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POWER LINE: POWER AUF DER LEITUNG


Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 14/2019 vom 21.06.2019

Powerline-Adapter schicken dasInternet über die Stromleitung. Welche Geräte mit WLAN überzeugen im Test?


Artikelbild für den Artikel "POWER LINE: POWER AUF DER LEITUNG" aus der Ausgabe 14/2019 von Computer Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Computer Bild, Ausgabe 14/2019

Powerline-Adapter-Sets bestehen aus mindestens zwei Geräten. Der erste Adapter wird per LAN-Kabel mit dem Router verbunden 1. Weitere Adapter lassen sich beliebig in Haus und Wohnung verteilen 2 . Dort verbinden sie sich mit dem ersten Adapter und schicken die Daten per Kabel oder WLAN 3 an Endgeräte.

Wenn das WLAN des Routers schwächelt, muss ihm jemand für mehr Reichweite unter die Arme greifen. Gängig sind Repeater („WLAN-Verstärker“), die Daten zwischen Endgerät und Router weiterleiten. Dabei ...

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... gibt’s nur ein Problem: Bei großen Distanzen und Wänden aus Stahlbeton stoßen sie an ihre Grenzen. Powerline-Adapter haben damit keine Schwierigkeiten, denn sie schicken die Daten teils mit rasantem Tempo über die Stromleitung. Doch perfekt ist auch diese Technik nicht, wie der Test von acht Powerline-Adaptern zeigt.

1 WIE FUNKTIONIERT POWERLINE?

Ein Powerline-Set besteht aus mindestens zwei Adaptern. Einer wird per LAN-Kabel mit dem Router verbunden und landet neben ihm in der Steckdose. Weitere Adapter lassen sich in beliebige Steckdosen im Haus stecken. Dort stellen sie eine Verbindung zum ersten Adapter her und tauschen die Daten über die Stromleitung aus. Je nach Modell haben die Adapter nicht nur LANBuchsen, sondern funken auch per WLAN, um etwa Notebooks oder Tablets mit Internet zu versorgen.

2 SIND ALLE ADAPTER KOMPATIBEL?

Nein. Die meisten Adapter verwenden den Standard Homeplug AV. Geräte unterschiedlicher Hersteller und Tempoklassen lassen sich zwar miteinander verbinden, jedoch bremsen langsamere dann schnellere Adapter aus. Die neuen Devolo-Geräte der Magic-Reihe nutzen statt Homeplug AV allerneueste Chips des G.hn-Standards. Der sorgt zwar für höheres Tempo, macht die Adapter aber inkompatibel mit Homeplug-Steckern – zu denen auch Devolos ältere dLAN-Geräte gehören (siehe Grafik auf Seite 61). G.hn- und Homeplug-Adapter lassen sich zwar parallel als zwei voneinander getrennte Netzwerke betreiben, doch die stören sich dann gegenseitig, so dass sie nicht ihr volles Tempo erreichen.

3 WIE SCHNELL IST POWERLINE?

Auch wenn die Hersteller ihre Geräte mit Datenraten von bis zu 2400 Megabit pro Sekunde (Mbps) anpreisen – im Test schafften die Stecker das nicht ansatzweise. So kam der schnellste Adapter mit Homeplug AV (TP-Link TL-WPA8630P) auf Geschwindigkeiten von bis zu 467 Mbps. Der Devolo Magic 2 WiFi holte dank der neuen G.hn-Chips rasante 686 Mbps raus. Ärgerlich: Im Devolo-Magic-1-Modell stecken zwar G.hn-Chips, Devolo verbaut hier aber einen LAN-Anschluss mit 100 Mbps. Wer einen schnelleren Internetanschluss hat, kann dessen Potenzial also nicht voll ausschöpfen. Überraschend: Der D-Link DHPW611AV kostet im Zweier-Set gerade mal 64 Euro, lieferte im Test aber flotte Powerline-Datenraten von bis zu 420 Mbps.

In der Praxis sind diese Testwerte allerdings kaum zu erreichen, denn je nach Wohnsituation bremsen gleich mehrere Faktoren die Powerline-Adapter gewaltig. Ein Problem ist die Distanz: Wenn die Daten eine weite Strecke auf der Stromleitung zurücklegen müssen, leidet das Tempo. Und wenn dann noch viele Geräte auf der Leitung eingesteckt sind, lässt sich ein VDSL-100-Anschluss manchmal nicht mehr ausreizen. Im Test senkten etwa zwei Smartphone-Netzteile, zwei Schreibtischlampen und ein Router das Tempo um bis zu 60 Prozent.

4 WER HAT DAS BESTE WLAN?

Beim Powerline-Tempo kommt der AVM Fritz Powerline 1260E nicht ganz an die Topmodelle von Devolo, TP-Link und D-Link heran. Im WLAN hingegen lässt der Adapter des Fritz-Box-Herstellers die Muskeln spielen: Der 1260E schaffte per WLAN-ac (5-Gigahertz-Frequenzband) bis zu 646 Mbps. Selbst am entferntesten Messpunkt kamen noch 261 Mbps an. Zum Vergleich: Der etwas ältere Devolo dLAN 1200+ WiFi ac kam auf 325 Mbps im Nahbereich und 116 Mbps am letzten Messpunkt. Im betagten n-Standard (2,4 Gigahertz) hat TP-Link mit Datenraten von bis zu 297 Mbps die Nase vorn. Das WLAN-Tempo des teuren Devolo Magic 2 WiFi ist zwar ordentlich, aber nicht auf Topniveau. Der günstigere Devolo dLAN 550+ WiFi funkt hingegen nur im überfüllten 2,4- Gigahertz-Band – wer ein halbwegs aktuelles Smartphone, Notebook oder Tablet besitzt, sollte sich lieber einen Adapter zulegen, der auch das 5-Gigahertz-Band nutzt.

Ein hohes Tempo ist aber nicht nur eine Frage der verbauten Chips, auch die Funktionen zur WLANOptimierung spielen eine Rolle. Die wichtigste: Band Steering. Dabei schiebt der Adapter das Endgerät automatisch auf das aktuell schnellere Frequenzband. Die Testkandidaten von AVM und Devolo (Ausnahme: dLAN 550+ WiFi) können das, während die Geräte von Asus, TP-Link und D-Link hier leider passen müssen.

5 WAS STECKT HINTER MESH?

Bei einem Mesh-Netzwerk sind die Adapter besonders eng verzahnt, was neue Funktionen eröffnet. Die bedeutendste: Bewegt sich der Nutzer etwa mit dem Smartphone durchs Haus, reichen die Adapter das Handy im Idealfall ohne spürbare Unterbrechung der Verbindung an den optimalen Zugangspunkt weiter. AVM nennt diese Mesh-Funktion Access Point Steering, bei Devolo heißt sie Fast Roaming. Bei Adaptern ohne Mesh-Technik kann es passieren, dass das Smartphone unterm Dach immer noch mit dem WLAN des Adapters im Erdgeschoss mit entsprechend mäßigem Signal verbunden ist – obwohl im Dachgeschoss ein Adapter mit besserem Netz in der Steckdose steckt.

Devolo-Magic-Geräte können ab Werk Mesh, für ältere dLAN-Adapter gibt’s bereits ein Update. Der AVM Fritz Powerline 1260E hat Access Point Steering mit der aktuellen Version 7.10 des Betriebssystems Fritz OS gelernt.

6 WIE LEICHT IST DIE BEDIENUNG?

Super: Bei allen Adaptern ist die Einrichtung kinderleicht. Viele Sets sind ab Werk schon miteinander gepaart – nach dem Einstecken finden sie sich von allein. Ist dem nicht so, genügt ein kurzer Tastendruck an beiden Geräten, damit sie ein gemeinsames Passwort erstellen und sich verbinden. Alle Testkandidaten lassen sich über Einstellungsseiten im Browser steuern. Um sie bei Devolo zu erreichen, gibt der Nutzer die IP-Adresse des Adapters in die Adresszeile ein oder verwendet die Software „Devolo Cockpit“, die es zum kostenlosen Download auf der Homepage des Herstellers gibt. Bei allen anderen Adaptern im Test klappt’s dank einer festen Adresse noch einfacher (etwa http://fritz.powerline bei AVM). TP-Link und Devolo bieten alternativ Apps für Android-Smartphones und iPhones an, die aber unübersichtlicher sind.

7 WO GIBT’S VIELE EXTRAS?

Wer den Fritz Powerline 1260E mit einem aktuellen AVM-Router wie der Fritz Box 7590 verwendet, erhält die meisten Funktionen. Per Druck auf die Connect-Taste lassen sich viele Einstellungen der Fritz Box für den Powerline-Adapter übernehmen. Dadurch gelten auch alle Einstellungen der umfangreichen Router-Kindersicherung für die Powerline-Adapter – klasse! Außerdem lässt sich der Fritz Powerline 1260E über die Heimnetzübersicht der Fritz Box bedienen und updaten. Die anderen Hersteller im Testfeld bieten entweder gar keine Kindersicherung (Asus, D-Link) oder nur wenige Schutzfunktionen (Devolo, TP-Link). Immerhin: Ein Gastnetzwerk lässt sich mit Ausnahme vom D-Link DHP-W611AV bei jedem Testkandidaten einrichten. Auch gut: Fast alle Adapter übernehmen auf Wunsch den WLAN-Namen und das WLAN-Passwort des Routers per WPS-Verbindung. Beim Asus PLAC56 scheiterte das Kopieren des Fritz-Box-WLANs aber trotz mehrfacher Versuche – obwohl der Adapter es laut Hersteller eigentlich können soll.
[ps]

FAZIT

Den Vergleich entscheidet Devolos Magic 2 WiFi für sich – kein anderer Adapter bietet ein derart hohes Powerline-Tempo. Wer schon ein System hat, muss es aufgrund des neuen Standards aber komplett gegen den Magic 2 tauschen – das ist zwar kostspielig, wer schnelles Internet und viel Datenverkehr im Netzwerk hat, profitiert aber davon. AVMs Fritz Powerline 1260E sichert sich dank starker WLAN-Leistung und vieler Funktionen Platz zwei. Der Preis-Leistungs-Sieg geht an den günstigen D-Link DHP-W611AV, der ein ordentliches Tempo liefert.


Fotos: iStock; Montage: COMPUTER BILD

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