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PRAXIS TEST: LAUTSTARK ZU GUTEN MÄHERGEBNISSEN


TASPO GARTEN-DESIGN - epaper ⋅ Ausgabe 3/2018 vom 13.04.2018

Eine preiswertere Alternative zu den Aufsitzmähern – das war der Grund für die Mitarbeiter des Stuttgarter Golfclubs Solitude, einen Heckmäher zu testen. Drei Mäher standen zur Wahl, einer davon der Contoura Sichelmulcher MJ75–360 von Major mit einer Mähbreite von 3,60 Metern.


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Fotos: Susanne Wannags

Dass der Golfclub Solitude viel von Toro-Aufsitzmähern hält, ist unschwer zu erkennen. Drei Geräte stehen am Clubhaus. Dass alle schon im Einsatz waren, davon zeugt Gras an Reifen und Mähdecks. „Heute haben wir wenig gemäht, wir mussten ja noch etwas für den Test übrig lassen“, sagt Head-Greenkeeper Hubert ...

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... Kleiner. Statt einen weiteren Aufsitzmäher anzuschaffen hat man sich entschlossen, Heckmäher zu testen – auch, um das Budget zu schonen. Aufsitzmäher sind teuer.

Als der Tieflader samt Anhänger mit mehreren Mähern beladen auf das Clubgelände fährt, ist es 12.30 Uhr. Am Steuer sitzt Hubertus Krengel, Geschäftsführer von Krengel Landtechnik in Arnsberg und Generalimporteur Deutschland für Major, der in Irland hergestellt wird, und andere Marken. Einer der Mäher, der Contoura Sichelmulcher MJ75–360, soll auf dem Golfplatz zwei Tage lang getestet werden. Das Abladen geht dank vieler Helfer schnell. Stefan Albig, der Mann für alles Technische auf dem Golfplatz, sieht sich den Mäher genau an, dreht hier und klopft da. „Alles, was zu leicht läuft, geht draußen schnell kaputt“, weiß der Mechaniker aus jahrelanger Erfahrung. „Ich muss zum Beispiel nur die Walzen anfassen und merke dann sofort, welche Lager drin sind und ob das zu leicht geht.“ Von der Verarbeitung her findet er nichts Negatives am Contoura. Auch nach den beiden Testtagen gab es am Heckmäher in Sachen Qualität, Verarbeitung und Haltbarkeit nichts zu bemängeln.

Auf dem Gelände des Golfclubs Solitude bei Stuttgart wurde der Contoura Sichelmulcher von Major zwei Tage lang getestet.


Viel Power nötig

Knapp eine halbe Stunde später hängt der Contoura am Heck des John Deere 4720. Der Traktor hat 62 PS – und geht im Standgas beim Einschalten der Zapfwelle erst einmal aus. Als Kraftbedarf werden beim Contoura zwischen 33 und 55 KW angegeben. Mit 45 KW müsste der John Deere das eigentlich gut bewältigen. „Im Standgas hat die Zapfwelle gar nicht funktioniert, war sie dann eingeschaltet, brauchte man normale Motordrehzahlen. Der Anlaufwiderstand war bei den beiden anderen Testmähern nicht so hoch“, erinnert sich Kleiner im Rückblick. Dabei handelte es sich übrigens um einen Mäher des neuseeländischen Herstellers Trimax und um einen britischen Wessex-Mäher.

Größtes Manko: die Lautstärke

Einmal in Schwung, zieht der Traktor mit dem angehängten Mäher seine Runden. Das ist nicht zu überhören, den das Gerät entwickelt eine erhebliche Lautstärke. „Eigentlich hatten alle Mitarbeiter gehofft, dass man mit einem Heckmäher mit weniger Mähgeräusch fahren kann“, sagt Kleiner. Da auch im laufenden Spielbetrieb gemäht wird, ist Lautstärke im Stuttgarter Golf-Club ein K.O.-Kriterium, schließlich sollen die Golfer möglichst wenig gestört werden.

TECHNISCHE DATEN

Contoura MJ75–360
• Gesamtbreite: 3,67 m
• Arbeitsbreite: 3,60 m
• Transportbreite: 2,14 m
• Kraftbedarf: 33–55 kW
• Drehzahl Getriebe: 540
• Mähhöhe: 10 – 110 mm
• Rotoren: 6
• Anzahl Messer: 12
• Gewicht: 1.395 kg
• Messergeschwindigkeit: 86 m/s
• Flächenleistung: 15 min/1 ha


„Leider war es nicht möglich, ohne Kopfhörer zu mähen“
Hubert Kleiner


Die Schnitthöhe lässt sich beim Contoura zwischen 10 und 110 Millimetern einstellen. Dazu ist allerdings etwas Arbeit nötig. Ungefähr eine Viertelstunde dauert die Umstellung. Normalerweise gibt es auf dem Golfplatz für jeden Spielbereich und jede Grashöhe ein eigenes Gerät. „Eventuell wollen wir aber auch die Driving Range mit dem Heckmäher mähen, dann müssen wir zweimal wöchentlich die Schnitthöhe umstellen“, sagt Kleiner.

Anpassung an Bodenwellen

Schwingen können – das ist einer der größten Pluspunkte des Contoura. Der flexible Schwenkrahmen mit den drei unabhängigen Mäheinheiten passt sich den Konturen des Bodens an.

Ist der Mäher häufig auf einem Golfplatz im Einsatz, modellieren die Walzen nach und nach auch das Gelände. Damit ist das Gerät ideal für hügeliges Gelände geeignet – etwas, das man auf dem Solituder Golfclub vergeblich sucht. Damit kann der Contoura mit einer seiner größten Stärken bei den Stuttgartern nicht punkten.

Statt des Contoura mit Schwenkrahmen hätte man dort ohnehin lieber eines der größeren Major-Modelle getestet, zum Beispiel den Swift mit einer Arbeitsbreite von 5,50 Metern, der als Testgerät momentan leider nicht zur Verfügung stand. „Die Wendezeit ist das, was lange dauert. Wenn man ein Drittel mehr Mähbreite hat, spart man letztlich sogar mehr als ein Drittel an Zeit“, sagt Head-Greenkeeper Hubert Kleiner.

Gutes Mähbild auch bei Nässe

Grundsätzlich skeptisch war man auch, ob mit Heckmähern überhaupt ein so gutes Mähbild erzielt werden kann wie mit Frontmähern. Schließlich fährt man über das Gras, bevor es abgeschnitten wird. Mit ausgeklügelter Technik in den Mähwerken sorgen die Hersteller von Heckmähern dafür, dass das Gras aufgerichtet und abgeschnitten wird. Tatsächlich waren kaum Fahrspuren zu sehen – übrigens bei allen drei getesteten Mähern nicht. Was das Mähbild anging, überzeugte der Contoura. Obwohl das Gras feucht war und es im Laufe des Tages sogar heftig regnete, war das Mähbild gut. „Einige Mitarbeiter waren der Meinung, es gebe sogar deutlich weniger Graskleckse als mit den Toro-Mähern“, sagt Kleiner.

Das Einstellen der Mähhöhe ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber dann relativ unkompliziert. Das Reinigen hingegen geht beim Heckmäher nicht ganz so gut wie bei den Selbstfahrern.


Hubert Kleiner und seine Mitarbeiter waren auf den Major Mäher gespannt. Nach dem Abladen wurde der Heckmäher direkt an den Traktor angehängt. Trotz ausreichender Leistung geht das Trägergerät im Standgas beim Einschalten der Zapfwelle erst einmal aus.


Insgesamt ist der Umstieg vom Aufsitzmäher zum Traktor mit Heckmähwerk erst einmal gewöhnungsbedürftig. „Ich bin sicher, es wird eine Zeit lang noch den einen oder anderen Pfosten treffen, bis man Routine hat. Einen Frontmäher habe ich einfach besser im Auge“, sagt Kleiner. Auch die Reinigung der Heckmäher ist eine ganz eigene Geschichte. „Je weniger die Einheiten sich vom Boden heben lassen, desto schwieriger wird das.“ Während sich die Seitenmähwerke des Contoura heben lassen, bleibt das mittlere Mähdeck auf dem Boden – und ist etwas aufwendig mit dem Schlauch zu reinigen.

Schon nach dem ersten Testtag und ohne Vergleichsmöglichkeit mit den anderen Heckmähern zeichnete sich ab, dass die Mitarbeiter sich vermutlich nicht für den Contoura-Mäher entscheiden würden. Vor allem die Lautstärke war ein klarer Minuspunkt, gefolgt vom doch recht hohen Anlaufwiderstand. Was Fahreigenschaften, Mähbild und Qualität anging, gab es nichts zum Bemängeln.

Einfaches Handling ist wichtig

Vor Kurzem fiel im Golfclub Solitude die Entscheidung für den Trimax, der mit extrem einfachem Handling überzeugte und mit 4,90 Meter Arbeitsbreite Zeit beim Mähen spart. Der Mäher von Wessex kam nicht in Frage, weil es ziemlich lange dauerte, um die richtige Mähhöhe einzustellen. Die Zeit für den An- und Abbau der Mäher an den Schlepper hat zur Entscheidung für oder gegen ein Modell übrigens nichts beigetragen. „Wir haben mittlerweile einen zweiten Schlepper gekauft“, sagt Hubert Kleiner. „Es gibt neben dem Mähen so viele Arbeiten zu erledigen, für die man einen Traktor benötigt, dass sich das auf jeden Fall lohnt, wenn man Engpässe vermeiden will.“

Beim Mähbild des Contoura gibt es nichts zu meckern – darin ist sich das Greenkeeper-Team des Golfclubs Solitude einig.


FAZIT IN KÜRZE

Plus:
• Verarbeitung
• Mähbild
• Wendigkeit
Neutral:
• Einstellen der Mähhöhe
• Reinigung
Minus:
• Lautstärke
• Kraftbedarf
(kein Zapfwellenbetrieb im Standgas mit vorhandenem Trägerfahrzeug)