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PRAXISTEST: DAMPF AUF DEM SCHIRM


digit! - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 26.06.2020

Farbmanagement sollte für Fotografen, Bildbearbeiter, Mediendienstleister und Fine-Art-Printer eine Selbstverständlichkeit sein. Doch wie gut funktioniert das in der Praxis? Stefan Steib hat die aktuellen Topgeräte von Konica Minolta MYIRO-1 und X-Rite i1 Publish Pro 3 Plus ausprobiert.


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Bildquelle: digit!, Ausgabe 4/2020

Das MYIRO-1 (links im Bild) hat ab Werk nicht so viel Zubehör dabei - es gibt den Slider zum Messen und dann noch verschiedene Kalotten zum Wechseln. Das i1Publish Pro 3 Plus kommt dagegen in einem mächtigen schwarzen Koffer mit allerlei Zubehör, alle i1-Capture-Module sind hier freigeschaltet.


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... Fogra-Symposiums 2020 kam mir die Idee, aktuelle Farbmanagement-Lösungen zu testen. Dabei sollten die Profi-Pakete von X-Rite mit dem 2019 vorgestellten i1 Publish Pro 3 Plus sowie der in diesem Segment neue High-End-Bewerber Konica Minolta mit dem MYIRO-1 im Vergleich zeigen, wie man mit diesen Lösungen exemplarisch die für Fotografen sehr wichtigen Bereiche Monitor und Fine-Art-RGB-Print steuern und verbessern kann. Die Pakete könne ja alle noch viel mehr als nur das, aber hier sollte geklärt werden, inwieweit man heute mit Druck und RGB-Softproof für den Fine-Art-Print farbverbindlich arbeiten kann.

Messgeräte und Software

Konica Minolta ist ein Messgerätehersteller aus dem High-End-Segment. Das MYIRO-1 ist das erste Spektralfotometer, das sowohl Drucke sowie Licht als auch Monitore messen kann und dabei mittels WLAN mit der Software verbunden bleibt. Es misst 5.000 Nits Helligkeit - mit der aktuellen MyTools-Software V 1.0.0.5 (die Preise orientieren sich je nach freigeschalteten Modulen eng an den X-Rite-Geräten). Im Moment ist das Display-Modul in MyTools noch nicht fertig integriert, daher erfolgte der Test für den Monitor mit dem neuen basICColor display 6.

Links: Das i1Publish Pro 3 Plus hat wie schon alle Vorgänger einen Bleigurt zum Beschweren dabei, um es über den Monitor hängen zu können.

Rechts: Beim MYIRO-1 kann man das Gerät mit WLAN kabellos benutzen - ich habs hier noch mit Kabel und seitlicher Stativbefestigung gelöst.

Links: Die Photoshop-CC-2020-Einstelllungen in der „Drucken“-Dialogbox. So bekommt man die „Null“-Einstellung zum Targetdruck. Rechts: Der Canon-imagePROGRAF PRO-1000-Drucker hat für die Targetdruckerei und die Mess- und Kontrollversionen ordentlich Papier und Tinte vernichtet.

Auch X-Rite hat mit dem professionellen „i1 Publish Pro 3 Plus“-Paket aktuelle LED-Technik verbaut, das Spektralfotometer kann bis zu 5.000 Nits Bildschirmhelligkeit messen - das wird wichtig für die neuen Monitore, wie z. B. den Apple XDR Pro 6K. Das umfangreiche Paket mit der aktuellen i1-Profiler-Version 2.31 schlägt mit rund 3.000 Euro brutto ins Kontor. Damit sind alle Module der Software, also auch Umgebungslicht, Beamer, Spotfarben usw., und auch die Pantone-Color-Manager-Software sowie die ColorChecker-Kamerakalibrierung freigeschaltet.

Testablauf

Getestet wurde vorwiegend auf dem Mac unter OS X 14.6. Aktuell ist das Farbmanagement auf OS X 15.x (Catalina) noch etwas hakelig, denn die zwangsweise 64-Bit-Treiber-Architektur erzeugt verschiedenste Probleme, mit denen viele Hersteller noch kämpfen. Bei Windows 10 gibt es diese Probleme aktuell nicht, wobei mir die neueste Win-10-2004-Version noch nicht zur Verfügung stand. Beide Softwarepakete sind auch für aktuelle Windows-Versionen erhältlich, bei kurzen Crosschecks auf Windows 10, Build 1909, wurden die Werte überprüft und sie waren immer mit marginalsten Abweichungen gleich. Daher beschloss ich, den Test auf dem Mac weiterzuführen. Zuerst wurden mit i1 Profiler 3.21 Monitorprofile meines MacBook Pro 15 Retina erstellt - beide mit 6.500 Kelvin, voller Luminanz und Gamma 2.2, für MYIRO wurde dazu basICColor 6 auf der Workfloweinstellung 3 Outdoor verwendet (die die gleichen Parameter verwendet) -, zum Vergleich habe ich dann nochmals das i1 Pro 3 Plus auch mit basICColor profiliert. So bekommt man tatsächlich einen Vergleich nur für die Leistungsfähigkeit der Hardware - man kann sie mit dem ColorSync-Tool vergleichen (oder aber einer visualisierungfähigen Software wie basICColor Cockpit, dann geht das in 3D und Farbe). Die fertigen Profile gibts bei digit! zum Download, so kann sich jeder die erzielten Farbräume selbst ansehen.

Die Testtargets mussten in großer Zahl ausgedruckt werden, deswegen nur in Standardqualität, bei „Fein“ dauert das Drucken mit dem Canon Prograf mindesten doppelt bis dreimal so lang. Da wäre die Ausdruckerei der Mess- und der visuellen Targets endlos geworden.

Ein kleines Manko beim i1 Publish Pro 3 Plus ist, dass es durch den wesentlich größeren Sensor mit 8 mm Öffnung auch entsprechend große Messfelder braucht, was dann bei einem mittelgroßen RGB-Messtarget mit 800 Feldern schon 6 x A4-Blätter erfordert (Standard wären sogar mehr Felder, man kann das aber einstellen, um das etwas zu begrenzen).

Das MYIRO-1 ist dabei im Vorteil, mit 2 Blatt hat man seine 840 Messfelder beisammen. Die Öffnung der Messzelle (die übrigens vom Konica-Minolta-High-End-Gerät FG9 stammt) ist eben wesentlich kleiner und damit materialsparender als beim i1 Publish Pro 3 Plus (als Alternative mit kleiner Messzelle gäbe es noch das i1 Photo Pro 3, das ich hier aber nicht beurteilt habe).

Idealerweise benutzt man auch die jeweils von den Herstellern vorgeschlagenen Messtargets und keine Standardtargets, wie ich nach Rücksprache mit Karl Koch von basICColor und auch von Claas Bickeböller von Konica Minolta erfahren habe. Denn die hersteller-/gerätespezifischen Stützpunkte der Software sind so ausgelegt, dass die wichtigsten Kennlinien der Mess-Sensoren unterstützt werden. Die Messung der Targets erfolgte bei MYIRO auf Grau, für das X-Rite habe ich das beiliegende magnetische Messtablett als Unterlage benutzt.

Insgesamt standen/stehen mir für den Test verschiedene Papiere, u. a. von Sihl (A3+), Photolux (sogar bis A2+) und Canon (A4), zur Verfügung. Ich werde auf die Papiere und die „Fine-Art-Aspekte“ dieser Oberflächen (also Tintenaufnahme, Kosten, Haptik, visuelle Wirkung usw.) gesondert in einem Folgebeitrag ausführlich ein Links: gehen. Freundlicherweise stellte Canon den PROGRAF-PRO-1000-Drucker sogar über diesen verlängerten Testzeitraum zur Ver-fügung, sodass auch trotz aller Widrigkeiten durch Corona das Thema ausführlich behandelt werden kann.

ICC-Profile

Alle ICC-Profile bei digit! online zum Download unter www.digit.de/dg420

1 rb.gy/ymian1
www.MYIRO.com/de/MYIRO-1
www.basiccolor.de/basiccolor-display-2/
www.youtube.com/watch?v=PpCGjl2wVhQ
www.xrite.com/de/page/i1-pro-3-plus-family de.xritephoto.eu/x-rite-i1publish-pro-3.html
www.youtube.com/watch?v=BHhdWR_fh0Y
www.youtube.com/watch?v=PMRdgYkmQAw

Die Messschiene beim i1Publish Pro 3 Plus (links) ist massiver, und es gibt ein Messtablett. Trotzdem ist die einfachere Längsschiene des MYIRO-1 (rechts) einfacher zu bedienen.


Für die Ausgabe der Mess- und visuellen Targets verwendete ich einen Canon PROGRAF PRO-1000, der mir von Canon zur Verfügung gestellt wurde. Dieser hat schon in der Drucker-Hardware Profile hinterlegt z. B. für die Canon-eigenen Papiere.

So konnte ich die überlegene Prozessteuerung dieses Druckers berücksichtigen, die neben der reinen Farbigkeit auch alle papierspezifischen Optimierungen, also z. B. die Saugfähigkeit, die Oberflächenstruktur, aber auch für den Ansaugtransport usw., kompensiert und einstellt.

Dies macht meiner Meinung nach absolut Sinn, denn daran wurde lange geschraubt, um diese Werte zu optimieren. Eine eigene Hardware-Kalibrierung habe ich nicht mit Null-Werten vorgenommen (ich werde das aber im späteren Papiertest versuchen). Ein ICC-Ausga be-Profil müsste sonst alles das nur über die Farbwerte korrigieren, deshalb habe ich mich entschlossen, die druckerinternen Hardware-Profile (in dem Fall zur Erzeugung kompatibler Messwerte - für das Photo Paper Pro Platinum) zu belassen und als „Kalibration ab Werk“ anzusehen, was ja eigentlich auch stimmt.

Um jetzt eine weitere Verbesserung zu erzielen, muss dann ein möglichst großes Gamut des gedruckten Targets auf den Printer kommen. Nach einigen Versuchen war meine Lösung dann, die Targets mit der internen Photoshop-Engine zu drucken (Einstellung mit RGB ohne Tags und allgemeiner RGB-Farbraum, siehe Screenshot), da diese mehr Farbdichte erzeugte als die normale ColorSync-Systemversion, die z. B. die Pakete auch benutzt, um direkt aus der Software die Targets zu drucken. Das ist zwar dann ein Komfortverlust, weil man die Targets per Hand beschriften muss, aber dafür gewinnt man sichtbar Endfarbdichten; da ist Photoshop CC 2020 offensichtlich besser als Colorsync. Außerdem hat das einen besonderen Charme - denn für den RGB-Druck, den wir hier untersuchen, braucht man so definitiv kein Rip, das erledigt Photoshop sehr gut. Wenn man dann die Korrekturprofile angelegt hat, braucht man die nur noch laden und das File auf den Drucker schicken. Man muss nichts verstellen - UND - es funktioniert dann unabhängig von Mac oder PC immer, solange die neueste Photoshop-Version die gleiche ist (was man ja bei einem Adobe-Photo-Abo auch Cross-Plattform machen kann!).

ADOBE DIREKT

Adobe bietet für den direkten Ausdruck mit dem Adobe CMM ohne Beeinflussung durch das Programm oder ICCs ein eigenes Tool sowohl für Mac und PC an - das Adobe Color Printer Utility. 1 Allerdings hat das wiederum einige Nachteile, weswegen ich dies nicht benutzt habe:

1. Es kann nur TIFFs ausdrucken (was nicht weiter tragisch wäre, dann aber schon wieder PDF-Targets ausschließt, wie z. B. die Fogra-Kontrollstreifen).

2. Es ist nur in 32 Bit erhältlich (Erscheinungsdatum 2010 - nachdem Adobe die Einstellung „Kein Farbmanagement“ aus Photoshop entfernt hatte), was auf dem PC kein Problem verursacht, als Mac-Version aber nicht mehr auf Catalina 10.15x/64 Bit läuft.

3. Es handelt sich um zusätzliche Software, die wiederum bei falscher Bedienung dann in der eigentlichen Drucksoftware im dümmsten Fall wieder Fehler verursachen kann.

Ergebnisse

Bei der Monitorkalibration hat X-Rite mit dem i1Pro Publish 3 Plus die Nase vorn. Keines der anderen Tools bekommt so einen „Dampf“ auf den Monitor, selbst mein altes 15-Zoll-MacBook-Pro aus dem Jahr 2014 bekommt der i1 Profiler farblich in den Griff. Bei Einstellung auf volle Helligkeit, 6.500 Kelvin und einem Gamma von 2.2 zeigen sich differenzierte Farben auf dem Screen. Hauttöne sind stimmig und Grauverläufe butterweich und neutral, die 8 mm große Messöffnung bringt offensichtlich den Vorteil. Das wird auch für die neuen hellen Publishing-Monitore in Zukunft sehr wichtig sein. basICColor 6 mit dem MYIRO leistet fast das Gleiche, aber es hat zumindest visuell nicht den gleichen „Dampf“, trotz fast gleicher Einstellungen (auf Nachfrage bei Karl Koch - basICColor display 6 hat mit dem Workflow 3 und dem verwendeten L*-Farbraum eine etwas hellere, „offenere“ Tiefendarstellung. Dies ist messtechnisch richtig, wirkt aber insgesamt weicher und weniger kontrastreich). Auch mit dem i1 Publish Pro 3 wirkt basICColor weicher und in den Tiefen offener als das X-Rite-Softwareergebnis.

Links sieht man 2 Monitorprofile als 3D-Vergleich im Color-Sync-Tool geladen. Die graue Darstellung ist das i13Plus, das liegt, wie schon visuell beschrieben, auch hier in den Maximaldichten dunkler und gesättigter als MYIRO, was im Mittelton Vorteile hat.

Rechts dann das gleiche Spiel: ColorSync-3D-Vergleich der Druckerprofile von i13Plus (grau) mit MYIRO, wo das Konica Minolta absolut mehr Maximaldichte/Sättigung aufs Papierbringt. Interessanterweise sind da wieder die Hoch-Lichter beim i13Plus besser, das sieht man aber nicht so präsent. Je nach Gewichtung der Messwerte gewinnt hier der eine oder andere - es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Spannender ist es bei der Druckerkalibrierung. Hier zieht das MYIRO am X-Rite vorbei und erzielt einen visuell knappen Sieg wie X-Rite beim Monitor. Die erzielten Endfarbdichten auf dem Canon Photo Paper Pro Platinum sind bei dem visuellen Target schlichtweg perfekt. Vor allem bei den Hauttönen, dem gesättigten Blau und allen Maximaldichten kommt bei dem MYIRO-Profil insgesamt etwas mehr aufs Papier.

Zusammen machen diese beiden Tools aus jedem System ein Fine-Art-Print-, Proof- und Produktions-Monster. Aber das hat natürlich auch seinen Preis, der aber speziell bei Druckauflagen, die ja wirklich Geld verschlingen können, unerheblich ist. Für Fotografen und den RGB-Druck ist das die Luxusklasse, mehr geht aktuell nicht.

Handhabung, Zeit und Genauigkeit

In der Praxis und bei der Anwendung gibt es überraschende Ergebnisse. Software: universell ausgereift, wenn auch nicht übermäßig anwenderfreundlich, ist i1 Publish. Man findet alles, es ist logisch und übersichtlich, aber so ein bissl fehlt der Pep, die Programm konzeption ist halt auch schon wieder ein paar Jahre alt (ursprünglich noch von Gretag entwickelt)Demgegenüber hat das neue basICColor display 6 wirklich eine sehr ansprechende und fortschrittliche Aufmachung, auch die Workflows und die Bedienung sind sehr eingängig. Bei MYIRO ist auch alles da - und noch viel mehr, aber das ist eine Ingenieurssoftware alter Schule, man muss schon wissen, was man braucht und will, sonst erschlägt es einen. Noch sind die MYIRO-Tools nicht ganz fertig. Der Displayteil fehlt, es ist nur „Reflective“ zugreifbar, manche anderen Teile gehen auch noch nicht so ganz flüssig Hand in Hand, man muss ständig nachkalibrieren, aber das ist eben eine Fachsoftware.

Die Lichterzeichnung ist bei X-Rite (links) weiter im Viertelton definiert - wahrscheinlich kann man das noch weiter einstellen. MYIRO-1 bringt insgesamt mehr Maximaldichten (Mitte) - auch bei Grüntönen (rechts) und vor allem im Blaubereich.


Das Drucktarget des Fotoverbands: Mit Topaz Gigapixel AI auf A4 hochskaliert, bietet es immer noch ein besonders gutes Beurteilungsziel. Von Outdoor über Stills, Mode-Portrait bis hin zu Maximalfarbdichten ist alles dabei. Und man kennt es und kann auch rückwirkend gut Vergleiche ziehen.


Thermische Probleme mit Wiederholungen der Messungen haben beide nicht, die neue LED-Technik hält die Messzellen „cool“, die Selbstkalibrierungen der Sensoren funktionieren perfekt. Beim i1 Publish Pro 3 Plus wird man auch nicht ständig mit der Neuerstellung der Weißreferenz genervt, wie leider beim MYIRO-1 (was aber rein messtechnisch sicher richtig ist).

Das i1 Pro3 ist schon ein ganz schöner Brummer, aber mit den mitgelieferten Zubehörteilen ist das alles kein Problem. Nicht gefallen hat mir das manchmal etwas zähe Rutschen auf der Messschiene; die Magnetbefestigung der Papiere ist bei kleinen Formaten ziemlich wirkungslos, führt aber die Messschiene. Da braucht es dann mindestens A3-Papier, um das ordentlich befestigen zu können. Die wesentlich einfachere Messschiene des MYIRO führt das Gerät längs, das fluppt wunderbar und wie Butter. Das MYIRO ist aktuell supersensibel auf skalierte Targets. Ich hatte übersehen, dass eines mit 98 % minimal kleiner war und da hat es sich konsequent geweigert, den Reihenmessvorgang zu benutzen, Spot ging allerdings sofort. Zusammenfassend muss man sagen: Colormanagement ist immer noch nix für Grobmotoriker und Ungeduldige. Manchmal braucht man schon noch sehr viel „Zengeist“, um sich ruhig durch die Bedienung zu arbeiten. Wer allerdings dann zu einem Ergebnis kommt, wird mit diesen beiden Geräten nichts falsch machen. Preislich geben sie sich nichts, von der Software her kann X-Rite i1 Capture natürlich im Moment wesentlich mehr. Da gibt es zusätzliche Module für Umgebungslicht (auch das ist bei MYIRO in Vorbereitung, die Messkalotte dazu hatte ich schon dabei), Beamer, Datenanalyse, Messfeldeditor usw. Das ist schon ein sehr komplettes Paket, auch mit verschiedenen User-Leveln - eben über Jahre gereift.

Und dann noch einen schönen Gruß an die Hersteller: Seit 25 Jahren meckere ich darüber, dass jeder Hersteller seine eigenen ICC-Profile-Ordner kreuz und quer durchs System verstreut - das nervt. ColorSync/Profile/Firma-X … fertig - so sollte das sein. Und auf dem PC Windows/Spool/drivers/color/Firma-X … fertig.