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PRAXISTEST: Die Kleinbild-DSLM fürs Volk


CHIP Foto-Video - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 06.03.2019

Kleiner, leichter und auf das Wesentliche reduziert: Mit der EOS RP will Canon den Einstieg in die Kleinbild- Fotografie einfacher und bezahlbar machen - wenn auch mit Abstrichen.


PRAXISTEST

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Bildquelle: CHIP Foto-Video, Ausgabe 4/2019

Mit der EOS RP hat Canon unlängst das zweite Modell seiner noch jungen spiegellosen Kleinbildkamera- Serie vorgestellt. Ein Unterschied zur Premieren- DSLM EOS R fällt sofort ins Auge: Um rund 13 mm in der Höhe und 3,6 mm in der Tiefe geschrumpft, ist die neue Canon EOS RP merklich schlanker als ihre große Schwester. Und so bringt sie inklusive Speicherkarte und Akku nur knapp 500 Gramm auf die Waage, also rund 100 ...

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... Gramm weniger als die EOS R. Doch auch bei den inneren Werten müssen potenzielle Käufer Abstriche machen. Geringere Sensor- und Sucher-Auflösung, langsamere Serienbildgeschwindigkeit, weniger Ausstattung: Da bleibt nicht mehr viel übrig, möchte man meinen. Doch, der beinahe konkurrenzlos günstige Preis!

Eine EOS 6D Mark II ohne Spiegel?

Canon-Liebhaber dürften beim Blick auf die Eckdaten schnell die enge Verwandtschaft der EOS RP mit einem DSLR-Klassiker des Herstellers erkennen: Zum Kleinbild- CMOS-Sensor mit einer Auflösung von 26,2 Megapixeln kommt ein Standard-ISOBereich von 100 – 40.000, der bei Bedarf auf ISO 50 am unteren Ende beziehungsweise auf ISO 102.400 am oberen Ende erweiterbar ist. Technisch zeigt das DSLM-Modell damit eine Nähe zur Canon EOS 6D Mark, wobei der Spiegelkasten natürlich eingespart wurde. Zum Anvisieren von Motiven dient vielmehr ein elektronischer Sucher, der mit 2,36 Millionen Bildpunkten zwar rund 1 Million Pixel weniger zur Verfügung hat als das Pendant in der EOS R, aber ebenso ohne Verzögerung scharfe Vorschaubilder liefert. Ohne Schärfenachführung speichert die EOS RP bis zu fünf Bilder pro Sekunde auf die Karte im UHS-II-Slot, mit Nachführung sind es vier. Laut Herstellerangaben lassen sich JPEG-Bilder in unbegrenzter Anzahl und bis zu 1.000 RAWs in Folge aufnehmen; im kombinierten Modus, also RAW und JPEG, werden lediglich 90 Aufnahmen gespeichert.

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1Touchscreen
Das berührungsempfindliche 3,0-Zoll-Display ist seitlich ausklappbar und lässt sich auch bei viel Licht noch gut ablesen.

2Kit-Objektiv
Für knapp 1.000 Euro Aufpreis ist die EOS RP im Kit mit dem Canon- Standard-Zoom RF 24–105 mm f/4 erhältlich. Die Kombination aus Kamera und Objektiv liegt bestens in der Hand.

3Adapter-Lösung
Drei verschiedene Adapter stellen den Kontakt zu EF-Optiken her: mit oder ohne Kontrollring sowie eine Version für Einsteck-Filter.

46 neue Optiken
Angekündigt sind ein 15–35 mm f/2,8, ein 24–240 mm f/4–6,3 sowie ein 70–200 mm f/2,8 und das 24–70 mm f/2,8; dazu gibt es zwei 85 mm f/1,2 als klassische und als DS-Version. (siehe S. 18)


„Die konventionelle Vollformat-DSLM für Einsteiger“


SASCHA LUDWIG, REDAKTEUR

Auf den ersten Blick wirkt die EOS RP wie ein Rückschritt im Vergleich zu ihrer großen Schwester. In beinahe allen Bereichen haben die Entwickler den Rotstift angesetzt. Das mag funktionieren, schließlich soll die DSLM ja in erster Linie dank eines attraktiven Preisniveaus Käufer finden. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Der erste Eindruck der EOS RP ist durchaus positiv, nur ist der Canon-typische Sinn für Innovation und Experimentierfreude leider nicht zu erkennen. Als Vollformat-Einstiegsdroge gilt es die RP aber im Blick zu behalten.

Canon-typische Bedienung, toller Autofokus, günstiger Einstiegspreis

Schwacher Akku, Einschränkungen bei AF und Crop im UHD-Video-Modus

Beim Autofokus sind keine Kompromisse dieser Art zu entdecken: Das bekannte und sehr schnelle Dual-Pixel-CMOS-System deckt 88 Prozent der Sensorfläche ab und stellt in gewohnter Manier sehr zuverlässig scharf. Verschiedene Fokusfeld-Modi sind gleichermaßen vorhanden wie eine Augen- und Gesichtserkennung. Beides lässt sich nun auch im Video-Modus nutzen. Neu an Bord ist der Spot- oder Einzelfeld-Autofokus, mit dem insbesondere bei Makro-Aufnahmen eine noch präzisere Fokussierung gelingen soll. Apropos Makro: Ebenfalls neu ist die Funktion Fokusreihe: Die EOS RP nimmt dabei per elektronischem Verschluss innerhalb weniger Sekunden bis zu 100 Bilder in Serie auf und verlagert nach jeder einzelnen Aufnahme die Schärfe-Ebene um ein kleines Stück. Die entstandenen Einzelbilder werden anschließend in der Canon-eigenen kostenlosen Software DPP (Digital Photo Professional) oder in Photoshop zu einem Einzelbild mit enormer Schärfentiefe zusammengerechnet. Erste Testaufnahmen sehen auch bei starker Vergrößerung sehr vielversprechend aus – Hut ab!

Zurück zu den eigenen Wurzeln

Wenig experimentierfreudig und eher wieder konservativer im Vergleich mit der großen Schwester erscheint das Bedienkonzept der EOS RP. Hier fehlt die multifunktionelle Touchleiste auf der Rückseite ebenso wie das kleine Schulterdisplay auf der Oberseite des Magnesiumgehäuses. Stattdessen haben die Entwickler bei der EOS RP ein konventionelles Modus-Wahlrad verbaut, mit dem sich alle Aufnahme-Modi direkt erreichen lassen. Aufgrund des kompakteren Bodys insgesamt eine kluge Entscheidung. Trotzdem liegt das Gehäuse nun nicht mehr ganz so satt in größeren Händen. Ohne den optionalen Griff hängt der kleine Finger der rechten Hand sprichwörtlich in der Luft.

Keine Einschränkungen gibt hinsichtlich der Konfigurierbarkeit: Jeder Nutzer kann die Tasten der EOS RP so belegen, wie es dem eigenen Workflow beim Fotografieren am besten entspricht – vorbildlich! Zusammenfassend macht die EOS RP also vieles richtig, vor allem im Hinblick auf die anvisierte Zielgruppe: Sinnvolle und grundsolide Ausstat- tung, einfache Bedienung und vor allem der vergleichsweise günstige Anschaffungspreis dürften Umsteiger aus der Kompaktkameraund APS-C-Klasse in Versuchung führen. Wie es um die Laufzeit des LP-E17-Akkus, die Bildqualität und andere Leistungen der EOS RP bestellt ist, werden allerdings erst die Messungen im Labor zeigen können. Fest steht, dass die DSLM das Zeug dazu hat, die Fotografie mit Kleinbild-Sensor einem weitaus größeren Publikum näherzubringen, als es die Konkurrenz zu leisten vermag.