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PRAXISTEST: Aus einem Guss


Reisemobil International - epaper ⋅ Ausgabe 7/2020 vom 02.06.2020

Das neue Topmodell von La Strada sticht mit seiner GfK-Monocoque-Kabine aus der Masse hervor – auch preislich. Der erste ausführliche Test des Nova EB klärt, ob der ungewöhnliche Teilintegrierte auf Mercedes-Benz Sprinter sein Geld wert ist.


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Bildquelle: Reisemobil International, Ausgabe 7/2020

Rund 20 Jahre ist es her, dass die Kastenwagenschmiede La Strada erstmals ihr angestammtes Terrain verließ und ein teilintegriertes Reisemobil präsentierte: die Baureihe Nova. Besonderheit war schon bei der ersten Auflage eine Monocoque-Kabine aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GfK). Anders als bei herkömmlich konstruierten Reisemobilen besteht der Aufbau nicht aus ...

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... drei Wänden und dem Dach, die zusammengefügt werden, sondern er wird als ein zusammenhängendes Teil in einer Form produziert. Die aufwendige Methode verspricht bei akkurater Ausführung eine hohe Robustheit und Langlebigkeit.

An dieser Fertigung hat sich auch beim neuen Nova, der wie seine Vorgänger auf dem Mercedes-Benz Sprinter mit Heckantrieb basiert, nichts geändert. Vielmehr hat die hessische Manufaktur das Erscheinungsbild des auf knapp sieben Meter Länge gewachsenen Teilintegrierten weiter perfektioniert. Klare Linien standen für die Entwickler im Vordergrund, weshalb der Nova weitgehend auf außen sichtbare Griffe, Scharniere und Klappen verzichtet. Beispiele: Die Garagentüren entriegelt der Camper per Fernbedienung, zum Öffnen reicht dann ein Druck auf die Klappe. Der 230-V-Stromanschluss befindet sich in der Garage, das Kabel wird durch eine verschließbare Bodenklappe nach draußen geführt. Die Klappen von Gasflaschenkasten und Toilettenschacht kommen ohne Griff aus, sie werden über Druckknöpfe im Einstieg und in der Heckgarage entriegelt. Das Erscheinungsbild des Nova prägen auch der lange Radstand und der flache Übergang vom Fahrerhaus zum Aufbau – die Optik bleibt insgesamt Geschmackssache.

Schnörkellos: Der Ausbaustil mit hellen Flächen, dunkelgrauen Klappen und blauen Lederpolstern schafft eine Atmosphäre, die sich deutlich von herkömmlichen Teilintegrierten unterscheidet. Viele Fenster und Luken lassen Licht hinein.


Modern: Die Sprinter-Basis lässt sich mit zeitgemäßem Infotainment aufrüsten. Eine weitere Option im Testwagen sind beheizte und belüftete Sitze.


Standardmotorisierung ist der 163-PSVierzylinder- Turbodiesel des heckgetriebenen Sprinter in Verbindung mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe. Gegen Aufpreis offeriert La Strada Allradantrieb, 190-PS-Sechszylinder und Automatik.

Das Display der Rückfahrkamera versteckt sich im Innenrückspiegel, auch der Abwasser-Ablass lässt sich per Kamera beobachten. Unterwegs gefällt der La Strada Nova EB mit guter Handlichkeit und Federungskomfort sowie einer bemerkenswert niedrigen Geräuschkulisse – auch weil die Möbel kaum klappern oder scheppern.

Ein geringes Gewicht bringt die Monocoque- Bauweise indes nicht mit sich. Der Testwagen brachte mit vollem Diesel-, aber leerem Frischwassertank 3.390 Kilogramm auf die Waage, laut Werk sind es in fahrbereitem Zustand – also mit Fahrer und Frischwasser, aber ohne Extras – ebenfalls 3.390 Kilogramm. La Strada bietet den Nova EB deshalb ausschließlich als 4,1-Tonner an. So bleibt zwar genügend Zuladung, für ein 6,99 Meter langes und nur 2,15 Meter breites Wohnmobil sollte aber die 3,5-Tonnen-Marke zu schaffen sein. Zudem ist die Vorderachse bereits nah an ihrer Lastgrenze.

Das Erscheinungsbild im Inneren des Nova ist sehr modern. Weiße Flächen, blaue Lederpolster und dunkelgraue Schrankklappen harmonieren im Testwagen gut. Dieser Stil ist aber nur einer von vielen: La Strada bietet mit neun Holzdekoren, 13 Möbelklappendekoren und 127 Leder-, Teilleder- und Stoffbezügen sowie zehn verschiedenen Außenlackierungen eine üppige Auswahl.

Die Aufbautür wurde im Vergleich zum Vorgänger deutlich breiter. Das erleichtert Ein- und Ausstieg. Vorsicht ist dennoch geboten: Wegen der hohen integrierten Stufe (29 Zentimeter) befindet sich die Oberkante der Tür im Wohnraum stehend beinahe auf Brusthöhe. Wer beim Aussteigen nicht rechtzeitig den Kopf ein zieht, bekommt eine schmerzhafte Kopfnuss – dem Tester (1,92 Meter groß) passierte das mehrfach.

Praktisch: Das Waschbecken lässt sich wegklappen.


So gibt es viel Platz zum Duschen.


Bequem: Die Matratzen der Einzelbetten liegen auf Tellerfedern. Wo immer möglich hat La Strada geräumige Staufächer eingebaut.


Aufgeteilt ist der Innenraum für einen Teilintegrierten vergleichsweise klassisch. Vorn finden vier Camper an der Halbdinette mit drehbaren Vordersitzen Platz. Tischplatte und –bein lassen sich während der Fahrt in einem klappbaren Fach über dem Fahrerhaus verstauen. Am Übergang zum Fahrerhaus gibt es keine störende Stufe.

TECHNISCHE DATEN

Basisfahrzeug: Mercedes-Benz Sprinter 316 CDI mit originalem Chassis, 163-PS-Turbodiesel, Sechsgang-Schaltgetriebe und Heckantrieb; Abgasnorm Euro VI D
Maße: (L x B x H) 699 x 215 x 299 cm, Radstand 433 cm, Stehhöhe innen: 200 – 211 cm Masse in fahrbereitem Zustand: 3.390 kg Zulässige Gesamtmasse: 4.100 kg Zul. Anhängelast gebr.: 2.500 kg
Füllmengen: Frisch-/Abwasser 130/95 l, Gas: 2 x 11 kg, Kühlschrank 80 l
Betten: 196 x 80 u. 187 x 80 cm Serienausstattung (Auszug): GfK-Monocoque- Kabine mit XPS-Isolierung (Stärke Wand/Dach/
Boden: 25/25/38 mm), ABS, ESP, Fahrerairbag, Technik-Paket u. a. mit Beifahrerairbag, Multimediasystem MBUX, Rückfahrkamera, Tempomat; Komfort-Paket u. a. mit Insektenschutz Aufbautür, Komfortsitze, Teppichboden, Isofix; Markise; Abwassertank isoliert u. beheizt; Seitenwindassistent Extras (Auszug): 190-PS-Motor (4.070 €); Automatik-Getriebe (2.595 €); Navigationssystem (2.095 €); Lackierung Silber (3.895 €); Kamera für Abwasser- Ablass (898 €); 120-Ah-Lithiumbatterie (2.490 €)
Grundpreis: 107.499 €
Testwagenpreis: 146.525 €

LADETIPPS

Zugänglich: Die Fußenden der Betten lassen sich aufstellen, um besser an die Kleiderschränke darunter zu gelangen.


Nach hinten zu Küche und Bad gilt es, auf einen 13 Zentimeter hohen Absatz zu achten. Der kompakte Küchenblock ist mit elektrisch zündendem Zweiflamm- Gasherd und 80-Liter-Kühlschrank mit automatischer Energiewahl passend ausgestattet. Ein praktisches Klappbrett erweitert die Arbeitsfläche, lässt dann aber nur noch einen 20 Zentimeter breiten Spalt frei, um sich durch die Aufbautür zu zwängen. Das Bad punktet mit einer großzügig bemessenen Duschkabine (Grundfläche 63 mal 75 Zentimeter), deren Kunststoffklappwand allerdings einen 24 Zentimeter breiten Spalt zur Decke lässt. Ein Klappwaschbecken mit Push-Lock- Verschluss, die Toilette mit Porzellan Schüssel und ein Fenster komplettieren die Ausstattung im Bad.

Ausreichend: Der Küchenblock ist kompakt, aber vollständig ausgestattet. Das Klappbrett schafft zusätzliche Arbeitsfläche.


Im Heck finden Camper zwei längs angeordnete Einzelbetten. Die Matratzen liegen auf Tellerfedern und sind sehr bequem, das fahrerseitige Bett ist mit 187 Zentimetern aber etwas kurz geraten. Kleider- und Wäscheschränke in den Fußenden sowie Klappen und Schubladen in der Treppe bieten jede Menge Stauraum. Highlight: Ein 97 mal 52 Zentimeter großes Fenster im Heck, das sich öffnen lässt. Zusammen mit einer 60 mal 40 Zentimeter großen Dachhaube ergibt das einen ungemein hellen Innenraum. Weitere Dachhauben über Küche und Sitzgruppe verstärken diesen Eindruck. Auch die Stehhöhe von bis zu 211 Zentimetern trägt dazu bei. Details wie die sehr soliden Schrankscharniere, per Magnet haltende Verschlüsse der Oberschrän ke und LED-Fußbodenbeleuchtung mit Bewegungssensoren unterstreichen die hochwertige Machart des Interieurs.

Einen Haken hat der Nova EB dann aber doch: Für weniger als 107.499 Euro ist La Stradas Topmodell nicht zu haben. Darin sind zwar schon Technik- und Komfort- Paket (unter anderem mit Rückfahrkamera und Komfortsitzen) und die elegant in die Außenhaut integrierte Markise an Bord, die Aufpreisliste ist aber trotzdem lang. Der üppig ausstaffierte Prototyp kommt auf 146.525 Euro. Viel Geld für ein Sieben-Meter-Mobil.

Ärgerlich: Die Aufbautür ist nicht an die Zentralverriegelung angeschlossen. Anders: Blick in die noch leere GfKMonocoque- Kabine.


Versteckt: Der Knopf im Eingang dient zum Öffnen des Gasflaschenkastens.


Elegant: Die Markise fügt sich beinahe nahtlos in die Außenhaut des Nova.


Sauber installiert und gut zugänglich: die Bordelektronik in der Garage. Eine Tür davor wird noch ergänzt.


MEIN FAZIT

Simon Ribnitzky: Die Optik polarisiert, doch Konstruktion, Ausstattung und Qualität von La Stradas neuem Flaggschiff überzeugen. Der Nova EB bietet zwei Reisenden viel Platz und Komfort, bleibt dabei recht kompakt und lässt sich dank Sprinter-Basis komfortabel bewegen. Wegen des hohen Gewichts reicht ein Klasse-B-Führerschein aber nicht. Auch wenn der Prototyp nicht frei von Schwächen ist: Der La Strada Nova EB ist ein richtig gutes Reisemobil – allerdings auch ein richtig teures.


Foto: Hersteller