Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 12 Min.

PRAXIS ÄSCHE: Mein Highlight im Herbst


FliegenFischen - epaper ⋅ Ausgabe 60/2019 vom 04.10.2019

Endlich ist es wieder so weit, der Herbst ist da und damit auch die schönste Jahreszeit, um der Äsche mit der Fliege nachzustellen. Idealerweise mit kleinen Trockenfliegen oder Nymphen – und einigen kleinen Tricks …


Artikelbild für den Artikel "PRAXIS ÄSCHE: Mein Highlight im Herbst" aus der Ausgabe 60/2019 von FliegenFischen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Traumfarben, fast wie ein Gemälde! Die schöne Äsche im Kescher konnte einer winzigen Fliege von Harald Bayler nicht widerstehen.


Fotos: H. Bayler

Mein Highlight im Herbst ist für mich immer die Fischerei auf Äschen! Wenn sich die Natur in warme Farben hüllt und die heißen Tage vorbei sind, herrschen an vielen Gewässern ideale Bedingungen, um der Fahnenträgerin nachzustellen.
Die Äsche gehört zu ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 6,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von FliegenFischen. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 60/2019 von AUF EIN WORT: Und es war Sommer …. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
AUF EIN WORT: Und es war Sommer …
Titelbild der Ausgabe 60/2019 von HUCHEN SPEZIAL: MISSION MLADICA. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
HUCHEN SPEZIAL: MISSION MLADICA
Titelbild der Ausgabe 60/2019 von PRAXIS HUCHEN: Huchenfischen für TAGESKARTLER. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
PRAXIS HUCHEN: Huchenfischen für TAGESKARTLER
Titelbild der Ausgabe 60/2019 von SÜDNORWEGEN MIT FJORD LINE ZUM FISCH: S CH N ELL mal zur Entschleunigung …. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SÜDNORWEGEN MIT FJORD LINE ZUM FISCH: S CH N ELL mal zur Entschleunigung …
Titelbild der Ausgabe 60/2019 von PRAXIS HEPTAGENIA: „Schau mir in die Augen, Kleines …“. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
PRAXIS HEPTAGENIA: „Schau mir in die Augen, Kleines …“
Titelbild der Ausgabe 60/2019 von TRÉS CHIC: KUNST AM RING. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TRÉS CHIC: KUNST AM RING
Vorheriger Artikel
TRÉS CHIC: KUNST AM RING
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel MEINUNG SQUIRMY WORM: GEHEIMES VERLANGEN
aus dieser Ausgabe

Mein Highlight im Herbst ist für mich immer die Fischerei auf Äschen! Wenn sich die Natur in warme Farben hüllt und die heißen Tage vorbei sind, herrschen an vielen Gewässern ideale Bedingungen, um der Fahnenträgerin nachzustellen.
Die Äsche gehört zu den Fischen, die sich bis in den Winter hinein sehr gut mit der Fliege überlisten lassen. Vorausgesetzt, das Gewässer, an dem wir unterwegs sind, hat einen gesunden Äschenbestand.
Im Grunde unterscheidet sich die Fischerei auf Äschen kaum von der auf Forellen. Doch es gibt dennoch ein paar kleine Unterschiede, die man kennen muss, um erfolgreich zu sein.
Denn zum Ende des Jahres wird es nicht unbedingt einfacher, die Äschen (und Forellen) an den Haken zu bekommen! An vielen Gewässern hat der Befischungsdruck der letzten Monate Spuren hinterlassen. Die Forellen und Äschen sind jetzt deutlich selektiver und vorsichtiger als in den Monaten zuvor.
Will man erfolgreich sein, muss man sich den Gegebenheiten dieser Jahreszeit anpassen. Dies gilt vor allem für den Inhalt unserer Fliegendose!

Harald Bayler mit einer stattlichen Herbstäsche.


Die Fliegen, die im Frühjahr und Sommer erfolgreich waren, werden jetzt regelmäßig mit Verachtung gestraft. Und das nicht grundlos, denn ab Oktober kommt es auf die Größe an. Einer der häufigsten Gründe, weshalb die Rute im Herbst gerade bleibt, sind zu große Fliegen.
Viele Fliegenfischer gehen davon aus, dass eine Fliege, die im Frühjahr und Sommer gut lief, auch im Herbst fangen muss. Das ist nicht der Fall! Ab Oktober tauchen am und im Wasser sehr kleine Insekten und Insektenlarven auf und die Fische passen sich dem verfügbaren Nahrungsangebot des Gewässers an. Und das sind jetzt nun mal kleine Insekten.
Greift man zu kleineren Fliegen und geht etwas vorsichtiger ans Werk, ist das meist der Schlüssel zum Erfolg.

WAS IST GROSS UND WAS IST KLEIN?
Beschäftigt man sich mit dem Thema „kleine Fliegen“ intensiver, wird einem schnell klar, dass groß und klein ein äußerst dehnbarer Begriff ist. Für den einen ist eine Fliege in der Größe 12 schon ein höchst filigranes Kunstwerk und der andere empfindet eine Fliege in der Größe 14 schon als groß. Dazu kommt noch das die Angaben der Hersteller von Angelhaken eher als grober Richtwert angesehen werden müssen. So kann es durchaus sein, dass ein Haken der Größe 16 kleiner ausfällt als der Haken in der Größe 20 eines anderen Herstellers. Um hier am Ende auf einen Nenner zu kommen, ist es wichtig, die Hakengröße erst einmal auszublenden und in einer Maßeinheit zu messen, mit der jeder etwas anfangen kann.
Wenn ich von kleinen Fliegen spreche, dann meine ich Fliegen mit einer Gesamtlänge von 5 bis 10 mm. Fliegen in dieser Größe sind aus meiner Sicht ganz klar als klein zu betrachten. Und genau diese kleinen und fein gebundenen Nymphen und Trockenfliegen können im Herbst sehr erfolgreich sein. Die Form des Hakens ist jetzt sehr entscheidend für den Erfolg!
Vorausgesetzt der Haken passt zur Fliegengröße. Eine kleine Fliege bietet nämlich bei weitem nicht nur Vorteile. Aufgrund der kleinen Hakengröße leidet die Eigenschaft, dass der Haken im Maul des Fisches sicher greifen kann. Diesen Nachteil kann man jedoch etwas ausgleichen, indem man den Haken mit Bedacht auswählt.
Damit ein kleiner Haken auch sicher greifen kann, ist die Form und die Weite des Hakenbogens entscheidend! Denn nicht jeder Haken bietet in kleinen Größen das, was wir von ihm erwarten. Ein kleiner Haken muss stabil genug sein, um auch größere Fische sicher landen zu können. Und er muss einen großen Hakenbogen besitzen, damit er beim Anhieb im Maul des Fisches halt findet. Ist der Hakenbogen zu eng, dann steigt, die Anzahl der Fische, die im Drill aussteigen, massiv an. Greift man jedoch zum richtigen Haken, dann ist auch das Fischen mit kleinen Fliegen meist eine sichere Sache.

IM HERBST SIND DIE FLIEGEN IN MEINEN BOXEN WINZIG
So mancher Fliegenfischer denkt, dass eine kleine Fliege von einem Fisch nicht wahrgenommen wird. Dabei erbeuten Forellen und Äschen regelmäßig kleinste Nährtiere mit höchster Präzision. Ein Fisch kann sogar im schnellen Wasser innerhalb kürzester Zeit erkennen, was da gerade angetrieben kommt – und ob das auch fressbar ist. Wer also denkt, dass eine Äsche oder Forelle eine kleine Fliege nicht erkennt, der täuscht sich gewaltig! Uns muss klar sein: Der Fisch sieht alles und er kann anhand von Farbe und Silhouette der Fliege schnell erkennen, ob unsere Imitation gerade in sein Beuteschema passt. Um erfolgreich zu sein, ist es entscheidend, zur richtigen Fliege zu greifen. Denn oft sind Forellen und Äschen im Herbst sehr selektiv – und genau das ist der Grund, warum im Herbst in meiner Fliegendose sehr viele kleine Fliegen zu finden sind …

DAS GROSSE GEHEIMNIS DER KLEINEN FLIEGEN
Wer jetzt denkt, diese kleinen Fliegen kann ich niemals selbst binden, den kann ich jetzt schon mal beruhigen. Auch das Binden von kleinen Fliegen ist kein Hexenwerk. Greift man zum richtigen Bindematerial, dann kann jeder Fliegenfischer selbst kleinste Fliegen mühelos selbst binden. Bei kleinen Fliegenmustern kommt es darauf an, Materialien zu verwenden, die auf dem Haken nur minimal auftragen. Greift man gezielt zu feinem Bindematerial und bindet etwas minimalistischer, dann erhalten wir am Ende das beste Ergebnis. Und das ist auch schon das große Geheimnis beim Binden von kleinen Fliegen.


Wiewinzig die Herbstfliegen sind, das macht derGrößenvergleich zu einem Cent-Stück deutlich.


FÜR KLEINE FLIEGEN BRAUCHT MAN DYNEEMA
Vor allem das Bindegarn, das wir verwenden, spielt bei kleinen Fliegen eine entscheidende Rolle. Aus diesem Grund greife ich für das Binden kleiner Fliegen ausschließlich zu Garn aus Dyneema. Dyneema bietet uns drei entscheidende Vorteile gegenüber einem normalen Faden: Dyneema ist extrem reißfest, trägt kaum auf und man kann den Faden spalten und somit Dubbing sehr einfach verarbeiten. Und genau diese Eigenschaften sind beim Binden von kleinen Fliegen äußerst wichtig.

WIE VIELE DETAILS BRAUCHT EINE KLEINE FLIEGE?
Das Schöne beim Binden von kleinen Fliegen ist, dass wir hier sehr einfach denken können. Wird die Fliege kleiner, dann wird es auch für den Fisch schwierig, die Details unserer Fliege zu erkennen. Und genau das macht das Binden von kleinen Mustern sehr einfach. Bei kleinen Fliegen können wir sehr minimalistisch arbeiten und uns auf die Details beschränken. Im Vordergrund steht dabei immer die Silhouette der Fliege! Die Silhouette der Fliege ist immer der größte Faktor, der über den Erfolg am Wasser entscheidet. Und im Herbst brauchen wir eine sehr feine Silhouette. Es muss nicht aufwendig und kompliziert sein, nur fein und einfach. Denn schlanke Fliegen bringen jetzt den Erfolg.

BEIM FISCHEN MIT DER NYMPHE MÜSSEN WIR UMDENKEN
Ob eine Fliege fängt, hängt zu einem sehr großen Teil von ihrer Präsentation ab. Die Fliege muss zum Fisch – und genau das ist bei kleinen und leichten Nymphen nicht immer einfach. Der Aufbau des Vorfachs spielt hierbei eine wesentliche Rolle.
Bei einer Trockenfliege macht es dagegen keinen Unterschied, ob die Fliege groß oder klein ist. Dadurch ist man nicht gezwungen, das Vorfach bei einer Trockenfliege an die Fliegengröße anzupassen. Geht es jedoch um das Fischen mit der Nymphe, müssen wir bei kleinen Fliegen umdenken. Bei einer kleinen Larvenimitation können wir deutlich weniger Gewicht einarbeiten als bei größeren Nymphen. Möchte man dennoch die Fliege auf Tiefe bringen, müssen wir unser Vorfach anpassen.
Mit feinen und längeren Vorfachspitzen können wir die Sinkgeschwindigkeit der Nymphe erhöhen. Ist die Vorfachspitze zu kurz oder zu stark, dann genügt das Gewicht der Fliege nicht aus, um diese bis zum Gewässergrund absinken zu lassen. Passt man das Vorfach jedoch an, kommt man auch mit kleinen und leichten Fliegen schnell auf Tiefe. Wer seine Vorfächer selbst bindet, ist hier deutlich im Vorteil. Da man das Vorfach den Verhältnissen vor Ort gezielt anpassen kann. Ich binde meine Vorfächer schon lange selbst und verzichte auf gezogene Vorfächer.

DAS PERFEKTE VORFACH FÜR DAS FISCHEN MIT KLEINEN NYMPHEN
Nach vielen Experimenten hat sich beim Nymphenfischen ein einfaches dreiteiliges Vorfach aus Fluorocarbon bewährt. Mein Nymphenvorfach besteht aus drei Teilen, die alle aus Fluorocarbon gebunden werden. Ich beginne mit einem 50 cm langen Stück aus 0,28 mm, darauf folgt das mittlere Teil mit 80 cm 0,18 bis 0,20 mm und am Ende die Spitze mit 0,14 mm. Die Länge der Spitze passe ich den Strömungsverhältnissen und der Wassertiefe an.
In der Regel genügt eine Spitze zwischen 100 und 150 cm aus. Ist das Gewässer tiefer, verlängere ich die Spitze einfach nach Bedarf. Durch die lange feine Spitze des Vorfachs kann auch eine leichte Nymphe schnell absinken und gelangt dadurch schneller zum Fisch. Diese Eigenschaft ist für den Fangerfolg beim Fischen mit leichten Nymphen äußerst wichtig. Denn nur wenn die Nymphe zum Fisch kommt, kann sie auch fangen. Und das ist schon das größte Geheimnis beim Fischen mit kleinen Nymphen.

SO SETZEN SIE KLEINE HAKEN PERFEKT
Einer der größten Nachteile beim Fischen mit kleinen Fliegen ist, dass ein kleiner Haken nicht so leicht im Maul des Fisches halt findet wie ein großer Haken. Um die Anzahl der Aussteiger zu minimieren, ist es wichtig, kleine Fliegen ideal anzubieten. Fischt man mit kleinen Fliegen, dann ist die Präsentation der Fliege stromauf immer die beste Wahl! Denn wenn der Fisch die Fliege nimmt, wird der Haken beim Anhieb in den Maulwinkel des Fisches gezogen. Hier haben wir die beste Chance, den Haken sicher zu setzen. Wenn es die Situation zulässt, sollte man aus diesem Grund die Fliege immer stromauf anbieten.
Doch leider können wir es uns nicht immer aussuchen, wie wir die Fliege zum Fisch bringen. Muss man die Fliege mit der Strömung oder schräg zur Strömung anbieten, ist es wichtig, den Anhieb möglichst steil auszuführen, sodass der Haken zum Oberkiefer des Fisches gezogen wird.
Führt man den Anhieb zu flach aus, wird die Fliege sehr schnell aus dem Maul des Fisches gezogen, ohne dass er greifen kann. Berücksichtigt man dies und unterdrückt den Anhieb-Reflex, steigen die Chancen, den Haken sauber zu setzen. Vor allem bei der Trockenfliege sollte man den Anhieb nicht zu früh setzen.

MANCHMAL IST DIESE DAME SCHON RECHT LAUNISCH
Äschen sind teilweise sehr launische Fische und nehmen nicht jede Nymphe, die angetrieben kommt. Und das, obwohl die Nymphe eigentlich genau die richtige ist!
Doch es gibt einen Trick: Nichts auf der Welt reizt eine Äsche so sehr wie eine aufsteigende Insektenlarve. Alles, was vom Gewässergrund zur Wasseroberfläche aufsteigt, ist für die Äsche äußerst interessant. Und wenn Sie Ihre Nymphe aufsteigen lassen, dann kann selbst eine „zickige“ Äsche nicht widerstehen.
Dazu muss man nur im richtigen Moment die freie Drift der Nymphe beenden und sie mit der Strömung langsam aufsteigen lassen. Geht die Nymphe im richtigen Moment vor der Äsche nach oben, dann dauert es in der Regel nicht lange, bis diese durchstartet. Kennt man diesen kleinen Trick und lernt die aufsteigende Nymphe gezielt einzusetzen, kann man auch noch launische Äschen häufig zum Biss verführen.

BEI DER NYMPHE MUSS MAN SCHNELL SEIN
Äschen nehmen die Nymphe oft sehr schnell. Und genau so schnell spucken sie die Fliege auch wieder aus. Lässt man die Nymphe aufsteigen, dann hat man den Vorteil, den Biss sofort zu spüren und kann direkt den Anhieb setzen. Nimmt die Äsche die Nymphe hinggen in der freien Drift, muss man sehr schnell sein! Tipp: Häufig kann man den Fisch sogar beobachten, wie er die Nymphe nimmt. Eine leichte Seitwärtsbewegung der Äsche verrät uns, dass sie Nahrung eingesammelt hat oder diese einsammeln will. Ist der Fisch direkt bei der Nymphe, sollte man auch auf Verdacht den Anhieb setzen.
Fischt man dagegen die Nymphe ohne Sichtkontakt in der Dead Drift, ist es wichtig, auch in der freien Drift die Nymphe möglichst direkt zu führen, um das Abstoppen der Leine bei einem Biss zu erkennen. Ohne die „enge Führung“ wird man viele Bisse nicht erkennen. Versuchen Sie durch ein geschicktes Umlegen der Leine einen möglichst direkten Kontakt zu halten, ohne die freie Drift der Nymphe negativ zu beeinflussen.

BEI DER TROCKENEN IMMER MIT DER RUHE
Geht es jedoch um die Trockenfliege, müssen wir uns beim Setzen des Anhiebs etwas Zeit lassen. Setzt man den Anhieb zu früh, zieht man kleine Trockenfliegen schnell aus dem Maul des Fisches.
Wartet man jedoch eine halbe Sekunde ab, dann sitzt der Haken deutlich besser. Also immer ruhig bleiben, wenn der Fisch hochkommt und den Anhieb im richtigen Winkel in aller Ruhe setzen. Dann geht auch mit der kleinen Trockenfliege nichts schief. Meine Fliegen für den Herbst habe ich in diesem Bericht zusammengestellt. Das Nachbinden sollte kein Problem sein, denn diese Fliegen beschränken sich auf das Wesentliche und machen genau das, was sie sollen: Äschen fangen.
Und nun wünsche ich Ihnen einen farbenfrohen Herbst, einen perfekten Wasserstand und eine ereignisreiche Fischeri mit den kleinen Verführern! Viel Erfolg beim Binden und bei der Pirsch auf die schöne Fahnenträgerin!

KURZ TIPPS: Goldene Tipps für den Herbst

• Wählen Sie kleine Fliegen mit einer feinen Silhouette.
• Fischen Sie bei kleinen Nymphen mit langen und feinen Vorfachspitzen, um die Fliege schneller auf Tiefe zu bekommen.
• Entfetten Sie regelmäßig Ihr Vorfach. Nymphen kommen dann schneller auf Tiefe und bei der Trockenfliege erkennt der Fisch kein Monofil, da es einsinkt.
• Denken Sie daran, dass Äschen aufsteigende Larven mögen, imitieren Sie diese durch das Anheben der Rute.
• Äschen stehen häufig deutlich versetzt zu dem Ring auf der Wasseroberfläche, präsentieren Sie die Fliege also mit genügend Vorhalt.
• Beißen die Fische vorsichtig, müssen Sie die Nymphe direkter führen, um Bisse zu erkennen.

Fliegen für den Herbst

Mini Pheasant Tails

Die Pheasant Tail gehört zweifellos zu den besten Nymphen, wenn es darum geht, Larven von Eintagsfliegen zu imitieren. Diese kleine Ausführung dieser Erfolgsfliege ist nicht nur einfach zu binden, sie ist ebenfalls eine sehr natürliche Imitation, die aufgrund ihrer schlanken Bindeweise sehr schnell absinkt und so auch in kleinen Größen gut zum Fisch gelangt. Ein Klassiker! Diese Fliege kann in vielen verschiedenen Farbnuancen gebunden werden und ist praktisch immer erfolgreich.

Das brauchen Sie…

Haken: A&M Barbless Shrimp & Caddis Pupa, Größe 18.
Perle: Tungsten, 2 mm bis 2,3 mm.
Faden: Dyneema 55.
Schwanzfibern: Coq de Leon.
Körper: Fasanenstoßfeder.
Rippung: Kupferdraht, 0,12 mm.
Flügelscheide: Fasanenstoßfeder.
Thorax: Dubbing aus Kunstfaser und Naturhaar.

Mini Hare’s Ear Varianten

Die Hare’s Ear gehört zu den Fliegen, die man auch im Herbst noch hervorragend fischen kann. Vorausgesetzt, man bindet sie in kleinen Größen! Mit dieser einfachen Variante der Hare’s Ear können Sie kleine Köcherfliegenlarven sehr gut imitieren. Die Hare’s Ear kann in vielen verschiedenen Farben gebunden werden. Neben natürlichen Braun-und Grautönen fängt diese Fliege auch in den Farben Beige und Tan. Um den Farbverlauf der Fliege zu verbessern, rate ich bei einem hellen Körper zu einem dunklen Thorax. Dies sorgt im nassen Zustand für eine äußerst natürliche Erscheinung.

Das brauchen Sie…

Haken: A&M Barbless Shrimp & Caddis Pupa, Größe 18.
Perle: Tungsten, 2 mm bis 2,3 mm.
Faden: Dyneema 55.
Körper: Kaninchen-Dubbing.
Rippung: Golddraht.
Thorax: Kaninchen-Dubbing.

Einfache Köcherfliege

Diese Köcherfliege ist ein äußerst erfolgreiches Fliegenmuster bei selektiven Fischen. Wenn Sie nicht wissen, was der Fisch einsammelt, sind diese Fliegen oftmals das Ass im Ärmel.
Diese Fliegen bestehen nur aus einem einfachen Körper aus zwei Polyester-Garnen und sind sehr einfach zu binden. Durch den schlanken Körper sinken diese Fliegen sehr schnell ab und sind selbst mit kleinen Kopfperlen auch im tieferen Wasser gut fischbar.

Das brauchen Sie…

Haken: A&M Barbless Shrimp & Caddis Pupa, Größe 18.
Perle: Tungsten, 2 mm bis 2,3 mm.
Faden: Dyneema 55.
Körper: Polyester-Garn.

Klassische „Graue“ Hechelfliegen

Diese klassische Hechelfliege ist für mich die Trockenfliege für den Herbst schlechthin. Sie besitzt eine äußerst feine Silhouette und ist die perfekte Fliege, um kleine Eintagsfliegen zu imitieren. Auch hier ist eine schlanke Bindeweise von größter Bedeutung, weshalb ich auch hier gerne für den Körper zu Polyester-Garn greife. Diese einfachen Fliegen lassen sich in allen erdenklichen Farben binden. Im Herbst ist jedoch Grau meine erste Wahl.

Das brauchen Sie…

Haken: Akita AK503BL, Größe 20.
Faden: Dyneema 55.
Schwanzfibern: Hahnenfeder, Dark Dun.
Körper: Polyester-Garn, grau.
Hechel: Hahnenfeder, Dark Dun.

CDC Caddies

Diese sehr einfachen Muster aus CDC haben mir schon oft den Tag am Wasser gerettet. CDC Caddies sind sehr einfache Imitationen von Köcherfliegen und dazu noch hervorragende Gruppenmuster, mit denen Sie auch kleine, dunkle Steinfliegen imitieren können. Für mich ein einfaches und funktionelles Pflichtmuster für den Herbst – vor allem, wenn die Fische mal etwas zickig sind.

Das brauchen Sie…

Haken: Akita AK503BL, Größe 20.
Faden: Dyneema 55.
Körper: Kunstfaser-Dubbing Super Fine, dunkelgrün.
Flügel: CDC, naturgrau.

Äschen steigen anders

Stehen Äschen so flach, können Sie mit einem Meter „Vorhalt“ angefischt werden, stehen sie tiefer, muss die Fliege weiter stromauf präsentiert werden.


Jeder kennt folgende Situation: Man steht am Fluss, sieht einen Ring und natürlich versucht man, den Fisch gezielt anzuwerfen. Ist der Fisch jedoch eine Äsche, dann müssen wir jedoch etwas umdenken. Denn im Gegensatz zu einer Forelle, lässt sich eine Äsche beim Steigen „nach hinten fallen“. Der Ring auf dem Wasser und der tatsächliche Standort des Fisches ist bei der Äsche häufig deutlich versetzt! Für uns bedeutet das: Wir müssen die Trockenfliege deutlich oberhalb des Äschen-Ringes platzieren, denn die Äsche braucht beim Nehmen einer Fliege mehr „Anlauf“. Bei einer Wassertiefe von einem Meter sollte der „Vorhalt“ beim Ablegen der Fliege rund 1,5 bis 2 Meter betragen.
Nach dem Ablegen der Fliege ist es äußerst wichtig, die Trockenfliege sauber in der langen Drift zu fischen, sonst verweigert die Äsche das Nehmen.