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POWER MEETS PASSION


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Audio - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 07.10.2022

Titel-CD › THE POWER OF MUSIC

Artikelbild für den Artikel "POWER MEETS PASSION" aus der Ausgabe 11/2022 von Audio. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Audio, Ausgabe 11/2022

1. TOWER OF POWER SOUL WITH A CAPITAL S

(aus dem Album „50 Years Of Funk & Soul – Live At The Fox Theater)

Zum Jubiläum ließen sie es krachen. Im Juni 2018 kehrten Tower Of Power für zwei Abende an den Ort zurück, an dem 1968 alles begann: Oakland, Kalifornien. Emilio Castilo und sein Kumpel Stephen „Doc“ Kupka scharten alte und jüngere Mitglieder als Big Band um sich und zündeten im Fox Theater die Funk-Soul-Raketen ihrer Karriere – wie stets mit einem Orkan aus Bläsersätzen im Rücken. Am Bühnenrand verausgabte sich Sänger Marcus Scott – erst seit zwei Jahren an Bord – als Show-Granate. Neben eigenen Hits wie „Ain’t Nothing Stop Us Now“, „So Very Hard To Go“ und „Don’t Change Horses“ zündeten die Funk-Könige eine Hommage an James Brown, den „Godfather of Soul“. Ein Konzert, bei dem kein Fuß stillsteht. Willi Andresen

✪ Soul Vaccination: Tower Of Power Live (1999) ...

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2. CONNIE HAN THE GALLÛ PURSUIT

(aus dem Album „Secrets Of Inanna“)

Einst stand die Westküste für einen entspannten Jazzsound – Meerblick im Hörgefühl integriert. Connie Han hingegen pflegt eher die Beschleunigung. Die Pianistin aus Los Angeles orientiert sich an wuchtiger Akkordik in der McCoy-Tyner- Nachfolge, ist auch begeistert von Chick Coreas girlandenhafter Geläufigkeit und integriert solche Elemente in Programm wie „Secrets Of Inanna“. Im Kern ein Trio mit Schlagzeuger Bill Wysaske und Bassist John Patitucci, stellenweise ergänzt um Flöte oder Tenorsaxofon, widmet Connie Han ihre Musik als Storyline präantiken Gottheiten, denen sie im Stil der klassisch modernen Klavierartistik den Größen die Reverenz erweist. Das ist hochkomplex komponiert, kraft- und eindrucksvoll gespielt – ein starkes neues Album der Pianistin. Ralf Dombrowski

✪ Hiromi, Michel Camilo

3. KENNY GARRETT HARGROVE

(aus dem Album „Sounds From The Ancestors“)

Hier gibt es so viel Atemluft wie noch nie bei Kenny Garrett. Wie sich sein Saxofon im ersten Track unter dem Latin Groove nach und nach auflöst, ist berührend. „Sounds From The Ancestors“ ist nicht sein erster Rückgriff auf die Altvorderen, doch wie er hier afrikanische und karibische Elemente mit Bebop, Fusion, Soul, Funk und Hip-Hop zusammenbringt, ist Voodoo. „A Love Supreme“ taucht als Idee im Hintergrund auf. Er lässt eine Stimme lediglich die Formel des berühmten Mantras wiederholen, und schon steht John Coltrane zentral in seiner Musik. Vieles muss man mehrfach hören, um es zu entdecken. Ein musikalisches Geschichtsbuch. Kenny Garrett kommt nach lebenslanger Suche endlich bei sich selbst an und wird endlich seinem Mentor Miles Davis gerecht.

Wolf Kampmann

✪ John Coltrane, Miles Davis

4. EMMET COHEN SPILLIN’ THE TEA

(aus dem Album „Uptown In Orbit“)

Zuletzt widmete sich Emmet Cohen ein Album lang der Gegenwart des Vergangenen und versuchte, Stride Piano möglichst zeitgemäß zu spielen. Ein schönes Experiment, aus dem er mit „Finger Buster“ im Fats-Waller-Stil in

„Uptown In Orbit“ überleitet. Es bleibt als Thema im Hintergrund, auch wenn der Pianist aus Miami sich dieses Mal mit Quintett-Gästen wie Trompeter Sean Jones und Saxofonist Patrick Bartley ein paar Jahrzehnte weiter wagt, bis hin zu Count Basie, John Lewis und Earl Hines als Vorbildern.Trotzdem, es geht ihm um das Alte, die hörbare Geschichte, die er möglichst produktiv in seine Welt integrieren will – und gestalterisch souverän auch kann. So klingt „Uptown In Orbit“ eben zwischendurch wie ein Kommentar zu Oscar Peterson.

Ralf Dombrowski

✪ Sullivan Fortner, Aaron Diehl

5. CHRISTIAN MCBRIDE BROUHAHA

(aus dem Album „The Q Sessions“)

Es gibt die durchgeplanten Alben, perfekt schon im Konzept, in Komposition und Umsetzung. Aber gibt es auch Projekte, bei denen die Könner es einfach mal laufen lassen. Für die „Q Sessions“ zum Beispiel trafen sich Saxofonist Marcus Strickland, Gitarrist Mike Stern, Bassist Christian McBride und Schlagzeuger Eric Harland an einem Märztag 2021 in der New Yorker Power Station und spielten drauflos, Blues, einen ausgedehnten Standard, außerdem das kürzere „Brouhaha“. Und es klingt lässiger als vieles, was mit großem Vorlauf geplant wurde. Alle vier Musiker sind erfahrene Gestalter, in der Lage, der Musik Raum zu geben, sich zuzuspielen, gemeinsam zu atmen und modern swingend zu jubilieren. Wunderbar, nur der Drumsound wirkt etwas trocken. Ralf Dombrowski

✪ Dave Holland Trio

6. CECILE MCLORIN SALVANT LOOK AT ME

(aus dem Album „For One To Love“)

Was für ein Einstieg! „Love“, singt Cécile McLorin Salvant, brüchig gehaucht, mit der Kindlichkeit spielend, um dann über die Distanz dieses ersten Songs hinweg immer mehr Selbstbewusstsein zu gewinnen. So geht es weiter, ein Album lang, stellenweise grandios zickig, dann wieder fragil und verletzlich. McLorin Salvant ist mal Diseuse, mal swingende Erzählerin. Das liegt an der Ausdruckskraft einer ungewöhnlichen Stimme, aber auch am Trio um den Pianisten Aaron Diehl, das der Sängerin präzise kommentierend zur Seite steht. Und an dem Studioteam von Mack Avenue, das im New Yorker Avatar Studio der Musik eine verblüffend präsente Form gegeben hat. Hier stimmt alles: Räumlichkeit und Transparenz, Balance und Präsenz, Natürlichkeit und Brillanz.

Ralf Dombrowski

✪ Ghost Song (2022)

7. JENNIFER HARTSWICK

BY THE RIVER

(aus dem Album „Something In The Water“)

Manchmal machen Liner Notes Spaß beim Lesen. Christian McBride, Bassist und Connaisseur der aktuellen Jazzwelt, meint im Begleitheft zur „Something In The Water“ über seine erste, überraschende Probe mit Jennifer Hartswick: „My happy face then turned into the ‚funk‘ face.“ Will heißen: Aus dem Wohlwollen wurde Begeisterung. Die in Nashville lebende Sängerin, Trompeterin und Komponistin hat das gewisse Etwas in Stimme und Phrasierung, das aus souveränem Gesang ein emotionales Kraftwerk werden lässt. In wechselnden, überwiegend größeren Besetzungen leitet Hartswick mit viel Soul durch einen Kosmos eigener, zusammen mit Erin Boyd entstandener Songs. Es klingt nach so viel Welt im Kleinen, dass man Christian McBride versteht.

Ralf Dombrowski

✪ Randy Crawford, Aretha Franklin

8. JOEY ALEXANDER

PROMISE OF SPRING

(aus dem Album „Origin“)

Seine Wahl war gut: Für „Origin“ holte sich Joey Alexander den Bassisten Larry Grenadier und den Schlagzeuger Kendrick Scott an seine Seite. Beide sind grundentspannte Meister des Komplexen und dazu in der Lage, auch einem Konzept eine Form zu geben, das noch im Wandel ist. Bei vier Songs sind Gäste wie Saxofonist Chris Potter und Gitarrist Gilad Hekselman mit dabei. Der Pianist und Trio-Leader selbst steht an der Schwelle vom Wunderkind zum Künstler jenseits des Zirzensischen und wollte mit diesem Album zeigen, dass seine Wurzeln in der Mitte zwischen der Geschmeidigkeit der Alten und der Neugier der Jungen liegen. Das ist ihm vollends gelungen – „Origin“ liefert traditionell zeitgemäßen Klavierjazz, der für Alexander die Perspektive öffnet. Ralf Dombrowski

✪ Kenny Barron, Chick Corea

9. MICHAEL MAYO

YOU AND YOU

(aus dem Album „Bones“)

Der Sänger Michael Mayo stammt aus Los Angeles, bewährte sich nach dem Bachelor am New England Conservatory of Music am Thelonious Monk Institute, einer Kaderschmiede des US-Jazz. Herbie Hancock und Wayne Shorter gehören zu seinen Mentoren. Mayo vermeidet es aber, sich festlegen zu lassen. Sein Debüt, überwiegend in Quartettbesetzung aufgenommen, wurzelt im intellektuellen Soul, gerade im Hinblick auf die flexiblen Phrasierungen und rhythmische Strukturen. Mayo stapelt seine Stimme zu komplexen Sätzen und lässt sie durch die Stücke mäandern. Der Mix erinnert an den späten Quincy Jones, eine Prise Fusion ist als Haltung dabei. Die Musik nimmt die Vielfalt der Anknüpfungen als Chance, Stimme als Instrument zu verstehen, das Stimme bleibt. Ralf Dombrowski

✪ Gregory Porter

10. DANILO PEREZ

LA MURALLA (GLASS WALLS) SUITE MUROPATÍA

(aus dem Album „Crisálida“)

Der Pianist Danilo Pérez ist in seinem Leben schon großzügig gefördert worden, zum Beispiel von Dizzy Gillespie, der das Greenhorn aus Panama vor Jahren in sein United Nation Orchestra holte. Oder auch von Wayne Shorter, der Pérez seit Jahrzehnten in sein Quartett bucht. Solcherlei Hilfen sind wertvoll, und so gibt Pérez seine Erfahrungen inzwischen selbst weiter, als Mentor des „Global Jazz Institute“-Programms am Berklee College in Boston. Die beiden Suiten von „Crisálida“ sind in diesem Umfeld entstanden, mit Musiker:innen aus Kuba, Chile, Griechenland, Palästina oder auch Jordanien, und spiegeln diese Vielfalt künstlerisch wieder. Manches nähert sich dabei interkulturell klingender Kammermusik, schwelgend, perkussiv und mit vielen vokalen Passagen. Global Jazz, übergreifend gedacht. Ralf Dombrowski

✪ Maria Farantouri, Vardan Ovsepian