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Praktische Ener giewende


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Auto Zeitung - epaper ⋅ Ausgabe 14/2022 vom 22.06.2022

Vergleichstest · Kompakt-SUV

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Bildquelle: Auto Zeitung, Ausgabe 14/2022

Cupra

SUV haben ihren Ruf als Umweltsünder spätestens mit dem vermehrten Aufkommen von effizienten Plug-in-Hybrid-Modellen, die zumindest kurze Strecken lokal emissionsfrei zurücklegen können, erfolgreich hinter sich gelassen. Angesichts der Beliebtheit solcher Fahrzeuge ist es also kein Wunder, dass Kia die neue Sportage-Generation, die es mit klassischen Verbrennern bei uns seit Januar 2022 zu kaufen gibt, ebenfalls um ein teilelektrisches Derivat ergänzt. Im ersten Vergleichstest stellt sich der koreanische Teilzeitstromer dem Cupra Formentor und dem Mitsubishi Eclipse Cross.

Karosserie

Der aktuelle Kia Sportage gehört sicherlich zu den geräumigeren Modellen seiner Klasse. Er bietet wie der Mitsubishi auch in Reihe eins zu allen Seiten hin reichlich Bewegungsfreiheit und jede Menge Luft über den Frisuren der Passagiere. Das Platzangebot im Fond ist in diesem Umfeld ...

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... sogar konkurrenzlos, da er nicht nur mehr Knieraum als der Formentor und der Eclipse Cross bereitstellt, sondern auch die üppigste Kopffreiheit. Überhaupt wirkt der Cupra im direkten Vergleich deutlich mehr auf Taille geschnitten als seine Wettbewerber. Ein Eindruck, der zusätzlich durch die äußerst hohen Türbrüstungen untermauert wird. Darüber hinaus hat der sportliche Spanier mit 345 Litern Fassungsvermögen den kleinsten Kofferraum im Test. Zum Vergleich: Der Kia schluckt 540 Liter Gepäck. Und auch beim maximalen Ladevolumen macht dem Koreaner niemand etwas vor. Legt man die dreigeteilte Rücksitzlehne um, entsteht eine beinahe ebene Fläche, auf der bis zu 1715 Liter Transportgut mitgeführt werden können. In dieser Disziplin das eindeutige Schlusslicht ist der Mitsubishi mit 1108 Litern.

Dass der außergewöhnlich gestaltete Japaner das dienstälteste SUV im Testfeld ist, wird indes anhand der Sicherheitsausstattung offensichtlich. Automatisierte Fahrfunktionen, Aufmerksamkeitswarner, aktive Spurhalteassistenten oder komplexe Matrix-Lichtsysteme? Fehlanzeige – ganz im Gegensatz zu den Konkurrenten, die solche modernen Errungenschaften teilweise sogar serienmäßig mitbringen.

Connectivity

Der Cupra Formentor VZ 1.4 e-Hybrid ist das teuerste Modell in diesem Vergleichstest. Allein deshalb schon darf der Kunde eine umfangreiche Serienausstattung erwarten, zu der heute auch umfassende Connectivity-Funktionen gehören. Das serienmäßig im Spanier enthaltene Multimedia-Modul erfüllt diesen Anspruch voll und ganz. Neben diversen Anschlussmöglichkeiten (USB-C) sowie dem heute längst obligatorischen digitalen Radioempfang gehört auch eine Bluetooth-Schnittstelle inklusive Freisprecheinrichtung dazu. Ebenfalls standardmäßig an Bord des Cupra: ein Online-Navigationssystem und eine induktive Ladefläche für Smartphones. Kostenpflichtig ist hingegen die Integration des Handys (260 Euro).

Der Kia Sportage Plug-in-Hybrid bietet – wie für die koreanische Marke typisch – jede Menge Auto fürs Geld. Somit gehören auch viele Multimedia-Funktionen zur Grundausstattung.

Wie beim Cupra Formentor ist neben einem DAB-Radio und einer Bluetooth-Freisprecheinrichtung auch ein integriertes Navigationssystem mit an Bord. Sogar Apple CarPlay und Android Auto sind beim Kia standardmäßig dabei. Teuer hingegen wird es für den, der eine induktive Ladefläche haben möchte. Er muss schließlich 3700 Euro fürs Spirit-Paket berappen.

Praktisches Gimmick für Fondpassagiere: In den Rückenlehnen der Vordersitze sind USB-C-Buchsen eingearbeitet, über die sich mobile Endgeräte flott wieder aufladen lassen.

Der Mitsubishi Eclipse Cross PHEV ist das mit Abstand günstigste Angebot in diesem Testfeld.

Im Gegenzug muss der Kunde im Vergleich zu den Wettbewerbern einige Einbußen bei der Serienausstattung hinnehmen. Dies betrifft auch die Connectivity. Zwar bringt der Japaner von Haus aus DAB, eine Bluetooth-Schnittstelle und die Smartphone-Integration für Appleund Android-Geräte mit. Das recht betagt wirkende Navigationssystem gibt es aber erst mit der Ausstattung Plus, für die ein Aufpreis von 3600 Euro zu entrichten ist. Darin enthalten sind auch Remote-Fahrzeugfunktionen. Online-Funktionen, die über eine integrierte SIM-Karte ins Auto gelangen, sind für den Eclipse Cross im Gegensatz zur Konkurrenz nicht erhältlich.

Ebenfalls ab Basis liefert Kia eine trotz der Funktionsfülle recht einfache Bedienung. Einziger Kritikpunkt: Die einzelnen Menü-Symbole unterscheiden sich farbig nicht und sind generell sehr klein geraten. Sie während der Fahrt zu treffen, ist schwierig. Im Vergleich zu dem wenig benutzerfreundlichen Bediensystem im Cupra, das mit verspielten Icons, verquarzter Klimabedienung und einem wenig berührungsempfindlichen, teils regelrecht trägen Touchscreen nervt, ist die Handhabung des Kia aber geradezu famos.

Fahrkomfort

Ohne allzu viel Gepäck an Bord hinterlässt die konventionelle Federung des Mitsubishi einen ordentlichen Eindruck. Vor allem bei höheren Geschwindigkeiten bügelt der Eclipse Cross die meisten Fahrbahnschäden wirkungsvoll aus. Bei langsamer Fahrt dringen Asphaltflicken, Schlaglöcher und Co jedoch zuweilen recht deutlich in die Fahrgastzelle durch. Der Cupra und der Kia hingegen verfügen serienmäßig über elektronisch geregelte Dämpfer – allerdings mit komplett unterschiedlicher Grundabstimmung. Während der Koreaner Bodenwellen, Kanten oder Schlaglöcher in den meisten Fällen konsequent von seinen Passagieren fernhält, markiert der Spanier den straffen Dynamiker.

Zwar liegt der Südeuropäer angenehm satt auf der Straße, lässt sich im Gegenzug aber schon durch kleinere Anregungen, wie kurze Wellen auf der Autobahn, aus der Ruhe bringen. Immerhin beruhigt sich die Karosserie im Anschluss umgehend wieder – bis zur nächsten Fahrbahnunebenheit.

Im Gegenzug verwöhnt der Cupra Formentor mit den bequemsten Sitzen im Test. Seine serienmäßigen Sportsitze bieten jede Menge Seitenhalt und bescheren stressgeplagten Rücken aufgrund der herausragenden Polsterung auch auf langen Strecken Entspannung.

Und auch auf der Rückbank sitzt es sich erheblich komfortabler als bei den Wettbewerbern.

Motor / Getriebe

Das Antriebspaket besteht bei Cupra Formentor und Kia Sportage aus jeweils einem Vierzylinder-Turbobenziner sowie einer permanenterregten Synchronmaschine. Mitsubishi hingegen geht einen gänzlich anderen Weg. Neben einem 2,4-Liter-Benziner ohne Turbo, der im Atkinson-Zyklus arbeitet, kommt an Vorder- und Hinterachse jeweils ein permanenterregter Synchronmotor mit 82 beziehungsweise 95 PS zum Einsatz. Bei moderater bis mittlerer Leistungsanforderung arbeitet das System als serieller Hybrid – der Vierzylinder produziert dann Strom, den die beiden E-Maschinen in Vortrieb umwandeln. Unter Volllast und bei höheren Autobahngeschwindigkeiten wechselt das System dann in den parallelen Hybrid-Modus, und der Benziner treibt ebenfalls aktiv die Vorderräder an. Im direkten Vergleich mit den beiden Wettbewerbern erweist sich das komplexe Antriebspaket des Japaners allerdings als weniger leistungsfähig und gleichzeitig auch noch als durstiger. Der Eclipse Cross benötigt immerhin 10,1 Sekunden für den Standardsprint auf Tempo 100. Der Cupra absolviert diese Übung in nur 6,5 Sekunden, der Kia in 7,4 Sekunden. Und während der Formentor und der Sportage mit 5,2 Litern Kraftstoff auf unserer Testrunde auskommen, gönnt sich der Eclipse Cross 1,1 Liter mehr von dem in diesen Tagen überaus kostspieligen Super.

Kia

Mitsubishi

Wie bereits erwähnt, sind alle drei geräumigen SUV dazu in der Lage, brauchbare Strecken ohne den Verbrennungsmotor zurückzulegen. Das reduziert dann die Kosten im Alltag. Der Cupra ermöglicht eine rein elektrische Reichweite von immerhin 48 Kilometern, der Kia von 50 Kilometern. Der Mitsubishi Eclipse schafft zwar nur 40 Kilometer, bietet aber als einziger eine Schnelllademöglichkeit über einen CHAdeMO-Anschluss mit bis zu 50 Kilowatt. 80 Prozent Akku-Stand sind so unter Idealbedingungen an einer entsprechenden Ladesäule bereits nach etwa 25 Minuten wieder erreicht.

Fahrdynamik

Die junge spanische Marke Cupra versteht sich als sportliche Alternative zu Seat. Das spürt man im Formentor bereits nach wenigen Kurven. Der fünftürige Crossover, übrigens das erste komplett eigenständige Modell des Herstellers, lässt sich dank der angenehm mitteilungsfreudigen, direkt ausgelegten Lenkung präzise positionieren, schwenkt agil und leichtfüßig in Kurven ein und baut in der Folge vergleichsweise hohe Querkräfte auf. Mit gezielten Lastwechseln lässt sich – zumindest bei deaktiviertem ESP – zudem das Heck bereitwillig zum Tanz auffordern, das sich dann elegant mit in die Kurve eindreht. Darüber hinaus hat der mit 1654 Kilo Leergewicht vergleichsweise schlanke Formentor trotz fehlendem Allradantrieb nur selten mit Traktionsproblemen zu kämpfen. In Summe dieser Eigenschaften setzt der Spanier daher im Handling eine überlegene Bestzeit und durcheilt zudem den Slalom-Parcours mit Abstand am schnellsten.

Die beiden Konkurrenten verfügen zwar über traktionsstarke Allradantriebe, können diese im Handling allerdings nicht zu ihrem Vorteil nutzen. Der Kia Sportage, erst recht aber der Mitsubishi Eclipse Cross – beide erheblich schwerer als der Cupra – lenken ungleich träger ein und bekunden ihren Unmut gegenüber allzu hohen querdynamischen Ambitionen mit einer kräftigen Tendenz zum Untersteuern.

Ein äußerst wichtiges Glanzlicht kann der Sportage dennoch setzen: Nach erfolgter Vollbremsung aus Tempo 100 kommt der Koreaner mit kalter Anlage nach nur 33,5 Metern wieder zum Stehen – ein absoluter Spitzenwert! Selbst der Cupra, der den Vergleichstest mit einer 2530 Euro teuren Brembo-Sportbremsanlage an der Vorderachse bestreitet, benötigt für dieselbe Übung 1,1 Meter mehr Strecke. Auch in dieser Disziplin das Schlusslicht ist der Mitsubishi Eclipse Cross, der mit kalten Komponenten 37,7 Meter für eine Vollbremsung aus 100 km/h benötigt.

Der Cupra ist im Handling 9,1 Sekunden schneller als der Eclipse

Umwelt / Kosten

Solange es den Umweltbonus für Plug-in-Hybride noch gibt, lässt sich beim Kauf eines solchen Fahrzeuges reichlich Geld sparen.

So beläuft sich die Vergünstigung beim Cupra Formentor VZ 1.4 E-Hybrid und beim Kia Sportage 1.6 T-GDI PHEV auf jeweils 7178 Euro.

Sie setzt sich zusammen aus 4500 Euro staatlichem Anteil und dem Herstelleranteil in Höhe von 2678 Euro (brutto). Mitsubishi verdoppelt die staatliche Förderung kurzerhand aus eigenem Antrieb, sodass der Eclipse Cross bereits für 30.990 Euro zu haben ist – ein in diesem Testumfeld konkurrenzloses Angebot, das dem Asiaten den hauchdünnen Sieg im Kostenkapitel einbringt. Mit den testrelevanten Extras kostet der Formentor 9742 Euro mehr. Der Sportage liegt 6222 Euro über dem Japaner. Angesichts etwaiger Lieferverzögerungen ist es besonders wichtig zu wissen: Der staatliche Anteil kann erst beantragt werden, sobald das Fahrzeug zugelassen wurde. Nach jetzigem Stand soll die Innovationsprämie für Plugin-Hybride vom Bund nach dem 31.12.2022 auslaufen.

Einfacher zu kalkulieren sind die laufenden Kosten, die die Familienautos mit sich bringen. Und diese liegen mit Ausnahme der durchweg recht hohen Werkstattkosten auf einem eher niedrigen Niveau, was natürlich auch an den moderaten Verbräuchen an Sprit und elektrischer Energie liegt. Darüber hinaus halten sich die Versicherungskosten im Rahmen – allen voran für den Formentor, für den jährlich 363 Euro Haftpflicht und 730 Euro Kaskoversicherung zu entrichten sind. Eine Besonderheit des Sportage ist die vorbildliche siebenjährige Garantie, die Kia auf all seine Fahrzeuge gewährt.

FAZIT

Aus diesem Trio moderner Plug-in-Hybride ragt ein klarer Sieger heraus: Kia Sportage 1.6 T-GDI PHEV. Der Koreaner glänzt mit der in Summe geräumigsten Karosserie, dem angenehmsten Fahrkomfort und der großzügigen Herstellergarantie. Außerdem setzt der Sportage beim Bremsen ein dickes Sicherheits-Ausrufezeichen. Fahrdynamisch ambitionierte SUV-Freunde dürften mit dem zweiplatzierten Cupra Formentor 1.4 e-Hybrid glücklicher werden, der sich mit reichlich Elan durch kurvenreiches Gebiet dirigieren lässt und den flottesten Antrieb aufweist. Allerdings ist der sportliche Spanier mit Abstand das teuerste SUV im Test. Der günstige Preis ist hingegen die große Stärke des Mitsubishi Eclipse Cross, der sich in der Endabrechnung dennoch mit dem dritten Rang begnügen muss. Vor allem die trägen Fahrleistungen und -eigenschaften, aber auch die rudimentäre Sicherheitsausstattung vereiteln eine bessere Platzierung.