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PRAXIS FLIEGENBINDEN: Baylers kleine Bindeschule Hechelfliegen


FliegenFischen - epaper ⋅ Ausgabe 40/2019 vom 31.05.2019

Diesmal beschäftigen wir uns mit den Klassikern unter den Fliegen, den Hechelfliegen, die auch „Spinner“ und „Palmer“ genannt werden. Harald Bayler zeigt Ihnen, was man für diese Fliegen braucht und dann binden wir zusammen einen klassischen Palmer.


FliegenFischen SERIEFliegenbinden Teil IV

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Foto: stock.adobe.com–LiliGraphie

Diesmal steigen wir mit Harald Bayler in das Thema Spinner-Muster ein, werfen einen Blick auf die Federn und binden zusammen ein Palmer-Muster.


Fotos: H.Bayler

Eine gute Trockenfliege ist ein kleines, ausgeklügeltes Kunstwerk. Größe, Schwimmlage, Farbe und Silhouette entscheiden ...

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... darüber, ob sie den Fisch überzeugt. Und genau das macht das Binden von Trockenfliegen zu einem äußerst komplexen Teil des Fliegenbindens. Fängt man mit dem Binden von Trockenfliegen an, dann stößt man schnell an seine Grenzen. Daher möchte ich in diesem Teil meiner Bindeschule zeigen, wie man mit wenig Aufwand einfache und dennoch sehr fängige Trockenfliegen bindet. Die Rede ist von den Hechelfliegen.

Diese gehören übrigens zu meinen persönlichen Favoriten unter den Trockenfliegen und sind auch für frisch gebackene Fliegenbinder einfach nachzubinden. Warum ich selbst immer wieder gerne zur Hechelfliege greife? Das hat mehrere Gründe. Zum einen besitzen Hechelfliegen eine sehr natürliche Silhouette, und diese überzeugt auch skeptische Fische. Zudem sind Hechelfliegen aufgrund ihrer Bindeweise wahre Dauerschwimmer! Ein weiterer Punkt ist das große Einsatzgebiet. Eine gut gebundene Hechelfliege eignet sich für schnelle und langsam fließende Gewässer gleichermaßen und ist in ihrer Handhabung sehr einfach. Einmal gefettet schwimmt sie wie ein Korken auf dem Wasser, und auch nach einem gefangenen Fisch ist sie schnell wieder einsatzfähig. Das macht die Hechelfliege zum absoluten Allrounder unter den Trockenfliegen! Wie man die pflegeleichten Dauerschwimmer bindet und worauf es beim Binden einer klassischen Hechelfliege ankommt, das möchte ich heute zeigen.

Eine Feder macht zwar noch keine Fliege, doch bei den Palmer-Mustern ist dieser Satz fast wahr. Bei diesen wird eine Feder um die gesamte Länge des Hakenschenkels gewunden und imitiert so Beine und Flügel des Insekts.


Ist die Feder gut, wird alles gut

Für das Binden einer guten Hechelfliege benötigt man qualitativ hochwertige Hahnenfedern. Denn nur mit hochwertigen Federn kann man sehr schwimmfähige Hechelfliegen binden. Der Grund, weshalb die Qualität der Federn für das Binden von Hechelfliegen so wichtig ist, lässt sich einfach erklären: Eine Hechelfliege schwimmt, weil ihr Gewicht durch die abstehenden Fibern des Hechelkranzes auf der Wasseroberfläche verteilt wird, die Oberflächenspannung verhindert das Untergehen der Fliege. Damit das in der Praxis funktioniert, müssen die Fibern für Trockenfliegen eine hohe Steifigkeit besitzen. Dazu hat Axel Wessolowski in FliegenFischen 2-19 in „Rettung vor dem Untergang“ einen sehr interessanten Beitrag geschrieben.

Qualität hat in diesem Fall ihren Preis

Die Qualität eines Federbalgs wird anhand mehrerer Eigenschaften festgelegt. Die Anzahl der Federn sowie die Dichte der Fibern und deren Steifigkeit haben großen Einfluss auf die Qualität – und damit auch auf den Preis eines Hechelbalgs. Für einen hochwertigen Balg muss man in der Regel mit 60 bis 90 Euro rechnen. Ja, die Anschaffung eines Balgs ist eine kleine Investition, doch diese Bälge sind sehr ergiebig und man kann mit einem hunderte Fliegen binden. Ein guter Balg liefert also Federn für viele, viele Jahre.
Tipp: Für dieses Geld gibt es auch Sets, die aus zwei halben Bälgen unterschiedlicher Färbung bestehen, dazu gleich mehr.
Trotz hoher Qualitätskontrollen müssen wir uns jedoch immer im Klaren sein, dass es sich bei einem Balg um ein Naturprodukt handelt, das gewissen Schwankungen unterliegt. Kein Balg ist gleich, und genau das macht den Kauf eines Balgs nicht gerade einfach, vor allem online!
Aus diesem Grund kaufe ich meine Bälge am liebsten direkt beim Händler. So kann ich vor Ort prüfen, ob der Hechelbalg eine hohe Anzahl an Federn in der von mir benötigten Größe besitzt und ob die Qualität stimmt.
Hier sollte man nicht davor zurückschrecken, den Balg aus der Verpackung zu holen und genau unter die Lupe zu nehmen. Ebenfalls sollte man darauf achten, dass der Balg nicht von Motten angefressen wurde oder sich noch andere Tierchen darin befinden. Dies gilt vor allem für günstige Angebote auf Messen. Auf Messen kann man zum Teil sehr gute Schnäppchen machen und für kleines Geld hochwertige Bälge erwerben. Doch man muss aufpassen, was man kauft. Ist man jedoch auf den Onlinekauf angewiesen, sollte man auf namhafte Hersteller, wie Whiting oder Metz, setzen. Bei diesen kann man davon ausgehen, dass man eine gute Qualität erhält.

Die Western-Frage: Nehme ich den Sattel oder den Skalp?
Geht es um den Balg, stellt sich schnell die Frage: Skalp oder Sattel? Das klingt ein wenig nach einem Western, doch die Varianten haben Vor- und Nachteile. Doch was ist eigentlich was? Vorweg: Grundsätzlich eignet sich für das Binden von Hechelfliegen der Skalp und der Sattel gleichermaßen.
• Sattel: Möchte man viele Fliegen in nur einer Größe binden, dann ist der Sattelbalg die bessere Wahl. Ein Sattelbalg besitzt sehr viele lange Federn gleicher Größe. Hat man Glück und findet einen Balg mit der richtigen Federgröße, ist der Sattel sehr ergiebig.
• Skalp: Möchte man Fliegen in ver- schiedenen Größen binden, dann ist der Skalp die bessere Wahl. Hier findet der Fliegenbinder alle Größen an Federn und ist dadurch sehr flexibel. Tipp: In der Regel achte ich darauf, dass ich einen Balg erwische, der eine große Anzahl an Federn mit einer Fiberlänge von 5 bis 15 mm besitzt. Dieser ist für Fliegen der Größe 12 bis 16 ideal. Kleinere und größere Federn brauche ich zwar auch, aber bei weitem nicht so häufig wie diese.

Sattel: Möchte man viele Fliegen in nur einer Größe binden, dann ist der Sattelbalg die richtige Wahl, denn dieser besitzt sehr viele lange Federn gleicher Größe.


Skalp: Möchte man Fliegen in verschiedenen Größen binden, dann ist der Skalp die richtige Wahl, denn der Skalp liefert Federn unterschiedlicher Länge und Breite.


Welche Farbe darf es denn heute sein?
Für den Erfolg einer Hechelfliege spielt die Farbe der Hechel eine entscheidende Rolle. Grundsätzlich sollte die Farbe der Hechel den natürlichen Vorbildern am Wasser immer angepasst werden. Der Hechelkranz an unserer Fliege dient dazu, die Beine oder die geaderten Flügel eines Insekts zu imitieren. Ist Hechel und Körper farblich gut aufeinander abgestimmt, fängt die Fliege in der Regel deutlich besser.
Die aus meiner Sicht wichtigsten Farben beim Binden von Hechelfliegen sind Dark Dun, Tan und ein dunkles Braun. Mit diesen Farben lassen sich viele wichtige Insekten am Wasser imitieren. Müsste ich mich jedoch nur für einen Balg entscheiden, dann würde ich ganz klar zu einem Balg in der Farbe Dark Dun greifen. Dark Dun ist die Farbe, die bei vielen Eintagsfliegen zu finden ist. Möchte man anfangs etwas Geld sparen, dann macht es durchaus Sinn, nach halben Bälgen zu suchen. Mit etwas Glück findet man sogar ein Angebot mit zwei halben Bälgen in den passenden Farben. Das spart etwas Geld und bietet sich an, wenn man das Binden von Hechelfliegen einfach mal ausprobieren möchte. Hat man Freude am Binden von Hechelfliegen, kann und wird man sein Sortiment an Bälgen im Laufe der Jahre erweitern und noch fehlende Farben kaufen. Doch für den Anfang kann man sich beim Fliegenbinden auf das Wesentliche beschränken – das entscheidende ist der Anfang.
Und darum zeige ich Ihnen heute, wie man die richtigen Federn für die Hechelfliegen aussucht und wie man zwei verschiedene Typen dieser Fliegen bindet, einen „Spinner“ und einen „Palmer“. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Binden und natürlich auch beim Fischen dieser einfachen, aber sehr effektiven Fliegen!

Dieses Werkzeug brauchen Sie!

Hechelklemmen sind praktische Werkzeuge, nicht nur für Hechelfedern.


Es ist schwierig, eine Feder mit den Fingern zu greifen und um den Hakenschenkel zu winden. Eine Hechelklemme ist hierbei ein äußerst praktisches Werkzeug und erleichtert die Arbeit deutlich. Mit einer Hechelklemme lassen sich auch kurze Federn mühelos verarbeiten – und man kann bei einer Pause die Feder in der Hechelklemme hängen lassen, ohne dass sie sich wieder von der Fliege löst.

Auch anderes Bindematerial können Sie mit der Hechelklemme greifen und sehr gut fixieren. Dieses Werkzeug ist daher ein Muss.

Palmer-Hechel

Die Körperhechel ist ein um den ganzen Körper verlaufender Hechelkranz, und Fliegen mit einer Körperhechel werden als „Palmer“ bezeichnet. Aufgrund ihres Hechelkranzes haben diese Fliegen eine sehr große Auflagefläche. Der klassische Palmer ist eine Fliege, die sich aufgrund ihrer guten Schwimmeigenschaften vor allem für schnell fließende Gewässer geeignet. Um die Hechel des Palmers zu schützen, kann man diese mit einer Rippung umwickeln. Palmer können in vielen verschiedenen Farben gebunden werden. Neben mehrfarbigen Ausführungen sind auch Varianten in den Farben Schwarz und Braun gute Muster für schnelles und unruhiges Wasser.
Der Palmer eignet sich auch für die Imitation von Köcherfliegen sehr gut. Durch das Kombinieren unterschiedlich gefärbter Federn kann man den Thorax eines Palmers mit einer dunkleren Feder farblich etwas abheben und so der Fliege ein natürlicheres Aussehen verleihen.

Finde die perfekte Feder!

Beim Binden einer Hechelfliege wird die Feder mit dem Federkiel am Haken fixiert und diese danach um den Haken gewickelt. Dabei fächern die Fibern der Feder auf und es entsteht ein Hechelkranz mit abstehenden Fibern. Die Länge der Fibern spielt bei der Hechelfliege eine wichtige Rolle! Da der Hechelkranz die Schwimmlage der Fliege stark beeinflusst, muss die Feder passend zur Hakengröße gewählt werden.
Als Grundsatz gilt: Die Länge der Fibern sollte minimal länger sein als die Weite des Hakenbogens. Verwendet man zum Beispiel einen Haken mit einem 5 mm weiten Hakenbogen, dann ist eine Feder mit 6 bis 7 mm langen Fibern ideal. Um die Länge der Fibern einer Feder besser abschätzen zu können, sollte man die Feder am Balg einfach verbiegen. Dadurch fächern die Fibern auf und wir erkennen mit einem Blick, ob die Fibern die geeignete Länge für unsere Fliege haben. Hat man eine passende Feder gefunden, kann diese einfach aus dem Balg gezogen werden. Dazu greift man die Feder dicht am Balg und zieht diese ab. Wichtig: Vor dem Einbinden der Feder muss man zuerst die minderwertigen, weichen Fibern am unteren Ende abzupfen. Diese sind für die Hechel ungeeignet.

So wird‘s gemacht:

1 Nehmen Sie den Balg in die Hand und biegen Sie ihn leicht. Durch das Biegen fächern die einzelnen Federn auf und wir können schnell sehen, wo sich eine geeignete Feder befindet.

2 Haben Sie eine Feder gefunden, die geeignet erscheint, sollte man diese Feder ein mal durchbiegen, um die Länge der Fibern abschätzen zu können. Durch das Biegen fächern die Fibern der Feder auf.

3 Greifen Sie die Feder möglichst dicht am Balg und ziehen Sie die Feder mit einem kurzen Ruck „gegen den Strich“ ab.

4 Nachdem die Feder aus dem Balg gelöst ist, kann sie noch nicht verarbeitet werden. Im unteren Teil der Feder sind die Fibern sehr weich und eignen sich dadurch nicht für das Binden von Trockenfliegen.

5 Greifen Sie die Feder und entfernen Sie die minderwertigen Fibern. Halten Sie hierfür die Feder zwischen Daumen und Zeigefinger fest und greifen Sie mit der anderen Hand die minderwertigen Fibern und ziehen Sie diese nach unten ab.

So sieht es aus, wenn der Flaum und die minderwertigen Fibern entfernt wurden. Diese Feder kann für das Binden einer Hechelfliege verwendet werden.


Schritt für Schritt zum Palmer

Binden wir nun zusammen einen Palmer. Es geht hierbei um das Bindeprinzip. Wenn Sie beispielsweise die vordere Hechel weglassen, funktioniert diese Fliege auch. Ein Beispiel dafür ist die „Super Pupa“, eine extrem gute Fliege, besonders für Äschen! Das Material für exakt diese Fliege steht rechts.

Haken: Hayabusa H.FLY 373, Größe 12 oder 14.
Faden: Dyneema, 10/0, braun.
Körper: Antron Dubbing, Farbe „Hexagenia“.
Rippung: Kupferdraht, 0,14 mm.
Hechel Körper: Golden Badger.
Hechel Thorax: Hahnenfeder, dunkelbraun.

Tipp: Wenn Sie keinen braunen Bindefaden haben, können Sie den weißen Faden vor dem Binden des Kopfknotens mit einem wasserfesten Filzstift kolorieren (Edding 3000, Dunkelbraun, col. 018).

1 Spannen Sie den Haken in den Bindestock und beginnen Sie von vorne nach hinten mit der Grundwicklung. Nehmen Sie ein etwa 10 cm langes Stück Kupferdraht und legen Sie es am Haken an. Sichern Sie den Draht mit dem Faden und binden Sie ihn über die gesamte Länge des Hakens ein. Lösen Sie eine geeignete Feder aus dem Balg (siehe Kasten „Finde die perfekte Feder!“) und entfernen Sie die minderwertigen Fibern.

2 Legen Sie die vorbereitete Feder am Haken an und fixieren Sie diese mit dem Faden. Spinnen Sie etwas Dubbing um den Faden und wickeln Sie den Dubbingstrang dicht an dicht bis zum Thorax der Fliege um den Hakenschenkel. Formen Sie dabei einen schlanken und gleichmäßigen Körper.

3 Nehmen Sie die Spitze der Feder mit der Hechelklemme und winden Sie dies unter gleichmäßigem Zug mit einem Abstand von ca. 2 mm um den Haken. Wenn Sie am Thorax der Fliege angelangt sind, sichern Sie die Feder mit dem Faden.

4 Schneiden Sie den Rest der Feder ab und legen Sie ihn für die nächste Fliege zur Seite. Nehmen Sie den Kupferdraht und rippen Sie den Körper in entgegengesetzter (!) Binderichtung. Tipp: Wackeln Sie dabei mit dem Draht beim Wickeln hin und her und arbeiten Sie langsam. So können Sie das Überwickeln der abstehenden Fibern gut verhindern. Lösen Sie danach eine dunkle Feder aus dem Balg und bereiten Sie diese vor, wie im Kasten „Finde die perfekte Feder!“ beschrieben.

5 Legen Sie die Feder am Thorax der Fliege an und sichern Sie diese mit dem Faden. Achten Sie darauf, dass der Federkiel nicht über das Hakenöhr der Fliege ragt! Ist der Federkiel zu lang, kann dieser in dieser Phase einfach abgeschnitten werden.

6 Winden Sie nun die Hahnenfeder in dicht aneinander liegenden Wicklungen um den Thorax der Fliege. Danach sichern Sie die Feder mit 2 oder 3 Wicklungen mit dem Bindefaden.

7 Biegen Sie nun die überstehende Feder nach hinten und umwickeln Sie diese mit dem Faden. Dadurch entsteht ein schöner Abschluss am Öhr des Hakens. Sichern Sie im Anschluss den Faden mit einem Kopfknoten. Schneiden Sie dann den überstehenden Rest der Feder ab und legen Sie die Feder zur Seite, diese kann für die nächste Fliege verwendet werden. Danach den Kopfknoten ausführen, Bindefaden abschneiden und Knoten mit einem kleinen Tropfen Bindelack sichern.

Der fertige Palmer. Diese Fliege schwimmt sehr gut und hoch auf dem Wasser. Sie können das Muster farblich einfach variieren, zum Beispiel, indem Sie eine andere Dubbingfarbe für den Körper oder eine andere Hechelfarbe verwenden.

Baylers kleine Bindeschule, Teil 5 FliFi 5-19: Spinner-Muster Wir binden zusammen einen Spinner, eine BWO und andere Muster.

Der Schnitt für die Schwimmlage

Palmer und auch andere Hechelfliegen haben aufgrund der kreisförmig vom Körper abstehenden Fibern eine sehr hohe Schwimmlage (Foto 1). Das hat in vielen Situationen Vorteile. Oft nehmen die Fische jedoch Insekten, die tief im Oberflächenfilm hängen, zum Beispiel, wenn sie die gerade aus der Hülle schlüpfenden Nymphe nehmen. Dann ist es besser, eine tiefer im Wasser schwimmende Trockenfliege anzubieten. Der Trick dafür ist einfach: Stutzen Sie die Hechel auf der Unterseite der Fliege (Foto 2). Dadurch liegt die Fliege auf der Wasseroberfläche auf.

1Eine Hechelfliege – die Hechelfibern lassen die Fliege hoch auf der Wasseroberfläche stehen.

2Stutzt man die Hechelfeder auf der Unterseite, liegt die Fliege tiefer im Oberflächenfilm des Wassers.