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„Predator“-Effekt in Photoshop: Adaptive Tarnung


DOCMA - epaper ⋅ Ausgabe 6/2018 vom 10.10.2018

Olaf Giermann erläutert in diesem Workshop-Projekt, wie Sie die im Bewegtbild zwar deutlich einfacher visualisierbaren Effekte auch in einem Standbild umsetzen können.


Artikelbild für den Artikel "„Predator“-Effekt in Photoshop: Adaptive Tarnung" aus der Ausgabe 6/2018 von DOCMA. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: DOCMA, Ausgabe 6/2018

Spätestens seit dem 80er-Jahre-Filmklassiker „Predator“ ist das Konzept der durch Technologie erzielten Beinahe-Unsichtbarkeit – also einer fast perfekten Tarnung – Teil der Pop-Kultur. Diese sogenannte adaptive Tarnung, die sich schnell an die Umgebung anpasst, kennen Sie wahrscheinlich schon von Tintenfischen. In einigen Computerspielen gibt es solche, durch Spielerfolge freischaltbare, Tarnfunktionen, und was als ein „Tarnumhang“ ...

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... vielleicht noch nach Magie oder Zukunftsmusik klingt, befindet sich technologisch bereits im Entwicklungsstadium.

Alle Fotos: Olaf Giermann

Fotos: Olaf Giermann

01 EINZELBILDER KOMBINIEREN

Öffnen Sie die Hintergrund-Datei und ziehen Sie das Foto mit dem Endzeit-Kämpfer in diese hinein. Passen Sie Größe und Position an. Falls Sie in den Voreinstellungen die Option»Transformieren beim Platzieren überspringen« aktiviert haben oder eine sehr alte Version von Photoshop einsetzen, müssen Sie dafür erst»Bearbeiten > Frei transformieren« aufrufen.

TIPP: Beim Platzieren erzeugt Photoshop standardmäßig ein Smartobjekt, wodurch Sie die eingefügte Ebene bei Bedarf jederzeit ohne Qualitätsverlust skalieren und drehen können.

02 KÄMPFER FREISTELLEN

Mit dem»Schnellauswahl« -Werkzeug können Sie den Soldaten in allen aktuellen Photoshop-Versionen (CS3 und höher) schnell und unkompliziert selektieren. Fügen Sie dann eine Ebenenmaske hinzu und verschieben Sie die Ebene an die passende Stelle. Optimieren Sie die Maske mit»Kante verbessern « (Photoshop CS5 bis CS6) beziehungsweise»Auswählen und maskieren« in Photoshop CC. Erhöhen Sie den Wert für»Radius«(a) , um die»Kantenerkennung« zu aktivieren. Malen Sie mit dem»Kante-verbessern-Pinsel«(b) über Haare und feinere Details, um die Maske an diesen Stellen zu verfeinern.

03 VERSETZEN-MATRIX ANLEGEN

Um im nächsten Schritt den»Versetzen« -Filter anwenden zu können, benötigen Sie eine Verschiebungsmatrix. Erzeugen Sie dafür über»Bild > Duplizieren« eine Bildkopie mit dem Namen „matrix“. Fügen Sie unterhalb der Ebene mit dem Soldaten eine neutralgraue Farbfläche (RGB = 128|128|128) ein. Wählen Sie»Ebene > Auf Hintergrundebene reduzieren« . Wenden Sie den Filter»Gaußscher Weichzeichner« mit einem geringen Radius an, um die Details des Originalfotos zu glätten.

WICHTIG: Speichern Sie die Verschiebungsmatrix im PSD-Format. Nur dieses wird vom »Versetzen«-Filter akzeptiert.

04 VERSETZEN

Zurück in der Arbeitsdatei, blenden Sie die Soldaten-Ebene vorübergehend aus. Duplizieren Sie mit»Strg/Cmd-J« die Hintergrund-Ebene, die das Waldfoto enthält, und wenden Sie auf das Duplikat den»Verzerrungsfilter > Versetzen« an. Die Werte für»Horizontal skalieren« und»Vertikal skalieren« hängen von der Bildgröße ab. Experimentieren ist angesagt! Bei diesem Bild erwies sich ein Wert von 100 als geeignet, um den Hintergrund passend zur Größe des eingefügten Soldaten zu verzerren. Wählen Sie im sich nach dem Klick auf»OK« öffnenden Datei-Dialog die in Schritt 3 erzeugte Photoshop-Datei (die Verschiebungsmatrix). Als Alternative zu»Versetzen« eignet sich auch der Filter»Glas« .

DAS ERGEBNIS: Durch das Versetzen wird der Hintergrund anhand der Strukturen des Kämpfers verzerrt. Eine fast perfekte, adaptive Tarnung würde wahrscheinlich ähnlich unauffällige Brechungseffekte erzeugen. In der Montage soll der Krieger aber natürlich besser erkennbar sein, wofür Sie in den nächsten Schritten sorgen.

05 ÜBERLAGERN UND EBENENSTIL

Blenden Sie die Ebene mit dem freigestellten Krieger wieder ein und ändern Sie den Ebenenmodus in»Weiches Licht« . Dadurch erhöht sich der Kontrast des Waldhintergrundes und der Tarneffekt wird etwas reduziert. Mit dem Ebenenstil»Schein nach innen« bringen Sie die Kontur der Person wieder zurück(a) .

Um Teile des Originalfotos einzublenden, duplizieren Sie die Ebene ein weiteres Mal und ändern den Ebenenmodus in»Normal« . Wenden Sie die bestehende Ebenenmaske an und fügen Sie mit einem»Alt« -Klick auf»Maske hinzufügen« eine schwarze Maske hinzu, die die Ebene ausblendet. Malen Sie mit einer weichen Pinselspitze bei weißer Vordergrundfarbe mit geringer Deckkraft über die Bereiche der Person, die opaker werden sollen(b) .

TIPP: In Photoshop CC können Sie den Ebeneneffekt »Kontur« mehrmals anwenden, um eine weitere dünnere, weiße Linie entlang der Körperkonturen hinzuzufügen.

06 DODGE & BURN

Durch selektives Aufhellen und Abdunkeln („Dodge & Burn“) sorgen Sie im Bild für den gewünschten Kontrast an den Bildstellen, die Ihnen wichtig sind. Ob Sie dafür nun auf neutralgrauen Ebenen malen oder Einstellungsebenen vom Typ»Gradationskurve« nutzen, wie ich es bevorzuge, ist letzten Endes Geschmackssache. Das Schöne beim Arbeiten auf Extra-Ebenen ist in beiden Fällen, dass Sie zu extrem geratene Effekte(a) bei Bedarf einfach durch Senken der Ebenendeckkraft reduzieren können(b) .

TIPP: Alles, was Sie über Funktionsprinzip und Anwendung von Dodge & Burn wissen sollten, erfahren Sie in der Photoshop-Akademie in DOCMA 58, ab Seite 44.

07 CAMERA RAW-FILTER

Der»Camera Raw-Filter« ist zur finalen Abstimmung des Bildes ideal, denn hier finden Sie sehr viele Korrekturmöglichkeiten in einem einzigen Dialog vereint, für die Sie in Photoshop ständig zwischen verschiedenen Korrekturen und Filtern wechseln müssten.

Fassen Sie mit dem Tastaturkürzel»Strg/Cmd-Alt-Shift-E« alle bisherigen Ebenen zu einer neuen Ebene zusammen und konvertieren Sie diese in ein Smartobjekt. Rufen Sie über»Filter > Camera Raw-Filter « den Camera Raw-Dialog auf und nehmen Sie die gewünschten Korrekturen vor.

Hier wurden beispielsweise global die»Tiefen« aufgehellt, die»Lichter« abgedunkelt, die»Klarheit« erhöht und die»Sättigung« reduziert, um den Look des Bildes abzustimmen.

Selektive Korrekturen sind schnell mit»Korrekturpinsel« ,»Radial-Filter« oder»Verlaufsfilter« erledigt. In diesem Fall wurde lediglich das Gesicht selektiv aufgehellt.