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PRAXIS WATHOSE: HILFE FÜR DEN HOSENKAUF


FliegenFischen - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 30.11.2018

Der Sinn einer Wathose ist es, ihren Träger beim Fischen einen ganzen Tag lang trocken zu halten. Doch welche soll man nehmen aus dem Dschungel von Modellen, Materialien und Größen? Atmungsaktiv oder Neopren, die Sohle aus Filz oder Gummi? Wir helfen Ihnen bei der Auswahl.


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Die richtige Wathose muss nicht nur zur Art der Fischerei passen, sondern auch richtig sitzen – nur dann hat man lange Freude an seiner neuen Hose.


Fotos: N. Korsholm, Übersetzung: R. Lütticken

Auch wenn sie aus der Mode gekommen sind, viele erfahrene Kaltwasserfischer schwören nach wie vor auf Neopren-Wathosen, denn diese sind angenehm ...

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... zu tragen, halten warm und sind robust.


Hier geht’s zur Sache!

Und was sagt uns dieses Bild? Ein Watgürtel ist kein Luxus, denn irgendwann kommt die ganz und gar nicht perfekte Welle! Nach dem Einsatz im Salzwasser sollten Sie Ihre Wathose übrigens mit Süßwasser abspülen. Salz kann die Membrane zerstören.

Eine Wathose ist schon ein sehr praktisches Kleidungsstück, ohne das heute kaum noch ein Fliegenfischer ans Wasser geht, denn sie schützt unsere Beine vor dem kaltem Wasser. Die Hersteller werben mit Begriffen wie Wassersäulen-Druck, Atmungsaktivität, nahtfreien ‘Booties’, Profil-oder Filzsohle. Es gibt genug Auswahl, aber was unterscheidet die eine Wathose von der anderen und was müssen Sie beachten, wenn Sie eine kaufen? Und wie müssen Sie sie anschließend behandeln, damit Sie möglichst lange daran Freude haben? Denn eines ist sicher: Wer den Kauf nicht plant und seine Wathose nicht pflegt, bei dem wird sie die erste Saison am Wasser nicht überleben …

WELCHER WATHOSEN-TYP PASST ZUR FISCHEREI?
Es gibt heutzutage praktisch nur noch zwei Haupttypen von Wathosen: atmungsaktive und solche aus Neopren. Neopren ist ein Gummimaterial mit eingeschlossenen kleinen Luftblasen. Die Qualität der Hose hängt vom Gehalt an Neopren ab. Wathosen mit einem niedrigen Neopren-Anteil werden schneller von Dornen oder Haken beschädigt. Reine Neopren-Hosen sind außerdem bequemer, weil sich das Material dehnt. Neopren-Hosen sind aber für kaltes Wasser gedacht und nicht atmungsaktiv. Je mehr man sich darin bewegt, desto mehr schwitzt man und kühlt danach aus.

Deshalb hat die Industrie atmungsaktive Wathosen entwickelt, die heute den Neopren-Hosen den Rang abgelaufen haben. „Atmende“ Wathosen sind für aktives Fischen gedacht und um Längen bequemer. Atmungsaktive Wathosen bestehen aus einer Membrane, die durch eine Schicht Polyester geschützt wird. Die Kombination der beiden Materialien erlaubt einen Luftaustausch. Aber wie funktioniert das, ohne dass Wasser eindringt?

Eine Membrane ist ein Hightech-Gewebe mit mikroskopisch kleinen Löchern. Wassermoleküle sind zu groß, um sie zu durchdringen, während die kleineren Luftmoleküle passieren können. Um eine Membrane wirklich zu verstehen, muss man den Wasserdruck berücksichtigen. Stellen Sie sich eine Wassersäule in einer Röhre vor, die auf der Membrane lastet. Wenn der Wert der Membrane zum Beispiel 10.000 mm beträgt, bleibt sie wasserdicht, bis der Druck einer 10 Meter hohen Wassersäule auf ihr lastet. Wenn dieser Druck überstiegen wird, beginnt Wasser durchzusickern.

Die Atmungsaktivität wird entsprechend durch eine zusätzliche Wertziffer ausgedrückt. Je höher beide Werte, desto besser ist die Qualität der Membrane. Die Wasserdichtigkeit wird natürlich auch dadurch beeinflusst, wie viele Schichten Polyester die Membrane schützen. Eine 3-Schichten-Wathose besteht also aus einer schützenden inneren Polyester-Schicht, der Membrane und einer äußeren Hülle. Wenn man mit mehr Schichten arbeitet, wird das Ganze zwar stabiler, aber die Luftdurchlässigkeit wird beeinträchtigt. Deshalb werden in der Regel nur solche Stellen mit mehr Schichten verstärkt, die besonderen Belastungen ausgesetzt sind.

Diese Eigenschaft macht ein komfortables Angeln über einen ganzen Tag erst möglich. Allerdings ist die Dehnbarkeit dieser atmungsaktiven Wathosen minimal. Eine Verbesserung hierzu ist neu auf dem Markt. Scierra ist übrigens der erste Hersteller, der eine atmungsaktive und zugleich dehnbare Wathose entwickelt hat. Sie nennt sich „X-Stretch“ und sorgt für mehr Bewegungsfreiheit.

● EMPFEHLUNG: Wenn Sie in sehr kaltem Wasser oder im Winter fischen, dann ist Neopren nach wie vor eine gute Wahl. Sie sollten jedoch darauf achten, dass Sie beim Marsch ans Wasser nicht ins Schwitzen geraten. Atmungsaktive Wathosen sind sehr gute „Ganzjahres-Hosen“ und sind (mit einer entsprechenden Unterbekleidung!), auch für kaltes Wasser geeignet.

WELCHE SOHLE SOLLTE ICH WÄHLEN?
Diese Frage stellt sich nicht jeder, aber es ist eine der wichtigsten Fragen überhaupt, wenn es um Wathosen geht. Wettermäßig ist das egal, aber entscheidend, auf welchem Terrain man sich die meiste Zeit bewegt!

Welche Sohle ist für mich ideal?

Wenn es um die richtige Wathose geht, dann geht es auch um die richtige Wahl der Sohle. Eine Filzsohle (links) bietet auf hartem Untergrund(glatten Steinen) idealen Halt, eine Gummisohle hingegen auf weichem Untergrund.

Auf Kies-oder Sandboden können Sie beide Sohlentypen verwenden. Für beide Sohlen gibt es übrigens Spikes zum Nachrüsten. Der linke Schuh mit der Filzsohle ist mit Spikes ausgestattet.

Foto: M. Werner

Verbringen Sie mehr Zeit damit, über Felsen zu kraxeln oder sind Sie meist auf weichem oder gar rutschigem Untergrund unterwegs? Eine Gummisohle ist mit ihrem dicken Profil dazu gedacht, sich tief in den weichen Boden einzugraben.

Auf hartem Untergrund wie Felsen ist das Profil eher nutzlos oder sogar rutschig! Auf glatten Steinen oder Felsen ist also die Filzsohle im Vorteil. Filz besteht aus Hunderten kleiner Fäden, die für eine gute Haftung auf hartem Grund sorgen.

Auf Gras ist eine flache Filzsohle dagegen eine schlechte Wahl, vor allem, wenn das Gelände etwas abschüssig ist.

Was aber, wenn Sie auf beiden Böden unterwegs sind? Müssen Sie dann zwei Wathosen beziehungsweise Watschuhe kaufen? Natürlich nicht. In diesem Fall ist eine Profilsohle die beste Alternative, bei Bedarf kann man diese durch zusätzliche Spikes noch griffiger machen.

● EMPFEHLUNG: Filzsohlen sind ideal für Reviere mit glatten Steinen oder Felsen, Gummisohlen sind dafür da, dass diese auf weichem Untergrund guten Halt finden. Auf Sand-oder Kiesboden können Sie beide Sohlentypen verwenden.

SCHUH ODER STIEFEL? WELCHER WATHOSEN-TYP PASST ZU MEINER ART DER FISCHEREI?
Grundsätzlich haben Sie bei einer Wathose die Wahl zwischen Füßlingen und Stiefeln. Wenn Sie sich für Füßlinge entscheiden, brauchen Sie ein extra Paar Watschuhe dazu. Im anderen Fall ist der Schuh bzw. Stiefel fest mit der Wathose verbunden. Die Variante mit Füßlingen ist die beste Wahl, wenn Sie viel laufen müssen. Die separaten Schnürschuhe lassen sich Ihrem Fuß meist besser anpassen und sitzen fester, auch wenn es mehr Mühe kostet sie anzuziehen: erst die Hose, dann noch die Schuhe.

In die Wathosen mit fest verschweißten Gummistiefeln kommt man besser rein und raus, dafür passen sie aber meist nicht so gut und sind deshalb eher für kurze Strecken geeignet, zum Beispiel bei häufigem schnellem Platzwechsel oder sogar kurzzeitig im Auto.

● EMPFEHLUNG: Für den schnellen Einsatz („Pool-Hopping“) sind Wathosen mit integrierten Stiefeln ideal. Wenn Sie längere Strecken laufen, dann sind es Wathosen mit Füßlingen, über die man Watschuhe zieht.

WORAUF SOLLTE ICH ACHTEN, DAMIT DIE WATHOSE LANGE HÄLT?
Wathosen können lange halten – wenn man ihnen ein wenig Pflege angedeihen lässt. Das Wichtigste ist, die Wathose nach jeder Benutzung gründlich zu trocknen! Nässe oder Feuchtigkeit bringen jede Wathose um! Es kann sich außen oder innen Schimmel bilden, der die Membrane zerstört und über kurz oder lang an diesen Stellen zu Leckagen führt.

Bei Schimmelbefall, das muss man wissen, verlieren Wathosen in der Regel auch die Gewährleistungsgarantie der Hersteller.

Am besten trocknen Sie Ihre Wathose an einem Ort, wo von außen und innen Luft herankommt. Dazu sollte man idealerweise die Innenseite nach außen kehren, das geht natürlich nur bei Wathosen mit Füßlingen.

Wenn Sie im Meer gefischt haben, müssen Sie die Wathose mit Frischwasser abspülen, auch wenn Sie nach der vielen frischen Salzluft garantiert müde sein werden. Salz speichert sich im Material, die Hose verliert ihre Atmungsfähigkeit.

Bleibt noch zu erwähnen, dass die dünne Polyester-Beschichtung der atmungsaktiven Wathosen empfindlich ist gegen Dornen, Zweige oder andere spitze Gegenstände. Die meisten dieser Wathosen sind an den leicht zugänglichen Stellen verstärkt – doch das ist kein Grund, mit Schmackes durch eine Dornenhecke zu stiefeln.

● EMPFEHLUNG: Die Wathose nach dem Fischen an einem gut belüfteten Ort trocknen lassen, nach Möglichkeit umgekrempelt. Hosen, die im Salzwasser eingesetzt wurden, sollten Sie nach dem Fischen mit Süßwasser abspülen (zum Beispiel unter der Dusche).