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PRAXISTEST: Canon EOS 90D (ca. 1.300 Euro): DSLR-Rückkehr mit 32 Megapixel


CHIP Foto-Video - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 04.09.2019

Mit der EOS 90D stemmt sich Canon gegen den Trend zur spiegellosen Kamera. CHIP FOTO-VIDEO hat die DSLR mit rekordverdächtig hochauflösendem APS-C-Sensor einen Vormittag lang ausprobiert.


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FOTO: FERGUS KENNEDY

1Wuchtig Rund 700 Gramm bringt die EOS 90D ohne Objektiv auf die Waage. Ebenso imposant: Der LP-E6N-Akku soll Strom für knapp 2.000 Bilder liefern.


2Adaptiv Der große Touchscreen auf der Rückseite lässt sich dank seitlicher Aufhängung um bis zu 180 Grad nach vorne schwenken; ideal also für Filmer.


3Erweiterbar Je eine 3,5-mm-Klinkenbuchse für Mikro und Kopfhörer ist vorhanden. Dazu gibt es ...

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3Erweiterbar Je eine 3,5-mm-Klinkenbuchse für Mikro und Kopfhörer ist vorhanden. Dazu gibt es noch Micro-HDMI samt „clean output“ und einen Micro-USB-Port.


4Klassisch Auf der rechten Gehäuseseite finden wir lediglich einen SD-Slot; dank UHSII-Standard kommt der aber angenehm flott daher.


„DSLM trifft DSLR; das Beste beider Welten clever kombiniert.

SASCHA LUDWIG, REDAKTEUR

Der erste Eindruck von der EOS 90D ist durchaus stimmig. Wie anfällig der elektronische Verschluss für störende Effekte wie z. B. Rolling-Shutter oder Banding ist, läss sich nach den ersten Eindrücken aber noch nicht sagen. Das wird erst der ausführliche Test im Labor verraten. Zum perfekten Hybrid-Modell fehlt der EOS 90D im Grunde nur noch ein Sucher, der von optisch auf elektronisch umgeschaltet werden kann. Ein passendes Patent hätte Canon immerhin schon seit geraumer Zeit in der Schublade.

+ UHD-Videos ohne Beschnitt, ergonomischer Body, Sensor-Auflösung
-Kein doppelter SD-Slot vorhanden, kein Wahlrad am Daumen

Der Trend hin zu spiegellosen Kameras mit großem Sensor ist ungebrochen: Beinahe alle Hersteller der Branche präsentierten im vergangenen Jahr ihre neuen DSLM-Modelle mit KB-Sensor. Canon beschreitet mit der EOS 90D allerdings wieder traditionelle Pfade und bringt in einer der beliebtesten DSLR-Reihen mit APS-C-Sensor ein neues Modell an den Start. Die Nachfolgerin der EOS 80D kommt äußerlich ganz klassisch daher. Doch was sich im Inneren versteckt, lässt erahnen, welchen Weg Canon auch in Zukunft für seine Spiegelreflexkameras vorgesehen haben könnte.

Am Gehäuse der Mittelklasse-DSLR hat sich auf den ersten Blick wenig getan. Lediglich auf der Rückseite lässt sich im Vergleich zur EOS 80D eine leicht geänderte Anordnung der Bedienelemente entdecken. Neu hinzugekommen ist ein praktischer Fokus-Joystick, der sich aber von der ersten Minute an sehr vertraut anfühlt.

DSLR-Prinzip weiterentwickelt

Die EOS 90D liegt sehr sicher in der Hand, das Aluminium-Polycarbonat-Gehäuse mit rund 700 Gramm wirkt wertig und robust. Lob verdient auch der klapp- und drehbare Touchscreen samt Gestensteuerung in den Menüs. Besser geht’s in Sachen Bedienung kaum.

Bei den inneren Werten wird es dann allerdings so richtig spannend: Zunächst ist in der EOS 90D ein neu entwickelter APS-C-Bildchip verbaut, der mit 32,5 Megapixeln so hoch auflöst hoch wie keine andere Kamera dieser Sensorklasse. Andere Modelle in diesem Segment bringen es in der Regel auf 20 bis 24 Megapixel. ISO 100 am unteren Ende und ISO 25.600 nach oben hin – und bei Bedarf auf ISO 51.200 erweiterbar – bieten ausreichend Spielraum für die unterschiedlichsten Aufnahme- und Lichtsituationen. Hinzu kommt, dass die EOS 90D sowohl über einen klassischen mechanischen Verschluss wie auch über einen für DSLMs typischen elektronischen Verschluss verfügt. Das wiederum hat zur Folge, dass das Spiegelreflexmodell vollkommen unterschiedlich agiert, je nachdem, mit welchem Verschluss der Fotograf gerade arbeitet.

Die Qual der Verschluss-Wahl

Mit mechanischem Verschluss verhält sich die EOS 90D zunächst wie jede andere DSLR und somit angenehm vertraut: Die kürzeste Verschlusszeit liegt hier bei 1/8.000 s, die Bildkontrolle erfolgt wie gewohnt über den großen optischen Sucher mit 100 Prozent Bildfeldabdeckung und einem Vergrößerungsfaktor von ungefähr 0,7. Zum Scharfstellen stehen hier insgesamt 45 Kreuzsensoren im Bildzentrum und zusätzlich neun Liniensensoren für mehr Präzision in den angrenzenden Randbereichen zur Verfügung. Zehn Bilder pro Sekunde in Serie sind mit mechanischem Verschluss möglich, egal ob mit oder ohne Schärfenachführung fotografiert wird – das ist sehr beachtlich. Der kamerainterne Pufferspeicher bietet laut Herstellerangaben Platz für 54 JPEGs oder 36 komprimierte RAWs im CR3-Format. Eine schnelle Speicherkarte im neuen UHS-II-Slot vorausgesetzt soll die Serienlänge noch mal etwas länger ausfallen. Wer auf einen doppelten Speicherkarten-Steckplatz gehofft hat, wird leider enttäuscht.

Kommt der lautlose elektronische Verschluss und somit die Live-View-Anzeige auf dem Touchdisplay zum Einsatz, ändert sich das Verhalten der DSLR deutlich: Zunächst verringert sich die kürzeste Belichtungszeit auf 1/32.000 s; auch bei grellem Sonnenlicht lässt sich die Blende lichtstarker Objektive nun weit öffnen. Für die Schärfe im Motiv ist ein Gitter aus insgesamt 143 AF-Feldern zuständig, das rund 88 Prozent der Sensorfläche abdeckt. Dieses sogenannte Dual-Pixel-AF-System – bereits bekannt aus den spiegellosen Kleinbildkameras des Herstellers – bietet neben einer praktischen Objektverfolgung sowie Schärfeverlagerung per Touch auch den beliebten Augen-AF. Wird der Fokus fest eingestellt, steigert sich die Serienbild-Frequenz auf rund 11 Aufnahmen pro Sekunde; soll die Schärfe dem Motiv folgen, stemmt die EOS 90D noch rund 7 B/s.

In Sachen Bewegtbild schickt sich die EOS 90D an, die beliebte Vorgängerin ebenfalls abzulösen: So zeichnet die DSLR nun UHD-Videos gänzlich ohne Beschnitt auf, sehr gut! Bei Bedarf steht ein Crop samt Faktor 1,2 zur Verfügung. Apropos: Der gleiche Bildausschnitt ist bei der Aufzeichnung in Full HD und hohen Bildfrequenzen von 100 oder 120 Bildern pro Sekunde leider wieder unumgänglich. Bei niedrigerer Frequenz wird dafür erneut die volle Sensorfläche auch ausgespielt. Klinkenanschlüsse für Mikro und Kopfhörer sowie sämtliche Funktionen des praktischen Dual-Pixel-Autofokus auch im Video-Modus runden das Paket ab.