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PRAXIS TEST! RIPPEN STATT SCHAUFELN


TASPO GARTEN-DESIGN - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 18.01.2019
Artikelbild für den Artikel "PRAXIS TEST! RIPPEN STATT SCHAUFELN" aus der Ausgabe 1/2019 von TASPO GARTEN-DESIGN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TASPO GARTEN-DESIGN, Ausgabe 1/2019

Seine Stärken zeigt der GeoRipper, wenn es um schmale Gräben geht – etwa bei der Kabelverlegung. Auf der GaLaBau stellte Theo Wirtz (LTW GmbH) das Gerät vor.


In Windeseile zieht der GeoRipper seine schmalen Gräben durch den Garten. Er ist quasi Schaufel und Spaten in einem, schafft sich durch fast jede Bodenkonsistenz und gräbt bis zu 70 Zentimeter tief. Die Grabenfräse im Handgeräteformat kommt aus Neuseeland. Mit der GaLaBau Messe 2018 in Nürnberg erfolgte auch in Deutschland die Markteinführung. Die Resonanz der von uns befragten Anwender ist positiv: Gerade beim Einsatz im Hausgarten für ...

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... Bewässerungsgräben, Rasenkanten und mehr zeigt die Grabenfräse ihre Qualitäten.

Anwendungen

Das ideale Einsatzgebiet des GeoRippers sind die schmalen Gräben für Bewässerungsleitungen. Für die Ventilbox der Anlage wird die Größe ausgeschnitten und die verbleibende Mitte rasch mit der Schaufel ausgehoben. Auch zum Einziehen von Wurzelschutzfolie ist die Fräse ein flotter Helfer. Und selbst das Entfernen von Baumstümpfen ist möglich, Wurzeln bis zu einem Durchmesser von zehn Zentimetern (cm) durchtrennt die Fräse.

Wer größere Pflanzen umsetzen möchte, schneidet sie mit dem GeoRipper kreisrund aus. Das nutzen sogar Baumschulen. Weitere Anwendungsbereiche sind Rasenkanten oder das Setzen von Bordsteinen. Für Letzteres werden zwei parallele Gräben gezogen und lediglich noch der Steg ausgeschaufelt. Auch für die Verlegung von Kontaktschleifen für Mähroboter oder die Glasfaserkabelverlegung durch den Vorgarten eignet sich der GeoRipper. Und auch bei der Vorbereitung für Gräben für 230 Volt Stromkabel, die in 60 Zentimeter Tiefe gehören, bietet sich diese Grabenfräse an.

Handling

„Das Gerät hat eine Lernkurve bei der Benutzung“, so die Erfahrung von Theo Wirtz, selbst Anwender und Geschäftsführer des Landmaschinenhändlers LWT GmbH in Selfkant. Deshalb gibt es jeden GeoRipper in der Erstausstattung mit zwei Ketten. Die erste Kette ist zum Üben, die zweite dann für den echten Einsatz. Das Gerät ist fast ohne Rückschlag bedienbar, denn die Kette dreht sich viel langsamer als bei einer Motorsäge. Die Schiene ist schwerer und liegt tief im Boden.

Ergänzen lässt sich der Georipper mit dem „EZ Kart“, einem wendigen Handwagen, auf den die Fräse aufgeschnallt wird. Damit läuft er noch besser in der Spur und der Bediener trägt kein Gewicht. „Generell ist es so, dass man das Gerät die Arbeit machen lassen soll, man also keinen Druck ausübt, sondern lediglich die Linie führt. Wenig Druck bedeutet gleichzeitig weniger Kettenverschleiß“, so Wirtz. Mit dem Kart lässt sich auch die gewünschte Tiefe genauer steuern. Der Auswurf des ausgegrabenen Erdreichs erfolgt nach vorn, zu rund 70 Prozent nach links und zu 30 Prozent nach rechts. Ist der Boden recht steinig, so zieht die Maschine diese unter Umständen recht schwungvoll mit heraus. Hier ist vorsichtiges Arbeiten angesagt. Und bei extrem sandigen Böden besteht die Gefahr, dass der Graben wie auch beim Schaufeln von Hand wieder zufällt. Die Kette des GeoRippers wird nach der Arbeit gereinigt und mit etwas Öl gepflegt, da sie keinen Korrosionsschutz besitzt.

Die Standardwartung besteht aus dem Austausch von Luftfilter und Zündkerze, ab und an ist eine Tankreinigung sinnvoll. Grabkette und Grabschiene sind Verschleißteile und müssen regelmäßig erneuert werden. Der GeoRipper ist kein Wechselsystem, sondern erfordert einen kompletten Umbau der Aufnahme des Trennschleifers durch einen Fachbetrieb. Die Lautstärke bei der Bedienung entspricht der eines Trennschleifers, Gesichtsschutz, Gehörschutz und Handschuhe sind notwendig, eine Schnittschutzhose dagegen nicht.

Praxiserfahrungen

Thomas Stichnote aus Bonn stieß über die Internet-Suche nach einer großen Grabenfräse auf den GeoRipper. „Ich rief bei Herrn Wirtz an, um erste Infos einzuholen, habe mir die Videos auf der Webseite dazu angesehen und mich danach zum Kauf entschieden“, erzählt Stichnote. Zu diesem Zeitpunkt stand eine Baustelle mit 52 Metern verdichtetem, knochentrockenem Füllkies an. „Wir hatten den Auftrag, dort eine Bewässerung zu installieren. Der GeoRipper hat sich selbst in diesem Boden bewährt. Für rund neun Euro pro Meter hätten wir das von Hand nicht geschachtet“, so Stichnote begeistert. So lagen dann die 32er PERohre recht flott auf 50 cm Tiefe. „Danach habe ich das Gerät mit der nach 52 Metern recht verschlissenen Kette im Gartenboden ausprobiert und fand das Ergebnis immer noch top“, so Stichnote. (Ein selbst gedrehtes Amateurvideo gibt´s unterhttps://t1p.de/georipper-praxis ).

Stichnote nutzt den GeoRipper nur in kleinen Gärten. Bei größeren Grundstücken verwendet er den Minibagger oder eine Grabenfräse. Die Bedienung findet er simpel, den Prallschutz für Steine hält er für verbesserungswürdig. Stichnote bezeichnet den GeoRipper gerne als Garten-Chirurg, weil der eben fast nichts kaputt mache. Zudem bleiben gebogene PE-Leitungen, die sich gerne wieder aufrollen, perfekt in der schmalen Furche liegen. Auch eine alte Hecke hat er so in Rekordgeschwindigkeit entfernt. „Wir haben links und rechts von der Hecke durch die Wurzeln die Gräben gezogen und dann einfach die alten Pflanzen in der Mitte entfernt“, erklärt Stichnote.

Norbert Mertens führt einen GaLaBa-etrieb in Gangelt. Entdeckt hat er den GeoRipper bei seiner Vertragswerkstatt, der LTW. Er setzt ihn für das Graben von Bewässerungsleitungen ein. „Da wir maximal einmal im Monat eine Bewässerung installieren, mieten wir uns den GeoRipper im Moment noch für 50 Euro am Tag. Inzwischen hatten wir ihn auch schon für die Verlegung eines Automowerkabels in 15 Zentimeter Tiefe im Einsatz. Auch dafür ist er klasse“, so der Unternehmer. Die Fräse kommt laut Mertens sogar mit Recycling-Schotter klar, allerdings leidet die Kette dann stark und die Abnutzung ist im Mietpreis nicht enthalten. Für ihn rechnet es sich dennoch, ist er doch mit dem GeoRipper „locker zehn Mal schneller als mit dem Spaten“.

Inzwischen verlegt er seine Bewässerungen alle frostfrei 60 bis 70 Zentimeter tief. „Dafür benutzen wir den größten GeoRipper auf dem Kart. Das ist super komfortabel im Handling.“ Mertens Sohn ist Elektriker und macht gerade eine zweite Ausbildung im GaLaBau. „Dann sind wir perfekt gerüstet für das Thema Gartenbeleuchtung und werden in einen GeoRipper für die Kabelverlegung investieren.“ Ab und an verkeile sich ein Stein in der Kette. Hier fände Mertens ein Warnlicht am Gehäuse hilfreich.

„Die Schnelligkeit des GeoRippers ist unschlagbar und einfach zu kalkulieren. Wir verlegen bei Bewässerungen rund 100 laufende Meter in einer Stunde. Der Auswurf wird dem Gelände beigefügt oder abgefahren. Hier wäre eventuell ein Auffangkorb eine mögliche Weiterentwicklung für besondere Anwendungen.“ Aus Mertens Sicht ist der Trennschleifermotor mit seinem Gewicht gut zu bedienen und perfekt auf den Anbau abgestimmt.

DER GEORIPPER

Die Idee der Mini-Grabenfräse stammt aus Neuseeland. Ein Farmer erfand einen Bausatz für Kettensägen, die er so zur handgeführten Grabenfräse umwandelte. Ein amerikanischer Unternehmer entwickelte die Idee zusammen mit dem Erfinder weiter. Der Einsatz eines Trennschleifers als Antrieb brachte dann den Durchbruch. Diese Motoren haben nicht nur ein tauglicheres Filtersystem, sondern auch ein niedrigeres Drehzahlmaximum, welches viel besser zur Anwendung der Grabenfräse passt.

Den Geo Ripper gibt es in diesen Varianten (inklusive zweier Ketten): Der GR 16 für Tiefen bis 40 cm für 2.550 Euro. Das Modell GR 20 für Tiefen bis 50 cm gibt es ab 2.600 Euro, mit einem stärkeren Motor ist es 230 Euro teurer. 70 cm tiefe Gräben liefert der GR 27. Kostenpunkt: 3.670. Für den Führungswagen EZ Kart fallen weitere 620 Euro an.
www.georipper.de

Die Standardkette liefert eine Grabenbreite von 40 Millimetern – je nach Boden hat die Kette eine Standzeit zwischen 50 und 500 Metern.


„Bei klassischem Mutterboden ist die Kette nach rund 300 Metern verbraucht“, erklärt Wirtz. Ist der Boden locker und humusartig, dann hält die Kette bis zu 500 Meter durch. Bei Böden, die kaum mehr mit der Spitzhacke zu bearbeiten sind, ist die Kette unter Umständen schon nach 50 Metern am Ende. Der Einsatz rechnet sich dennoch, denn Handarbeit wäre noch viel teurer. Bei 300 Metern Haltbarkeit kostet die Kette plus Verschleiß an Schiene und anderen Antriebsteilen rund ein Euro pro Meter. Das sind zehn Euro für einen 50 cm tiefen Graben auf zehn Meter, der nach fünf bis zehn Minuten fertiggestellt ist. Die Standardketten liefern eine Grabenbreite von 40 Millimetern (mm). Als Zubehör gibt es eine Kette mit 60 mm Breite. Ein erfahrener Bediener kann jedoch durch kontrolliertes Wackeln auch mit einer schmalen Kette die Breite vergrößern.

Entdeckung und Vertrieb

Entdeckt hat den GeoRipper Wirtz bei seinen Recherchen nach einer neuen Grabenfräse: „Ich fand diese Variante sehr smart, denn der Graben ist schmal, das Gerät handlich und weitaus kostengünstiger als die anderen angebotenen Grabenfräsen. Wir arbeiten sehr häufig als Subunternehmer für Garten- und Landschaftsba-etriebe, wenn es um die Installation von Bewässerungen geht. Ich habe 2015 in einen GeoRipper investiert, und nach einem Jahr einige Verbesserungsvorschläge gemacht, bevor ich mich 2018 mit der LTW dazu entschieden habe, den Vertrieb für Deutschland und im Moment noch für Europa zu übernehmen. Die CE-Zertifizierung sowie eine Betriebsanleitung auf Deutsch waren dazu notwendig und im Moment erstellt die Sozialversicherung für Forstwirtschaft und Gartenbau gerade das Arbeitssiegel für Arbeitssicherheit.“ Die Fräse wird von einem Trennschleifer-Motor der Firma Husqvarna angetrieben, grundsätzlich ist das Anbaugerät aber auch mit Trennschleife-otoren anderer Marken kompatibel. Durch den Umbau des ursprünglichen Motors liegt eine fachfremde Verwendung vor und die Gewährleistung entfällt rein rechtlich. „Die LTW und ihr Händlernetzwerk übernehmen für den GeoRipper aber ein Jahr Gewährleistung“, so Wirtz.

Thomas Stichnote mit dem GeoRipper.


Noch einfacher einsetzen lässt sich der GeoRipper auf dem Kart.


Werkfotos