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PRAXIS FLIEGEN-WAHL: Wie viel FLIEGE braucht der FISCH?


FliegenFischen - epaper ⋅ Ausgabe 60/2019 vom 04.10.2019

Hand aufs Herz – wie viele Fliegenboxen schleppen Sie am Wasser mit sich herum? Mehr als zwei? Dann wäre es Zeit für eine freiwillige Selbstbeschränkung, denn so viele Fliegen braucht kein Fisch.


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Unglaublich, wie viele Fliegen sich im Laufe der Zeit in unseren Fliegenboxen ansammeln – eigentlich kann man sich da nur an den Kopf fassen …


Fotos: D. Henkes

Sicher kennen Sie die geflügelten Worte „Fliegen fangen mehr Fischer als Fische!“ Ist da etwas dran? Überschätzen wir wirklich die Einflussnahme unserer kunstvollen Gebilde hinsichtlich des Fangerfolgs? Was muss oder sollte man wirklich am Wasser bei sich ...

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... führen? Um es vorweg zu nehmen: Ich bin schon fast ein Fliegen-Messie und führe stets zahlreiche Dosen, meist bis an den Rand gefüllt, mit mir rum. In der Weste, in der Angeltasche und auch als Reserve im Heck des Autos – überall befinden sich hunderte Fliegen jeglicher Couleur. Tatsächlich fische ich in der Regel aber nur einige wenige Muster. Ein Widerspruch, denn die Beschränkung auf wenige Muster ist meiner Meinung nach der eigentlich richtige Weg.

Aber warum schleppe ich dann diesen unnötigen Ballast mit mir herum?

Nun, wahrscheinlich liegt da eine psychische Ursache zugrunde … Es ist halt beruhigend, für alle Eventualitäten gerüstet zu sein und einen bescheidenen Angeltag durch die Fliegenwahl doch noch drehen zu können! Doch genau das passiert in der Regel ja äußerst selten …

WARUM NIMMT EIN FISCH UNSERE FLIEGE?
Zunächst einmal sollten wir uns einmal vor Augen führen, warum ein Fisch auf eine Fliege überhaupt anspricht. Der Hauptgrund ist wohl der Nahrungserwerb. Daneben gibt es aber durchaus auch weitere Reflexe, die beim Fisch angesprochen werden und sicherlich nicht zu vernachlässigen sind: Revierverhalten, Jagdtrieb und Aggressionsabbau.

Das sind völlig unterschiedliche Paar Schuhe, denen sowohl bei der Fliegenauswahl, als auch bei der Präsentation entsprechend Rechnung gezollt werden muss. Macht man alles richtig, dann bleibt der Erfolg nicht aus. Halt, nicht ganz! Es gibt auch immer wieder Tage, an denen die Fische einfach nicht wollen. Dies liegt aber mit Sicherheit nicht an einer verkorksten Fliegenwahl, sondern begründet sich eher durch die äußeren Umstände. Wetter, Temperatur, Wasserstand, Wasserchemie oder ähnliche Gegebenheiten haben den Fischen in diesen Momenten einfach den Appetit verhagelt oder diese in eine Lethargie verfallen lassen.

DIE FLIEGE ALS POTENZIELLE NAHRUNG
Zunächst gehen wir einmal von der Grundsituation aus. Wir präsentieren die Kunstfliege dem Fisch in der Regel als Nachbildung eines entsprechenden Nährtieres. Das können einerseits die entsprechenden Lebensstadien der Eintags-, Köcher-und Steinfliegen sein. Andererseits aber auch Nachbildungen von Egeln, Fischchen (Stichwort: Streamer), Krebstieren (Bachflohkrebse und Anverwandte) oder aber auch von verunglückten, gewasserten Terrestrials (Heuschrecken, Käfer, Schnaken und Ameisen).

Fast jeder Fliegenfischer hat mehrere Fliegenboxen dabei, die mehr oder weniger gut gefüllt sind. Doch nach welchen Kriterien füllt man sie? Nach Fischart oder nach dem Gewässer, nach Methode oder einfach nur nach Zufall?



„Ehrlich: Ich bin schon fast ein Fliegen-Messie …“


Führen wir uns diese Auswahl potenzieller Eiweißspender vor Augen, können wir in Zusammenhang mit den örtlichen Gegebenheiten am Fischwasser die in Frage kommende Fliegenauswahl schon deutlich reduzieren. Ein großes Maifliegenmuster an einem steinigen Gebirgsbach oder -fluss in alpiner Umgebung bei sich zu führen, das macht einfach keinen Sinn. Ebenso fehl am Platz sind zarte CDC-Muster. Sie würden im schnellen Wasser keine vernünftige Drift mit dieser Fliege hinbekommen, da diese sofort unter Wasser gezogen wird und gar keine Zeit hat, einen Fisch zu verführen.

Wenn es also nichts bringt, an einem Gebirgsfluss die Nachbildung einer Maifliege zu präsentieren, was fische ich dann dort zur Maifliegenzeit?

Dort sollten Sie während dieser Zeit auf ein Steinfliegenmuster zurückgreifen, da die Schlüpfe häufig parallel erfolgen.

WIE WICHTIG IST DIE FARBGEBUNG EINER FLIEGE?
Zwar können Fische wohl aufgrund des Aufbaus ihrer Augen Farben unterscheiden, aber auch hier gilt es einige Besonderheiten zu beachten: Fische sehen zum Beispiel eine Trockenfliege in der Regel im Gegenlicht. Halten Sie doch einmal eine Ihrer Fliegen gegen den Himmel. Sie werden kaum Farbnuancen feststellen können. In der Regel werden Sie nur Grautöne wahrnehmen.

Anders sieht das bei Fliegen aus, die unter Wasser angeboten werden: Nymphen und Aufsteiger. Bei diesen können die Fische die Farben gut erkennen. In der Natur haben diese Nymphen und Aufsteiger stets gedeckte Farben, wie Grau, Braun, Beige und Grüntöne, und bei einer Steinfliegenlarve kann es durchaus auch mal ein Gelbton sein. Aber Rot, Pink oder Blau? Diese Farben werden Sie nicht finden! Solche „Schockfarben“ dienen tendenziell eher dazu, einen Schnappreflex auszulösen, der auf Revierverhalten oder Aggression beruht. Somit kann man auch Chartreuse, Neongelb oder Pink als Farben für unsere Fliegen durchaus hier und da auch mal rechtfertigen.

Ein kluger Fliegenfischer hat jedoch einmal gesagt: „Viel wichtiger, als das Erscheinungsbild einer Fliege ist die Präsentation.“ Dem stimme ich weitestgehend zu. Eine Eintagsfliege würde niemals aktiv über die Wasseroberfläche schlittern! Ebenso hält es Köcherfliegen auf der Wasseroberfläche mit Sicherheit nicht in der Spur. Und wie sieht es unter Wasser aus? Gelangen Nymphen in die Strömung des Freiwassers, so sind sie dieser relativ hilflos ausgesetzt. Ihre Schwimmleistung reicht nicht aus, um aktiv gegen die Strömung angehen zu können. Hier ist also die so genannte „dead drift“ anzustreben, um die Fliege möglichst natürlich zu präsentieren. Aufsteigende Köcherfliegenpuppen hingegen können in langsam fließenden Gewässern aber durchaus ein gewisse Geschwindigkeit entwickeln.

All das sind viele „Wenn und Aber“. Also: Wie viel Fliege braucht der Fisch denn nun wirklich? Was muss in die Fliegenbox, um für einen normalen Tag gut gerüstet zu sein?

Detlef Henkes STREAMER-Auswahl. Da in seinen Gewässern keine Koppen vorkommen, kann man auf das Muster verzichten. Im Süden sollte man einen Koppenstreamer dabeihaben. Ansonsten reicht der Woolly Bugger (siehe auch FliFi 5-19) in einigen Varianten.


DIESE FLIEGEN GEHÖREN IN DIE FLIEGENBOX
An dieser Stelle gehen wir einmal von Mustern aus, die dem Anspruch des Nahrungserwerbs gerecht werden. Aus meiner Erfahrung heraus braucht es da Gruppenmuster mit typischem Erscheinungsbild. Viel wichtiger wie die Farbe, ist die Größe und auch das gebietsspezifische Vorkommen.

Wir unterscheiden also entsprechende Hauptgruppen von potenziellen Eiweißspendern: Eintagsfliegen, Köcherfliegen, Steinfliegen, Kerbtiere, Fischchen, Egel und unfreiwillig gewasserte Landinsekten.

Daneben haben wir es mit dem Meer, Niederungsflüssen, Mittelgebirgsflüssen, Gebirgsflüssen, alpinen Seen und Flachlandseen zu tun. Näher wollen wir nicht ins Detail eingehen, denn das würde sicherlich schon ein ganzes Buch rechtfertigen! Füllen wir also mal eine imaginäre Fliegendose, die hinsichtlich des natürlichen Nahrungserwerbs von Forelle, Äsche und Co. an Bach, Fluss und See geschuldet ist – ich packe meinen Koffer und nehme mit (kennen Sie das Spiel noch aus Kindertagen?):

Weniger ist mehr, das gilt auch bei den NYMPHEN. Detlef Henkes hat sich im Rahmen der freiwilligen Selbstbeschränkung auf diese sechs Muster festgelegt. Jede Wette: Es ist mindestens auch eine Ihrer Lieblingsnymphen dabei.


STREAMER
(Egel, Garnelen und Fischchen) Gut ausgerüstet sind Sie in dieser Hinsicht mit einem schwarzen Woolly Bugger, einer braunen Koppenimitation (wie dem Muddler Minnow), einem Forellenzonker aus Kaninchenfellstreifen und für das Salzwasser (Meerforelle) entsprechende Garnelen-und Sandaalmuster. Hakengrößen: 6 und 8.

NYMPHEN
Die zahlreichen aquatisch lebenden Larven von Eintagsfliege, Köcherfliege und Steinfliege können mit erstaunlich wenigen Mustern abgedeckt werden. Zu einem sehr hohen Prozentsatz reichen folgende Muster aus und führen zum Erfolg: Pheasant Tail, Gold Ribbed Hare’s Ear und Ritz D (Eintagsfliegenmuster), sowie die Prince (eine Steinfliegenlarvenimitation – mit und ohne Goldkopf), eine Peeping Caddis (Cased Caddis – Gehäuse bildende Köcherfliegenlarve) und eine Imitation von Rhyacophilidae bzw. der Hydropsyhidae (frei lebende Köcherfliegenlarven).

Zu den Nymphen zähle ich auch Imitationen des Bachflohkrebses (biologisch nicht richtig, es sind Kerbtiere und keine Insektenlarven), aber dennoch ähnlich zu fischen sind. Hakengrößen: 12 bis 16

Etwas außer Mode geraten, aber enorm fähig sind die NASSFLIEGEN. Auch bei diesen kann man aus der Auswahl eine Wissenschaft machen – oder man legt sich auf diese sechs Muster fest, die einen Großteil der Fischerei abdecken.


Früher drehten wir Fliegenfischer Steine im Gewässer um, um uns einen Überblick über das Insektenaufkommen zu verschaffen. Entdeckt man dabei solche Steinklammerer, dann könnte eine fast schwarze Nymphe, dicht am Grund gefischt, eine gute Idee sein.


NASSFLIEGEN
Nassfliegen stellen Aufsteiger und Brutfische dar. Diesbezüglich sind Sie mit Spidermustern (Partrigde and Orange, Partridge and Green), der Märzbraunen, der Black Zulu und der Alexandra bestens gerüstet.

Hakengröße: 10 bis 14

TROCKENFLIEGEN
Bei den Trockenfliegen haben wir fünf Hauptgruppen. Wir unterscheiden zwischen Eintagsfliegen, Köcherfliegen, Steinfliegen, Aufsteigern und Terrestrials.

Aber auch hier gilt: Weniger ist mehr! Wenn der Fisch nicht steigen will, dann nützt auch die abenteuerlichste Fliegenwahl nichts. Als unerlässlich betrachte ich diverse Standardmuster, die Eintagsfliegen hervorragend nachbilden. Dazu gehören die Iron Blue Dun, die Adams, die Adams Irresistible, die Royal Wulff, die Märzbraune und die White Wulff. Ende Mai bis Ende Juni schadet es nicht, eine Nachbildung der Maifliege mit sich zu führen.

Bei den Köcherfliegen sollten wir sehr opportunistisch sein. Ich komme hier mit der Buck Caddis und einer Sedge in Parachute-Bindeweise aus. Auch ein kleiner Stimulator sollte für alle Fälle parat sein.

Hinsichtlich der Steinfliegenmuster ist „der Drops schnell gelutscht“. Eigentlich braucht man hier nur den Stimulator in entsprechenden Größen.

Wenn man an den kargen und sauerstoffreichen Gebirgsbächen fischt, sollte man diese Fliege in passender Größe dabei haben, Tendenz „groß“.

Aufsteiger imitiert man erfolgreich mit den bekannten „Klinkhammer“, einer Kreation von Hans van Klinken. Wenn Sie mit den Körperfarben Braun, Dunkelgrau und Oliv ausgerüstet sind, sollten Sie alle Eventualitäten abgedeckt haben.

Bei den Terrestrials konzentriere ich mich meist auf die geflügelte Ameise (Schwarz), die Hexe, ein Foam-Hopper-Muster, die Daddy Long Leg und die Mosquito.

Hakengröße: 12 bis 16 bis (Maifliegen und Steinfliegen deutlich größer).

Einige wenige Muster reichen aus, um an einem Gewässer das Spektrum der vorkommenden TROCKENFLIEGEN abzudecken – wenn man sich auf Gruppenmuster festlegt. Wählt man diese passend zur Jahreszeit aus, kommt man mit einer kleinen Dose zurecht.


Ob Detlef Henkes tatsächlich seinen guten Vorsatz der Fliegenauswahl umsetzen wird? Fragen Sie ihn einfach, wenn Sie ihn einmal am Wasser treffen – und fragen Sie, ob Sie einen Blick in seine Fliegenbox werfen dürfen.


Foto: D. Henkes/V. Hadziavdic

DIE KUNST IST DIE REDUZIERUNG AUF DAS WESENTLICHE
Sie sehen: Die abertausenden Fliegenmuster reduzieren sich auf einige wenige Muster, ohne dabei letztendlich irgendeinen Bereich nicht abdecken zu können! Das soll aber freilich nicht heißen, dass alle anderen Fliegen keine Daseinsberechtigung haben. Wenn man an sein „Spezialmuster“ glaubt, dann muss man es auch fischen …

WELCHE ERKENNTNISSE KÖNNEN WIR FÜR UNS MITNEHMEN?
Abschließend möchte ich Ihnen nun noch ein paar zusammenfassende Tipps mitgeben:

• Verwenden Sie Gruppenmuster, die den Fischen möglichst Raum zur Interpretation bieten. Diffuse Körper und gedeckte Farben sprechen diese oftmals eher an als akribisch gebundene Meisterwerke.
• Beobachten Sie die Umgebung und versuchen Sie herauszubekommen, welche Insekten unterwegs sind. Die Größe der verwendeten Fliege ist oftmals wichtiger, als die exakte Farbgebung des natürlichen Vorbilds zu treffen.
• Führt dies nicht zum Erfolg, dann sollten Sie einmal einen antizyklischen Versuch starten. Präsentieren Sie beispielsweise während eines Maifliegenschlupfes eine kleine Eintagsfliege.
• Die Präsentation ist wichtiger als das Aussehen. Vermeiden Sie tunlichst das Dreggen bei Eintagsfliegenmustern, verleihen Sie hingegen Köcherfliegen, Steinfliegen und Terrestrials etwas Leben.

Nymphen sollten im Fließwasser stets passiv gefischt werden. Lediglich im Stillwasser sollten diese naturgemäß ein wenig aktiv gefischt werden. Aber auch hier gilt: Weniger ist oft mehr!
• Bleiben Bisse dennoch aus, dann scheuen Sie sich nicht, als letzte Option auffällig gefärbte Reizmuster zu verwenden – und seien Sie variabel hinsichtlich Technik und Taktik. Man kann auch Fische mit der Trockenfliege fangen, wenn nichts steigt. Befischen Sie möglichst alle Tiefenregionen, bis das sich Erfolg einstellt. Sprich: Wechseln Sie häufiger auch mal zur Nymphe oder Nassfliege, wenn sich trocken nichts tut.
• Überlegen Sie eine Neuordnung Ihres Fliegensortiments. Vielleicht sortieren Sie Ihre Fliegendosen nicht nach Trocken-und Nassfliegen, Nymphen und Streamern, sondern stellen diese nach Einsatzgebiet und/oder Jahreszeit zusammen. Das reduziert die Anzahlen der Dosen und erleichtert die Wahl der richtigen Fliege.

Ich hoffe, ich habe Ihnen einige Anregung geben, beziehungsweise Ihre eigenen Erfahrungen, untermauern können. Es würde mich sehr freuen, wenn Sie die ein oder andere Lehre aus diesem Bericht ziehen können und unnötigen „Fliegenballast“ aussortieren. Denn ganz klar: Weniger ist manchmal mehr.

Ich wünsche jedenfalls alles Petri Heil der Welt und eine glückliche Fliegenwahl!

Das Vorfach vor der Fliege

Nicht selten liegt die Ursache für zaghafte oder ausbleibende Bisse gar nicht bei der gewählten Fliege, sondern am verwendeten Vorfach. Zeigen die Fische Interesse, verweigern aber dann doch im letzten Moment die Fliege, ist ein Wechsel des Vorfachs meist besser als ein Wechsel der Fliege!“

Inspizieren Sie Ihr Vorfach auf Knicke und Verdrallungen. Diese Verformungen der Schnur erzeugen oftmals unerwünschte und abschreckende Lichtreflexe! Erneuern Sie im Zweifelsfall die Spitze und verwenden Sie gegebenenfalls einen geringeren Schnurdurchmesser oder alternativ Fluorocarbon. Hilft auch das nicht, dann wählen Sie das verwendete Fliegenmuster versuchsweise einmal in einer kleineren Größe.

Wenn gar nichts geht …

Wahrscheinlich erwarten Sie jetzt den Wunder-Tipp und eine Mega-Fliege. Die Wahrheit ist: An Tagen, an denen gar nichts laufen will, hilft auch ein stundenlanges Durchprobieren unzähliger Fliegenmuster nicht! Das sind die Tage, an denen äußere Einflüsse den Fischen den Appetit verhagelt haben, beispielsweise durch einen plötzlichen Kälteeinbruch oder eine Hitzeperiode, kaltes oder trübes Wasser, eine extreme Luftdruckschwankung oder eine Veränderung der Wasserchemie. Ohne göttlichen Beistand oder Goodwill von Petrus, werden Sie wohl nicht zu einem Fisch kommen.

Sobald einem dämmert „Das wird heute nichts“, ist es daher eine echte Überlegung wert, die Niederlage zu akzeptieren, nach Hause zu fahren und die wertvolle Zeit lieber mit der Familie zu verbringen.