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PRAXIS NATUR BÄREN: Begegnungen mit Bären


FliegenFischen - epaper ⋅ Ausgabe 70/2018 vom 02.11.2018

Bären? Die gibt es doch nur in fernen Ländern? Sind Sie sich wirklich sicher? Auch in Europa sind rund 17.000 Braunbären unterwegs. Zum Beispiel in Norwegen, Schweden und Slowenien.


Artikelbild für den Artikel "PRAXIS NATUR BÄREN: Begegnungen mit Bären" aus der Ausgabe 70/2018 von FliegenFischen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: FliegenFischen, Ausgabe 70/2018

Auch wenn diesem Bären schon das Wasser im Munde zusammenzulaufen scheint, Bären sind keine „Menschenfresser“. Auch wenn Hollywood-Streifen oft ein anders Bild darstellen.


Irgendwie zieht es mich in Bären-Länder. Ich habe bereits die Schwarzbären und Grizzlys in Kanada besucht, war mit Kodiakbären auf Kodiak unterwegs (siehe Bericht ab Seite 6), habe Eisbären in Nunavik gefilmt und zusammen mit Kamtschatkabären auf Kamtschatka ...

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... gefischt. Das passte gut, denn wissenschaftlich heißt der Kamtschatkabär mit Nachnamen „piscator“, lateinisch für „Fischer“.

Bären sind, genau wie wir, gerne an Flüssen unterwegs. Nicht nur in fernen Ländern! Was nur wenige wissen: Auch in Europa gibt es derzeit rund 17.000 Braunbären (Schätzung WWF), die meisten davon leben in den Karpaten. So leben beispielsweise in Slowenien 500 Braunbären. Mindestens! Vermutlich sind es doppelt soviel.

Auch in Schweden und Norwegen leben diese großen Bären, und es gibt sie sogar in Bulgarien und Griechenland, Italien und Spanien!

KEINE ANGST VOR GROSSEN TIEREN
Wenn man mich fragt, ob ich bei der Begegnung mit den Bären denn keine Angst gehabt habe, lautet meine Antwort: „Respekt ja, Angst nein. Hunde und Pilze sind gefährlicher.“ Immerhin sterben pro Jahr in Deutschland im Schnitt 3 Menschen durch Hundebisse, ebenso viele übrigens durch Pilzvergiftungen. Zum Vergleich: Bei Reitunfällen sterben rund 15 Menschen pro Jahr. Bären sind große Tiere, und von Tieren geht immer eine Gefahr aus.

Braunbären, zu denen auch der Grizzly und der Kodiakbär gehört, sind jedoch nicht von Natur aus aggressiv und der Mensch gehört nicht in ihr Beuteschema. Okay, beim Eisbären ist das ein wenig anders, doch die Wahrscheinlichkeit, beim Fischen über einen Ursus maritimus zu stolpern, die ist wirklich sehr, sehr gering.

Wie gesagt: Bären greifen keine Menschen an, weil sie uns als Beute betrachten. Wenn es so wäre, würde kein Mensch einen Bärenangriff überleben, garantiert nicht! Ein Bär greift an, wenn er seine Jungen oder sich bedroht fühlt. Oder weil er denkt, Sie machen ihm sein Fressen oder sein Revier streitig. Ich habe Ihnen daher die Grundregeln für Bären-Gebiete zusammengefaßt – denn Mißverständnisse mit Bären können böse enden.

Grundregeln für Bären-Gebiete

Wenn Sie irgendwo auf der Welt in Gebieten mit Bären unterwegs sind, sollten Sie diese Vorsichtsmaßnahmen beherzigen:

• Was auf keinen Fall passieren darf: Geraten Sie nicht zwischen eine Bärin und eines ihrer Jungtiere! Behalten SieALLE Bären im Blick und achten Sie darauf, dass sich kein Bär unbemerkt in Ihren Rücken schleicht! Sieht eine Bärin ihr Junges in Gefahr, greift sie an. Oft sind es nur Scheinangriffe, die wenige Meter vor der Bedrohung stoppen, doch wer behält schon die Nerven, wenn so ein mehrere hundert Kilo schweres, wütendes Muskelpaket auf einen losstürmt?

• Laufen SieNIEMALS weg! Weglaufen löst den Jagdtrieb aus und ein Bär ist schneller als Sie, garantiert! Bären erreichen im Gelände problemlos Geschwindigkeiten von 40 km/h.

• Vorsicht, wenn Sie Aasgeruch wahrnehmen! Bären fressen Aas, ganz gleich, ob ein toter Elch im Wald oder ein toter Wal am Strand liegen, der Bär betrachtet den Kadaver als sein Essen. Und beim Essen hört der Spaß auf – selbst bei einem Walkadaver, den der Bär niemals alleine verputzen könnte.

• Füttern SieNIEMALS Bären! Kommt der Bär auf den Geschmack, will er mehr. Jetzt, hier, gleich und sofort! Und wo der leckere Müsli-Riegel, Lachs, Apfel oder sonst was herkam, da könnte ja noch mehr sein. Man kann es nicht deutlich genug sagen: Lassen Sie es! Die Leibesvisitation eines hungrigen Bären möchten Sie nicht erleben, wirklich nicht!

• Gleiches gilt beim Angeln: Wenn Sie einen Fisch an der Rute haben und ein Bär nähert sich, senken Sie die Rute zur Wasseroberfläche, damit der Fisch nicht an der Oberfläche platscht oder springt. Für einen Bären ist das wie eine Mittagsglocke. Blockieren Sie notfalls die Angelrolle, damit der Fisch abreißt oder sich der Haken löst. Mit einem Bären sollten Sie sichNIEMALS um einen Fisch streiten.

• Nahrungsmittel: Diese gehören in BärenländernNIEMALS ins Zelt, bewahren Sie Lebensmittel immer weit abseits Ihres Schlafplatzes auf. • Und: Bären mögen keine Überraschungen! Schleichen Sie nicht durchs Gelände, sondern machen Sie sich bemerkbar, vor allem, wenn Sie gegen den Wind laufen (der Bär kann Sie dann nicht riechen). Reden ist in diesem Fall Gold. Eine Glocke am Rucksack oder klapperndes Blechgeschirr ebenfalls. Geben Sie sich als Mensch zu erkennen, bewegen Sie sich ruhig und bringen Sie einen Bären niemals in eine für ihn unangenehme Situation – Sie ziehen sonst garantiert den Kürzeren.


Foto: M. Werner