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präsentiert: „Vielleicht fahren wir an Weihnachten in heißen Ländern“


Top Speed - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 24.03.2020

Motorrad Grand Prix Katar / Losail International Circuit


Bevor am 8. März auf dem 5,380 km langen Losail International Circuit die ersten Punkte in der Motorrad- Weltmeisterschaft 2020 vergeben wurden, trafen sich die Cracks der Königsklasse zu Beginn der letzten Februarwoche auf der gleichen Strecke zu den letzten Vorsaisontestfahrten. Dass Maverick Viñales mit 1:53,858 Minuten die schnellste Runde in den unter Flutlicht glänzenden Asphalt presste, bewies die gewachsene Performance der Yamaha. „Sicher müssen wir uns noch steigern, aber es ist viel besser als im vergangenen Jahr. Ich bin froh, dass wir lernen, dass wir viele Dinge besser verstehen und dass wir auf einem guten Weg sind. Ich bin in der Lage, auf dem Motorrad ans Limit zu gehen, wann immer ich das will“, erklärte der Spanier.

Hinter Viñales schaffte mit Franco Morbidelli (+ 0,033 Sekunden) ein Markenkollege die zweite Zeit, gefolgt von Alex Rins (+ 0,210 Sek.). Der Suzuki- Pilot respektierte zwar die Leistung seines Landsmannes, blickte jedoch ebenso optimistisch auf die neue Saison: „Maverick hat eine sehr gute Pace. Doch momentan haben auch wir eine gute Pace, um für den Sieg zu kämpfen. Ich werde in diesem Jahr alles daran setzen, um ganz vorn zu sein.

Fabio Quartararo (Yamaha), Jack Miller, als schnellster Ducati-Treiber, und Joan Mir (Suzuki), lautete die weitere Reihenfolge bei dieser Session am Persischen Golf. Obwohl Marc Marquez (+ 0,291 Sek.) nur die siebente Zeit, erreichte, äußerte sich der amtierende Weltmeister letztendlich positiv: „Zunächst war ich ziemlich besorgt. Erstens, weil wir nicht schnell genug waren, und zweitens, weil mir das Gefühl für das Motorrad fehlte. Aber nach dem dritten Tag bin ich sehr glücklich. Insofern reise ich mit einem Lächeln im Gesicht ab.“

Im Hinblick auf die Schulter- Operation des Honda-Fahrers und seines damit verbundenen Fitness-Zustandes urteilte HRC-Teammanager Alberto Puig zu diesem Zeitpunkt: „Wir wissen, dass die Heilung seiner Schulter Zeit braucht. Aber die Weltmeisterschaft beginnt in Katar, sie endet nicht dort.“ Doch die MotoGP-Weltmeisterschaft 2020 begann weder in Doha noch auf dem Chang International Circuit in Buriram. Durch die Ausbreitung des Coronavirus wurde das Rennen der MotGP in Katar abgesagt und der komplette Grand Prix von Thailand auf ei- nen späteren Zeitpunkt verschoben. „Aufgrund der in Katar in Kraft getretenen Reisebeschränkungen für Passagiere aus Italien (und anderen Ländern) wird die Königsklasse in Losail nicht starten. FIM, IRTA und Dorna bedauern es, bekanntgeben zu müssen, dass alle Sessions der MotoGPKlasse beim Grand Prix von Katar, einschließlich des Rennens, abgesagt werden. Ab heute werden alle Passagiere, die mit Direktflügen aus Italien in Doha ankommen oder sich in den vergangenen zwei Wochen in Italien aufgehalten haben, für mindestens 14 Tage direkt in Quarantäne genommen. Italien spielt eine wichtige Rolle in der Meisterschaft und in der MotoGP-Klasse - sowohl auf der Strecke als auch abseits der Strecke - und deshalb wurde beschlossen, den Wettbewerb der Königsklasse zu streichen“, lautete das offizielle Statement von FIM, IRTA und Dorna am 1. März 2020.

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Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta


gppixx.com, (2), motogp.com (1)

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Auch Valentino Rossi bedauerte die Absage der höchsten KategoriAuch Valentino Rossi bedauerte die Absage der höchsten Kategorie


Mit Ducati, Gresini-Aprilia, LCRHonda, Pramac-Ducati, Suzuki und Yamaha haben sechs der elf in der MotoGP vertretenen Teams ihren Firmensitz in Italien. Nach der Anreise in Katar hätten alle Personen, vom Fahrer bis zum Teamchef, erst nach zwei Wochen Quarantäne ihren Job wieder erledigen können. Anders ausgedrückt, der Zeitraum von der Ankunft auf dem Hamad International Airport bis zum Aufbau des Equipments bzw. des ersten Freien Trainings erwies sich als zu kurz. Da die Teams der Moto2 und der Moto3 bereits in der Woche zuvor auf dem Losail Circuit ihre letzten Testfahrten absolvierten, fand der Saisonstart für diese beiden Kategorien in Katar statt. Trotzdem stand die Absage des MotoGPAuftakts im Mittelpunkt fast aller Gespräche und Diskussionen. „Das ist schade! Nach einem trainingsreichen Winter waren wir bereit, die Saison zu beginnen, sowohl physisch als auch psychisch. Nach dem Test in Katar wollte ich unbedingt mit dem ersten Rennen beginnen. Die Absage ist eine schlechte Nachricht, auch für die Fans, denn jetzt wissen wir nicht, wie lange wir warten müssen, bis wir mit den Rennen beginnen können“, sagte der neunfache Weltmeister Valentino Rossi.

Massimo Meregalli, Teamdirektor des Italieners, stellte unmissverständlich fest: „Die ersten beiden Runden verpassen zu müssen, das ist weniger als wünschenswert, aber wir sind uns alle einig, dass Gesundheit und Sicherheit immer an erster Stelle stehen sollten. Als Team respektieren wir diese Entscheidungen und hoffen, dass wir bald wieder in Aktion treten können.“ Meregallis Pendant bei Suzuki - Davide Brivio - hatte keine andere Meinung: „Zu diesem Zeitpunkt ist die Sicherheit der Menschen das Wichtigste, wir müssen die Entscheidung der lokalen Behörden und der MotoGP-Offiziellen respektieren. Es ist eine heikle und seltsame Zeit für jeden auf der Welt, und wir müssen die Dinge im Moment Rennen für Rennen nehmen und sehen, was sich in den kommenden Wochen entwickelt.“

Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta erklärte zu beiden Grand Prix: „Wir waren in engem Kontakt mit den Behörden in Katar, um genau zu verstehen, was wir tun können.

Am Wochenende (Anmerkung: 29. Februar/1. März) hat sich die Situation stark verändert. Am Sonntag erhielten wir von den Behörden in Katar den Hinweis, Italien und auf der ganzen Welt jeder, der die italienische Staatsangehörigkeit besitzt oder in Italien lebt und von dort kommt, sicher sein muss, dass er in den letzten 14 Tagen nicht in Italien war. Dann haben wir am gleichen Wochenende mit den Behörden in Thailand gesprochen, und sie haben uns mitgeteilt, dass es am frühen Montag (Anmerkung: 2. März) ein Meeting gibt, um zu entscheiden, welche Veranstaltungen in Thailand stattfinden können. Es hat nichts damit zu tun, dass Italiener oder andere Nationalitäten nach Thailand reisen, sondern damit, dass sie beschlossen haben, große Veranstaltungen mit vielen Zuschauern abzusagen. Es ist anders als die Situation mit Katar, deshalb haben wir festgelegt, den Großen Preis von Thailand zu verschieben.“ Doch der Spanier versicherte: „Es wird auf jeden Fall eine MotoGP-Saison 2020 geben. Wir werden versuchen, mit allem fortzufahren, und uns der Situation bewusst bleiben, weil sie sich von Tag zu Tag ändert. Aber unser Wunsch ist es, alle Rennen in der Saison 2020 zu fahren.“

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Freigabe der MotoGP-Rennen 2019, zwölf Monate später startete die Königsklasse in Katar nicht


Vom 3. bis 4. April steht das Rennen auf dem Circuit of the Americas im Terminkalender, in Austin soll die MotoGP ihren Saisonauftakt nachholen. „Der nächste Grand Prix ist in den USA. Momentan warten wir bis zum letzten Moment, um das Material und die Technik zu verschicken. Was in Zukunft passiert, können wir nicht vorhersagen. Die Situation ändert sich weltweit jeden Tag. Stand heute sind die USA und Argentinien (Anmerkung: 17. bis 19. April) okay. Ich kann aber nicht sagen, was weiterhin geschieht. Ich sage aber, dass wir genug Möglichkeiten haben, Probleme zu lösen. Im ersten Artikel unserer Verträge mit den Promotoren steht, dass wir die Gesetze des jeweiligen Landes respektieren. Solange uns das Gesetz es nicht verbietet, werden wir dorthin gehen. Das Ziel von FIM, IRTA und Dorna ist es, die Weltmeisterschaft mit so vielen Rennen wie möglich durchzuführen. Vielleicht fahren wir an Weihnachten in heißen Ländern“, ergänzte Carmelo Ezpeleta Mitte der ersten März- Woche. Einige Tage später wurde FIM-Präsident Jorge Viegas vom Sender ,Catalunya Radio‘ interviewt, dabei stellte der Chef des Weltmotorrad-Verbandes fest: „Die Chance, dass wir am 5. April den Grand Prix der USA erleben, ist sehr gering. Wir arbeiten daran, ein alternatives Datum für Austin zu finden. Momentan entwickeln sich die Dinge so schnell, dass wir nicht mehr sagen können.“ Der Portugiese sollte recht behalten. Am 11. März wurden die Veränderungen im Terminkalender veröffentlicht. Demzufolge findet der Grand Prix der USA am 15. November statt. In Argentinien werden am 22. November WM-Punkte vergeben. Das Saisonfinale in Valencia ist dadurch erst am 29. November. Tatsache ist, dass mindestens 13 Grand Prix stattfinden müssen, um den Status Weltmeisterschaft zu erhalten. Diese Tatsache ist Bestandteil des Vertrages des Weltverbandes FIA und des Serienveranstalters Dorna. Inwiefern es dabei möglich ist, an einem Wochenende in zumindest einer Klasse nicht nur einen Lauf auszutragen, analog der Superbike- WM, wurde in diesem Zusammenhang noch nicht gesprochen. Für Schlagzeilen sorgten jedoch die darauffolgenden Informationen, dass es im Bundesstaat Texas inzwischen zahlreiche Corona-Fälle gibt. Die Situation entwickelt sich von Tag zu Tag. Jeder der jetzt eine Erklärung oder eine Vorhersage abgibt, ist ein Narr, und ich möchte nicht wie ein Narr dastehen“, sagte Tech-3-Teamchef Herve Poncharal. Vom 1. bis 3. Mai ist der Grand Prix von Spanien terminiert. Das ist aus heutiger Sicht die kritischste Sache. Einige Länder haben die Zahl der Zuschauer begrenzt“, sagte der Dorna-Boss zum Rennen in Jerez de la Frontera. Mittlerweile ist die Austragung der Rennen in Andalusien nicht mehr garantiert.

Das ist selbstverständlich eine sehr schwierige Situation, allerdings nicht nur für die Motorrad- WM, sondern auch für eine Vielzahl weiterer Großveranstaltungen und die wirtschaftlichen Folgen für zahlreiche Unternehmen bis hin zu mittelständischen Firmen. Aber, wie von Suzuki-Manager Brivio richtig gesagt, die Sicherheit und die damit verbundene Gesundheit der Menschen ist das Allerwichtigste. Dass auf unserer Erde Tag für Tag rund 821 Millionen Menschen (Stand 2017) weltweit an Hunger leiden und eine Vielzahl allein daran stirbt, darf allerdings niemals vergessen werden. Sinnlose Kriege und weitere Katastrophen kommen noch hinzu.

MotoGP-Kalender der Saison 2020 (Stand: 20. März)

08. März: Katar/Losail (nur Moto2 und Moto3)

03. Mai: Spanien/Jerez

17. Mai: Frankreich/Le Mans

31. Mai: Italien/Mugello

07. Juni: Katalonien/Barcelona

21. Juni: Deutschland/Sachsenring

28. Juni: Niederlande/Assen

12. Juli: Finnland/KymiRing

09. August: Tschechien/Brünn

16. August: Österreich/Spielberg

20. August: Großbritannien/Silverstone

13. September: San Marino/Misano

27. September: Aragon/Alcaniz

04. Oktober: Thailand/Buriram

18. Oktober: Japan/Motegi

25. Oktober: Australien/Phillip Island

01. November: Malaysia/Sepang

15. November: USA/Austin

22. November: Argentinien/Termas de Rio Hondo

29. November: Valencia/Ricardo Tormo

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Der Grand Prix der USA wurde in den November verlegt


Fotos: Seidenglanz

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