Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 10 Min.

PRAXIS BARBE: SOMMERPAUSE FÜR DIE SALMONIDEN


FliegenFischen - epaper ⋅ Ausgabe 50/2018 vom 03.08.2018

Die Sonne brennt vom Himmel und die Wassertemperaturen gehen für Äsche und Forelle in den dunkelgelben bis roten Bereich. Ich gönne diesen Fischen daher eine Sommerpause – und mir gönne ich eine schöne Barbenpirsch mit der Nymphe.


Artikelbild für den Artikel "PRAXIS BARBE: SOMMERPAUSE FÜR DIE SALMONIDEN" aus der Ausgabe 50/2018 von FliegenFischen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Sommerzeit ist Barbenzeit! Dieses Goldstück fing Harald Bayler in der Donau mit seiner Barben-Nymphe.


Fotos: H. Bayler

Unsere Salmoniden, das weiß eigentlich jeder Angler, sind bei hohen Wassertemperaturen nicht mehr so aktiv und stellen teilweise sogar das Fressen ein. Doch wenn sich Forellen und Äschen wegen der Hitze in die Sommerpause begeben, dann ist das noch lange kein ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 6,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von FliegenFischen. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 50/2018 von AUF EIN WORT: Wann wird’s mal wieder richtig Sommer …?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
AUF EIN WORT: Wann wird’s mal wieder richtig Sommer …?
Titelbild der Ausgabe 50/2018 von PRAXIS HECHT: Meister Popper. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
PRAXIS HECHT: Meister Popper
Titelbild der Ausgabe 50/2018 von REPORT FREMDE FISCHARTEN: Die Quellen der fremden Lachse. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
REPORT FREMDE FISCHARTEN: Die Quellen der fremden Lachse
Titelbild der Ausgabe 50/2018 von PRAXIS WEISSFISCH: WEISSFISCH MACHT DEN SOMMER BUNT!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
PRAXIS WEISSFISCH: WEISSFISCH MACHT DEN SOMMER BUNT!
Titelbild der Ausgabe 50/2018 von PRAXIS HAKEN: „Zeig’ ihnen, was ein Haken ist!“. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
PRAXIS HAKEN: „Zeig’ ihnen, was ein Haken ist!“
Titelbild der Ausgabe 50/2018 von MEINUNG: FLIEGENFISCHEN-STAMMTISCH: Tageslimit: Einer geht noch!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
MEINUNG: FLIEGENFISCHEN-STAMMTISCH: Tageslimit: Einer geht noch!

... Grund, die Fliegenrute in die Ecke zu stellen. Denn wenn es für unsere Salmoniden zu warm wird, dann werden die Cypriniden erst so richtig munter!

Vor allem die Barbe bietet uns eine spannende Alternative, wenn wir auch an den heißen Tagen unserer Leidenschaft nachgehen möchten, und das Barbenfischen ist für mich längst nicht nur eine Notlösung für die Sommermonate, sondern eine Passion!

Und das aus gutem Grund: Die Barbe gehört zu den besten Kämpfern im Süßwasser. Und genau darin liegt der Reiz dieser Fischerei. Der Drill einer starken Barbe hat es in sich, und das Kräftemessen mit den goldenen Kraftpaketen macht süchtig. Doch Barben können schwierig sein. Auch wenn sie da sind, bedeutet das noch lange nicht, dass sie leicht zu fangen sind.

Ich zeige daher mal, worauf es beim Nymphenfischen auf Barben ankommt und welche Fliegen am besten laufen.

h3@DARAUF KOMMT ES BEIM BARBENFISCHEN AN!

Die Barbe gehört zu den Grundfischen, und genau dort sucht sie nach Nahrung. Dabei ist sie sehr aktiv. Die Barbe wartet, im Gegensatz zu Forelle, Äsche und Co., nicht darauf, bis ihr Fressen angespült wird. Barben suchen aktiv nach Nahrung und drehen dabei sogar Steine am Gewässergrund um, damit sie an Leckerbissen wie Köcherfliegen- und Eintagsfliegenlarven gelangen!

Dabei machen die Barben so viel Radau, das sie kaum zu übersehen sind: aufblitzende Flanken, staubender Gewässergrund und hektische Schwimmbewegungen sind deutliche Zeichen dafür, das die Barben fressen.

Und wenn Barben fressen, dann haben auch wir gute Chancen, die Bartelträger mit der Nymphe zu überlisten. Die Kunst beim Nymphenfischen auf Barben liegt darin, die Nymphe so abzulegen, dass sie exakt vor das Maul der gründelnden Barbe gelangt.

Ganz wichtig dabei: Die Nymphe muss über den Gewässergrund holpern und darf nicht frei treiben!

Nur wenn die Nymphe der Barbe vors Maul holpert, dann wird sie auch genommen. Und das ist in den stark strömenden Rinnen, die Barben bevorzugen, gar nicht so einfach …

Mit einem Forellenkescher zieht man beim Barbenfischen den kürzeren – 50 cm Durchmesser sollte das Netz mindestens haben, denn Barben können groß werden.


Gewässertipp

Die Donau bei Ulm ist Harald Baylers Hausrevier – auch Sie können dort fischen!


Wir haben Harald Bayler gefragt, wo er am liebsten auf Barben fischt. Seine Antwort: „Die Donau in Ulm gehört zu meinen Lieblingsgewässern! Der Fluss hat, neben einem guten Forellen- und Äschenbestand, einen exzellenten Barbenbestand. Dabei muss man betonen, dass es in der Donau auch viele starke Barben in der Kategorie 70+ gibt.“
Strecke: Donau Illerspitze bis Eisenbahnbrücke.
Streckenlänge: ca. 2 km.
Tageskarte: 25 Euro. Kartenausgabe: Angelgeräte Stefan Förg In der Wanne 4989075 Ulm Tel.: 07 31 / 55 27 43
Weitere Infos und Bilder der Donau: Diese finden Sie online auf der Homepage des Fischereivereins Ulm/Neu-Ulm e.V. unter: www.fv1880.de unter „Gastkarten“ (links unten auf der Homepage).

NUR DIREKT AM GRUND GEHT’S WIRKLICH RUND!

Um unsere Fliege schnell auf den Grund des Flusses zu befördern, kommen hauptsächlich schwere Tungsten-Nymphen zum Einsatz. Dabei gilt auch hier die Regel: So schwer wie nötig, so leicht wie möglich.

Eine zu schwere Nymphe treibt nicht natürlich ab, und das wirkt sich auch beim Barbenfischen negativ auf den Fangerfolg aus. Daher sollte die Beschwerung unserer Nymphe den Strömungsverhältnissen angepasst werden.

Bei der Wahl der Nymphe ist die Barbe nicht wählerisch. Wenn diese Fische fressen, dann sind sie wie Staubsauger, die fast alles einsaugen, was vor ihnen landet. Sie bevorzugen jedoch größere und auffällig gefärbte Nymphen in den Größen 10 oder 12.

Wenn Sie einen Tipp haben möchten: Ich fische auf Barben sehr gerne mit Jigs. Jig-Nymphen besitzen die Eigenschaft, upsidedown zu schwimmen. Das bedeutet: Die Hakenspitze zeigt immer nach oben und dadurch kann die Nymphe nicht so leicht am Grund des Gewässers hängenbleiben. Ein großer Vorteil, denn die Nymphe soll ja über den Gewässergrund holpern.

h3@TIPPS UND TRICKS FÜR DAS TIEFE FISCHEN MIT LEICHTER NYMPHE

Um das Absinken der Nymphe zusätzlich zu beschleunigen, sollte auch das Vorfach den Anforderungen angepasst werden. Für Barben kommt bei mir in tieferen Rinnen ein Vorfach aus einem durchgehend starken Monofil zum Einsatz. Diese durchgehend gleich starken Vorfächer kann man in wenigen Minuten selbst herstellen und haben den Vorteil, dass die Nymphe deutlich schneller absinkt als bei gezogenen Vorfächern. Als Barben-Vorfach verwende ich ein etwa 1,5 m langes Stück 0,20 oder 0,22 mm dickes Monofil aus Fluorocarbon, an dem mit einem Vorfachring eine etwa 1 m lange Spitze (Stärke 0,16 bis 0,18 mm) aus Fluorocarbon angeknüpft wird. Ist die Rinne tiefer, kann die Vorfachspitze nach Bedarf verlängert werden.

Barben sind übrigens nicht besonders schnurscheu, darum sollte auf keinen Fall feiner als 0,16 mm gefischt werden. Und diese feinen Spitzen sollte man auch nur dann fischen, wenn man auch die Möglichkeit hat, dem gehakten Fisch im Wasser zu folgen! Ist dies nicht möglich, muss ein deutlich stärkeres Vorfach gefischt werden.



Diese Fliege ist kein Jig im klassischen Sinne, sondern eine Nymphe, die sich hervorragend für die Barben-Fischerei eignet.


Varianten der Jig-Nymphe. Barben mögen‘s bunt, die rechte Nymphe ist daher mit einem deutlichen Beißpunkt ausgestattet.


Doch warum dann überhaupt eine 0,16er bis 0,18er Spitze? Nun, eine feine Spitze hat den Vorteil, dass die Nymphe schneller absinken kann. Wäre das Vorfach stärker, müsste auch die Nymphe schwerer gewählt werden, was sich auf die Fängigkeit auswirken würde.

Dazu noch ein kleiner Tipp: Um das Absinken der Nymphe zusätzlich zu beschleunigen, sollte das Vorfach regelmäßig entfettet werden. Dadurch bekommt man eine leichtere Nymphe nicht nur schneller zum Grund, auch die Drift der Fliege ist deutlich natürlicher.

h3@FLIEGENFISCHEN AUF BARBEN KANN AUCH HERRLICH EINFACH SEIN!

Meine Taktik beim Barbenfischen ist relativ einfach, aber effektiv. Ich schnappe mir meine Fliegenrute – und dann mache ich einen ausgedehnten Spaziergang am Wasser und halte die Augen offen, suche Barben, die gerade aktiv nach Nahrung suchen. Habe ich einen oder mehrere fressende Fische entdeckt, dann geht es los.

Ein langsames Anschleichen in gebückter Körperhaltung gehört dazu, wenn man erfolgreich sein will. Barben können an manchen Tagen sehr empfindlich sein! Sie reagieren sensibel auf hektische Bewegungen im und am Wasser, und Gepolter zwischen den Steinen am Ufer mögen sie auch nicht. Wenn man aber langsam und vorsichtig vorgeht, kann man sich ihnen ohne größere Probleme im Wasser nähern. Die beste Chance hat man jedoch, wenn man sich den fressenden Fischen vom Ufer aus nähern kann.

Hat man sich unbemerkt in Wurfweite geschlichen, ist die erste Hürde schon genommen. Jetzt muss nur noch die Nymphe zum Fisch befördert werden.

Je nach Wassertiefe muss man die Nymphe so ablegen, dass sie am Ende vor dem Maul der Barbe über den Gewässergrund holpert. Je flacher das Wasser ist, umso direkter kann man den Fisch anwerfen. Flach stehende Fische sind daher generell einfacher anzufischen, als Fische in tiefen und schnell fließenden Rinnen.

Das Spiel ist eigentlich recht einfach: Kommt die Nymphe präzise und im richtigen Moment, dann wird sie genommen. Klingt fast zu einfach?

h3@HIER IST KEINE ELEGANZ GEFRAGT, SONDERN SCHLICHTE EFFIZIENZ!

Richtig! Denn Barben können, wie schon gesagt, launisch sein und nur selten nehmen sie die Nymphe beim ersten Anlauf. An manchen Tagen wird die Fischerei auf Barben zu einer wahren Geduldsprobe. Nicht selten muss man einen Fisch bis zu 30 Minuten lang gezielt anwerfen, bis er die Nymphe dann doch endlich nimmt.
Man muss sich also Zeit nehmen und geduldig sein. Nicht lockerlassen, dann klappt es!

10 Tipps für Barbenfischer

1 Eine Fliegenrute in der Schnurklasse 5 oder 6 mit einer Länge zwischen 9 und 10 Fuß ist ideal.
2 Eine Rute mit weicher und durchgehender Aktion federt die Fluchten der Barbe perfekt ab und zwingt uns nicht, Schnur zu geben. Beides verhindert das Aussteigen des Fisches.
3 Barben lieben bunte Nymphen. Farben wie Gelb, Rot und Orange fangen.
4 Die Nymphe muss über den Gewässergrund holpern, damit sie fängt.
5 Fische nicht mit zu feinen Spitzen. 0,16 mm geht nur, wenn man dem Fisch auch folgen kann.
6 Entfette Dein Vorfach regelmäßig. Dadurch wird die Sinkgeschwindigkeit der Nymphe deutlich gesteigert.
7 Barben reagieren empfindlich auf laute und hektische Bewegungen im Wasser. Bewege Dich langsam und vorsichtig, um die Barben nicht zu erschrecken.
8 Aktive Fische fängt man leichter. Halte also Ausschau nach fressenden Barben.
9 Gib beim Drill nicht nach. Wer zu vorsichtig drillt und den Fisch zu leicht Schnur nehmen lässt, der verliert.
10 Geh’ nicht mit einem zu kleinen Kescher ans Wasser. Barben in der Kategorie 70+ sind keine Seltenheit.

So wird der Barben-Jig gebunden

Das brauchen Sie:

Haken: Hayabusa H.FLY 384, Gr. 10 oder 12.

Faden: Dyneema, 10/0.

Beschwerung: Tungstenperle 3,3 mm / bei Bedarf noch Wickelblei, rund.

Körper: Body Thread, gelb.

Rippung: Kupferdraht, 0,16 mm.

Thorax: Dubbing (Hasenmaske, rostbraun)

1 Spannen Sie den Haken in den Bindestock und beginnen Sie von vorne nach hinten mit der Grundwicklung. Wenn Sie am Hakenbogen angelangt sind, winden Sie den Faden erneut bis zum späteren Thorax der Fliege.

2 Schieben Sie die Kopfperle auf ein Stück Monofil (0,18 mm) und legen Sie beide Enden des Monofils zusammen. Legen Sie die Schlaufe mit der Perle am Thorax der Fliege an und fixieren Sie das Monofil mit dem Faden. Binden Sie das Monofil über 1/3 der Körperlänge fest ein.

3 Biegen Sie das Monofil in Richtung des Hakenöhrs und binden Sie es erneut bis zur Kopfperle ein. Schneiden Sie danach das restliche Monofil ab. Durch das Umbiegen und erneute Einbinden wird das Monofil so fixiert, dass es nicht mehr herausrutschen kann.

4 Nehmen Sie eine Nadel und tragen Sie damit eine dünne Schicht Bindelack auf dem Haken auf. Legen Sie danach das Wickelblei am Haken an. Winden Sie nun das Wickelblei in dicht aneinander liegende Windungen um den Haken. Umwickeln Sie anschließend die Bleiwickelung mit dem Faden, um diese zusätzlich zu sichern.

5 Legen Sie das Body Thread und den Kupferdraht am Haken an und fixieren Sie beides mit dem Faden. Formen Sie anschließend mit dem Faden einen leicht konischen Körper. Am Ende sollte sich der Faden am Thorax der Fliege befinden.

6 Winden Sie das Body Thread um den Körper und sichern Sie ihn mit dem Faden im Thoraxbereich. Schneiden Sie den Rest ab. Kupferdraht nehmen und den Körper in entgegengesetzter Binderichtung rippen. Fixieren Sie den Draht mit dem Faden und schneiden Sie ihn ab. Spalten Sie den Faden und klemmen Sie etwas Dubbing zwischen den gespaltenen Faden. Lassen Sie danach den Bobbin um die eigene Achse rotieren.

7 Formen Sie mit dem Dubbingstrang einen buschigen Thorax. Kolorieren Sie den Faden mit einem wasserfesten Filzstift und sichern Sie anschließend alles mit einem doppelten Kopfknoten. Schneiden Sie danach den Faden ab und sichern Sie den Kopfknoten zusätzlich mit einem Tropfen Bindelack. Fertig ist Ihr Barben-Jig.

Barbenfischen kann frustrierend sein – Sie werden noch an diese Worte denken! Ich weiß, es ist zum Haare raufen, wenn man einen Barbenschwarm vor sich hat und kein Fisch die Nymphe nimmt. Doch irgendwann klappt es, glauben Sie mir! Damit die Chancen steigen, muss man effektiv fischen. Und je länger die Nymphe im Wasser ist, umso effektiver fischt sie. Unnötige Würfe sollte man deshalb vermeiden.

Das bedeutet in der Praxis nichts anderes, als dem Fisch im Minutentakt die Nymphe vorzusetzen, bis er sie nimmt. Leerwürfe sind hier vergeudete Zeit. Ist die Nymphe am Fisch vorbei getrieben, kann sie sofort mit einem Rollwurf wieder stromauf befördert und der Barbe erneut präsentiert werden. Beim Fischen auf Barben ist also nicht Eleganz gefragt, sondern Effizienz!

Barben nehmen die Nymphe nur, wenn sie ihnen direkt vors Maul treibt. Das macht die Fischerei manchmal zu einem echten Geduldsspiel.


DER BISS, DER DRILL – UND DIE MÜDEN ARME

Wird die Nymphe genommen, kann man dies meist deutlich erkennen, vorausgesetzt, man kann den Fisch deutlich sehen. Kann man den Fisch nicht sehen, fühlt sich der Biss einer Barbe in den ersten Sekunden wie ein Hänger an. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass sich die Barbe kurz darauf langsam mit kräftigem Zug in Bewegung setzt!

Daher sollte man bei einem vermeintlichen Hänger auf jeden Fall einige Sekunden die Spannung halten, einfach um sicher zu gehen, dass man wirklich nur am Grund hängengeblieben ist. Bewegt sich unser Hänger dann plötzlich, hat man alles richtig gemacht.

Und dann geht die Post ab! Die kräftigen Schwimmer mit den großen Flossen haben richtig Dampf! Und sie nutzen geschickt die Strömung, um ihre Schwimmleistung zusätzlich noch zu verbessern. Dabei legen sie eine sensationelle Kondition an den Tag!

Wer also glaubt, dass eine Barbe schon nach wenigen Minuten am Ende ist, der wird überrascht sein. Es kann schnell passieren, dass Ihre Arme schneller müde werden als der Fisch …

Beim Drill muss man versuchen, den Fisch aus der starken Strömung zu bekommen oder ihn von dieser fernzuhalten – und dazu braucht man Kraft. Man darf beim Drill dieser Kraftpakete nicht nachgeben – wer zu wenig Druck ausübt, der hat verloren. Die Barbe wird mit aller Kraft in die Strömung ziehen. Hat der Fisch das erst einmal geschafft, bekommt man ihn dort nicht mehr so leicht raus.

EINE SPANNENDE FISCHEREI, DIE UNSER SPEKTRUM DES FISCHENS ERWEITERT

Wathose und Kescher gehören daher zur Grundausstattung, wenn man es auf Barben abgesehen hat. Die Wathose braucht man, denn man muss dem Fisch folgen können, um ihn am Ende sicher zu landen!

Das Ziel im Drill ist es, den Fisch in ruhiges Wasser zu führen. Hat man das erst einmal geschafft, dann ist auch das Landen kein Problem mehr. Vorausgesetzt, der Kescher ist nicht zu klein.

Der Forellenkescher ist bei der Barbenpirsch definitiv die falsche Wahl!

Am besten eignen sich tiefe Kescher mit einem Netzdurchmesser zwischen 50 bis 60 cm. Dann macht auch ein Fisch in der Kategorie 70+ keine Probleme.

Zu guter Letzt kann ich jedem nur empfehlen, einmal sein Glück bei der Pirsch auf die goldenen Kraftpakete zu versuchen. Das Fischen auf Barben ist bei weitem nicht nur eine Notlösung in den Sommermonaten. Vielmehr erweitert diese spannende Fischerei das Spektrum des Fliegenfischens in unseren heimischen Gewässern, und ganz nebenbei werden Sie abends drillmüde Arme haben – wenn es mit der schönen Sommer-Barbe geklappt hat.

Bindetricks für Barben-Nymphen: Infos zur Bindetechnik

● Der Trick mit dem Monofil und Perle
Mit einfachen Mitteln kann man in wenigen Minuten eine Jig-Nymphe herstellen. Die Kopfperle wird dabei mit Monofil fixiert (siehe linke Seite, Bindeschritte 2), das ist einfach und praktisch. Denn mit dieser Technik lassen sich auch Kopfperlen verarbeiten, die eine zu große Bohrung besitzen und sich dadurch nicht auf normalem Weg verarbeiten lassen. Wer „Fehlkäufe“ verarbeiten möchte, der kann mit diesen zahlreiche Jig-Nymphen binden.

● Doppelte Beschwerung oder lieber leicht
Wer eine schwere Nymphe benötigt, der kann neben der Beschwerung mit der Kopfperle auch noch den Körper zusätzlich mit einer Bleiwicklung beschweren (linke Seite, Bild 4 im Kasten). Durch diese doppelte Beschwerung lassen sich sehr schwere Nymphen binden. Jedoch ist diese doppelte Beschwerung nicht immer erforderlich. Wer es leichter mag, sollte auf die zusätzliche Bleiwicklung verzichten und zu kleineren Kopfperlen greifen.

● Fadenspaltung
Wenn Sie einen buschigen Thorax binden möchten, dann rate ich dazu, den Faden zu spalten und das Dubbing im gespaltenen Faden zu einem Dubbingstrang zu verspinnen. Mit dieser Technik wird der Thorax der Fliege deutlich buschiger, als wenn man das Dubbing nur um den Faden spinnt. Für diese Technik eignen sich vor allem Faden aus Dyneema. Dyneema ist extrem reißfest und lässt sich hervorragend spalten und verspinnen, ohne dabei an Stabilität zu verlieren.