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PRAXIS HÄNGER LÖSEN: DAS IST DIE LÖSUNG!


FliegenFischen - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 30.11.2018

Steine und Äste, Felsen und Totholz – an unseren Gewässern lauert der Hänger fast überall. Doch was mache ich, wenn meine Fliege irgendwo festsitzt? Zunächst einmal Ruhe bewahren. Es gibt Mittel und Wege, den lästigen Hänger zu lösen und die Fliege zu retten.


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Da ist es passiert! Die Nymphe sitzt fest! Doch wer jetzt an der Schnur zieht, der riskiert, dass die Hakenspitze leidet oder das Vorfach über den Stein gezogen und so beschädigt wird.


Foto: E. Hartwich

Die Sichthilfe taucht spektakulär gegen die Strömung ab, der in freudiger Erwartung reflexartig gesetzte Anhieb trifft auf Widerstand, die Rute ist zu ...

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... einem Halbkreis gebogen – doch die erwartete Gegenreaktion bleibt aus. Kein Schütteln, kein Rucken, kein Nehmen der Leine. Hänger, klassischer Steinfisch, und während die eigene Adrenalin-Ausschüttung versiegt, steigt gleichzeitig der Frust-Pegel deutlich an. Irgendetwas hält die Fliege tief unten am Gewässergrund fest, fast wie einbetoniert. Untrügliche Zeichen für einen soliden Hänger. Vermutlich hat sich die Nymphe an oder unter einem großen Stein verankert. Es hilft kein Rütteln, Ziehen und auch kein Fluchen. Ein Abriss – und somit der Verlust der fängigen Fliege – ist wohl die allerletzte Konsequenz …

WO HÄNGER LAUERN, DA STEHEN LEIDER AUCH DIE FISCHE
Solch ein Missgeschick passiert jedem von uns, sogar routinierten Experten – und dies nicht nur einmal im Jahr, sondern bei fast jedem Fischgang ans Wasser!

Hänger gehören beim Fischen dazu. Und wer keine Hänger riskiert, der fängt normalerweise weniger, denn viele unserer Fische stehen gerne an Steinen oder unter überhängenden Ästen. Hänger-Formen gestalten sich sehr variantenreich und man unterscheidet in:

• Hänger am Gewässergrund.
• Hänger dicht an der Wasseroberfläche.
• Hänger im Astwerk.

Für all diese Hänger gibt es gewisse „Lösungsformen“, also Herangehensweisen, die uns ein Neuanknoten einer Fliege ersparen können.

Erste Hilfe bei einem Hänger am Grund: Führen Sie einen Rollwurf über die festsitzende Nymphe aus und machen Sie direkt danach einen Anhieb. Oft reicht dieser Gegenzug, um die Nymphe zu lösen. Hilft dies nicht, versuchen Sie es mit dem Trick auf Seite 36.


Hänger am Grund

Wenn die Fliege an einem Unterwasserhindernis hängengeblieben ist, nicht zu stark anziehen! Fels beschädigt die Hakenspitze, bei untergetauchtem Totholz treibt man den Haken nur tiefer ein.


Zeichnungen: R. Moser

Ziehen Sie Leerschnur von der Rolle auf die Wasseroberfläche, die Fliegenrute wird dabei seitlich gehalten. Die Strömung nimmt nun die Leerschnur mit. Steuern Sie die Schnur dabei mit der Rute am Hindernis vorbei.


Geben Sie Schnur, bis sich seitlich des Hindernisses ein großer Schnurbauch stromab gebildet hat. Je größer dieser Schnurbogen ist, umso stärker wird der Strömungsdruck wirken.


Nun nutzt man diesen Strömungsdruck und setzt einen zügigen Anhieb. Sehr wichtig: Dieser Anhieb muss flach über der Wasseroberfläche stromauf ausgeführt werden!


Der Wasserdruck im plötzlich verkürzten Leinenbogen wirkt auf das Vorfach und die Fliege und zieht diese aus der Verankerung stromab – Hänger gelöst! Wichtiger Hinweis: Diese Technik funktioniert bei der Verwendung einer Schwimmleine, einer Schwimmschnur mit Sinkvorfach oder einer Sink-Tip, jedoch nicht bei Sinkschnüren.


LÖSUNGSVORSCHLAG: HÄNGER AM GEWÄSSERGRUND
Vor allem beim tiefen Nymphen-Fischen, stromauf oder auch stromab, bleibt die beschwerte Fliege gerne mal an einem Unterwasserhindernis hängen. Sofern es das Gelände erlaubt, sollte man sich in die Gegenrichtung begeben und durch sanften Zug versuchen, die Fliege zu lösen.

Ist die Nymphe im seichten Wasser hängengeblieben, so ist ein großräumiger Roll-Wurf (Überwerfen der Fliege) mit einem anschließenden Pseudo-Anschlag eine Möglichkeit, den Haken zu lösen.

Hilft das nicht, so kann man versuchen, möglichst dicht an die Hängerstelle heranzuwaten. Dann mit der Rutenspitze am Monofil entlanggehen, die Spitze so dicht wie möglich an die Nymphe führen (manchmal kann man sie ertasten) und durch sanfte Bewegungen hin und her die Nymphe lösen.

Vorsicht ist jedoch geboten, denn zu heftiges Rütteln mit der Rutenspitze mögen moderne, dünnwandige Wurfgeräte überhaupt nicht!

Sollten diese Methoden versagen, hat sich wahrscheinlich das Monofil unter einem größeren Stein eingeklemmt – und da hilft wirklich nur ein Abriss.

Hängt die Fliege an einem Stein oder Ast oberhalb der Wasserfläche, dann hilft ebenfalls der Rollwurf-Trick. Führen Sie diesen Richtung Hänger aus und setzen Sie am Ende einen Anhieb. Häufig löst sich dadurch die Fliege.


Foto: A. Pesendorfer

LÖSUNGSVORSCHLAG: HÄNGER DICHT AN DER WASSEROBERFLÄCHE
Durch Unachtsamkeit, risikoreiche Präsentation, in verblockten Gewässerabschnitten oder bei Wind – passiert es oft, dass die Fliege auf einem dicken Ast, der aus dem Wasser ragt, landet. Oder auf einem größeren Felsblock. In beiden Fällen sollten Sie zuerst einmal den Druck auf die Fliege reduzieren, denn sonst dringt der Haken weiter ins Holz ein oder wird vom Stein beschädigt.

Diese Hänger können Sie lösen, in dem Sie Schnur nachfüttern und am Hänger vorbeitreiben lassen. Manchmal reicht dieser Zug aus der anderen Richtung bereits aus.

Hilft dies nicht, muss die Zugkraft erhöht werden. Und diese geht am besten mit einem Rollwurf über das Hindernis, an dessen Ende man noch einen Anhieb setzt.

Wie es geht, zeige ich Ihnen in der Zeichnung auf der nächsten Seite.

Hänger an der Oberfläche

1. Wenn die Fliege an einem dicken Ast oder auf einem größeren Felsblock landet und festsitzt: Zuerst einmal den Druck auf die Fliege reduzieren.


2. Nun zieht man zuerst einmal Schwimmleine von der Rolle und legt sie in Girlanden vor sich auf die Wasseroberfläche, indem man mit der Rutenspitze hin-und herwedelt.


3. Führen Sie die Rute weit nach hinten über die vertikale Position hinaus, bis sich ein schöner, durchhängender Schnurbauch zwischen dem Hänger und der Rutenspitze gebildet hat.


4. Mit einem kräftigen, übersteuerten Luft-Roll-Wurf, schräg nach oben, überwirft man nun den Hänger-Punkt und setzt einen kurzen Luftanhieb.


5. Das Gewicht der Leine, zusammen mit dem Luftanhieb, reißt die Fliege in die Gegenrichtung und löst diese.


Die Fliege ist im Ast gelandet. Bei solch einem Missgeschick ist es am Besten, cool zu bleiben und überhaupt nichts zu machen. Oft genügt das Gewicht der Leine, um das Vorfach mit der Fliege auszufädeln und alles fällt dann locker herunter.


Zeichnungen: R. Moser

LÖSUNGSVORSCHLAG: HÄNGER IM ASTWERK
Wem es noch nie passiert ist, dass seine Fliege im Astwerk gelandet ist, der hebe die Hand …

Es ist uns allen schon passiert, vor allem beim Rück-Wurf steht plötzlich ein Baum oder Busch im Weg, der unserem ziehenden Vorwärts-Wurf ein abruptes Ende bereitet.

Vor allem in der blattlosen Zeit haben Zweige die Eigenschaft, sich beim Ziel-Wurf wie absichtlich entgegenzustrecken. Sie erscheinen wie aus dem Nichts. Und sind aufgrund ihrer Feinheit im braunen Astgewirr des gegenüberliegenden Ufers fast nicht auszumachen. Wir überschätzen dabei häufig die Distanz, da ja als Anhaltspunkt die grüne Blätterwand, die uns die richtige Entfernung anzeigt, nicht mehr vorhanden ist.

Auch bei riskanten Würfen, knapp ans andere Ufer oder bei Wind, landet unse-re Fliege samt Vorfach oft im Blätterbaldachin über dem Zielgebiet.

Und was passiert? Man erschrickt, erkennt seinen Fehlwurf und reagiert überhastet. Doch genau dieser „Luft-Reflex-Anhieb“ verankert Fliege und Vorfach unrettbar im Ast-und Blattgewirr. Kletterpartien oder Holzfällerarbeiten sind nicht zielführend. Und wer führt schon eine Säge mit ans Wasser?

Bei solch einem Missgeschick ist es am Besten, cool zu bleiben und überhaupt nicht zu reagieren! Sehr oft genügt das Gewicht der Leine, um die noch nicht festsitzende Fliege, zusammen mit dem Vorfach, auszufädeln und alles fällt locker ins Wasser herunter. Das funktioniert erstaunlich gut und erstaunlich oft! Versuchen Sie daher, bei einem Fehlwurf cool zu bleiben – Sie werden überrascht sein, wie leicht sich diese Hänger von selbst lösen können.

Hat sich das Vorfach jedoch mehrmals um einen Ast gewickelt oder sitzt der Haken im Holz, dann hilft nur ein Abreißen.

Wichtig: Reißen Sie eine Fliege IMMER nur mit gestreckter Rute und durch Ziehen an der Leine ab!

Starke Rucke oder Anhieb-ähnliche Bewegungen mit der Rute führen oft zum Bruch des Wurfgeräts.

Generell sollten Sie bei solchen Aktionen den Kopf zur Seite oder den Körper nach hinten drehen – denn sollte sich die Fliege doch lösen, kommt sie mit einer enormen Geschwindigkeit auf einen zugeschossen!

Und nun wünsche ich Ihnen viel Erfolg am Wasser und möglichst wenige Hänger, dafür aber umso mehr schöne Drills und Fänge.