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PRAXISTEST: 5 SCHNELLE: FÜR ALLE FÄLLE


SAUEN - epaper ⋅ Ausgabe 20/2018 vom 09.10.2018

Im Schießkino auf Gut Grambow läuft der Schweiß, während die Sauen auf der Leinwand durch den Schnee stieben. Den sauenarmen Sommer haben wir genutzt, um fünf Geradezugrepetierer auf ihre Drückjagdtauglichkeit hin zu prüfen.


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Die fünf Prüflinge: alles Geradezugrepetierer. Manche mit Holz-, manche mit Plastikschaft, manche mit Schalldämpfer, manche ohne.


GUT GRAMBOW
Hier finden Neugierige nicht nur eine der größten Jagdschulen Deutschlands, sondern auch ein ultramodernes 50-Meter-Schießkino sowie einen Jagdladen der Luxusklasse: alle Waffen, alle Kaliber, tolle Jagdklamotten!


FOTOS: PAULINE V. HARDENBERG

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Der Sommer war heiß, die Sauen träge und die Bejagung aufgrund der Hitze deshalb nicht einfach. Einmal mehr werden wir auf die Drückjagd zurückgreifen müssen, um den notwendigen Abschuss zu erfüllen. Müssen ist jedoch das falsche Wort – gibt es doch kaum etwas, das das Adrenalin so durch unsere Adern strömen lässt, wie eine gute Drückjagd. Damit am Ende ordentlich Strecke liegt, muss neben dem Können aber auch die Ausrüstung stimmen. Viele Jäger setzen deswegen inzwischen auf Geradezugrepetierer. Die Vorteile liegen auf der Hand: Schnelles Repetieren und Magazine mit reichlich Fassungsvermögen machen es möglich, eine große Rotte in eine große Strecke zu verwandeln. Mit den fünf getesteten Waffen kann man im Grunde genau das: schnell repetieren. Der Teufel steckt jedoch im Detail, und dort unterscheiden sich die Fünf doch ganz erheblich.

BLASER R8

Mit der R8 und dem Vorgänger der R93 hat Blaser den Weg für Geradezugrepetierer in Deutschland geebnet. Auf jeder Drückjagd sieht man mindestens eine der Konstruktionen des Konzerns – nicht ohne Grund. Unsere Testwaffe R8 Professional Success kommt mit einem Lochschaft daher. Die Vorteile des Schafts zeigen sich bei der ersten virtuellen Rotte. Blitzschnell ist die Büchse im Anschlag, nerviges Nachjustieren in der Schulter fällt weg. Der steil geformte Pistolengriff bietet beste Bedingungen für die Schießhand, und der gerade Schaftrücken lässt einen direkt durch das Zielfernrohr schauen. Die Simulation beginnt, die Handspannung auf dem Kolbenhals wird betätigt. Eigentlich ist die Handspannung ein tolles Sicherheitsfeature. Drückt man den Schieber aber nicht weit genug nach oben, rastet dieser nicht ein und gleitet von selber wieder in die Ausgangsposition, und die R8 ist nicht gespannt. Das kann einen wertvolle Sekunden kosten. Als die erste Sau auf der Leinwand erscheint, schwinge ich mit und lasse die Kugel fliegen. Der Direktabzug der R8 löst bei knapp 650 Gramm trocken aus, perfekt für Drück- und Ansitzjagd. Repetieren ist nur eine Sache von einem Bruchteil einer Sekunde. Der Verschluss gleitet schnell nach hinten und schnell wieder nach vorne, ohne viel Kraftaufwand. Aber nach fünf Schuss ist Schluss. Das Magazin der Büchse fasst nur vier Patronen. Die einzigartige Kombination aus Abzug und Magazin in einer Einheit macht die Waffe sehr sicher, verhindert aber eine höhere Magazinkapazität. Ärgerlich, wenn die Sauen wie am Bindfaden vorbeiziehen und man ordentlich Strecke hätte machen können.

HEYM SR30

Der Sicherheitsrepetierer (SR) 30 von Heym ist sicherlich einer der elegantesten Geradezugrepetierer. Der schlanke Körper und das schöne Schaftholz erinnern an eine klassische Pirschbüsche. Im Inneren aber ist die Büchse hochmodern. Heym hat eine patentierte Spanntechnik und eine Verriegelung im Hülsenkopf eingebaut, abgeschlossen mit einem horizontal schwenkbaren Kammergriff. Das Repetieren läuft flüssig, und der Verschluss rastet spürbar ein. Schussbereit ist die Büchse aber noch nicht. Erst wenn der Kammerstängel weiter in Richtung Lauf gedrückt wird, spannt sich die Feder und die Kugel kann fliegen. Ein oder zwei virtuelle Keiler konnten entkommen, da es etwas dauert, sich an das System zu gewöhnen. Danach sind aber schnelle Schussserien kein Problem mehr.

STEEL ACTION HS

Der neue Geradezugrepetierer des Kölner Konstrukteurs Alexander Ostanin ist die einzige komplett neue Büchse im Test. Auf die zu erprobende Steel Action HS montierten wir ein Rotpunktvisier von Aimpoint und einen Schalldämpfer von Stalon – eine perfekte Drückjagdkombo! Die Bedienung der Büchse ist einfach, fast schon intuitiv. Auf dem Kolbenhals sitzt eine Handspannung, ein einfacher Druckknopf. Ein dicker, roter Punkt zeigt an, ob die Waffe gespannt ist. Der Abzug bricht trocken bei 980 Gramm. Die Waffe hat genau ein Plastikteil: der Magazineinsatz. Der Rest ist aus Holz und Stahl, die Büchse wird komplett in Deutschland mit deutschen Komponenten gefertigt. Kommt es zum Repetieren, muss die Steel Action keinen Vergleich scheuen. Der Kammerstängel ist gut zu greifen, das Repetieren läuft absolut flüssig. Der Verschluss ist kompakt gehalten, lediglich 13,5 Zentimeter der Kammer treten nach hinten aus. Eine offene Visierung gibt es nicht. Dafür werden alle Steel Action-Waffen mit einem Mündungsgewinde und einem Ersatzmagazin aus Stahlblech ausgeliefert – das lassen sich andere Hersteller teuer bezahlen.

BROWNING MARAL

Das futuristische Design der Maral lässt einen kurz innehalten. Die eleganten Linien des Stahls werden mit schön gemasertem Nussbaumholz und einem kannelierten Lauf kombiniert. Hinter dem Produkt der Belgier verbirgt sich aber ein innovativer Geradezugrepetierer. Um zu repetieren, muss lediglich der Kammerstängel nach hinten gezogen werden. Dieser schwebt nicht über dem Abzug, sondern ein ganzes Stück weiter hinten auf Höhe der Sicherung. Das sieht komisch aus, funktioniert aber hervorragend. Nach vorne gleitet der Verschluss von selber. Ein Federsystem im Vorderschaft übernimmt das für den Schützen. Der Verschluss läuft ruckelfrei und ist fix: Bevor man den Finger wieder am Abzug hat, ist die Maral für den zweiten Schuss bereit. Das Repetieren macht so richtig Spaß. Zusammen mit dem 10-Schuss-Magazin sind beachtliche Schießleistungen möglich. Auch nach zwanzig Schuss schmerzte die Schulter bei unserer Testwaffe im Kaliber .30-06 nicht. Die gummierte Schaftkappe – Browning nennt sie Inflex II – fängt den Rückstoß gut ab und bleibt gleichzeitig nicht an Kleidungsstücken hängen. Nach dem Schuss bleibt die Waffe gespannt. Will man die Waffe sichern, muss die Handspannung betätigt werden. Die ist etwas schwergängig, und passt man nicht auf, klickt diese deutlich. Ein Manko der Büchse ist der Abzug. Dieser löst bei 1.400 Gramm aus, leider etwas kratzig und mit deutlichem Vorweg.

MERKEL HELIX SPEEDSTER

Merkel hat seine Produktdesigner noch mal an das Reißbrett geschickt, um die perfekte Drückjagdbüchse zu konstruieren. Dabei rausgekommen ist der Speedster-Schaft. Und tatsächlich, der Kunststoffschaft kombiniert die Vorteile von Loch- und Flintenschaft. Schaftrücken und Schaftende lassen sich individuell einstellen. Der sogenannte Omega Grip lässt die Hand steil auf dem Pistolengriff ruhen, und krümmt man den Finger, löst der Direktabzug trocken bei 900 Gramm aus. Kommt es zum schnellen zweiten Schuss, spielt die Helix ihre Stärken aus. Der Kammerstängel sitzt direkt über dem Abzug und ist schnell gegriffen. Der Drehkopfverschluss verriegelt komplett im Systemgehäuse, der Repetiervorgang erfolgt linear, ohne Dreh- oder Kippbewegung. Das Auge bleibt die ganze Zeit im Ziel. Noch ein paar Millisekunden gewinnt der Jäger durch den halbierten Repetierweg. Die Linearbewegung des Kammergriffs wird im Verhältnis 1:2 auf den Verschlusskopf übertragen. Keine andere der getesteten Büchsen machte so schnelle Schussfolgen möglich, ohne dabei das Ziel aus den Augen zu verlieren. Überzeugen konnten auch die integrierten Picatinny-Montagebasen auf der Helix. Markenspezifische Montagen entfallen, es können einfache Ringmontagen benutzt werden.