor ...

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... drei Jahren. Seither hat sich für den jungen Cowboy, der aus Kanada in den Schwarzwald kam, das Leben geändert. Und für den alten Bernd Noske auch ein bisschen. Er scheint jünger geworden zu sein; freut sich auf jeden Tag mit den Pferden und dem jungen Mann, den er ins Herzen geschlossen hat fast wie einen eigenen Enkelsohn. Das könnte er auch sein. Schon Nikolaus „Nickie“ Leckebuschs Großvater Herrmann Leckebusch hat bei Bernd Noske trainiert. Der aus Pommern stammende Berufsreiter hat den Unternehmer damals sogar zur Landesmeisterschaft geführt - wie viele andere auch in dieser Zeit in Baden-Württemberg; das war in den 70er- und 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Noske war damals schon ein Ausnahme-Ausbilder.

Zu Bernd Noske. Der Stuttgarter Großmetzger Wolfgang Hauk hatte ihn zum Training seiner Pferde nach Baden-Württemberg geholt. Zuvor war er Bereiter beim berühmten Josef Neckermann - und beim nicht minder berühmten Fritz Thiedemann; das wiederum wussten seinerzeit viele Pferdeleute im Land nicht. Sie kennen Noske bis heute nur als Dressurtrainer. Was nicht viele wissen: Zur Thiedemann-Zeit war Noske sogar Zweiter im Hamburger Derby. Und er bildete den später unter Alwin Schockemöhle legendären Fuchs Donald Rex aus. Allerdings: Einer erinnerte sich daran, dass dieser Noske alles kann. Das war Timo Leckebusch, in Baden-Württemberg geborener Sohn von Herrmann und Vater von „Nickie“ Leckebusch. Er wusste auch, dass der Alt-Meister in der Nähe seines früheren Arbeitsplatzes im Nord- Schwarzwald bei Freudenstadt geblieben ist. Die Reitanlage des Großvaters steht dort immer noch, war lange Zeit verlassen.

Zu Nickie Leckebusch. Schon Großvater Herrmann wanderte seinerzeit nach Kanada aus, sein Sohn Timo ging damals als Jugendlicher mit. Auch dort bauten sie eine Reitanlage auf - und immer weiter aus. Sie liegt - riesengroß - im Umfeld von Toronto. 80 Hektar Land gehören dazu. Mit 14 Jahren begann Nickie Leckebusch zu reiten. Als er 16 Jahre alt wurde und den Wunsch hatte, Berufsreiter zu werden, fasste Vater Timo den Entschluss, nur mit guten deutschen Ausbildern sei eine internationale Karriere möglich. Da besann er sich auf die alte Reitanlage in Lossburg bei Freudenstadt - und auf jenen Bernd Noske, der seinen Sohn unter die Fittiche nehmen sollte.


„Ein Championat für Kanada ist mein Ziel. “ Nikolaus Leckebusch-Peters


Es funktioniert, und die Geschichte hat einen Touch von „Zwei Jahre Ferien“: Denn so lange ist der jetzt 20-jährige Nikolaus Leckebusch-Peters zurück in Deutschland und muss nicht zur Schule gehen, obwohl er noch kein Abitur hat - er reitet den ganzen Tag. So gut und erfolgreich ist der Plan, dass er in der Saison 2019 sogar sieben S-Springen gewann und auf Rang eins der Jungen-Reiter-Rangliste landete. Aber Nickie ist disziplinierter, als es den Anschein hat. Er organisiert seinen Stall, steht zum Training mit Bernd Noske parat, bereitet sich parallel auf seine extern geplante Pferdewirt- Prüfung vor; seine Freundin Lea Mild lässt ihn nicht aus den Augen und hält ihm den Rücken frei. Beim Training der Pferde ist ihm Bereiter Nemanja Djuranovic eine große Hilfe. Der Plan: Wenn sich das Team Leckebusch-Noske weiter steigert, will sich der Deutsch-Kanadier im internationalen Sport bewähren und weiter steigern. Vom Schwarzwald in die Welt. Internationale Championate bis hin zu Olympischen Spielen für sein Vaterland sind sein Ziel, vielleicht Olympische Spiele 2024. Bei der aktuellen Lage des kanadischen Springsports ist das gar nicht so abwegig. Bernd Noske ist dann 87 Jahre - und für eine Reise nach Paris sicher noch jung genug.

Nikolaus Leckebusch und Bernd Noske führen eine erfolgreiche Trainingspartnerschaft.


Fotos: Doris Matthaes